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Verlag Langgafse 21

„Tagbl-tt-Haus".

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S«M 19. ii . ... ..

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„Tagblatt-Hans" Nr. 6658-5,8.

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TUf»r v i'iwHt.fp.-

Witlffiod), 30. September 1914.

Kbend-Kusgabe.

Nr. 456.

62. Jahrgang.

Die Kämpfe in west und Oft.

Ueue Rumpfe auf dem rechten deutschen rlugei und an der Maas. — Die Beschießung **9» Antwerpen und Gfsowez eröffnet.

^ ' 1'-L. Großes Hauptquartier, 29. Sepi.,

^Mds.

Frankreich

(Amtlich.) Aus dem rechten Heeresflügel

fanden heute bisher noch u n c n t -

iti

U* cc ii e Kämpfe statt. In der Front zwischen Ha q ltn ‘ ) dAaas herrschte im allgemeinen Ruhe. Die 1 Angriff gegen die Maasforts stehende Armee schlug st^uzösische Vorstöße ans Verdun und Toul

^rstern cröffncie Belagernngsartillerie ^ e ' u en E 'i tc « Teil der Forts von Antwerpen das idi[' C -' Vorstoß belgischer Kräfte gegen die Ein- ^Bingslinie ist zurückgewiesen. j,^"'.Dsten scheiterten russische Vorstöße, die über etfr * CuiElt 9 c S cn das Gouvernement Suwalki !li,n ^rgen die Festung O s s o w e z trat gestern ' Clc Artillerie in Kampf.

W.

Pressestimmen.

'WbY- ® cr ^ tt ' 30. Sept. Der „Lokal - Anzeiger"

?' Die österreichische Stellung im nordwestlichen Teile >>,,, j). lEI1§ hatte den großen Vorzug, daß die engere Fühlung kih» '^^igrn deutschen Truppen bei Verstärkung dieser Kräfte fibeV'f m t i n f a m e Offensive erlaubte. Diese Ossen- >il,tz ^ "unmehr tatsächlich eingesetzt ulid wir freuen

>0

«u m m i

lagen,

daß diesmal Deutsche und Österreicher z u - tich-enwirken. Die ersten Resultate waren erfreu­te äschert b. Wir wollen hoffen, daß die Russen

i!U 1 'Jf eri fu>e den verbündeten Deutschen und Österreichern btui überlassen werden. — Die „Deutsche Tageszeitung" •ititn a» daß der russische Umgehungsversuch sich gar bald in ■5 ü ckzug veöivandelt habe.

W.

T.-B. Berlin, 30. Sept. Die Blätter stimmen in der

daß, wenn auch das Hauptquartier aus

jo 1 ?, überein, „« D , um»,

e ' ten immer noch von unentschiedenen Kämpfen h„. ^ Nachrichten bon größerer Tragweite doch bald

".dort

Zu erwarten seien. Die nach langer Stille in der

- CUUt

toc^■ er 'tattung aus Belgien eingetroffenen Meldungen uls sehr bedeutungsvoll angesehen. Die Nach- r “ aus Polen und Galizien werden überall mit

'cr-

chster Freude begrüßt.

Ein pariser Bericht der „Times".

(Eig. Drahtbericht)

In

Sm A°".erd'am, 30. Sept. . _ , ...

- 0 !in f r - t( W der „T i m e s" wird die Erfolg- .7./ E i t der beispiellosen Kämpfe an der Aisne gc- ftris-e °, .Das Gelände ist für die verbündeten An- !li>x» J e *B schwierig. Dazu komme, daß die deut- Dg jungen undurchdringlich befestigt sind.

hat die näheren Angaben über die Verluste T t ,,’ Cn , aber die Mitteilung ist erlaubt, daß die 1 1 i t p «I c f e tt und die Zuaven ernstlich gc

b haben und überdies die Kälte schwer er- VsVr? n§ malerische Oisetal biete ein furcht- | Ht; tl ' ölI t). Zahlreiche Ortschaften liegen in Trüm- Mbe„ ' nur Compiegne ist unversehrt. Die Deutschen , amhrcnd ihres dreitägigen Aufenthalts die Stadt Eiil,iz E iwädigt. Die schönen Steinbrüchc sind von den 'dcrn zerstört worden.

