Nr. 453.
Dienstag, 29. September 1914.
-rLbri Kol Nidre: abends 6% Uhr. Jom Kippur:
Predigt 11 Uhr. Jiskor 1114- Uhr. abends ri_? Uhr. Wochentage^ morgens 6% Uhr, abends a%, Uhr.
MesvaSerier Tagdiarr.
Morgen-Ausgabe, 1. Blatt.
Seite S.
don
nerstag: morgens 614 Uhr. fw* ^ m if. h Thora-Verein Wiesbaden, Stift. Utorno«?' -r ™ te 2^ s: Mincha 2, Kol Nidre 6.25, Jom Kipur taoÄ® etls ’ ^'^0- -ciskor 11.15, Mincha 4, Ausgang 650. Wochen- 0 • morgens 6,80. Mincha itnb Schiur 6. Maarif 6.50.
Horberictjtc über Kunft. Vorträge und verwandtes.
i e§ Königliche Schauspiele. In der heutigen Aufführung
singt zum erstenmal Herr Schubert die ^uetpartie. Die musikalische Leitung hat Herr Kapellmeister
Roth;
er.
Ku§ dem Landkreis Wiesbaden,
^5- Sonnenberg, 26. Sept. Von den hiesigen Einwohnern
n- Greinen sind bis jetzt für unsere im Feld stehenden H gespendet worden: 100 Hemden, 96 Paar Strümpfe,
Snf*r"''- Pulswärmer, 25 Halstücher, 15 Handtücher, 22 fcWWitfidta, und weiter eine große Zahl Armbinden, Unter- Leibbinden, Brustwärmer und dergleichen euere Hemdenstoffe sind zurzeit in Bearbeitung.
mehr.
Neues aus aUer Welt.
Unglück auf der Rennbahn. Berlin. 28. Sept. iuna» Wangen Wohltätigkeilsradrennen in Treptow stürzte der ®eSr*S5" 0tD - er Rennfahrer Henke so unglücklich; daß er eine vekar, . ^lchutterung davontrilg und ins Krankenhaus über- «t werden mußte.
Aua?b'bstmorp einer Krankenschwester. Berlin. 28. Sept. alt? unbekannten Gründen verübte gestern die 23 Jahre
ßbfoa 2ßimt i&ßIMtntnriV &\c>. hf'miffp.fp
aifp ©\r vt4 ii umieuumien isumoea oeruore genern me zö ^apre sich ^^Äenschwester Lhda Winu Selbstmorp. Sie vergiftete Leich^^^^unal und starb auf dem Wege zur Charite. Die
^S.,lpurde von der Polizei beschlagnahmt.
Der Egen der Bicrbankpolitik. Sv rot tau, 28. Sept. Ottx^^lahnge Wirtschaftsinspektor Eichner »es Rittergutes
einen ^/,^/lchoß den Bahnangestellten Hoffmaun, als dieser besitzp^z tluhen Angriff Eichners auf die Frau des Gasthof-
r .--PU"; > cinKit«, u:ui ine tyiuu oes tsaiiyos-
Ittne 1 infolge verschiedener Meinung über die Kriegs- verhindern wollte.
^8. & Ph t~ ß / m ?5 UCr °uf einem Frachtdampfer. New Dorf, "Hr?ti^» < Nichtamtlich.) In dem Schiffsraum des Dampfers
jöenun- cv; vutvt Htüau cuic c-iuiuie our oer A. 0 scryrr nacy Gehend»entdeckt. Fast die gesamte aus Baumwolle be- beschädigt verbrannte. Das Schiff selbst ist wenig
letzte Orahtberichte.
deutsche Gefallene in der Schlacht an der Aisnc. V a?^lni, 28. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. In
Lech Impfen an der Aisne
ist der Generalmajor von am 10. Sep-
* e m&e r n >f * 1 am 20. September gefallen, ferner
u Dberhofmarschall des Großherzogs von Hessen, ’ v ' ö - Ungern - Sternberg, zurzeit, Major und
Eine „Heldentat" des Prinzen Georg von Serbien.
-5 Budapest, 28. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Prinz Georg von Serbien, der mit dem Putnik zusammen den Einfall serbischer Truppen nach Syrmien leitete, der für die serbische Armee zu einer jämmerlichen Niederlage wurde, hat, wie gefangene serbische Soldaten erzählen, sich zum König von Syrmien krönen lassen.
Aus dem Bundesrat.
