falls bic iScfdficßung bet (Stabt begänne. <Si3 6 Ufr nadj- mittags mußte bie VCntlvort ba fein, ltnb bot 6 Ufr mar fie ba. &ang Wiaubntße, aUe Forts mit färnUicßcn &efcßüfrn unb 40000 (Sofbatcn unb Offizieren, ergab fid). SSeld) großer Süßer bei uns cntftanb, fönnt Ihr Euch wohl Lenken, ffii ziidten ö:s vor die Stadt und machten Hakt. Jetzt begann ein grandioses Schauspiel, welches ich nicht vergessen werde. Sämtliche deutsche Soldaten bildeten Spalier. Der französi- sche Kommandant stellte sich mit den höheren Offizieren aus —_ “" b nim all die Tausende französischer Gefangenen an,
Pwnrere, Infanterie, Artillerie, Sappeure usw., ferner Kolonialtruppen und Engländer. Der Zug wollte kein Ende nehmen. Hundert« von Geschützen und Waffen fielen in unsere Hände. Genau dieselbe Schweinerei bei den Franzosen wie 1870. Wir hätten uns mit 40 000 Mann hinter neuen starken Forts wahrhaftig nicht ergeben. Es ist der reinste Hohn; auf unserer Seite die paar Regimenter und drüben die große Macht. Und auf den Wagen Hunderte von zerbrochenen, weggeworfenen Gewehren und Säbeln. Ein einziger großer Katzenjammer. Wenn man noch nichts von den sonstigen deutschen Siegen gehört hätte, hier bekam man den sicheren Eindruck, daß Frankreich rettungslos verloren ist. Wir zogen nun in Maubeuge ein, festen Tritts, um den Be- wohnern mal den Unterschied zwischen französischen und deutschen Soldaten zu zeigen. Du glaubst gar nicht, wie sehr dce Franzosen die Festung gegen alle Angriffe geschützt hatten. Tausende von Stacheldrahtzäunen, Eisenspießen, Wolfsgruben, Minen usw. Eine Festung, wie geschaffen, um Monate davor zu liegen, und nun in vier Tagen in unseren Händen. Unserer Artillerie, der schweren und der Feldartillerie, ge- oührk der höchste Ruhm. Dio Kerle schienen wunderbar sicher und schnell.. Kaum ist eine französische Batterie aufgefahren, d,e Artillerie hat sie schnell erkannt und mit wenigen sicheren Treffern zum Schweigen gebracht. Einfach glänzend! Es wäre eine Beleidigung für unsere Artillerie, wollte man nur einen Vergleich ziehen zwischen ihr und der französischen: überhaupt klappt alles bei uns, daß es so eine Freude ist. Überall Sieg auf Sieg. Es ist ein Hohn, wenn man die franzossichen Zeitungen liest. Vor mir liegen die Ausgaben des „Matin", des „Echo de Paris" und der „Dailh Mail" aus London. Nichts wie Siegesberichte, Rückzug von 120 000 Deutschen, vollständige deutsche Mederlagen, serbische Siege usw. Es wimmelt nur so von Schwindel. Vom Kaiser spricht man „der Kaiser und seine Horden"; die Deutschen sind alle Barbaren und begehen nur Greueltatcn. Wenn in Kürze die Wahrheit ans Licht kommt, werden die Leute große Augen machen. Wir sind alle guten Muts und frohester Zuversicht.
Es mag noch mancher von uns fallen, aber siegen tun wir bis zum Ende. Ich habe vergessen, zu erwähnen, daß hier die Engländer wieder eimnal schwere Keile bekommen haben.
Ich bin bis jetzt ganz gesund und munter. Daß ich bei jeder Freiwilligen-Patrouille dabei bin, kannst Du Dir denken.
Bis jetzt haben mich die Kugeln verschont, obwohl fie mir zu Hunderten um die Ohren gepfiffen sind."
