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Wiesbadener Tagblatt.

Amtliches Organ für die Stadt Wiesbaden.

Freitag -en 12. Januar

No. IO.

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Auszug aus den Beschlüssen des GemeinderathS zu Wiesbaden.

Gitznng vom 30. Deeember 1871.

Gegenwärtig: Der Gemeinderath mit Ausnahme der Herren Weygandt, Glaser, I. Schmidt, Schreiner und Knauer (Letzterer ver­reist).

1835. Aus dir Eingabe der & Schellenberg'schen Hofbuchdruckerei dMer. betreffend die Echöhlmg des vierteljährigen Abonnements- Preises für das Tagblatt von 35 kr. auf 45 fr., wird beschlossen, diese Preiserhöhung zu genehmigen unter dem ausdrücklichen Vor­behalte jedoch, daß dem Vertrage vom 20. November 1869, »die Publikation der von den städtischen Behörden dahier ergehenden Erlasse und Bekanntmachungen betr., die Bestimmung zugesetzt werde, daß eine Abonnements-Erhöhung des Tagblatts für die Dauer der Gültigkeit dieses Vertrages nur mit Zustimmung des Gemeinderaths vorgenommm werten kann und die L. Schellen- berg'sche Hofbuchdruckerei verpflichtet ist, die Zustimmung des Gemeinderathes zu einer beabsichtigten Abonnementserhöhung mindestens ein Vierteljahr vor dem Zeitpunkte, von wann dieselhe eiutreten soll, zu erwirken.

1836. Die Commisfion zur Regelung der Nachtwachedienster in hiesiger Stadt erstattet weiteren Bericht insbesondere über die Eintheilung der Vewachungsbezirke, über die Nothwendigkeit der Bestellung von 10 statt 6 weiteren Nachtwächtern, sowie über die eingelaufemn Bewerbungen um die Nachtwächterstellen.

Es wird hieraus nach dem Anträge der Commission beschlossen:

1) die vorgeschlagene Eintheilung der Stadt in neu« Bewa­chungsbezirke zu genehmigen,

2) 10 statt 6 Nachtwächter weiter anzuftellen,

3) von den Bewerbern um die ausgeschriebenen Rachtwächter­stellen den Militäranwärter Karl Klamp von Laufenselden und die hiesigen Bürger Taglöhner Wilhelm Schweitzer, Maurer- gehülfe Philipp Dehn, Taglöhner Georg Daubert Steinhauer- gehülfe Friedrich Stritter, Tünchergehülfe Jacob Mäurer, Tag­löhner Friedrich Birk, Taglöhner Adam Keller, Taglöhner Lud­wig Kratzenberger und Taglöhner Christian Ney zu Nachtwächtern zu bestellen, Ersteren definitiv, die Uebngen provisorisch, und

4) die 9 nicht durch Militärairwärter besetzten neuen Nacht­wächterstellen für solche nochmals unt zwar im Amtsblatte drei Monate lang auszuschreiben.

1837. Zu dem Gesuche des Schlossergehülfen Lorenz Bar- tholomä dahier um Gestattung der Vergrößerung der Arbeiter­hütte auf seiner am Schiersteinerwege belegenen Backfteinbrennerei, Errichtung eines zweiten Brunnens und Einfriedigung seines Ackers soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Kreis- bauinspection vorgeschlagenen Bedingungen und unter der weiteren Bedingung von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei, daß die Arbeiterhütte vom 1. November bis 1. April nicht bewohnt werden dürfe.

1838. Desgleichen zu dem Gesuche des Jacob Heus von hier um Gestattung der Fabrikation von Feldbackfteinen, Errichtung einer Arbeiterhütte und Graben eines Brunnens auf seinem rechts vom Schiersteinerwege belegenen Grundeigenthum soll Willfahrung beantragt werden.

1839. Zu dem Besuche des Kunst- und Handelsgärtners Peter Klein von hier um Gestattung der Erbauung eines weiteren Ge­wächshauses, sowie der baulichen Veränderung eines bestehenden Gewächshauses in seinem in der Llisabethenstraße belegenen Garten soll Willfahrung beantragt werden.

Die Gesuche:

1840. des Zimmergesellen Philipp Rücker dahier um Gestat­tung der Erbauung eines Wohnhauses auf seiner in der verlängerten Adlerstraße belegenen Baustelle,

1841. des Zimmermeisters Bernhard Jacob von hier um Ge­stattung der Erbauung von fünf Landhäusern auf seinem zwischen der Villa Sonneck und dem Weg nach dem neuen Geisberg belegenen Bauterrain, sowie zur Fa­brikation von Feldbacksteinen auf dem oberen Theile dieses Grundstückes,

1842. des Architekten Julius Jppel von hier um Gestattung der Erbauung von drei kleinen Gartenhäusern aus seinem Grundeigenthum an der Sonnenbergerstraße und

1843. des Rentners H. I. Rau zu Mainz um Gestattung der Anlage eines Canals in der Bierstadterstraße werden der Baucommission zur Prüfung und Berichterstattung

hingewiesen. m

1844. Auf die Eingabe des Vorstandes des Verschönerungs- Vereins dahier, die Herstellung einer neuen Promenade zwischen dem Reroberg und dem Speierskopf betreffend, wird beschlossen, dieses Projett vorbehältlich der Zustimmung der Forstbehörde zu aenehmiaen.

1845? Auf die weitere Eingabe des Vorstandes des Ver­schönerungs-Vereins, die Ueberlaflung eines Klafters Eichenholz aus einem städtischen Walddistrikte zur Vornahme von Reparaturen an den von dem Ver'chönerungS-Verein an der Leichtweißhöhle und an verschiedenen anderen Orten der städtischen Waldungen aus Naturholz hergestellten Bänken, Geländer rc., wird beschlossen, dem Verschönerungs-Verein ein Klafter Eichenholz aus einem städtischen Walddistrikte zur Verfügung zu stellen und tue Forst­behörde um Anweisung des Holzes zu ersuchen.

Wiesbaden, 9. Januar 1872. Für diesen Mszug:

I o o st, Bürgermnstereigehülfe.

Gesunden ein leinenes Herrnhemd mit feinen Brustfalteu, ge« Ct£sMben,' 9.' Januar 1872. König!. Polizei-Direttwn.

v. c.

v. Strauß.

Bekanntmachung.

Donnerstag den 18. Januar k. I. Vormittags 10 Uhr werden die zur Concursmasse des Karl Igstadt von ^otzh-rm ge­hörigen, in Dotzheimer Gemarkung belegenen Jmmobttien, be­stehend in einem zweisröckigen Wohnhans nebst Scheuer uno fünf Grundstücken, zusammen 6985 fl. taxirt, in dem Rathhause zu Dotzheim zum zweitenmale öffentlich versteigett.

Wiesbaden, den 14. Dccember 1871. _

505 ' Königliches Amtsgericht IV.

Bekannlmachuiig.

Montag de« 15. Januar l. I. Vormittags 10 Uhr