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Wiesbadener Tagblalt.

Amtliches Organ fiir die Stadt Wiesbaden.

No. »«S. Mittwsch vsn 8. November L8R L-

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Auszug aus den Beschlüssen des Gemeinderaths j zu Wiesbaden.

Sitzung vom 23, Oktober 1871.

Gegenwärtig: Der Gemeinderath mit Ausnahme der Herren Vorsteher Glaser und I. Schmidt.

fys den Gesuchen:

1507. des Landwirths Jacob Hertz von hier um Gestattung des Anbaues einer Küche in seiner in der Helenen- ftraße 20 belcgenen Hofraithe und

1508. des Kaufmanns Moses Wolf von hier um Gestattung der Veränderung des älteren Theils seiner Ladeufacade Langgasse 26

soll Willfahrung unter den von Königlicher Kreisbaumspectron vorgeschlagenen Bedingungen beantragt werden.

1509. Zu dem Gesuche des Hofconditors Friedrich Jäger von hier um Gestattung der Vornahme verschiedener Bauveränderungen an seinem in der Burgstraße 10 belegencn Wohnhause soll be­richtet werden, daß unter den von Königlicher Kreisbauinspection vorgeschlageuen Bedingungen und unter der weiteren Bedingung von bier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei, daß die Kellerlichter in dem Trottoir im Lichten höchstens 1' vor den Sockel vorspriuzrn und mit starken gußeisernen Gittern überdeckt werden, deren Mascheuweiten nicht über 0,04 Meter betragen.

1510. Zu dem Gesuche d-s Gärtners Gustav Rossel von hwr um Gestattung der Erbauung eines Rothschuppens in seiner im Dambachtha'e belegmen Gärtnerei soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Kreisbauinspection vorgeschlageuen Bedin­gungen und unter der weiteren Bedingung von hier aus gegen die Genehmigung desielben nichts einzuwenden sei, daß die gegen den Weg gekehrte Mauer nicht über die projectirte Weglinie vor­springt 'und daher vom Bezirks-Geometer abgesteckt wird.

1513/14. Auf Vorlage der Verzeichnisse über die im III. Quartal l. I. aus den städtischen Waldungen abgegebenen Forstnaturalien werden die einzelnen Preisansätze nachträglich genehmigt

1515. Das Gesuch der Bewohner der Wilhelmstraße, die Erbreiterung des Trottoirs dieser Straße betreffend, wird der Budget-Commisfion zur Prüfung und Berichterstattung hingewiesen.

1516. Auf das Gesuch der Hanseigenthümer der Emserstraße und des Walkmühlweges, die Anlage eines Trottoirs an der Nordseite der Emserstraße betreffend, wird beschlossen, die Gesuch- steller auf den ihnen unterm 20. October 1868 bereits ertheilten Bescheid zu verweisen, wonach gepflasterte Trottoirs, soweit solche noch nicht bestehen, an der Emserstraße nur dann zur Ausführung kommen können, wenn sich die betreffenden Hauseigenthümer gleichwie an der Sonncnbrrgerstraße und anderen Landhausstraßen bereit erklären, sämmtliche dadurch entstehenden Kosten zu tragen, in welchem Falle die Rinnen auf städtische Kosten ange­legt werden sollen.

1517. Die mit Jnscript Königlicher Polizei-Directicn vom 21. l. Mts. zur Krnntnißnahme anher mitgetheilte Verfügung Königlicher Regierung, Abtheilunz des Innern, vom 19. l. Mts. ad Num, I. C. 6229, wonach an Stelle der ausgeschiedenen Schutzmanns Karl Becker der Militäranwärter Berger zur probe­weise« Dienstleistung als Schutzmann bei der hiesigen Poltzei-

verwaltung vom 1. Rovbr. d. I. ab angenommen werden soll, gelangt zur Kenntniß der Versammlung.

