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Mr Straßburg und Kehl!;

Straßburg ist wieder in deutschem Besitz! Die verloren gewesene deutsche Tochter ist wieder zurückgebracht zur deutschen Mutter! Aber sie mußte zurückerrungen werden durch die furcht­bare Gewalt der Waffen, in deren Gefolge Noth und Elend sind.

Roth und Elend herrschen in der wiedergewonnenen einstigen deutschen Reichsstadt, der Wiege deutscher Wissenschaft und Kunst, der einstigen Hüterin deutschen Gewerbfleißes und deutscher Bürgertugend. Seit Wochen abgesperrt durch schreckenoolle Be­lagerung, jedem Mangel, jeder Entbehrung preisgegeben, von ununterbrochenen Feuersbrünsten heimgesucht, sah sie über 200 ihrer Bewohner, getroffen von den Wurfgeschossen der Belagerer, hinsterben, mehr als 1000 verwundet bluten, und eine noch weit größere Zahl, zwischen rauchenden Trümmern in feuchte Keller geflüchtet, darben und erkranken. Gebrochen liegt sie da, leidvoll und Hülfe bedürfend.

Auch die deutsche Nachbarsstadt Kehl hat unverschuldet m furchtbarer Weise gelitten unter der Belagerung Straßburgs. Auch aus ihren zertrümmerten Mauern ertönt der Ruf nach Hülse.

Und wer wird Hülfe bieten?

Alle deutschen Schwesterstädte, alle Flecken und Dörfer unseres deutschen Vaterlandes, wir zweifeln nicht, sind nach Möglichkeit zu helfen bereit. Um unserer Aller willen wurden die klaffenden Wunden geschlagen. Wir Alle werden bemüht sein, soweit unsere Kräfte reichen, sie heilen zu helfen. Die Liebe zur Menschheit, die Liebe zum Baterlande fordern es!

Schon ist in vielen Städten, namentlich auch in der zu unserem Regierungsbezirk gehörenden Stadt Frankfurt begonnen. Wies­baden und die übrigen Städte und Ortschaften unseres Regierungs­bezirks werden nicht zurückbleiben. An alle Bewohner derselben richtm daher die Unterzeichneten vertrauensvoll die dringende Bitte um Gaben in Geld für die nothleideuden Städte Straß­burg und Kehl.

Jeder der Unterzeichneten und die Expeditionen der beiden hier erskbeinenden Zeitungen wie die des Tageblattes sind zur Ent­gegennahme auch der kleinsten Gabe fcetelt. Der Empfang und die Ablieferung an die in Straßburg und Kehl bestehende« Hülfs- Comitd's beziehungsweise an die dortigen Stadtbehörden, werden in den hiesigen Blättern bescheinigt werden. 5961

Wiesbaden, bett 15. October 1870.

H. Adelon. L. Antz. A. Ebenau, Director. Dr. Firnhaber, Geh.-Reg.-Rth. Dr. E. Fritze. Dr. R. Fresenius, Geh.-Hofrath. L. Gecks. J. Greiss. C. Götz. v. Heemskerk, Präsident. C. Hensel. F. W. Käsebier. C. W. Kreidel. Ohr. Krell. Dr. Medicus, Professor. Dr. C. Neu­bauer, Professor. F. Odernheimer, Geh.-Bergrath. Dr. Arn. Pagenstecher. Fr. Poths. Wilh. Preusser. Ed. Rathmann, Regisseur. Dr. C. Reuter, Obermediciualrath. C. Ritter jun. 0. Sartorius, Regierungsrath. Fr. Schenck, Rechtsanwalt. Adam Schmitt. Dr. C. Schwarte, Oberschulrath. Ad. Stein. C. Weldert, Rector. Ed. Wiesmann, Kreisgerichtsrath. Jos. Wolf.

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Einem geehrten Publikum zeige ich hiermit ergebenst | an, daß ich meine Wirthschaft

„Zum weissen Lamm“

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dem Herrn Aug. Havemann übergeben habe.

Alle Bestellungen von kleinen Gebinden in Bier I werden auch daselbst für mich angenommen.

Die Wirthschaft auf dem Bücher'schen Felsenkeller I bleibt bis auf Weiteres geschloffen und wird deren 1 Wiedereröffnung seiner Zeit bekannt gemacht werden.

Geora Bücher.

Bezugnehmend auf Obiges werde ich die Wirthschaft I „zum weißen Lamm" Dienstag den 18. October er- I öffnen, und halte mich einem geehrten Publikum g bestens empfohlen.

Achtungsvoll

August Havemann,

vorm. Restaurateur auf dem Bücher'schen Felsenkeller. 1

Wiesbaden, den 18. October 1870. 6050 I

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