. Ein französischer Kriegsbericht.

^ Bulletin vom 2 8. September, nachts 11 Uhr, be- haben wir neue, äußerst heftige i i e ausgehalten. Auf den Maashöhen und im *tte n u Werden die Operationen durch dichten Nebel ausge- "°^ugen und in den Vogesen ist die Lage un-

0 J* Franzosen Sorge um den Eiffelturm, dlftzln, tterdam, 30. Sept. (Erg. Drahtbericht) Der i-kke,, m toirb, seitdem der deutsche Flieger von der » ! t m 6 e n über Paris geworfen hat, s o r g- S ° bewach t. Nachts darf in einem Umkreis Kilometer kein Licht brennen. In den % (§ f öte !'er Gegend wird die Mahlzeit beim Schein Zinkerzen eingenommen. Die obersten Stock- geschlossen.

1 c über eine Romfahrt des englischen Ministers Grey?

- bxnx 30. Sept. (Eig. Drahtbericht) Sir Bw 'Drey soll heute, dem Mailänder „S e c o I o" " jf „ Jder Fahrt nach Rom, in D o m o d o s s o l a 1 ° 1 1 a I i e n einaetrasfen sein. Ln Rom ist

von einer Romfahrt des englischen Staatsmannes nichts bekannt.

Der Dreiverband braucht 10 italienische Armeekorps!

Rom, 27. Sept. England macht berzweiwlte An­strengungen um Italiens Hilfe. Dabei entschlüpft der Lon­doner Presse das Geständnis, der Dreiverband brauche für den Sieg.10 italienische Armeekorps.

Schonung der Runstdenkmäler Antwerpens.

IV. T.-B. Brüssel, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Das Kommando der Antwerpen belagernden deutschen Trup­pen hat behufs Verständigung der belgischen Regierung dem amerikanischen und dem spanischen Ge­sandten in Brüssel folgendes mitgeteilt: Soweit die

belgischen Plilitärbehörden sich verpflichten, Kunst- denkmäler, insbesondere K i r ch e n t ü r m e, nicht für militärische Zwecke nutzbar zu machen, sind die deutschen Belagerungstruppen bereit, diese Bauten bei einer Be­schießung tunlichst, das heißt insofern es bei der un­geheuren Sprengwirkung der modernen Geschosse mög­lich ist, zu schonen.

Zur Eröffnung der Beschießung Antwerpens. — Mecheln * besetzt.

W. T.-B. Antwerpen, 29. Sept. (Nichtamtlich.) „Tele- graaf" meldet aus Antwerpen: Am 28. September, nach­mittags, haben die. Deutschen mit der Beschießung der Forts Waelhein, St. Kntherina und Wavre begonnen. Rach einer offiziellen belgischen Mitteilung sind die Deutschen nachts in M e ch e l n eingezogen.

Der Kampf um Mecheln.

W. T.-B. Brüssel, 29. Sept. (Nichtamtlich) Boi dem Kampf um Mecheln hatte die schwere Artillerie des deut­schen Heeres den ausdrücklichen Befehl erhalten, nicht auf die Stadt zu schießen, damit die Kathedrale geschont werde. Die Belgier selbst aber warfen aus dem Forts Woelhem nördlich von Mecheln s ch lv e r e Granaten in die von den deutschen Truppen besetzte Stadt.

Der Dreiverband hetzt in der Schweiz.

