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Ks tag 29 . September 1914 .
Morgen«Ausgabe.
Hr. 453 ° ♦ 62 . Jahrgang.
Oer Krieg.
Die deutschen SXfeqer über Paris. br - Rotterdam,
«tr.
j, "»«Humii, 28. Sept. (Eig. Drahtbericht) lieitar« -' Auch „Reute r" drahtet aus Paris, daß eine £ tr t ut;i 11 bis y 2 12 Uhr (wie schon kurz gemeldet) öer ip?ybe, die Stadt überflog und eine Bombe in ^oink be des Eiffelturm .herunterwarf. Eine der eitle» C m '^l in die Avenue Troya. d'Era und tötete ticke» ksfEchtsanwalt und dessen Tochter. Weiter te n , 'öomfien au f 5 j e Rennbahn Auteuil mit- SriiL ^ eine große Menge. Die Bomben hatten 'itt t» u r e Explosivkraft als die früheren. Wie eueres Telegramm berichtet, war der Führer des Die der Fliegerleutnant von der De k k e n.
^alasi ^ Bombe, die er abwarf, schlug unweit des f<%j f . des Fürsten von Monacco in eine Uniformes bch. Andere Bomben fielen in der Umgebung
sowie auf dem Rennfeld Flieger die Pariser Bann
en unrphbogens '-ongcharnHs. Als der
IhrM,Erließ, warf er eine Fahne herab mit der In L' 1 ; Die Pariser grüßt ein deutscher der Dekken.
^ Ein Zeppclinkrenzer über Ostende.
8ehv„r.' B-B- Ostende, 28. Sept. (Nichtamtlich.) Ein P^uftschifs unternahm in der letzten Nacht eine neue übexsf ilahrt, ohne jedoch über Ostende zu kommen. Es ^->w, Almoet, Gent und Deynze, wo es um 1,30 Uhr fünf herabwarf. Darauf wandte sich das Luftschiff Ichlvn - in der Richtung auf Courtrai-Tournai und
» Mießlich die Richtung nach Osten ein.
^ Ein Zeppelin über Warschau?
! «s 28. Sept. Das „B. T." berichtet: Wie
fL " 'ieutersche Bureau" aus Warschau meldet, über- km .Samstag früh ein Zeppelin die Stadt und sei '/r't Bomben herunter. Der angcrichtetc Schaden gewesen. Der Luftkreuzer soll nachher an- ^lin„ deruntrrgeschossen und die Besatzung gefangen '"wen worden feilt.
e ll,l 9cljcuren enalisch-svanzösifchen Verluste M der Schlacht an der Kisne.
lich & Rom, 28. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Ledig- idjx Abwehr öffentlicher Beanstandungen über die Art, de». ?. Verwundeten vom Kriegsschauplatz fortgeschafft wer- das französische Kriegsministerium mit, daß dm und Engländer an der Aisne bereits 100 000 "«rk,*» „Lu
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J} b e t c gehabt haben.
»et „*■. Rom, 28. Sept. Angeblich aus Bordeaux wird 'ornale d'Jtalia" mitgeteilt: Da die unvollkom
Nor? „ ^ iiganisation "
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'°ie .^otabclt wird, läßt die Regierung in einer offiziellen Nibet 8eni)c§ feststellen: Bei der Notwendigkeit, die Ver-
!o!rt,-.o auf dem Scklachtselde und sogar den Lazaretten
H-TOpft • ' utm wjiacyxietue uuy |uyuL wui «ugvu.n^ 4 «
^itfitar lD ' C täglich fortzuschaffen, da sie von den Deutschen fWii beschossen und bombardiert werden, ist es ganz Kg 0 die Transporte in normaler Weise einzurich-
^rqt Oi daher auch während des Kampfes an der Aisne
Metz ^lich, die zur Aufnahme von 100 000 Verwundeten iUst--, stellten 170 Züge der Sachlage entsprechend aus» Djiib
if: e J e Beschwichtigungsnote, die darauf berech
4Uet wfcf f tärd ’ en von 1
durfte
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, 11 englischer VrigadLgeneral gefallen.
