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Wiesbadener Tagblati.

Amtliches Organ für dir Stadt WirSLchsn.

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^Hwährend wachsende größere Verbreitung unseres Blattes und die dadurch bedingte längere Zeitdauer der Herstellung b-tten es bislang nöthig gemacht, die Jnseraten-Annahme für die nächste Kummet schon um 12 Uhr Mrttags schließen.

Bon dem Wunsche geleitet, den Bedürfnissen des Publikums, soweit es irgend in unseren Kräften steht, Rechnung zu wgen, haben wir eine nach den neuesten Verbesserungen construirte Druckmaschine eigens für unser ^^DiestEst nunnwhr mtb ermöglicht es »ns, von jetzt an Inserate, die noch in der nächsten Nummer

«nseres Blattes erscheinen sollen, im Allgemeinen

vis » Uhr Nachmittags

«« vorhergehenden Werktage anzunehmen; größere Aufträge bitten wir auch ferner möglichst frühzertrg uns einreichen zu wollen, da sonst für eine Aufnahme in der nächsten Nummer mcht garantrrt werden kann.

Schellenberg'sche «of-Luchdruckerei.

(Expedition des Wiesbadener Tagblatts.)

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M die Sewohner Wiesbadens!

Sitte am 30. vor. Mts. zu Berlin stattgefundene Versammlung von Männern aller politischen Parteien hat im Hinblick auf dre Erfolge der deutschen Waffen und die beginnenden Rüstungen dn europäischen Diplomatie nachstehenden Aufruf nebst Adresse m Seine Majestät de« König beschlossen.

Die Adresse, welche gewiß auch in unserer Stadt lebhaften Anklang finden wird, liegt in hiesigem Rathhause, Zimmer No. 19, znr Unterzeichnung offen.

Wiesbaden, den 3. September 1870. Der Bürgermeister. Lanz.

Aufruf an das deutsche Volk!

Während der bewaffnete Theil des Volkes auf fremdem Boden dm uns zugedachten Augriff abwehrt und seinen Siegeslauf Mit seinem Herzblut besiegelt, rüstet sich die Diplomatie fremder Mächte, uns im entscheidenden Zeitpunkt die Bedingungen des Friedens aufzuerlegen. Schon einmal nach den glorreichen Kämpfen von 1813, 14 und 15 ist das deutsche Volk durch fremde Mißgun,t um den vollen Lohn seiner Siege, um die Erfüllung ferner heißesten Wünsche betrogen worden. Der besiegte Feind wrwde über sein eigenes Erwarten geschont und begünstigt, die deutschen Grenzen blieben gefährdet und der erneueten Angriffslust ausgesetzt; statt der Einheit des deutschen Reiches wurde uns die Schwäche des alten Bundes auferlegt. Ein halbes Jahrhundert hat Europa im bewaffneten Frieden die Schuld der Diplomatie gebüßt. Während jetzt die gleiche Gefahr droht, darf das deutsche Volk nicht schweigen. Die Welt muß erfahren, daß Herrscher und Bolk entschlossen find, nachzuholen, was 1815 uns vorenthalten worden ist: ein einiges Reich und geschützte Grenzen.

In der nachstehenden Adresse an Se. Majestät den König haben wir den einfachen Ausdruck unserer Gesinnungen nieder- gelegt. Mögen die Unterschriften aus dem gesammten Deutschland barthim, daß wir die Gesinnungen des ganzen Volkes viedergeben.

Berlin, den 30. August 1870.

Die Adresse lautet:

Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster, Allergnädigster König und Herr!

Um Ew. Majestät und deren Verbündete schaarte sich, als der Krieg unvermeidlich war, einmüthig die Nation. Sie gelobte treu auszuharren in dem Kampfe für die Sicherheit, Emhert und Größe des deutschen Vaterlandes. Gott hat dre Waffen gesegnet, welche für die gerechte Sache mit unübertroffener Tapferkeit geführt werden. Mit Strömen des edelsten Blutes sind die Siege errungen worden, doch unerwartet schnell haben sie dem vorgeftecktm Ziele uns nahe gebracht. Gewaltige An­strengungen stehen noch bevor; das deutsche Volk ist zu jedem Opfer entschlossen, welches den höchsten nationalen Aufgaben gewidmet ist. Aber in der Mitte der ernsten und gehobenen Stimmung werden wir beunruhigt durch die immer wiederkehrenden Berichte, daß fremde Einmischung, die doch die Schrecken des Krieges nicht abzuwenden wußte, jetzt bemüht sei, den Preis unserer Kämpfe nach ihrem Ermessen zu begrenzen. Das Andenken an die Vorgänge nach der glorreichen Erhebung unserer Väter lebt frisch in unserem Gedächtniß und mahnt Deutschland, daß es die Forderungen seiner Wohlfahrt allein berathe. Darum nahen Ew. Majestät wir abermals mit dem Geldbmß, treu auszuharren, bis es der Weisheit Ew. Majestät gelingt, unter Ausschluß jeder fremden Einmischung Zustände zu ichaffen, welche das friedliche Verhalten des Nachbarvolkes besser, als bisher, verbürgen, die Einheit des gesammten deutschen Reiches begründen und gegen jede Anfechtung sicher stellen.

In unverbrüchlicher Treue verharren wir ehrfurchtsvoll

Ew. Majestät

treu gehorsame.

Bekanntmachung.

In Kaiserslautern ist die Rinderpest ausgebrochen.

In Folge dessen bringen wir hiermit folgende Vorschriften des Bundes-Gesetzes vom 7. April 1869 und der hierzu erlassenen Instruktion vom 26. Mai 1869 behufs genauester Nachachtung zur allgemeinen Kenntniß und verordnen gleichzeitig wie folgt: