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Nr. 460,

Freitag, S. Oktober 1014.

Wesva-ettsV TaMair.

Abend-Ausgabe. Erstes Blatt.

Seite 3»

' Russische Falschmeldung über eine Abschiebung eines Zeppelins.

j C Thor», 2. Oft. (Erg. Drahtbericht) Ktr.^Bln.

Thorner Zeitung" wird von zuständiger ».^geteilt: Nach einer Meldung des,Reu

* ß a u §" soll vor einigen Tagen ein Zeppekin-

Stelle

ter»

das über Warschau Bomben abgoworfen später bei M o dlin heruntergeschossen und die ,Satzung gefangen genommen worden sein. , Dies ist , auch von uns bereits mitgeteilt. Schristl.) u n- ^"/reffend, daß dieser Zeppelin heruntergeschossen . urde. Er liegt vielmehr unversehrt in seinem '"'Matlichen Hafen.

^"Haftung von Österreichern und Deutschen in Odessa? p Jf- T.-B. Wien, 1. Olt. (Nichtamtlich.) Die Süd- . "»sche Korrespondenz meldet aus Konstantinopel: Nach

Meldung aus Odessa hat die Polizei auf Befehl des ^Kommandanten Mitglieder des österreichisch-un- r« und deutschen Flottenvereins verhaftet. Diu nde der Verhaftung sind unbekannt.

^ute Pfsxgx der verwundeten Gefangenen in Österreich und in Rußland.

- V. T.-B. Wien, 2 . Olt. Nach einer Mitteilung des ten Kreuzes haben die im Radetzky-Reservespital ^.^Mbrachten russischen Gefangenen an das Mi ^ote Kreuz ein Schreiben gerichtet, in dem sie für fJ nen ^ier zuteil gewordene humane Pflege ihre tiefste

ihnen

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Bu

d lbarleit aussprechen und an das mim ege yioie b e e ss3 und an das russische Voll die Bitte richten, die 'r' russischen Spitälern befindlichen Österreichern luIf $ J. e ' ^ e Fürsorge zuteil werden zu lassen wie de»! fon * en Brüdern. In den letzten Tagen ist bei der Ge- ^ ?^"Enauskunftsstelle des hiesigen Roten Kreuzes eine Anzahl offener Briefe und Karten von in gar e Gefangenschaft geratenen österreichisch-un- ibn-'' $ ? « Militärpersonen eingetroffen. Aus ^ ergibt sich, daß die Behandlung der Kriegsgefangenen Rußland eine durchaus humane ist. Dasselbe 111( ect hat auch zahlreiche Briefe von in der österreichisch- zir^vchen Gefangenschaft befindlichen russischen und scr- Soldaten abgeschickt, die sich im allgemeinen über die 58et* ^Handlung mit Dankbarkeit aussprechen. Einzelne zur y in solchen Briefen enthalten sind, sind sofort

de» Kriegsministeriums gebracht worden, der wünschen der Kriegsgefangene,: in entgegenkommendster entsprochen hat.

ttmte französische Verleumdungen.

Die französische Regierung versucht noch immer ihr die V'" ' ücr Verbreitung verleumderischer Anklagen gegen der °m Ut ^ ,en Truvpen. Jetzt läßt sie wieder in Artikeln in ^ Presse des neutralen Auslandes verbreiten, deutsche ^ upp^n hätten eine große Anzahl Verwundeter ge- und bav-rische Infanterie habe systematisch

^erb,

° r f e r in Brand gesteckt. Dergleichen Räubergeschichten

uoch mehr aufgetifcht. In derNordd. Allg. Ztg."

iiirl, 'E deutsche Regierung erklären:Es wird der franzö- gien R; len R>

Rerungen und den Bevölkerungen der neutralen Länder

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iiief" ^^ssierung schwer fallen, die erforderlichen Beweise zu !-W" Räubergeschichten zu erbringen, für die sie bei den ®IoÄ Un9en und den Bevölkerungen der neutralen Länder sj^Uaen zu erw-cken sucht. Die deutsche Regierung befindet ^ Megen im Besitz vollgültiger Beweise fiir un- d^'chliche Uxte der französischen-Kriegsführung, und sie wird Gebrauch zu machen wissen."

re Einstweilen burd auf die Meldung verwiesen, die der b D^?^ubsarzt der Armee und Chef des Feldsanitätswesens g^chsernrng dem Kaiser über den Franktireurübermll °as deutsche Lazarett in Orchies erstattet hat. Hier haben V ^ "nt Tatsachen zu tun, die gedeckt werden durch die s^ttät des Generalstabsarztes, die französischen Fälle ihr-n auf anonhme Berichte und charakterisieren damit ünzuverlässigkcit am besten selber!