S^et' s So r nilon , 26. Sept. (Indirekt.) Der „Dailp Mirror" ^lrtiff - der Brigadegeneral F i n d l a y , der Befehlshaber ? tee e^>e des englischen ExveditionSkorps, bei den Kämpfen in S t11e seinen Tod gefunden hat. General Findlay ^OÄand als einer der hervorragendsten Kenner des Nor-u , ^tilleriewefens geschätzt. Gr ist am 7. Mai 1859 Äbet|,t üvt 1878 in die Armee ein und zeichnete sich
der deutschen Grausamkeit aufrecht- ihren Zweck nicht erfüllen.
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. tttt südafrikanischen Kriege aus, wo er die Medaille x ^stielt. Im Jahre 1910 wurde er zum Kom- er to? 1 - englischen Artillerie-Division ernannt. 1005 l)- ^ Witter des Bath-Ordens.
^ik tz f iw den afrikanischen Kolonien,
birtzung hxx englischen Station Rietfontein durch die Deutschen.
ybittep m ' London, 28. L-ept. (Nichtamtlich.) Das ,n meldet aus Pretoria vom
Die Polizeistation Rietfontein ist am
A 2ün ’2l 6er von einer deutschen Abteilung, die unge- d, sich ^onn stark ist, genommen worden. (Es han- f ziemlich bedeutende englische Station,
^ Keetmanshoop liegt.)
^ Bordeaux, 28. Sept. (Nichtamtlich.)
q* teilte, int Ministerium mit, daß das fran- °uenboot „Snrprise" während der Ope- ile^e. ?^en Kamerun und Deutsch-Kongo Kogobeach d "kn Kogobeach ist der frühere Name der Station Olligg ^ dem deutschen Munigeüiet, das durch den “eti 1912 von Frankreich an Deutschland abge-
Oie Vollständige Sperrung der Dardanellen.
br. Konstantinopel, 28. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bin. Tie Dardanellen wurden für jeden Verkehr durch S e e m i n e n abgespcrrt.
Oie GewissensnoL öee italienischen Negierung.
(Von unserem römischen Mitarbeiter.)
Eins hat jedenfalls die beispiellose Hetz- und Wühlarbeit des französisch-englisch-russischen Botschaftertrios in Rom erreicht: die öffentliche Meinung
Italiens derart in die Irre zu führen, daß es nach menschlicher Voraussicht keiner Itegierung Viktor Emanuels mehr gelingen würde, das betörte Volk zu einem Kriege gegen Frankreich mit fortMreißen. Es müßten auf seiten unserer Feinde schon . ganz ungeheuerliche Fehler begangen werden, um eine Sinnesänderung bei den Italienern zu unseren Gunsten herbeizuführen. Sie wird ja wohl eintreten, sobald wir die Feinde zu Boden gerungen haben. So wie die Dinge heute liegen, können wir die italienische Regierung nicht mit Vorwürfen überhäufen. Sie wälzt dieselben ab und gibt in den ihr nahestehenden Organen die Hauptschuld unserer und der österreichischen Diplomatie. Wir werden später Gelegenheit nehmen, auf die Begründetheit dieser und ähnlicher Vorwürfe einzngchen. Mit einer Erörterung derselben ist augenblicklich niemand gedient. Daß unsere diplomatische Vertretung in Rom seit langer Zeit — wir dürfen getrost sagen: seit dem Weggang
Bülows aus Rom in seiner Eigenschast als Bot- schafter — ni cht au f i h r em P o st en war und auch heute nicht genügend Autorität besitzt, bodarf nach all Len vielen schmerzlichen Vorgängen der jüngsten Zert kaum noch eines Beweises. Österreich hat seinen Botschafter ja bereits nach Hause geschickt, nachdem^ er mit seiner Krankheit an dem Ultimatumstage der italienischen^ Regierung einen billigen Vorwand für die etwas gar zu plötzlich als notwendig erkannte Neutralität gegeben hatte. Wenn Deutschland dem Beispiel des Wiener Kabinetts folgt und. einen neuen Mann auf den jetzt besonders exponierten Posten stellte, könnte noch so manches gerettet werden, wenn dieser neue Mann etwas mehr als die landläufige bureaukratifch- diplomatische Vockildung mit nach Rom brächte, mit der heute nicht viel Staat zu machen ist.