W. T.-B. Berlin, 28. Sept. In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurde dem Entwurf einer Bekanntmachung über die U n ver b i nd li ch k ei t gewisser Zahlungsveveinbarun- gen die Zustimmung erteilt.
# Berlin, 28. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Die Vertrauensmänner der nationalliberalen Partei haben an Stelle des verstorbenen Reichstagsabgeordneten Dr. Semler als Kandidaten Dr. Stresemann aufgestellt.
W• T.-B. Hannover, 28. Sept. Das „B. T." meldet: Der frühere welfische Reichstagsabgeordnete Freiherr L a n g w e r t h v. S i m m e r n ist im Alter von 50 Jahren auf seinem Gut Vichtringhausen an der Daister gestorben. Der Verstorbene vertrat von 1879 bis 1890 den Wahlkreis Nicnburg-Stoltzenais
W. T.-B. Karlsruhe, 28. Sept. Die Kammersängerin Ada b. Westhofen-Robinson, die vom Winter 1903 bis 1912 dem Karlsruher Hoftheater angehörte, ist gestern in Baden-Baden im Alter von 36 Jahren g e st o r d e n. Sie war aus Breslau gebürtig und nach ihrem ersten Engagement in Olmütz nach Wiesbaden gerufen worden.
IV. T.-B. München, 28. Sept. (Nichtamtlich) Geh. Rat Professor Hubert v. Poehlmann, Vertreter der alten Geschichte an der Universität München, und einer der bedeutendsten Gelehrten Münchens, ist heute nach längerem Leiden g e - st o r b e n.
6us unserem Leserkreise.
Micht verwendete Einsendungen können weder znrückaesandt, noch aulbewabrt werden.!
* Die freiwilligem Dienstleistungen in den verschiedenen Abteilungen des Roten Kreuzes haben bei den werktätigen Bevölkerungsschichten, die infolge des Krieges arbeitslos geworden und zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes auf VeMenst angewiesen sind, vielfach eine abfällige Beurteilung erfahren. Es kam dies auch schon in verschiedenen „Eingesandts" in diesem Blatte znm Ausdruck mit dem Hinweis, daß solche Arbeiten gegen Bezahlung den unterstützungsbedürftigen Arbeitslosen Vorbehalten sein sollten. Die Abteilung „Heimarbeit" des Roten Kreuzes sucht diese sicherlich berechtigten Bestrebungen möglichst zu fördern. Es zeugt von einem charaktervollen und ehrenhaften Empfinden der betreffenden Kreise, daß sie in erster Linie darauf ausgehen, sich durch ArbeM selbst zu helfen. Die umfassende gesetzliche Fürsorge des Staates, die großen Summen, welche Gemeinde-
und Kreisverwalkungen, gewerbliche Unternehmungen, Vereine, Private usw. für die Arbeitslosenfüriovgc aufbrmgen, zeugen von einem erhebenden sozialen Empfinden unseres Volkes. Daneben gilt es auch noch teilweise für Bedürfnisse der Kämpfenden zu sorgen EinquartierungAasten zu tragen usw. Im Hinblick auf diese großen pekuniären Leistungen ist es aber schlechterdings unmöglich, auch noch sämtliche Bedürfnisse des Roten Kreuzes durch bezahlte Arbeitskräfte zu befriedigen. Ganz abgesehen davon, daß es fraglich wäre, ob den oft dringenden Anforderungen für Armee und Lazarette ohne diese freiwilligen Hilfskräfte stets rechtzeitig entsprochen werden könnte. Nach Lage der Verhältnisse kann also auf diese freiwillige Betätigung beiiu Roten Kreuz nicht verzichtet werden. Wenn viele Frauen und Töchter aus Familien, die schon nach Möglichkeit Geldopfer bringen, jetzl stricken lernen, um unsere Soldaten im Felde mit warmen Socken, Pulswärmern und Leibbinden zu versehen, so ist dies sehr anerkennenswert und gänzlich unberechtigt, daß man sich, wie in einem der letzten „Eingesandts" geschehen, darüber abfällig äilßert. Sicherlich gibt es auch Frauen und Kinder, denen es nicht vergönnt ist. in anderer Weise mitzuhelfen, als durch ihrer Hände Arbeit. Und doch möchten auch sie ihr Scherflein auf den Altar des Vaterlandes legen. Der erzieherische Wert solcher Arbeit_ gehört auch zu dem bleibenden Gewinn der großen Zeit, in der wir leben. Es sind aber auch Fälle bekannt, wo aus Verdienst Angewiesene glaubten, selbst unter den heutigen Verhältnissen an dem ortsüblichen Lohne der bisherigen Art ihrer Beschäftigung festhallten zu müssen, während es sich in solchen Zeiten doch nur darum handeln kann, sich durch-luschlagen und dazu muß jede Arbeit willkommen sein. Wir hoffen, daß diese Zeilen dazu beitvaigeu, die auf Verdienst angewiesenen Beschäftigungslosen zu überzeugen, daß es unberechtigt ist. sich über irgend welche freiwillige Dienstleistungen beim Roten Kreuz zu beschweren. W. H.
