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Wiesbadener Tagblatt.

Amtliches Organ für die Stadt Wiesbaden.

M 111.Freitag den 13. Mai 1870.

Auszug aus den Beschlüssen des GemeinderatheS zu Wiesbaden.

Sitzung vow 4. Mai 1870.

gegenwärtig: Der Gemeinderath vollständig.

836. Der Herr Bürgermeister bringt zur Kenntniß der Ver­sammlung, daß die dahier wohnhaft gewesene Gräfin von Rechteren bei ihrer Abreise von hier der Stadtgemeinde für das neu zu erbauende Civilhospital eine Electrisirmaschine zum Geschenk ge- machr habe. Dieses Geschenk wird mit Dank acceptirt.

838. Die am 4. l. M. abgehaltene Versteigerung des Düngers auf dem städtischen Kehrichtlagerplatze an der Gasfabrik wird mit Ausnahme der Nummern 20 bis 27 genehmigt und sollen diese anderweit versteigert werden.

839. Der mit dem Photographen Friedrich Geißler von hier bezüglich der Verpachtung einer städtischen Grundfläche zur Auf­stellung seines Ateliers abgeschlossene Vertrag wird genehmigt.

840. Die am 2. I. M. abgehaltene Versteigerung der ersten Kleeschur auf einem Theil der mit ewigem Klee bestellten Fläche der neuen Todtenhoss wird auf den Erlös von 20 Thaler 10 Sgr. genehmigt.

841. Die am 2. l. M. stattgehabte Vergebung der Beifuhr von weiteren fünf Ruthen Pflastersteinen von Biebrich hierher wird den «Steigerern genehmigt.

842. Die am 25. v. M. stattgehabte anberroeite Verpachtung des von der hiesigen Stadtgemeinde acquirirten Hauses des Goldarbeiters Engel dahier wird auf das Letztgebot der Brey- sche» Actien-Bierbrauerei zu Mainz (655 Thaler Pacht jährlich) genehmigt.

844. Auf Schreiben des Vorstandes des Local-Gewerbevereins dahier vom 13. v. M., den aus der Stadtcasse dahier zu den Kosten der Gewerbeschulen verwilligten Zuschuß pro 1870 be­treffend, Wird beschlossen, diesen Zuschuß mit 600 fl. zur Aus­zahlung an den Vereinsrechner auf die Stadtcasie anzuweisen, die Verwilligung des Zuschusses pro 1871 aber bis zur Budget­festsetzung pro 1871 auszusetzen.

845. Die Baucommission erstattet Bericht zu dem Gesuche mehrerer Hausbesitzer der Mainzerstraße, die Pflasterung einer Straßenrinne in der Mainzerstraße betreffend, und wird nach dem Anträge der Commission beschlossen, den Gesuchstellern zu erwidern, daß der Gemeinderath bereit sei, das fehlende Stück Rinne pflastern und die Erhöhung des Trottoirs vornehmen zu lassen, wenn die betreffenden Hauseigenthümer sich verpflichten, die Thüren ihrer Garteneinfriedigungen höher zu setzen und die Eingänge demgemäß aufzufüllen.

846. Bezüglich des Projectes der Erbauung eines neuen Bul­lenstallgebäudes stellt Herr Meckel den Antrag, der Gemeinderath wolle beschließen, dieses Bauprojekt vorerst aufzugeben und den Versuch zu machen, ob sich nicht durch eine öffentliche Aufforde­rung ein Oeconom finden lasse, der das Zuchtvieh, wie dies früher der Fall, in Verpflegung nehme. Rach eingehender Diskussion wird dieser Antrag abgelehnt.

847. Hieran anschließend wird auf Vorlage des Etats über die Erbauung eines neuen Bullenstallgebäudes am Dotzheimer- wege beschloffen, diesen Etat im Kostenbeträge von 4007 Thaler 12 Sgr. 7 Pfg. zur Ausführung zu genehmigm.

Zu den Gesuchen:

848. des Schlossers Heinrich Schott von hier um Ertheilung der Erlaubniß zur Errichtung des Hinterhauses in sei­ner an der Adolphsallee Gelegenen Hofraithe nach ver­änderten Plänen,

849. des Rentners Guido Steinkauler dahier um Ertheilung der Erlaubniß zur Errichtung eines russischen Kamins in dem Stallgebäude in seiner am Walkmühlweg bele- genen Besitzung, und

850. des Fuhrmanns Georg Philipp Wagner dahier um Er­theilung der Erlaubniß zur Erbauung eines Wohnhau­ses in der Hellmundstraße

soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Hochbau- Inspektion vorgeschlagenen Bedingungen von hier aus gegen die Genehmigung derselben nichts einzuwenden sei.

851. Zu dem Gesuche des Schlossers Wilhelm Hanson von hier um Ertheilung der Erlaubniß zur Erbauung eines Wohn­hauses an der Ecke der Hellmund- und Bleichstraße soll berichtet werden, daß unter de« von Königlicher Hochbau-Jnspection vor- geschlagenen Bedingungen und unter der weiteren Bedingung von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei, daß Gesuchsteller sich dahier zu Protokoll verpflichte, die auf sei­nen Bauplatz aus den Straßen- und Kanalanlagen sich berech­nenden Kosten zu tragen, so zwar, daß er die betreffenden Be- träge für den Grunderwerb, für die Kanalanlage, für die Chaus- sirung der Fahrbahnen und für die Trottoirpflasterung jedesmal längstens binnen zwei Monaten nach der Anforderung an die Stadtcasse entrichtet.

852. Zu dem Gesuche des I. Heinevetter dahier um Erthei­lung der Erlaubniß zur Erbauung dreier Landhäuser im District »Hainer" soll berichtet werden, daß unter den von Königlicher Hochbau-Jnspection vorgeschlagenen Bedingungen von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei.

853. Zu dem Gesuche des Georg Daniel Gerlach von hier um Ertheilung der Erlaubniß zur Erbauung eines bewohnbaren Gartenhauses auf seinem zwischen der Kapellenstraße und dem Dambachthale belegenen Grundstücke soll berichtet werden, daß unter den von König!. Hochbau-Jnspection vorgeschlagenen Be­dingungen und unter der weiteren Bedingung von hier aus gegen die Genehmigung desselben nichts einzuwenden sei, daß Gesuch­steller 10 Fuß mit seinem Hause von der Nachbarsgrenze ent­fernt bleibt und für den unschädlichen Wasserabfluß aus demsel­ben auf eigene Kosten sorgt.

Zu den Gesuchen:

854. des Anton Seilberger von hier um Ertheilmig der Erlaubniß zur Erbauung der ihm bereits genehmigten beiden Landhäuser in der Lehrstraße nach veränderten Plänen und

855. des Schreiners Philipp Mayer von hier um Ertheilung der Erlaubniß zur Fabrikation von Feldbacksteinen auf

, seinem an der Sonnenbergerstraße belegenen Grundstücke soll berichtet werden, daß gegen die Genehmigung derselben von hier aus nichts einzuwenden fei.

856. Die durch Herrn Vigelius verstärkte Baucommission erstattet Bericht zu den Gesuchen der Hotelbesitzer Helbach und Holzapfel und der Wittwe des Receptursecretärs Schellenbers