Wiesbadener Tagbialt.
Amtliches Organ für die Stadt Wiesbaden.
N0. S8«. Dienstag den 5. Dseembsr 1S71
Arteigen, fw die Tage des Andreas- marlites bestimmt, beliebe man uns gest. bald, spätestens aber im Laufe des morgigen Vormittags zugehen zu lassen.
Die Expedition.
Auszug aus den Beschlüssen des Gememderachs zu Wiesbaden.
GitzAttg vom 13. November 1871.
Gegenwärtig: Der Gemeinderath mit Ausnahme des Hr». Vorstehers Schreiner (verreist).
1595. Zu dem Gesuche oes ^adewirths Caspar Joseph Dreste von hier um Gestattung des Aufbaues der russischen Kamine in den auf sein Badhaus „zum Spiegel" aufgesetzten beiden neuen Stockwerken in Vallendarer Tufsreinröhren soll Abweisung beantragt werden, da drei Stockwerke des Badhauses „zum Spiegel" aus Holz gebaut seien und die Tufsteinröhren in Folge des Zerbröckelns beim Ausputzen der Kamine die nöthige feuerstcher- heit nicht gewäh ren.
Zu den Gesuchen:
1596. des Rentners Carl von Zabsrn dahier um Gestattung der Erhöhung des Holzstalles in seiner in der Geisbergstraße 17a belegenen Hofraithe um ein Stockwerk,
1597. der Frau Regierungsrath Ferger Wittwe von hier um Gestattung der Errichtung eines russischen Kamins in ihrem in der Parkstraße 7 belegenen Landhause,
1598. der Bauunternehmers Andreas Schreiber von hier um Verlängerung der erthcilten Concesfton zur Erbauung dreier Wohnhäuser auf seinem in der verlängerten Rheinstraße belegenen Grundstücke,
1599. des M.tzgers Georg Weidig von hier um Ertheilunz der Coucessien zur Errichtung eines Seitengebäudes in seiner in der Kirchgasse 12 belegenen Hofraithe,
1600. des Spenglers Carl Lochhaß von hier um Gestattung der Errichtung eines Schuppens bei seinem im Nero- thale neu erbauten Landhause,
1601. des Baders Ludwig Prieser von hier um Gestattung der Errichtung eines Schuppens in seiner in der Tau- w'.sstraße 8 belegenen Hofraithe und
1602. des Rentners Wilhelm Preußcr dahier um Gestattung der Vergrößerung der Waschküche und der Holzställe in seiner in der Kapellenstraße 27 belegenen Besitzung
soll Willfahrung unter den von Königl. Kreisbauinspection vorgeschlagenen Bedingungen beantragt werden.
1603. Die Baucommission erstattet Bericht zu dem GesuLe des Maurers Carl Simon von hier um Gestattung der Errichtung eines Hintergebäudes zu seinem in der fortgesetzten Well- ritzftraße im Bau begriffenen Wohnhause und wird nach dem Anträge der Commission beschlossen, zu berichten, daß, da das betreffende Hintergebäude nach dem Specialbebauungspla» in tuten Bauplatz der Parallelftraße der Hellmundstraße falle, vorerst zwischen dem Gesuchfteller und dem angrenzenden Grundstück- befitzer durch die Königltche Kreisbauinspection eine Vereinbarung über die Abgrenzung der hier in Betracht kommenden drei Bau
stellen zu erzielen oder nöthigenfalls durch die Baupolizeibehörde die Abgrenzung festzustellen sei.
1604. Das Gesuch des Tünchers Nicolaus Belz von hier um Gestaltung der Anlage einer Backsteinbrennerei im Distrikt Bleidenstadterweg soll der Königlichen Hospital-Commission zur gutachtlichen Aeußerung wegen des mitzuverwendenden, dem Hospitalfonds gehörigen Ackers hingewiesen werden.
1605. Zu dem Gesuche der Pflasterer Heinrich Stiel Wwe. von hier um Gestattung der Erbauung eines Gärtverhäuschens aus ihrem im Felddisirikte „Ueberhoben" belegenen Grundstücke soll berichtet werden, daß unter den don Königlicher Kreisbau- inspectian vorgeschlagenen Bedingungen, poa. 4 (Gestattung auf Widerruf) ausgenommen, von hier aus gegen di: Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei, die unter poe. 4 vorgeschlagene Bedingung könne um deßwillen wegfallen, da das betreffende Grundstück außerhalb des genehmigten Generalbebauungsplanes, also außerhalb der ersten und sogar auch außerhalb der zweiten Ringstraße liege.
1606. Zu dem Gesuche des Gastwirths Friedrich Höhn von hier um Gestattung der Errichtung eines Seitenbaues mit Saal in seiner in der Spiegelgasse No. 15 belegenen Hofraithe soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Kreisbauinspettion vorgeschlagenen Bedingungen und unter der weiteren Bedingung von hier aus gegen dir Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei, daß dem Gesuchsteller aufgegeben werde, die Unterabläufe aus dem Kochbrunnen und aus den Badhäusern am Kochbrnnnen, welche in einem gemauerten Kanal seine Hofraithe durchziehe», nach Angabe der städtischen Baubehörde wo nöthig in entsprechender Weise zu erneuern und in Thon- oder C-menttöhren zu legen-
1607. Die Baucommisston erstattet Bericht zu dem Gesuche der Hotelbesitzer Helbach und Holzapfel dahier um Gestattung der Verlegung ihrer Thermalwasierleitung aus omt Salzbachbett in den Reitweg der Wilhelmstraße, und wird nach dem Antrags der Commission beschloffen, zu berichten, daß es bei dem geringen Wasierquantum, welches den Gesuchstellern zu Gebote stehe, nicht zulässig erscheine, von Neuem Aufgrabungen in den langen hier in Frage kommenden Straßenstrecken zu gestatten, und zwar um so weniger, als der Zweck, wärmeres Master zu erhalten, damit dennoch nicht erreicht werden dürfte und als das äußerst geringe Resultat, was allenfalls erwartet werden könnte, in gar keinem Verhältmste zu den beständigen Aufgrabungen der Straßen und den damit verbundenen Belästigungen des Publikums stehen würde. Ein weiterer Grund, baß man in dem Terrain der Wilhelmstraße nicht neue Einrichtungen für Privatzwecke gestatten solle, fei der, daß man die Absicht habe, diese Straße umzubauen, wobei Anlagen, wie die gedachte Warmwasserleitung, nur hinderlich sein würden.
1608. Das Gesuch des Rentners H. I. Rau zu Mainz um Gestattung der Parcellirung seines an der Bierstadterstraße be- legenenen Bcsitzthnms zu Baustellen wird der Baucommission zur Prüfung und Berichterstattung hingewiesen.
1609. Auf den Antrag der Baucommission wird beschlosten, an den folgende:! Orten weitere Gaslaternen aufstellen zu lasten:
1) einen Kandelaber an dem Weg nach der „Schönen Aussicht*, circa 8 Fuß oberhalb dem von Caustein'schen Stallgebäude,