Es bedarf keiner Frage, daß die italienische Regierung ihren Schritt, die Neutralität erklärt zu haben, im stillen längst bitter bereut hat. Sie ist in eine Sackgasse geraten. ^Die ganze ungeheure Schwere der Verantwortung für die Zukunft der Station lastet auf ihren Schultern. Und es wäre gar nicht zu verwundern, wenn Herr Salandra, der die böse Giolittische Erbschaft im März d. I. ^ nur höchst ungern angetreten hat, angesichts des Drängens und Drohens eines durch die gewissenlosen Künste von bekannten Demagogen aus den Angeln gehobenen Volkes eines Tages die Flinte ins Korn wirft, um nicht noch eine schwerere Verantwortung auf sich zu laden. . Herr Salandra hat zwar durch die „Agenzia Stefani" er- klären lassen, daß seine Regierung keinerlei^ offiziöse Organe habe. Das braucht natürlich nicht wörtlich ge nommen zu werden. Denn eine Regierung ohne of.fi zjöse Organe gibt es heute in keinem modernen Staat möhr. Herrn Salandra steht in erster Linie der alte „Popolo Romano", in zweiter das „Giornale sd'Jtalia" zur Verfügung. Die auch in deutschen Blättern bekanntgewordenen Erklärungen des ersteren, die durch eben jene „Agenzia Stefani" Verbreitung und damit halbamllichen Charakter erhalten haben, wirkten durch die Schroffheit einiger Wendungen gegen die Kriegsschürereien des obengenannten Botschafter- t r i o s in Italien wie eine Bombe, deren Platzen von niemand e^cwartet wurde. Der „Popolo Romano" sagte am 16. d. M. rund heraus, der von einer gewissenlosen, „durch auswärtige Einflüsse", also den Botschaftern Barrere, Rennell Rodd und Krupensky, „suggestionier ten", zu deutsch: bestochenen Presse unternom mene Versuch, Italien zu einer erbärmlichen V e r r ä t e r e i an den Bundesgenossen und zu einem hin^ torlistigen Überfall in den Rücken zu verleiten, sei ebenso schmählich wie absurd. Die Regierung weise einen solchen Gedanken mit aller Energie zurück! er dürfe von anständigen Leuten nicht einmal erörtert werden. Weiter sagt das Regierungscommuniqnö — und als solches wird die Erklärung des „Popolo" auch von den betroffenen Blättern anerkannt — den letzteren nicht mehr und nicht weniger, als daß sie in ihrer V e- st e ch l i ch k e i t nicht den vaterländischen, sondern den Interessen chrer fremden Geldgeber dienen, also den respektiven Vaterländern der ehrenwerten Spießgesellen Barröre, Rennell Rodd und KruvenLkw
Die Regierung des Herrn Salandra hat also eine Scheidewand aufgerichtet zwischen den Interessen Italiens und des Dreiverbandes, zwischen den amtlichen Vertretern des letzteren und dem eigenen Lande. Sie warnt ihr Volk vor den gefährlichen Verführern, sie gibt einen großen und sehr mächtigen Teil der italienischen Presse als bestochene Werkzeuge des Botschaftertrios der allgemeinen Verachtung preis und muß nunmehr den offenen Kampf auch gegen diese mit Gold gewonnenen Diener fremdländischer Jntressen anfnehmen. Damit hat die Regierung auch einen großen, wenn nicht gar den größten Teil der öffentlichen Meinung Italiens gegen sich eingenommen. Denn daß diese infolge der brutalen Verhetzungen und der niedrigen Verleumdungssucht — Provinzblättchen erzählen ihren Lesern, daß preußische Soldaten das Fleisch gebratener unschuldiger Kinder essen!! — und angestachelt durch einen wahren Heißhunger nach T r i e st und Trient der d.eutschen Sache entweder nicht freundlich oder gar feindlich gegenüber steht, darüber dürfen wir uns keinen falschen Hoffnungen hingeben. Die radikalen deutschgegnerischen Parteien verfügen über ungeheure Geldmittel, die ihnen in erster Linie aus den Fonds der französischen Freimaurerlogen zufließen. Der König wie der Papst wissen sehr wohl, was für sie auf dem Spiele steht, wenn dieser Einfluß des „Groß-Orients" die Politik Italiens in französisches Fahrwasser leitet. Im Quirmal wie im Vatikan hat man ausgehorcht, als bekannt wurde, daß Frankreichs Vertreter Barrdre, den Viktor Emanuel bekanntlich nur mit den: Taschentuch vor der empfindsamen Nase begrüßen kann, es nicht verschmähte, auch seine Freundin, die anarchistische Führerin Maria R Y g i e r, mit ihren schwarzen Fahnen in die nationalistischen Volksversaimnlungen der Kriegsschürer zur Belebung und Erbauung der Massen vorzuschicken.
