t Wiesbadener Tagblaü.
« Amtliches Organ für die Stadt Wiesbaden.
s JK S». Donnerstag bett 20. April 1871.
Auszug auö den Beschlüßen des GemeinderarhS zu Wiesbaden.
L Sitzung vom 3. April 1871.
Gegenwärtig: Der Gemeinderath, mit Ausnahme des Herrn Vorstehers I. Schmidt.
i# 396. Die am 30. v. Mts. abgehaltene Versteigerung von ■s Sttaßenkehricht und Dünger auf dem städtischen Lagerplatze vor rs der Gasfabrik wird nicht genehmigt und soll in drei Wochen eine i* nochmalige Versteigerung vorgenommen werden.
399. Auf Schreiben der Königl. Reserve-Lazareth-Commission dahier vom 27. v. Mts., betreffend die fernere Benutzung des zweiten Elementarschulgebäudes auf dem Michelsberg als Reserve- __ Lazareth, wird beschloffen, zu erwidern, daß der Gemeinderath = dem Militärfiscus das fragliche Gebäude zur Benutzung als Reservelazareth mit Vergnügen für die Dauer dieses Monats roch zur Verfügung stelle.
m 400. Auf Schreiben des Königlichen Oberförsters Herrn von II Witzleben vom 30. v. Mts., die am 29. v. Mts. zu Rüdesheim
siattgehabte allgemeine Lohrindenversteigerung betreffend, wird beschlossen, die Versteigerung der aus den städtischen Walddistrikten , iichelgarren und Hebenkies pro 1871 zu schälenden Lohrinde zu «7 genehmigen.
u-i 401. Auf Schreiben des Königlichen Oberförsters Herrn von
Witzleben vom 31. v. Mts., die Auspflanzung von Lücken und ' Wegrändern im städtischen Walddistrikte Neroberg, auf dem Hange
> nach der Leichtweißhöhle zu und auf der Höhe nach den Wein
bergen betreffend, wird beschlossen, von den aus einer Saatschule ;gc der Gemeinte Rambach offerirtcn Wcymuthskiefer - Pflänzlingen
4000 bis 5000 Stück zu fraglichem Zwecke zu einem entspr^chen- !19 den Preise, worüber mit der Forftbehörde communicirt werden — soll, anzuschaffen.
402. Auf Vortrag des Herr« Bürgermeisters wird beschlossen, nm 116 Termine zur Erhebung der diesjährige« Gemeindesteuer auf hxj den 1. Mai, 1. Juli, 1. Sevtember und 1. November festzusetze«.
404. Auf Margu.alschreiben Königlicher Polizei-Direktion — vom 1. l. Mts., betreffend den Erlaß einer Polizei-Verordnung ü Uber das Vergraben der Thierleichen, wird beschloffen, zu erwidern, daß der Gemeinderath der Ansicht sei, day für das Vergraben vmes Esels dieselbe Gebühr zu entrichten sei, wie für das Ver- f^n. grasen eines Pferdes.
i 405. Auf das Gesuch des Eichmeisters Nicolaus Kilian von nn hier, das Eichen von Präcisions-Maßen und Gewichten betreffend, irot” beschlossen, bei dem Herrn Minister für Handel, Gerverbc und öffentliche Arbeiten zu Berlin darum nachzusuchen, daß dem — EHW Communial-Eichamt die Berechtigung zum Eichen der nen Praüfions-Maße und Gewichte ertheilt werde.
tctbt Zu den Gesuchen:
406. des Schreiners Carl Höhn dahier um Gestattung der ’■ Vornahme baulicher Veränderungen an seinem in der
Steingasie No. 3 belegene« Wohnhaqse, des Sattlers Heinrich Schepp von hier um Gestatrnng der Vornahme verschiedener Äauverättderusge» an seine« in der Nerostraße No. 28 belegene» .Wohnhause, des Maurers Georg Philipp Birck von hier um Ge
stattung der Errichtung rusfischer Kamine in dem Hause Friedrichstraße No. 3,
409. des Freiherrn Julius von Recum dahier um Gestattung der Errichtung eines Balkons an seinem Landhause Frankfurterstraße No. 9,
410. des Landwirth» Friedrich Dörr von hier um Gestattung der Erhöhung einer Brandmauer bei dem ihm bereits genehmigten Bauwesen in seiner in eer Friedrichstraße No. 37 belegenen Hofraithe und
41!. des Schlossers Georg König von hier um Gestattung der Vornahme verschiedener Bauveränderungen an seinem in der Schwalbacherftraße Ito. 21 a belegenen Wohnhause soll Willfahrung unter den von Königlicher Kreisbauinspection vorgeschlagenen Bedingungen beantragt werden.
412. Zu dem Gesuche des Badewirths Theodor Schäfer dabier um Gestattung der Errichtung eines vierstöckigen Neubaues e« Stelle des abzulegenden Badhauses „zum schwarzen Bock", Kran y platz No. 12, soll berichtet werden, daß unter den von Königl Kreisbauinspection vorgeschlagenen Bedingungen und untex der weiteren Bedingungen von hier aus gegen die Genehmigi- desselben nichts einzuwenden sei, daß Gesuchfteller sich vor 8. ginn seines Bauwesens über die auszutauschende und die zu erwerbende städtische Straßenfläche mit der Gemeindebehörde z^ verständigen habe.
413. Zu dem Gesuche des Büchsenmachers Friedrich Weygand von hier um Gestattung der Vornahme verschiedener Bauoer« änderungen in seiner in der Goldgasse Ito. 20 belegenen Hof raithe soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Kreisbauinspection vorgeschlagenen Bedingungen, jedoch unter folgenden Modifikationen, von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenoen sei:
ad pos. 1. Die Fluchtlinie a b, wie sie von dem Gesuchsteller angenommen tft, ist beizuhalten, indem diese Linie parallel mit der gegenüberstehenden Häuserreihe liegt, worauf auch schon früher bei Besfimmung der Correctionslinie für das Eckhaus des Gesuchftellers Rücksicht g nommen word -n ist;
ad pos. 6. die Frontwand, wird wohl noch in Fachwerk zuzulassen sein, da dies in ähnlichen Fällen bisher üblich war.
Erst nach Genehmigung der neuen Bauordnung werde auch im Innern der Stadt der Massivbau vorgeschrieben werden können.
414. Die Baucommisfion erstattet Bericht zu dem Gesuche des Kaufmanns August Engel von hier um Gestattung der Vornahme verschiedener Bauveränderungen an seinem in der Taunus- straße Ro. 2 belegenen Wohnhause und wird nach dem Anträge der Commission beschloffen, zu berichten, daß unter den von Königlicher Kreisbauinspection vorgeschlagenen Bedingungen mit folgenden Modifikattone« von hier aus gegen die Genehmigung des Gesuches nichts einzuwenden sei:
ad 2. Der Schacht vor dem Kellereingang darf nur 1 Fuß in das Trottoir reiche« und ist mit einem geschlossenen gußeisernen Deckel von hinreichender Stärke, dem Trottoir eben liegend, zu versehen; sodann ist die Kellerthüre so einzurichteu, daß sie nach Innen aufgeht;
ad 3. da nur 3 Zoll starke Lesinen in die Sttaße vor- tteten, so kann, wie dies in der Regel geschieht, von einer Vergütung der verbaute» Slraßenfläche abgesehen werden.
407.
408.
ten, 767
und 297