Franzosen und Elsässer.

bie französische Kriegführung in: Oberelsaß gehen des ? "Oralen Blatte Mitteilungen zu, die ein bezeichnen- uuf das Verfahren der Franzosen gegenüber den von ^ angeblich so geliebten Elsässern werfen. Aus 84 Ludwig ist nämlich denBasier Nachrichten" unter oem b^^fätember folgendes berichtet worden:Unter Bewachung vigzD'lrndwehrsoldaien ist heute nachmittag eine Anzahl Be- hrnm X auä den Grenzgemeinden gegen Frankreich hier ange- !ü,n die za:,: Landsturm einberufen waren, überein- b"d bekunden alle, und sie wollen es mit dem Eid be- faatrl' dre Franzosen in die deutschen Grenzgemeinden »tank Raubzüge unternommen haben; früher Hütte djx -?bnigstens noch Gutscheine erhalten, aber jetzt hätte man leis-g len einfach weggenommen, und wer nur die ini, Reklamation erhob, der wurde als Gefangener

^schlepp

d-cke,, ^ Verfahren, feine Bedürfnisse einfach durch Raub zu brnj 7 ""d Widerspruch gegen so brutale Gewalt mit ebenso feittp- Gefangennahme zu ahnden, kann den Elsässern HK. i. «Weisel darüber lassen, welchen Wert die unauslösch- Hun ^"eigung der Franzosen für das Elsaß hat. -Die °W re- en der Russen in Ostpreußen blieben offenbar nicht betzr; "llluß auf den französischen Ehrgeiz, sich im Elsaß zu liche re"' Daß die Franzosen den Elsässern diese schmerz- schz^.^rfahrung nicht ersparten, beweist die Hohlheit der feit 44 5 Borte ' mit denen sie die ihnenentrissenen Brüder" wahren geködert haben.

^krbot des französischen Automobilverkehrs nach dem -m- ^ Kriegsschauplatz.

Siw f - T-B. Paris, 1 . Okt. (Nichtamtlich.) Der Pariser fvhr.^S°uverneur gibt bekannt, daß es den Automobil- SSeteiA J ttena untersagt ist, selbst mit Passierschein, in den !u* D. °er kämpfenden Truppen vorzudringen. Jeder Ver- 3u würde die härteste Bestrafung zur Folge haben.

-u. Französische Beschießung von Cattaro?

LattT Wien, 2. Okt. (Eig. Drahtbericht) Ktr.

_ _ _ Bln. AuS

gemeldet, daß neuerdings französische Kriegs- Forts der Bucht von Cattaro beschießen.

französisches Verbot der Ausfuhr von Zuckerrüben. T'.~]3- Bordeaux, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Ein Dekret Sr die Ausfuhr von Zuckerrüben, w, Eleinenceaus neue Zeitung beschlagnahmt.

T-B. Paris, 2. Okt. (Nichtamtlich.) Die zweite s,., don Clcnrenceaus neuer Zeitung wurde in Bor- "rschlagnahmt.

Ein neuer Beweis der belgischen Brutalität.

Wir lesen in derNationalzeitung": Der bekannte Ber­liner Journalist Otto Brandes, der früher dasB. T. jahrelang in London vertreten hatte und sich später in Brüssel ansiedelte, wo er ein eigenes Haus besaß, ist dieser Tage in b e j a m u: e r n s w e r t e m Z u st a n d nach Aachen gebracht worden. Er wird dort in einem Sanatorium gepflegt. Seine Erlebnisse seit Siusbruch des Krieges in Belgien, wo er be­reits heimatberechtigt zu sein glaubte, liefern aufs neue einen -empörenden Beweis von der unmenschlichen Brutalität, mit der die Belgier alle, die ihnen deutschverdächtig waren, behandeln. Bei Ausbruch des Krieges wollte Otto Brandes das Land verlassen, und es wurde ihm auf seine Anfrage auch der Zug angegeben. Als er nun mit seiner 14 jähr:gen Tochter auf den: Bahnhof -erschien, wurden beide angeblich unter dem Verdacht der Spionage verhaftet, vonein­ander getrennt und ins Zuchthaus verbracht, wo man sie wie gemeine Verbrecher behandelte. Vor Einnahme Brussels durch die Deutschen schleppte man Herrn Brandes ssach Ant­werpen, wo er neuerlich in ein Gefängnis für gemeine Verbrecher verbracht wurde, während man die Tochter einer belgischen Familie übergab. 'Von dort gelang es ihr unter den furchtbarsten Aufregungen nach Antwerpen zu kommen und den Vater mit Hilfe ftüherer Beziehungen zu Persön­lichkeiten der belgischen Regierung wiederzusehen. und seine Freilassung zu erwirken. Sie hat den Unglücklichen raum Wiedererkannt; er war nicht nur vollkommen ergrant und gänzlich herabgekommen, sondern auch am ganzen Körper mit Beulen und blauen Flecken bedeckt, die durch dre Schlage entstanden sind, die ihm täglich verabreicht wurden. Er er­zählt außerdem, daß er unter unablässigen Todesdrohungen stand und daß die dieüsthabenden Offiziere oft mehrmals be­fahlen, Gewehre gegen ihn in Anschlag zu bringen, so vaß er wiederholt glaubte, dem Wahnsinn zu verfallen. Man scheint es auch darauf angelegt zu haben, ihn um den Verstand zu bringen, schon um sein Zeugnis über seme Erlebnisse für die Zukunft zu eiitwerten. Nur mit besonderen Vorstch s- maßregeln war es möglich, den schwerkranken Mann bis Aachen zu bringen.

