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Wiesbadener Tagblatt.
Amtliches Organ für die/ Stadt Wiesbaden.
M 13 Montag den Ü6. Januar 1871
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AuSzuq aus den Beschlüssen des GememderachS zu Wiesbaden
Sitzung vom 9. Januar 1871.
Gegenwärtig: Der Gemeinderath mit Ausnahme der Herren Vorsteher Weygandt (durch Unwohlsein entschuldigt) und Glaser.
28. Die am 6. l. Mts. in den städtischen Walddistrikten Neroberg I. Theil b und Geisberg a abgehaltcne Holzversteigerung (kiefern Windfallholz) wird auf den Gesammterlös von 165 Thaler 14 Sgr. genehmigt.
29. Die am 9. l. M. in dem städtischen WalddistriZte Geir- Heck II. Theil adgehaltene Holzversteigerung wird auf den Gesammterlös von 413 Thaler 19 Sgr. genehmigt.
31. Auf Vortrag des Herrn Bürgermeisters, die Abstockung des Culturortes im städtischen Walddistrikte Kisselborn betr., wird beschlossen, diese Arbeit durch städtische Taglöhner ausführen zu lassen.
Zu den Gesuchen:
32. des Spenglers Friedrich Pritzer von hier um Gestattung der Vornahme verschiedener Bauveränderungen in seinem am Michelsberg Rr. 24 belegenen Wohnhaus? und
33. des Kaufmanns Gottfried Herrmann von hier um Gestattung der Erbauung eines Comptoirs in seiner in der Burgstraße Nr. 11 belegenen Hosraithe
soll Willfahrung unter den von Königlicher Kreisbau-Jnspection vorgeschlagenen Bedingungen beantragt werden.
35. Auf das Gesuch des Vorstandes der israelitischen Cultus- gemeinde dahier, belr. die Aufbewahrung des Todtenwagens der israelitischen CultuSzemeinde, wird beschlossen, zu erwidern, daß der Gemeinderath nicht in der Lage fii, diesem Gesuche zu entsprechen, da keine städtische Remise vorhanden sei, in welcher sich der entsprechende Raum zur Einstellung eines weiteren Todtenwagens vorfinde
39. Das Gesuch des Spezereiwaarenhändlers Karl Windecker dahier um Gestattung der Verlegung seines Wirthschaftsbetriebes aus dem Hause Webergasse Nr. 54 in das Haus Saalgasse Nr. 4 soll willfährig begutachtet werden.
Wiesbaden, den 13. Januar 1871.
Für diesen Auszug:
________________________Joost, Bürgermeistereigehülfe.
Edictalladung.
lieber das Vermögen des Louis Schäfer zu Wiesbaden ist der Concursproceß erkannt worden.
^Dingliche und persönliche Ansprüche daran sind Dienstag den 17. Januar k. Js. Vormittags 9 Uhr persönlich oder durch erneu gehörig Bevollmächtigten dahier geltend zu machen bei Vermeidung des Rechtsnachtheils des ohne Bekanntmachung eines Präklusivbescheids von Rechtswegen eintretenden Ausschlusses von der vorhandenen Dermögensmasse.
Wiesbaden, den 17. December 1870.
N. «SttigttcheS Amtsgericht IV.
Bekanntmachung.
Mittwoch den 18. Januar 1871 Vormittags 10 Uhr werden bte den Conrad v. d. Heydt Eheleuten zu Frauenstein ge
hörigen, in der Gemarkung daselbst belegenen Immobilien, bestehend in 8 Aeckern, 1 Wiese und 4 Weinbergen, im Ganzen tarirt zu 915 fl., im Gemeindehause zu Frauenstein zwangsweise öffentlich meistbietend versteigert.
Wiesbaden, den 5. December 1870.
28 KSirigttcheS Amtsgericht V.
Ausschreiben.
r Die Stelle eines zweiten TodtengräberS dahier, mit welcher ein Einkommen von 300 bi» 320 Thaler verbunden ist, ist sofort neu zu besetzen.
Die mit CivilversorgungSschein versehenen Militärpersonen, welche sich um diese Stelle bewerben, wollen ihr? Gesuche unter Beifügung ihres Versorgungsscheines und eine» Gesundheitsatteste» portofrei innerhalb 14 Tagen hierher einreichen.
Wiesbaden, den 6. Januar 1871. Der Bürgermeister.
____________________________________Lanz.______
Bekanntmachung.
Montag den 16. d. Mts. Vormittags 11 Uhr soll die Beifuhr von 55 Klafter Scheit- und Prügelholz und 675 Stück Wellen in das städtische Magazin und zur Heizung der Rathhaus- und Schul-Lokalitäten pro Winter IS71/»» wenigstnehmend in dem hiesigen Rathhause vergeben werden.
Wiesbaden, den 12. Januar 1871. Der Bürgermeister. -------------------------------L°nz.
Bekanntmachung.
Zufolge Auftrags des König!. Amtsgerichts IV. zu Wiesbaden soll Montag den 13. Februar l. I. Nachmittags 3 Uhr die zur Concursmasse der Jacob Spitz Eheleute dahier gehörige Hof- raithe Nr. 2538 des Stockbuchs, bestehend in einem zweistöckigen Wohnhause nebst Hintergebäuden und Hofraum, als Gasthaus »zum Gutenberg", belegen in der Nerostraße zwischen Anton Seilberger und dem Verbindungswege zwischen der Nero- und Lehrstraße, in dem hiesigen Rathhause versteigert werden.
In den zur Gastwirthschaft eingerichteten Gebäuden wurde dieses Gewerbe bisher betrieben. Dieselben eignen sich indessen auch zu jedem anderen Geschäftsbetriebe.
Wiesbaden, 13. Januar 1871. Der Bürgermeister II. 11582 Coulin.
Bekanntmachung.
Die dem Leihhause bi» einschließlich 15. December 1870 verfallenen Pfänder werden Montag den 16. Januar l. I., Morgens 9 Uhr anfangend, und nöthigenfalls die folgenden Tage in de« Rathhaussaale, Marktstraße 5 dahier, meistbietend versteigert und werden zuerst Kleidungsstücke, Leinen und Betten ,c. ausgebotcn und mit den Metallen, als: Brillanten, Gold, Silber, Kupfer, Zinn rc. geschlossen. Den 13. Januar können noch verfallene Pfänder ausgelöst oder die Pfandscheine über Metalle und sonstige dem Mottmfraße nicht unterworfene Pfänder umgeschrieben werden, indem vom 14. Januar bis nach vollendeter Versteigerung hierfür das Leihhaus geschlossen bleibt.
Wiesbaden, den 2. Januar 1871.
Die Leihhaus-Commission.
F. C. Nathan.
vdt. Beyerle.