* Der Artikel vom 22. d. M. über die Kaffee Wirtschaft im Konzertsaal war nicht nur einem oder einigen einzelnen aus dar Seele geschrieben. Auch ich habe von verschiedenen Seiten lebhaften Tadel, von keiner Lob dieser neuen Einrichfting gehört. Was an anderen Orten üblich sein mag. paßt nicht in unsere ernsten schönen Konzerte. Die Ltücksicht auf den Wirt ist hier wohl zu weit getrieben. Es ist ja bekannt, daß die Kaffeegäste, von einzelnen, jedoch seltenen Ausnahmen abgesehen, ihrer Unterhaltungslust während der Musik keine Zügel anzulegen lieben, so daß im Sommer, wer an der Musik sich erfreuen will, möglichst die lange Linie vermeidet, hinter welcher beständig geplaudert wird. Ein Herr sagte mir am Sonntag, er habe vor dem Sprechen der Kcvffeegäste von der schönen Musik so grrt wie gar nichts gehört. G. B.
Vergessen Sie nicht mit Ihren Liebesgaben für nnssre
braven Truppen im Felde
1 Schachtel Fays ächte Sodcncr Mineral-Pastillen beizufügen. Sie beugen dadurch manchen schweren Erkrankungen der Luft- und Atemtvege vcsr und unterdrücken beireits entstandenen Husten, Heiserkeit und Verschleimung im Keime. Die Schachtel kostet 85 Pfg. und ist überall zu haben. F131
Handelsteil.
Finanzlage bei den Feinden und bei uns.
jj. 0 Berlin, 28. Sept
viel größ^ e ^ n °^ en ™ Frankreich sind augenscheinlich noch Attopi er ’ als man bisher annahm. Die Meldung, daß aui 2a ^luriff ^ er Fsgierung der Credit Lyonnais die Aus- li>r (} a ^ ° er a n diesem 25. September zahlbaren Teildividende leuchigj. er ?* e Halbjahr auf seine Aktien eingestellt hat, be- ZustgL, Wie ein greller Blitz die Zerfahrenheit der dortigen
^revrliif T.irnrmaicr in T? r o n ftr ro f r>l-> nrurl in
u & lfcUlt3r lue Zienctiiremieii. uer uurirgen
der Tff , e ‘ He r Credit Lyonnais spielt in FranKreich und in ^ e tin ■ unge fähr die Rolle wie bei uns die Deutsche Bank.
} ungefähr die Rolle wie bei uns die Deutsche Bank.
b e ®* n t solches Institut zahlungsunfähig geworden ist (uno „ ^ uoch das Pariser Telegramm), so ist das der völlige
Uft L .. ■ninlrf KlrvR rll orer Tlnr.lr oon
“ e b j Anbruch nicht bloß dieser Bank, sondern des ganzen Sr>L des der französischen Finanzwirt-
R C ^ a f t.'" J A aer iranzösischen Flnanzwirt- pöerun'., Ollenbar batte sich der Credit Lyonnais an die
‘-sieriuj- naue sicn aer ureait nyonnais an aie
^rstütf mi ^ ^ er bringenden Bitte gewendet, ihm durch ^dist da=j Un ir- ^ er Auszahlung zu Hilfe zu kommen. Sollte ^rioti Sc , Eingeständnis der Zahlungsunfälligkeit mit dem /°I>Pelt £ra n Man *' e l umkleidet werden, so ist aber die Wirkung jj'Bg mityp 1153 ! 11 ' denn nunmehr wird die französische Regie- ]pi i han^n ^ r ° r tlich gemacht für die verzweifelte Maßregel. l“ 4 Mili; on eU es nllr um die geringe Summe von
k ? Million Sicn uur um aie geringe Summe von
/U i s } e . n FrankenI Also nicht einmal diese Kleinlg- r f ü g b a 1 n ^ en Fassen des Credit Lyonnais kn t^ddnn r ” ^ an ^ ann Lieh sehr gut vorstellen, welche
l -U.U 1111 Ö 1 VJ 11 0^7111 gut VV1DICUCU, WC1L11C
[„ ste t h at es das Bankdirektorium und die Regierung ge- so niederschmetternder Weise den alten Ruf der
c.. ^ÖFiswl, - “.^uviav.muci,it:uiuci yv tiöt; utai alten nun uer
zu setz Ooidkraft und geschäftlichen Solidität auls iV hiebt „p 5 e ?’ ,^or es mußte geschehen, denn sonst wäre fti? f ^ohehen. Die Redeatur.s des Freimisses iW in
Ol 1 , ganze^T,? 11611 - Hie Bedeutung des Ereignisses ist in gipi, tvagweite noch gar nicht abzuschätzen. Der • illl2 ösi «.„I or der Für, an dem die Zinsscheine der