W. T.-B- Wien, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Das heurige „Fremdenblatt" schreibt: Bekanntlich wurde in letzter Z-it von feindlicher Seite die Meldung ausgesprengt, daß Deutsch­land unter Umständen die N e u t r a l i tä t der Schweiz zu verletzen beabsichtige. Von deutscher Seite ist diesen Ausstreuungen bereits entschieden entgegengetreten worden. Neuerdings erhalten aber italienische Blätter von der Entente Informationen, die das Bestreben zeigen, mit den dem Deutschen Reiche hinsichtlich der Schweiz fälschlich zugeschrie­benen Absichten auch Österreich-Ungarn in Verbindung zu bringen. Demgegenüber ivird nun auch an maßgebender hiesiger Stelle autoritativ erklärt, daß die fraglichen Infor­mationen jeder Grundlage entbehren.

Küssische vesorgniffe wegen Japan.

W- T.-B. Wien, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die Korre­spondenz „Rundschau" meldet, die Errichtung japanischer Konsulats im Gebiete des rechten Amur-Ufers, in Aigun so­wie im Zentrum von Bargo und^ Cbailor erregt in Peters­burg die Befürchtung, daß Japan seine Expansionsbestrebun­gen bis an die sibirische Grenze ausdehnen werde. In russischen nationalistischen Kreisen äußert man immer lauter die Besorgnis, Japan werde seine Bundesgenossen­schaft in diesem Kriege benutzen, um die Aufmerksamkeit Rußlands ganz von Ostasien abzulenken und sich bis hart an die sibirische Grenze vorzuschieben. Rußland müsse auf seiner Hut sein, denn Japan sei für das russische Reich als Freund gefährlicher denn als Feind.

Ern Stimmungsbild aus Rutzland.

IV. T.-B. Wien, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die be­kannte Künstlerin am Deutschen Volkstheater, Erika Wagner, die mit ihrem Gatten, dem Schauspieler L o e h r, den Sommer bei ihren Eltern in Kurland verbracht hatte, ist erst jetzt aus Rußland zurückgekehrt, ihr Mann ist noch Kriegs­gefangener. Frau Wagner schildert einem Redakteur der „Zeit" die Zustände in Rußland u. a. wie folgt: In Kurland war alles den Sommer über ruhig, bis wir Ende Juli, nachts, von der Polizei telephonisch verständigt wurden, daß wir uns sofort nach Riga begeben sollten, da allgemein mobilisiert werde. Sieben Tage lang würden nur Militärzüge ver­kehren Wir fuhren unverzüglich nach Riga, aber die deut­schen Schiffe „Regina" und „Sabina", die sonst den Verkehr mit Deutschland, herstellten, durften nicht mehr auslaufen. Auch der Durchgaugsverkehr nach Deutschland war bereits eingestellt worden. Wir warteten zunächst auf eine Gelegen­heit, fortzukommen. Nach zwei Tagen erfolgte die Kriegs­erklärung durch Deutschland. Ferner erzählt Frau Wagner: In Petersburg wird natürlich gegen die Deutschen furchtbar gehetzt. Besonders bringt die „Nowoje Wremja" faustdicke Lügen über Deutschland und Österreich. Von Niederlagen

der Russen in Ostpreußen oder bon General v. Hindenburg natürlich kein Wort. Im allgemeinen herrscht aber eine gedrückte Stimmung. Alle deutschen Schulen sind ge­schlossen, alle deutschen Schilder in den Straßen sind entfernt und die deutschen Theater in Rußland werden nicht mehr eröffnet; auch die deutschen Vereine werden geschlossen.

Oie Sperrung der Dardanellen.

W. T.-B- Konstimtiiiopcl, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die Hafenprkfcktur teilt amtlich mit, daß die Dardanellen heute früh gesperrt worden sind, da die Notwendigkeit dieser Maßregel erkannt worden sei. Kein Schiff werde dem» nach in die Dardanellen einlaufen oder dieselben verlassen können.

Der Grund zur Sperrung der Dardanellen.

W. T.-B. Konitaiftinopel, 30. Sept. (Nichtamtlich.) Eine halbamtliche Note stellt zur Rechtfertigung der vollständigen Sperre der Dardanellen fest, daß eine englische und eine französische Flotte seit einiger Zeit am Eingang der Dardanellen kreuzte, wo­bei sie die ein- und ansfahrenden Schisse anhieltrn, durchsuchten und die Besatzung ausfragten, was der Freiheit der Schiffahrt in den Dardanellen tatsächlich Abbruch tat. Deshalb hat die Regierung beschlossen, die Dardanellen zu sperren und nicht wieder zu öffnen, bis die genannten Flotten sich von der Meep- enge entfernt hätten und die bisherigen anormalen Verhältnisse geschwunden seien.

Die Maßregel wurde nach einer Konstantinopeler Mel­dung der .„Frankfllrter Zeitung" dadurch veranlaßt, daß vorgestern beim Auslaufen eines türkischen Kriegsschiffes ein englisches Torpedoboot dasselbe aufforderte., sich zurückzuziehen, unter der Drohung, es zu bombar­dieren. Zwischen der Türkei und England besteht gegenwär­tig Friedenszustand. Die Aufforderung des englischen Com- modore ist daher ein feindlicher Akt, der um so schwerer ins Gewicht fällt, als er in türkischen Gewässern ausgeübt wurde.

Die Vorstellungen Englands i» Konstantinopel.

O Wien, 30. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Gegen die Sperre der Dardanellen hat England in Konstantinopel Vorstellungen erhoben. Die Pforte verwies auf die vor den Dardanellen kreuzende englische Flotte und erklärte sich be­reit, die Sperre aufzuheben, wenn die Flotte zurückgezogen werde.

Eine englisch-französische Flottenkundgebung am Bosporus und vor den Dardanellen.

Rom, 29. Sept. Der „Corriere d'Jtalia" meldet aus Konstantinopel: Die russische Flotte auf dem Schwar­zen Meere nähert sich dem Bosporus, und die englische Mittelmeerflotte zusammen mit einem großen Teil der französischen Flotte versammelt sich in den äg ätschen Ge­wässern. Die gleichzeitige Flottenkundgebung am Bosporus und vor den Dardanellen soll die Türkei zur Zurücknahme des die Kapitulationen anfhebenden Jrades veranlaflen und sie zwingen, ihre „zweifelhafte" Stellungnahme gegenüber dem Dreiverband aufzugeben.

Die Freundschaftsbeivegmig für Deutschland und ‘ Österreich-Ungarn in der Türkei.

W. T.-B. Berlin, 30. Sept. Zu der Nachricht über die pollständige Schließung der Dardanellen wird im „B. T. gesagt: Während nach Ausbruch des Krieges andere neutrale Staaten sich mindestens schwankend verhielten oder die Umstände im stillen zu nutzen ver­suchten, ist in der Türkei eine, entschiedene S y m- p a t h i eb e w e g u ng für Deiftschland und Österreich- Ungarn bemerkbar geworden. Am 22. September hat die „Agence Havas" aus Konstantinopel gemeldet, daß man sich nach allgemeiner Meinung auf eine Ver­schärfung der Beziehungen zwischen Türkei und Tripel- Entente gefaßt machen müßte. Aus den neuesten De­peschen ergibt sich, sagt das „B. T.", daß eine Lage, über die nian bisher nur a n d e u t n n g s -w e i s e sprechen konnte und die man auch jetzt nur mit Vorsicht erörtern kann, gewissermaßen laut zu werden beginnt.

Kegpptische Spmpattzien für Deutschland.

W. T--B. London, 29. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Daily Mail" veröffentlicht einen Brief aus Jerusalem vom 8. Sept., in dem cs heißt: Wenige gebildete Mohammedaner sympathi­sieren mit den Verbündeten. Die Masse ist für die Deutschen. Türkische Beamten äußerten Sympathie für Deutschland. In Damaskus, Beirut, Aleppo, Haifa und Jerusalem sind große Militärlager. Die Soldaten tragen die deutsche Kopfbedeckung statt des Fez. Bezeichnend ist daß dieser Bruch mit der alten Sitte lvenig beachtet wird. England wird allgemein für den Urheber allen Unheils ge-