1518. Auf Schreiben des Herrn Schulinspectors Rectors Polack von hier vom 23. l. M., die Dienst- resp. die Wohnungs­verhältnisse des Stadtthürmers und Pedellen des neuen Elemen- tarschulgebäudes Gottfried Astheimer betreffend, wird beschloffen, bis zur Herstellung einer Telegraphenleitung von der neuen Ele­mentarschule nach der Wohnung des Branddirectors und der An­bringung einer Sturmglocke auf dem Elementarschulgebäude die Wache auf dem Uhrthurm durch einen provisorisch dahin zu diri- girenden städtischen Taglöhner besorgen zu laffen, damit Schul­pedell Gottfried Astheimer in das neue Tlementarschulgebäude überziehen kann.

1519. Zu dem Gesuche des Georg Wahlheim dahier um Er« theilung der Concession zum Betriebe einer Schenkwirthschrft in dem Hause Mauergaffe 2 soll Willfahrung beantragt werden.

1522. Auf Bericht des Acciseamts vom 23. l. M., die Wie­derbesetzung der Dienststelle" des abgegangenen Acciseaufsehcrs Zander betreffend, wird nach Kenntnißnahme der ringel:»fenen Bewerbungen um diese Stelle beschlossen, dieselbe dem Sergeanten und Oberlazarethgehülfen der 3. Compagnie Hessischen Füsilier- Regiments Nr. 80 dahier Heinrich Triesch von Waldaubach, Amts Herborn, zu übertragen.

1523 Der Herr Oberbürgermeister trägt den Bericht der ge­meinschaftlichen Commission des Gemeinderathes und des Bürger­ausschusses zur Begutachtung der Frage der Erwerbung der Kur- etabliffements zu Wiesbaden für die Stadt und der künftigen Unterhaltung des Theaters vor und wird hierauf beschlossen, sich mit den in diesem Berichte niedergelegten Ansichten einverstanden zu erklären, und nach erfolgter Zustimmung des Bargeraurschuffcs unter Berücksichtigung dieser Ansichten die Verhandlungen mit der Könizl. Staatsregierung dem Abschlüsse entgegen zu führen.

1524. Die am 21. I. Mts. abgehaltene Versteigerung des auf dem Kehrichtlagerplatze vor de« Gasfabrik lagernden Kehrichts und Straßendüngers wird auf den Gesammterlös von 132 Thaler 9 Sgr. genehmigt. , ,

1525. Die Baucommission erstattet Bericht über die einge­laufenen Bewerbungen um die Stelle eines Aufsehers über dir städtischen Taglöhnerarbeiten und wird nach, dem Anträge der Commission beschlossen, diese Stelle dem Gerichtsboten Mathias Jösch von Horressen, Amts Montabaur, zu übertragen.

1526. Auf Vorlage des Protocolls über die am 23. l. Mts. stattgehabte Vergebung der Gröben-Anfertigung zur Vollendung der Drainage im Hollerbornfeld, und zwar in den Districtm Dreiweiden lr und 2r Theil, Wallufer Weg, Unter-Hollerborn lr und 4r Gewann, wird beschlossen, diese Vergebung nicht zu genehmigen rind die ganze Arbeit nebst dem Röhrenlegen dem Friedrich Wagner von Schierstein aus der Hand zu veraccordiren.

1527. Auf Vorlage des Kostenüberschlazs über den um die Fichtenpflanzung im städtischen Walddistrikte Pfaffenborn zu ziehenden Drahtzauns im Betrage von 227 Thlr. 20 Sgr. 3 Pf. wird beschlossen, diesen Kostenüberschlag zu: Ausführung zu ge­nehmigen. _

1528. Auf Vorlage des Protokolls über die am 17. l. Mts. stattgehabts nochmalige Vergebung des Zerkleinerns von 10 Ruthen Steivheimer und 12 Ruthen Spewrslacher Decksteine für Straßen-