si c t •* ‘ o s i <5 i - Ul, an uein uie iiusscaeme aer (W u m e ; c "S n Rente einzulösen sind. Es handelt teJ 1 n ,. e krag von ungefähr 200 Millionen Franken;
kcuiujjp ,.° etra g von ungefähr 200 Millionen Franken; HT^Ai. g 5 le 50 Millionen Franken aus russischen Staats-
ifari , n - Es h U ^flüonen tranken aus russischen Staats- Ma ° sisc he ^üdÄt sich aber weiter um die Zinsen, die der M ^er aus den Anleihen der Balkan- ! ü chen der . südamerikanischen Staaten zu be-
rnü' Q- u n e ) nz is er dieser Staaten wird — man 2jL' e d*en VpnU-ii - er ^ e ^ Voraussagen — in den jetzigen Sprung n ‘missen die genügenden Unterlagen für die ^hi Wen . oh Paris schaffen wollen oder können, Ruß- S tocU 6: ^’örimfpn ■ n \. Wir glauben, man wird sich den Umfang auf ’ S’. e üdn Franzosen von der hoffnungslosen e s ^ Tonnen 11 l v l manzrnar W drohen, kaum groß genug vor- r ej ^ch ^ • Wie es dem Credit Lyonnais ergeht, so wir» frößteV ergehen a “ de re_n Geldinstituten Frank- •l fra nzö S i Sf A - Schon im Juli wurde berichtet, daß die
11 ert, iFnzösi,.! - J’onon im Juli wurde berichtet, daß die obliöbe cn,if Hepositenlbank, die Societö genörale, . da mal s l i ®f, lgäceiten gölten sei. Die Mitteilungen gönn ritten, inzwischen aber hat die Regierung ü hd w rale ihre Unterstützung angedeihen lassen
.“UW u na so • , uiiieiaunzung angeaeinen lassen
, b s i • Gan? p, die Bestreitung als Unwahrheit auf gedeckt , h d e „ h'kreich ist auf die Zinsen aus den im t? is ob P 'n r 111 einp£ e l? n ten ■ Werten angewiesen, „ oR . b Giänhj„„ ^ Maße, mit dem kein Wechselverhältnis
w aicb 1 ? Ver Eleicff 0 I ? .-?i d Scihul dnern irgendwie sonst in der A a „ Jeder !, a ^h auch inEngland nicht, bei uns schon Jätend di dieso, Edsfähige Betrachter muß überzeugt davi
» er Ä U '^^ervolke g (5 te s Kaniti?* die um fern i ^M s ® e h • Den Franzosen s
diese reuige iserjacnter mub überzeugt davon ^hein? 1 Hentnervolke gegenwärtig keine Sorge
in so gefährlicher Weise steht — man kann das
seine Zahlungen Oförtepft C W uentll chte die Deutsche Bank (wie e ®en Bericht, der uns Deutsche wahrlich
mit Stolz erfüllen kann- Danach hat sich bekanntlich die Bank — und das gleiche kann man wohl auch von allen anderen großen angesehenen Kreditinstituten m Deutsc'hlana sagen — dank ihrer starken offenen und stillen Reserven und dank ^der Liquidität ihrer Aktiven den großen Erfordernissen des Kriegszustandes vollkommen gewachsen gezeigt, alle Auszahlungen sind prompt und voll geleistet woieten, die gewährten Kredite konnten noch ausgedehnt werden. Die Banjc erklärt es bekanntlich als ihre Überzeugung, daß Deutschland wirtschaftlich und finanziell gewappnet ist, um den Krieg nach allen Seiten hin bis zum vollen Erfolge durchzukämpfen. Jeder Kenner weiß, daß die Sicherheit, mit der die Deutsche Bank hier spricht, nur eine getreues Spiegelbild der Wirklichkeit ist, und daß jede andere unserer großen Banken dieselben beruhigenden Mitteilungen über ihre Geschäftslage machen könnte, wenn sie es für nötig hielt. Man kann sich nicht vorstellen, daß die berufenen Fachkreise in Frankreich und in England nicht genau wissen sollten, um wieviel wir günstiger auf dem Geldmarkt und nach den grundlegenden Bedingungen unseres Wirtschaftslebens im Verhältnis zu den Ländern des Westens dästehen. Wozu sind denn die Bankdärekjoren in Bordeaux und in London da, wenn sie das nicht übersehen und danach ihre Schlüsse ziehen sollten? Sogar ohne den Erfolg unserer Kriegsanleihen müßten sie Bescheid