Barrdre hat an die Nationalisten, Anarchisten und Radikalen ebenso Ansprachen gehalten, wie der Gesandte von Belgien. Aber auch ein gewisser C o r r i- doni, ein in Mailand'wegen Aufforderung zu blutigem Dorgchen gegen die staatlichen Gewalten vorbestrafter Anarchist, ist nebst vielen Gesinnungsgenossen in die Barrdreschen Reihen getreten. Wenn man im Quirinal die Namen Rygier und Corridoni hört, so gibt es tagslange Verstimmungen. Und Herr Salandra ist im Grunde genommen ein konservativer Mann mit freien Ideen und kirchlichen Anwandlungen.
Er weigert sich, das Paria m ent zu Rate zu ziehen. Denn die Gefahr ist groß, daß auch Teile der parlamentarischen Körperschaften sich den gewissen „auswärtigen Einflüssen" nicht ganz entziehen könnten, vor denen Herr Salandra nachdrücklich gewarnt hat. Schon sind ja die Barzilai, Bizzolati, Federzoni und andere Französlinge unter den Deputierten aus die Gassen gelaufen und haben mit -den Anarchisten um die Wette „Nieder mit Österreich!" gerufen. Niemand weiß, besser als der verantwortliche Negierungsleiter, daß die der Steuerreform noch immer harrenden Firian- zen des Staates alles andere als nach einem Kriege schreien und daß die während des Tripolisunternchmens ausposaunten Staatsüberschüsse nur eitel Sand waren, den Herr Giolitti für die Augen seiner Wähler brauchte. Niemand weiß besser als Herr Salandra, daß seit jener Expedition die Proviant- und Munitionslager noch immer der Auffüllung entgegenharren. Niemand weiß auch besser als Herr Salandra, daß die Schlagfentigkeit des Heeres unter der unvollendet gebliebenen Finanzresorm zu leiden hat. Dazu die allgemeine Arbeitslosigkeit, die ihresgleichen in der Geschichte Neu-Jtaliens noch nicht erlebt hat; dazu ferner das bevorstehende Versiegen der bisherigen K oh len aueIIen — England hat zu- viele andere Kunden zu versorgen —, das Fortschreiten der revolutionären Bewegung im Innern und zuletzt, aber darum nicht zum wenigsten: die näher
und näher rückende slawische Gefahr, das Über- gewicht Frankreichs und Englands im Mittelmeer. Fürwahr, Gründe genug, die einsichtigen Poll- tiker Italiens vor den weithin gähnenden Abgrund zu führen. ____
Die große Kundgebung von Industrie, kjanbe! und Gewerbe in Derlin.
■Wl T.-B. Berlin, 28. Sept. (Nichtamtlich.) Bei der heute vormittag (wie gemeldet) • int großen Konzertsaale der Philharmonie veranstalteten Kundgebung des Deutschen Handclstags, des Deutschen Landwirtschastsrats, des Kriegsausschusses der deutschen Industrie und des Deutschen Hand. Werks- und Gewerbetammertages waren etwa 7000 Vertreter des deutschen Erwerbslebens aus allen Teilen des Reiches zugegen. Bald nach 10 Uhr eröffttete Reichstag s p r ä s i d e n t De. Kaemps die Versammlung, i»