Das Schlachtfeld dasfchSnsteund ehrenvollsteGrab

W. T-B. Berlin, 1. Okt. (Amtlich.) Dem Wolfffchen Bureau wird amtlich mitgeteilt: In letzter Zeit smd zalst-

reiche Gesuche um Rückführung Gefallener gestellt worden. Das Aufsuchen. AuSgraben und Überfuhren Ge­fallener aus dem Bereich der vordersten Lin:e ist uberhaup unausfübrbar. Aber auch sonst wird d,e Ruckfichrung auf so große Schwierigkeiten, wie z. B. Mangel "" Drvnsport- mitteln, stoßen, daß nur dringend d a v 0 n a b g e rat e n werden kann, solche Gesuche zu stellen. ^ur^-eSoldaten ist das Schlachtfeld das schönste und ehrenvollste Grab.

Das Eiserne Kreuz.

Prinz Friedrich Karl von Hessen, der bereits vor einiger Zeit das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten KrrH(> w'irde ieizt auch mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse lutmmel 'Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt ferner Generalleutnant R e i h e n st e i n. Weiter hat General der Infanterie und kommandierender General Magnus ion Eberhardt das Eiserne Kreuz B und 2. Klaffe und fern fflru- bet,'be: Generalmajor und Brigade-Kvmmand-ur GasMrd von Eberhardt, das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. Auch fiier haben drei Generationen einer Familie das Eiserne Kreuz nackieinander durch Tapferkeit vor dem Feinde er­stritten ^et kaiserliche Geheime Legatronsrat a. D. Dr. ,ur. Sans v. Jacobs, Vorsitzender des Vorstandes der Deut. sthen Levante-Linie in Samburg, der als Hauptmann der Reserve des 1. Garde-Regiments zu Fuß ,m Felde stebt, Kavitän Hacker, der ftühere Führer desZeppelinluftschisfs Viktoria °Luise", Generalmajor von H omeyer, Kunst­historiker Professor Dr. Friedrich Sarre. Rittmeister der Reserve in Berlin-Neubabelsberg, haben ebenfalls das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten.

W- T--B- Altenbnrg, 1. Okt. D:eAltenburger Ze:- tuna" meldet: Der Kaiser hat unter Beifügung eines Hand» sÄreibens dem im Felde stehenden Herzog von Sachsen- Altenburg das E i s e r n e K r e u z 1. Klaffe verliehen.

Eine Spende von Ü00 00» M. für das Rote Kreuz.

T-B. Köln, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Der Geheime Kommerzienrat Theodor Guilleaume hat der Stadt Köln 800000 M. für die Zwecke der Vereinigten Vereine des Roten Kreuzes überwiesen.

Ein Danktelcgramm des Kaisers.

W- T.-B- Köln, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Vom Zivil- kabinett S. M. des Kaisers ging dem Oberbürgermeister der Stadt Köln ein Danktelegramm des Kaisers zu für die angeküudigte Hilfsspende von 80 000 M. für die Geschädigten in Elsaß-Lothringen.

Der Flieger Ernst Schlegel zum Leutnant' befördert.