wissen. Auch ist es für uns eine Gewißheit, daß düs in der Tat der Fall ist, aber zum Lügengewebe unserer Feinde gehört es, daß sie sich und die Welt mit verbrecherisch törichten Erfindungen zu täuschen versuchen, mit denen sie uns als rettungslos dem allgemeinen Bankerott verfallen hinstellen. Allerdings können wir diesen Lügenfeldzug gelassener mit anseihen als den gegen unsere Kriegsführung und unser „Humnenüim" gerichteten. Denn m Geldsachen läßt sich immer nur auf kurze Zeit schwindeln, der Zahltag bringt zuletzt alles an den Tag. Loro Asquitlh wird sicher schon heule bereuen, däs Wort von der letzten Milliarde gesprochen zu haben, die den Krieg entscheiden soll und die sein insularer Hochmut natürlich den Engländern zuschreibt. Wir brauchen nicht Versicherung gegen lersicherung zu setzen, wir warten es ruhig a 5\- WI ? eS x , , n: ^and stehen wird, wenn es die letzte Milliarde aufzubringen haben wird- Einstweilen aber ist Frankreich daran; es wird finanziell über jede fremde Erwartung und jede eigene Befürchtung hinaus bluten müssen, und es wird ln seinen Sturz auch Ruß- 1 a n d hineinziehen, das zwar später einen gewinnbringenden Staatsbankerott machen wird, das aber für jetzt doch Geld und immer wieder Geld braucht, um den Krieg durchzuführen. Als Graf Witte vor einigen Tagen seine Landsleute öffentlich vor falschem Vertrauen warnte und einen schlimmen Ausgang des Krieges mit überraschender Bestimmtheit vorSiersagte, wird dieser Meister des Finanzwesens wohl nicht zuletzt auch an den wirtschaftlichen und den finanziellen Zusammenbruch des Reichs gedacht haben.
I>esr Feld erstand in Deutschland.
’^k T 'M’/ii Be o in ’ u 6 ' Sept ‘ Her wöchentliche Saaten- standsberioht der Preisberichtsstolle des Deutschen Land- Wirtschaftsrats besagt: Nachdem zu Anfang der Be- nohtewoche m den meisten Gegenden noch sehr ergiebige Rogenfalle stattgefunden hatten, nahm das Wetter seit dem „ 1 . allmählich wieder einen heiteren und trockenen Charakter an, so daß die unterbrochenen landwirtschaftlichen Arbeiten fortgesetzt und flott gef ö rdert werden konnten. Das Ausnehmen der Kar io ff ein ist überall im Gange. Der Er- trag dieser Frucht fallt je „ach Boden und Sorte verschieden aus. Allgemein enttäuscht haben die frühen und mittelfrühen Sorten; vielfach hat die lang andauernde Trockenheit auch die Entwicklung der spmen Sorten vorzeitig zum Abschluß ge- bracht, so daß der Ertrag häufig hinter dem Durchschnitt zuruckbleibt. Nur stellenweise, wo das Kraut noch nicht abge- stor en war, haben die Niederschläge noch eine Besserung herbeizufuhren vermocht. Dagegen war die Feuchtigkeit für
die Weite rentwickelung der Rüben von günstigem Einfluß und obwohl die Nächte schon ziemlich kühl waren, rechnet man doch allgemein mit einer weiteren Zunahme des Wurzelgewichte. Auch die Futterpflanzen haben sich nach dem Regen vielfach erholt. Namentlich der junge Klee ist gut nachgewachsen, so daß er hier und da noch ab- gemäht oder, wo dies nicht der Fall ist, ab geweidet werden kann. Ebenso zeigen die Wiesen und Weiden vielfach wieder besseres Aussehen; stellenweise hat man das bereits eingestellte Vieh infolgedessen wieder hinausgetrieben. Bei der Bestellung der Äcker macht sich der Mangel an Gespannen fühlbar, doch ist der Boden jetzt genügend gelockert, um ein schnelleres Bearbeiten ' zu ermöglichen. Die Aussaat des Wintergetreides ist erst zum Teil bewirkt; stellenweise zögert man noch, da man von den stark auf tretenden Mäusen eine Schädigung befürchtet.