Prinz Joachim von Preußen, der nun im Schloß Bellevue bei Potsdam der Genesung seiner auf dem Feld der Ehre erhaltenen Verwundung entgegensieht, hat sich —es sind so und jo viele Tage her — auf dein Bahnhof Kalk (Nord) so recht als schlichter Soldat gezeigt, so berichtet die „Köln. Volks- SLitung. Bei der Fahrt nach dem östlichen Kriegsschauplatz halt nachts ein Transportzug zur Verpflegung der Truppen auf dem genannten Bahnhof. Eilig laufen die Damen vom Roten Kreuz herzu, um die Soldaten zu erfrischen. Ihre Sorge führte sie auch gleich den Offizieren zu. Doch ein jün- tzerer Offizier bedeutet ihnen: „Zuerst die Mannschaften, dann die Offiziere! Da stutzt eine der Sanrariterinnen, und zu chrer Kreuzfchwester gewandt, sagt sie: „Das ist der jüngste Sohn des Kaisers, der Prinz Joachim!" Aber niemand will chr glauben. Kurz entschlossen tritt die Samariterin an den Ofsczrer heran und fragt: „Verzeihen Sie, sind Sie nicht Prinz Joachim?" Der Angeredete ist einen Augenblick verblüfft ob dieser kerzengeraden Anrede, aber rasch antwortet er: „Jawohl, Schwester! Nun sind Sie die erste, die mich erkannt hat." Als ihm nun die Samariterin Getränke anbietet nimmt der Kaisersohn dankend eine Tasse Kaffee, lehnt aber die angebotenen belegten Brötchen ab. Schon will sich die
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er: „ Statt n geben tz>ie mir, Brite, (Bcfymetrs&rot mit ST raut" — und ruft bet cifigft fid) entfernenden 2)ame nod) nad): „Das (BcfyiuarßBvot Bitte aber redjt bid!" Der 2Bunfd) be§ Prinzen Würbe chm r-ott erfüllt, utib mit tierßerfreuenbet Lust, faßte bie £>ame, babe er bann die „Kruckbottcvam" gegessen. Noch vom Wagonfenster aus dankte der Prinz bei der Abfahrt für den ^mviß, der ihm so köstlich mundete. Alle Zeugen des Vorgangs imrren höchlichst erfreut von der Schlichtheit und Freundlichkeit des Hohenzollernsohns, die Soldaten aber sage ten: „So ist un,cr Prinz immer!" '
m Feldpostbrief von der Marne entnimmt die
„Voss. Ztg. nachstehende Schilderung: Etwas sehr Hübsches passierte jungst in unserer unmittelbaren Nähe. Es war dunkel geworden, und die Franzosen hatten uns bereits mit -k C * n -^ e8cn " ^ehrt. So nennen wir nämlich
ihre Gewohnheit, das Gefecht ungefähr um 6 Uhr abzu. Sechen, nachdem sie uns mit einem Hagel von etwa 500 schweren Granaten bedacht haben, der sich überall hin richtet,
*° rl‘] 1§ / etmut ™ ' Eine Kompagnie war im Begriff, an ber Feldküche zur Mahlzeit anzutreten, als plötzlich über dem feindlichen Schützengraben eine Gestalt erschien und mit einem weißen Tuche winkte. Es war ein franzö- LU*. e r ® a P11 <* n, der sich langsam näherte. An einen Lj^ier, der ihm entgegenging, richtete er in gebrochenem die Frage: „Haben Sie genug Essen, um auch
meinen Leuten etwas zu geben." Auf die Gegenfrage, wie- biel Leute er hatte, erwiderte er: „Ungefähr hundert.'
SÄ bedeutet, seine Mannschaft h-rbeizuholen, v C denn auch gleich. Sie legten, der Rest einer bte Gewehre fort und nahmen an dem Essen der Snldia?''^'u. "nder Feldküche teil. Der Kapitän Üch damit, daß sie seit vierTagen nichts im > unter solchen Umständen jedes weitere
Kämpfen unmöglich wäre. Spater erzählte er den deutschen eU ' e Soldaten, die schon einmal im Gefecht gegen gestanden hatten, wären nicht wieder aus den Schützengraben zum Angriff vorwärts zu bringen gewesen or - ^'kolai Nikolaijcwifch' Flucht aus Insterburg. über den Großfürsten Nikolaus Nikolaijewitsch und des Generals Rennenkampf m Insterburg und ihre Flucht berich-
^nde Einzelheiten: „In r'm dem der -Großfürst Nikolai Nikolaije- w'/sch und General Rennenkampf gewohnt haben - der Großfürst verabschiedete sich von dem Wirt mit den Worten- ,,^n vierzehn Tagen sehen wir uns wieder!" — sieht tnem iekt lEder deutsche Uniformen. Der Wirt des „Dessau^Hoses-- » r U ?eu neunzehn Tagen, in denen der russische General- Als £ .?** ' interessante Erfahrungen gemacht.
Als das Oberkommando rm „Dessauer Hof" Wohnung nahni, wurde zuerst das ganze Haus nach Bomben abgesucht. Die NN Keller liegenden Kohlensäureflaschen hielten die Russen für — Höllenmaschinen und ließen sie weit hinaus auf einen freien Platz bringen. Erst als ihnen später das Bier Nicht mundete und der Wirt die nötigen Erklärungen gab, wurde eine der Flaschen unter starker Bedeckung herbeigeholt und dre Russen uberzeugten sich von der Ungefährlichkeit der .„Bomben Natürlich baben die Russen im Hotel sehr gut gelebt, der Sekt floß in Strömen, und der Adjutant des Generalissimus Großfü.sten Nikolai Nikolaijewitsch, Oberst v. Grawen, forderte von dem Wirt, daß er die Kellner durch Damenbedienung ersetze. Als General Rennenkampf ber seiner Rückkehr ins Hotel von dieser „Neuerung" erfuhr, war er nicht sonderlich dahon erbaut und schrie: „Hinaus mit dem Weiberpack!" Die russischen Offiziere gaben sehr viel Geld aus. Als schließlich dem Adjutanten des Großfürsten es an Geld mangelte, blieb er die H o t e lr e ch n u n a schuldig und versprach dem Wirt, für den Betrag Kolonialwaren zu schicken. Als die Waren in die Nähe von Insterburg kamen, hatte jedoch schon die russische Herrschaft ihr Ende erreich!: und die Bagage siel in die Hände der deutschen puppen. Der Abzug der Russen vollzog sich ziemlich rasch. Großfürst Nikola, Nikolaijewitsch und General Rennenkampf verrießen ziemlich hastig Insterburg, aber noch in Uniform.
Erst in Gumbinnen legten sie Zivilkleider an. Die wenigen russischen Patrouillen, die noch in Insterburg weilten, warfen, als deutsche Kavallerie anrückte, die Gewehre hin. und ergaben sich.
B. v. Nauendorf Ä M». - 5rU(t BBb der L. Schett°nb-r„Ich-n Sof-Buchdru^.u Wieibad-u.