Ebenso rasch wie Hellmuth Hirth und gleichzeittg mit ihm ist der bekannte Flieger Ernst Schlegel aus Konstanz zum Leutnant befördert worden. Ernst Schlegel, der zurzeit in Diensten der Gothaer Waggonfabrik steht, war nie Soldat, trat aber bei Kriegsausbruch in die Dienste der Heeresver­waltung, wurde mit der Offiziersuniform, ohne Offiziers­abzeichen, eingekleidet und bereits nach drei Wochen zum Leutiiant befördert. Auch das E i s e r n e K r e u z hat er er­halten. Ernst Schlegel gewann bekanntlich seinerzeit den 6000 -Mark-Prei» der Rationalflugspende.

Fliegerlcutnant Blüthgcn vermißt.

Der Fliegerleutnmit Hans Joachim Blüthgen, der Sohn des bekannten Dichters und Schrisfftellers^ Viktor Blüthgen, der sich als einer der ersten deutschen Offiziere der Fliegerlaufbahn zuwandte, wird, wie jetzt erst bekannt wird, seit dem 8. September vermißt.

Der Herzog von Altenburg in Lebensgefahr.

Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg, t^r auf dem westlichen Kriegsschauplatz weilt, ist am 16. Sept. einer schweren Gefahr entgangen. Einem in Zeutsch (Alten- burg) eingegangenen Feldpostbrief zufolge sah, wie dieL. N. N." erfahren,, der Herzog am Waldessaum und las seiner Umgebung aus einer Zeitung vor. Plötzlich krepierten drei französische Schrapnells in ferner unmittelbaren Nähe. Der Herzog blieb unverletzt, während der Oberstallmeister am Fuß verletzt wurde.

Generaloberst v. Hinbenbnrg Ehrenbürger von Lstagdeburg.

W. T-B. Magdeburg, l, Okt. (Nichtamtlich.) In der heuttgen Stadiverordnetensitzung wurde dem Antrag des Magistrats auf Ernennung des Generalobersten v. Hinden-

b u r g zum Ehrenbürger der Stadt einstimmig zugesfimmt.

Generaloberst v. Hindenburg war früher Kommandeur des 4. Korps.

Der gesetzliche Schutz des Roten Rreüzes.

W- T.-B. Berlin, 80. Sept. Es hat sich als notwendig herausgestellt, erneut darauf hinzuweisen, daß nach dem Reichsgesetz vom 22. März 1002 (Reichs-Gesetzbl. S. 125) ln Verbindung mit der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 7. Mai 1003 (Reichs-Gesetzbl. S. 215) die Führung des zum Neutralitütszeichen erklärtenRoten K r e u z e s a u s weißem Grande" sowie der Worteöiotes Kreuz so­wohl zu geschäftlichen Zwecken als zur Bezeichnung von Ver­einen oder Gesellschaften und zur Kenntnis ihrer v,atigtett der Erlaubnis der zuständigen Landeszentral­be h ö r d e (Ministerium deS Innern) bedarf. Unbefugte Führung des Zeichens und der Worte sind polizeilich strafrar. Genehmigungen der fraglichen Art werden überhaupt nur solchen Vereinen oder Gesellschaften einschließlich der Ritter­orden sowie der geistlichen Orden und Kongregationen er­teilt, welche sich im Deutschen Jieiche der Krankenpflege widmen und durch eine Bescheinigung des zustantngen Kriegsministeriums Nachweisen, daß sie für den Kriegsfall zur Unterstützung des militärischen Sanitätsdienstes zuge- laffen sind. Diese Körperschaften haben jedoch nicht d:e Er­mächtigung, die ihnen erteilte Genehmigung auf andere

zu übertragen. Auch das Zentralkomitee der deutschen Laiidesvereine vom Roten Kreuz, an das vielfach wrtumllcher- weise derartige Gesuche gelangen, besitzt diese Ermächtigung nicht. Es kann nur auf besonderes Ansuchen gestatten, d ß bei Veranstaltungen, deren Ertrag ganz oder teilweise zum Besten der Kriegswohlfahrtspflege verwendet werden soll, m Ankündigungen oder beim Vertrieb von Karten u w>. ausme ^uftinununa Bezua genommen wird. Dres geschieht aber nur, wenn es sich um künstlerisch einwandfreie Aufführungen oder Darbietungen handelt, die Veranstalter Gewahr für be- dingunqsgemäße Verwendung deS Ertrages bieten und nur unter der Voraussetzung, daß seinerzeit e:ne Abrechnung e,n- gereicht wird.

(Ein Ausbruchsversuch russischer Gefangenen.

W- T.-B. Crossen, 1. Okt. (Nichtamtlich.) In dem hte- sigen Lager russischer Gefangener benutzten vom einten Tagen etwa zweihundert dort untergebrachte Ru e erneu Augenblick schweren Unwetters mit heftigem Sturm und Regen zu einem Ausbruchsversuch. Sie stürmten aus den nahe der Kantine gelegenen Baracken auf den Platz zu, w die Gewehrpyramiden der wachthabenden Kompagnie aufge stellt waren. Der Posten eroffnete sofort das F e u e r auf die Ausbrechenden und alarmierte damit das Wachtkommando, das zum ebenfalls die Waffe ge­

brauchte. Als die vordersten der Gefangenen fwlen, wurde der Ausbruch sofort aufgegeben. Dre: Russen sind getötet, acht schwer und mehrere leicht verletzt. Eme ab­irrende Kugel traf den Garnisonverwaltungsinspektor a. D. Schulz an der Lunge. Außerdem verletzte e:ne Kugel einen Posten der Landsturmleute am linken Unterarm lmcht. Ärzt­liche Hilfe war sofort zur Stelle. Infolge der Vorfälle wurde dann noch eine Kompagnie des Landsturms alarmiert und zur Verstärkung des Wachtkommandos herangezogen. Es trat aber bald wieder Ruhe und Ordnung e:n. D'e scharfen Schüsse, die weithin hörbar waren, verursachten große Aufregung in der Stadt. Die Untersuchung soll er- neben haben, daß der Ausbruch tatsächlich von erner kle,- nen Gruppe? die des Zwanges des Lagerlebens über- drüssig war, v o r b e r e i t e l wurde. Der Wmd soll vorher dazu benutzt worden sein, um Zettel zur gegenseitigen Ver- ständigung nach den anderen Baracken zu vermitteln. Ein getöteter Ausbrecher war dicht an den Gewehrpyramiden zu­sammengestürzt.

Japanische Flieger schossen ans deutsche Kriegsschiffe.

O Rotterdam, 2. Oft. (Erg. Drahtbevicht) Ktr. Bln Ein«Neuter"-Meldung aus Tokio besagt: Drsi Flugzeriqe beschossen deutsche Kr'msschisfe ans 700 Meter Höhe. Sie wurden an den Flügeln durch­schossen und die Vorgestelle beschädigt. Die Flugzeuge kehrten darauf zurück.

Türkische Kriegsvorbereitungen gegen Rußland.

A Malmö, 2. Oft. (Eig. Drahtbevicht) Ktr. Bin. DasSwenska Dagblabet" meldet: Aus Erzerum wird mitg-eteilt, türkische Emissäre seien nach Persien gesandt -worden, um den Durchmarsch der türkt- schen Truppen -durch die persische Provinz Aserbeid- schau gegen die russische Grenze vorzuberettem Zur Haltung Rumäniens.

lsi Genf, 2. Okt. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Aus Petersburg wird französischen Blättern gemeldet, die Nowoje Wremja" erfahre, daß Rumänien, welches die Ab­sicht kundgegeben habe, seine Neutralität aufzugeben, dafür so sonderbare Ansprüche gestellt habe, daß in den diploma­tischen Kreisen Rußlands deswegen höchste Verwunderung und Staunen herrschte.

Eine Kundgebung der rumänischen Sozialisten gegen den Krieg.

W T.-B- Wien, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Nach Blätter­meldungen aus Bukarest haben die dortigen Sozialisten in einer großen Protestversammlung einen Beschluß ange­nommen, in welchem sie jede Möglichkeit eines Krieges verdammen, da ein solcher die Interessen der arbeitenden Klassen schädigen müsse. Der Beschluß fordert loyale und definitive Neutralität.

Serbiens letztes Aufgebot- Strenge Zensur.

W t -B Paris, 1. Oft. (Nichtamtlich.) Der

Temps" meldet, daß Serbien die Jahresklassen 1915 unter die Fahnen ruft. Das Blatt enthält wiederum große Lücken von % Spaltenlange. RevolntionäreVewegung in der serbischen Armee.

hd. Sofia, 2. Okt. Das BlattVtro" schreibt: In der serbischen Armee machen- sich revolutionäre Erscheinungen be­merkbar. Das Offizierkorps und die SRannschaft sind unzu- ftnpiwtt " Die letzten Aufstände in drei Artillerie-Regimentern sind keine vereinzelten Vorfälle. Man teilt mit daß meuternde Soldaten eines Infanterie-Regiments ihren Oberst erschossen hätten. In zwei anderen Regimentern soll der Oberstleutnant ermordet worden sein. Serbische Artilleristen erzählten, daß sie die Rohre der Kanonen mit Dynamit gefüllt hätten, damit sie explodierten. Die serbischa - Armee steht vor einer traurigen Krise.