Banken und Geldmarkt.
W. T.-B. Die Bank fiii elektrische Unternehmungen In Zürich (die FinanzgeseMsehaft der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellscihait, die auch Großaktionärin ist) hat den Rechnungsabschluß per 30. Juni 1914 mit einem Aktiv-Saldo des Gewinn- und Verlustkontos von 8 258 761.62 Franken gegen 7 434 991-87 Franken im Vorjahre festgestellt und die oidentliehe Generalversammlung zur Abnahme von Bilanz- und Gewinn- und Verlustrechnung auf die erste Hälfte Dezember 1914 in Aussicht genommen. Der erwähnte Gewinn-Saldo gestattet ohne weiteres die Auszahlung einer Dividende in der seit einigen Jahren gewohnten Höhe von 10 Proz. Wenngleich die Gesellschaft genügende Bankguthaben besitzt, erachtet sich der Verwaltungsrat angesichts der heutigen allgemeinen politischen und finanziellen Lage doch für verpflichtet, erst auf die Generalversammlung hin seine Anträge zu formulieren, ob die Dividende definitiv in der angegebenen Höhe von 10 Proz. festgesetzt werden soll.
Industrie und Handel.
W. T.-B. Die Harpener Bergbau-A.-G. hat den Rechnungsabschluß per 30. Juni 1914 mit einem Aktivsaldo der Gewinn- und Verlustrechnuntg von 9 500 234 M. festgestellt. Die ordentliche Generalversammlung soll am 19. Dezember 1914 stattfinden. Der erzielte Gewinn gestattet die Auszahlung einer Dividende in der in Aussicht genommenen Höhe von 10 Proz. Der Aufsichtsrat glaubt, der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Lage dahin Rechnung tragen zu müssen, erst vor der Generalversammlung Anträge zu stellen, ob die Dividende in der angegebenen Höhe festgesetzt werden soll.
W. T.-B. Die Bierbrauerei Gebr. Müs er, A.-G., Langendreer, verteilt nach reichlichen Abschreibungen und besonderen Rückstellungen für das Geschäftsjahr 1913/14 eine Dividende von 8 Proz. (wie i. V.).
* Niederlausitzer Brikett - Verkanfs - Gesellschaft. Der
Briketfabruf ist recht flott und übersteigt namentlich in den Salonformen den des Vorjahres um ein ganz berädhtliches. Bei genügender Waggongesteilung und falls die Einberufungen auf den Werken nicht weiter fortgesetzt werden, dürfte die Gesellschaft in der Lage sein, Produktion und Versand ln vollem Umfange aufrecht zu erhalten.
Dis Morgen-Ausgabe umfaßt 12 Seiten
_und dir Berlagsbeilage „Der Roman".
Hauptschriftleiter: A. H e g e r h o r st.
BeronNrortlich für die innere Politik und „Letzte Dral,tberichte": A. d e ae rho rst- sur die auswärtige Politik: Dr. pbil. G. Schel l e n b e rg ; für den Unter, lialiungsteii^ A o. Nauendorf; für Nachrichren ans Wiesbaden und den Nach- barbezirken; I. B.: H. Diefenbach; für „Serichtslaal"; ü>. Diefenbach; f«:;,Sport imb suftfafirt"; I. A.: C.Losacker; für „Permichtes" und de» „Briefkasten": C. Losacker, sur den Handelsiei!; W. EN; für die Anieiaen ^ ^ und Reklamen: H Dornauf; iänmich in Wiesbaden.
Truck und Verlag der L. Schelle»berg jchen Hof-Buchdruckerei in Wiesbaden.
Sprechstunde der Schriftleitung: 12 bis 1 Uhr; in der politischen Abteiluns «on 10 bis II Uhr,
