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Wiesbadener Tagblatt.

Amtliches Organ für die Stadt Wiesbaden.

No. S88. Donnerstag tzm 7. December 1871$

Auszug aus den Beschlüssen des Gemeinderaths zu Wiesbaden.

Sitzung vom 20. November 1871.

Gegenwärtig: Der Gemeinderath mit Ausnahme des Herrn Vorsteher G. D. Schmidt.

Zu den Gesuchen:

1632. des Rentners Otto von Rabenau dahier um Gestattung der Einrichtung der Thorfahrt seines in der Taunris- straße Ro. 43 belegenen Wohnhauses zu einem Laden,

1633. des Kaufmanns Wilhelm Eichhorn von hier um Ge­stattung der Errichtung zweier russischer Kamine in seinem in der Langgasse No. 32 belegenen Hause,

1634. des Badewirths Friedrich Dörr von hier um Gestattung der Errichtung eines Hintergebäudes zu seinem in der Häsnergasse belegenen Badhause „zu den Lilien",

1635. der Gebrüder Adrian dahier um Gestattung der Er­richtung eines provisorischen Holzschuppens in ihrer in der Bahnhofstraße Ro. 6 belegenen Hofraithe und

1636. des Mühlenbesitzers I. B. Wagemaun von hier um Gestattung der Anlage eines neuen Dampfkessels in seiner in der Metzgergasse No. 22 belegenen Hofraithe soll Willfahrung unter den von Königlicher Kreisbauinspection vorgeschlagencu Bedingungen beantragt werden.

1637. Zu dem Gesuche des Philipp Schlott von hier um Gestattung der Erbauung eines Wohnhauses im 18. Bauquartiere vor der Hellmuudstraße soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Kreisbauinspection vorgeschlageneu Bedingungen und unter der weiteren Bedingung von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuweadrn sei, daß die in dem Specialbebauungs­plan vorgesehene Eintheilung der Bauplätze strenge eingehalten werde und Gesuchsteller vor Beginn des Bauwesens nachzuweisen habe, daß er die nach dem Sperialbebauungsplan zu dem be- treffendm Bauplätze gehörigen Parcellen in Eigenthum erworben habe.

1638. Das Einladungsschreiben des Vorstandes des Vereins für Naflauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung zu der am Dienstag den 5. l. Mts. Mittags 12 Uhr im Museumssaale dahier stattfindcndeu Feier des 50jährigen Bestehens des Vereins gelangt zur Kcnntniß der Versammlung.

1643. Auf Bericht des AcciscamtS vom 18. l. Mts., die Anschaffung neuer Gewichte und einer neuen Butterwaage für den Vicmalienmarkr betreffend, wird beschlossen, diese Anschaffungen zu genehmigen.

1644. Auf das Gesuch des Faßeichmeisters Hofküfers Wilhelm Stein von hier um Entbindung von der Stelle eines Faßeich­meisters wird beschlossen, diesem Gesuche zu willfahren und die Stelle zur Wiederbesetzung auf den 1. Januar 1872 auszu- shreiben.

1645. Auf Schreiben der Königlichen Oberförsterei vom 1h l. Mts., die Vergebung der Holzfällungsarbeiten in den Waldungen der hiesigen Etadlgememde pro 1872 betreffend, Wttb beschlossen, den mit Carl Höhn von hier über die Aus­führung der Holzfällungsarbeiten in den hiesigen Stadtwaldungen abgeschloffenen Vertrag zu genehmigen.

1646. Auf Vorlage des unternr 9. l. M. mit Herrn Kreis­

gerichtsdirector Hspman dahier Namens des Justizstskus ab­geschlossenen Vertrags, die käufliche Srwerbimg von 160 Ruthen 2 Schuh städtischen Grundeigenthums aus dem Terrain zwischen dem Mickelsberg, der Schwalbacherstraße und der Schachtstrahe, No. 357 des Lagerbuchs, für den Justizfiskus behufs Erbauung eines Gefängniffes, wird beschlossen, diesen Vertrag mit der Modification des §. 5 zu genehmigen, daß der Stadtgemeinde das Recht zugestonden wird, die fiskalischen Grundstücke No. 792 und 781 des Stockbuchs behufs der projectirten baulichen Regu- lirung der Umgebung der evangelischen Kirche zu dem durch die feldgerichtliche Taxation vom 1. September 1869 festgesetzten Preise zu acquiriren.

1648. Auf das Gesuch des Gastwirths August Schlichter dahier, Namens der Firma Christian Schlichter Wittw« Erben dahier, um Ueberlassung des von Weinhändler B. Rosenstein dahier gepachteten Rathbauskellers unter denselben Pachtbeding­unzen für die noch bis Martini nächsten Jahres lausende Pacht- zcit wird beschlossen, diesem Gesuche zu willfahren.

1649 Auf Schreiben Königlichen Amtsgerichts V. dahier vom 9. l. M., das Testament der Frl Therese «öfter von hier bett., wird in Anbetracht, daß dem Versorgungshause für alte Leute dahier, welchem in diesem Testamente als Substitut der einge­setzten Erbin eine Zuwendung gemacht worden ist, resp. dem Vorstände dieser Anstalt die juristische Persönlichkeit fehlt, be­schlossen, die Erklärung abzugeben, daß die Stadtgemeinde für das Versorgungshaus für alte Leute die Erbschaft unter der RechtSwohlthat des Inventars an trete.

1650. Der mit Schreiben des Verwaltungsraths der Taunus- eisenbahn-Gesellschaft inb des Verwaltungsraths der Hessischen Ludwizs-Eisenbahn-Gesellschaft zu Frankfurt und Mainz vom 14. l. M. in Abschrift anher mt geteilte Fusionsvertrag zwischen beiden Gesellschaften gelangt zur Kenntniß der Versammlung.

1651. Desgleichen das Schreiben des Vorstandes des ärzt­lichen Vereins dahier vom 18. l. M., worin mitgetheilr wird, daß der ärztliche Verein in seiner Sitzung vom 17. l. M. die Herren Medicinalrath Jäger und Dr. Liesterweg zu Mitgliedern der Commission zur Besprechung über das Memorandum, den Hospitalumbau betreffend, gewählt habe.

1656 Zu dem Gesuche des Kaufmanns Ferdinand Rehn von Nordamerika, zur Zeit dahier, um Gestattung des temporären Aufenthaltes in hiesiger Stadt zum Zwecke des Betriebs einer Cigarren-, Tabak- und Parsümeriewaarenhandlung soll Will­fahrung beantragt werden.

Zu oen Gesuchen:

1658. des Gastwirths Wilhelm Schüßler von Laasphe, der­maler» dahier, um Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbettieb« in dem Hause Metzgergasse No. 26 als Geschäftsführer der Brey'schm Actien-Bierbrauerei- Gesellschcfft zu Mainz und , ,

1659. des Gastwirths Heinrich Ditt aus Bretzenhetm bet Mainz, dermalen dahier, nm Ertheilung der Concession zum Wirthschaftsbetriebe in dem Hause Ktrchgasse No. 27 soll Willfahrung beantragt werde». ~ r

1660. Auf Vortrag des Herrn Stadtbaumeisters Fach wnd beschlossen, die Kehrichtabfuhr und das Fuhrwerk für das städttsche Bauwesen pro 1872 im Submisfionswege zu vergeben.