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Sonntag, 27. September 1914.
fühlt
Wiesbadener Tagblatt.
.(f te .„ Manch einer der Verwundeten fühlt sich als . ber Damen. Er weiß, er ist willkommen. Uird so SKne hinein, die Gönnerinnen zu begrüßen, ein paar Va n '^ 3 U zählen und dabei ein Glas Apfelsaft zu San 3 p st ünd wie schön ist es erst, zu erfahren, daß diese % r . rn k freiwillige Spenden sind! Das reichgesegnete ^>te[ j” l>irl gegeben, und die Reichen geben es gerne .^si8-Deutschland, acht-, zehn- und zwölfjährig, steht ^ bereit, um auf telephonischen ülnrus hin oder durch Cbjj verständigt, in einen Garten zu eilen und dort das itz^/^öueruten. Ein Erwachsener begleitet die eifrigen 5 bj 7 en . ur ‘i> hat acht darauf, daß in den Gärten nichts be- v^ird. Körbe um Körbe wandern täglich auf den % r,-* .' ^vller Obst und Gemüse. Es wird reichlich gegeben, !q, ^st'^Eich, aber das Gerücht, das irrtümlich verbreitet wor- »jfc® 0 *' die Damen litten an Überfluß, bewahrheitet sich %a Gabe ist willkommen und wird richtig verwendet, ‘eit ^^dirbt; die zahlreichen Helferinnen sind immer .be- Dbst zum Einkochen zu richten. Und wenn daher 'W- ni ^ weiß, wohin mit seinem Überfluß cm Obst und -1^ le, so kann er nichts Besseres tun, als es zum Markt- ichicken oder aber den Segen abholen zu lassen. Und , lemand gerne dem Unternehmen etwas zukvmmen lasten «J.? Un ^ h?l keinen Garten und daher kein Obst und kein ly ^ äu stiften, so ist ein Zuckerhut oder auch gestoßener v, «ehr erwünscht und eine gern gesehene Zuwendung, iit,. fetzt zum Schluß zu einem dritten Unternehmen, das Esiem Frfgkg gekrönt wurde und das Zeugnis ablegt von kfe' der Energie und dem kundigen Sinn der Frauen i-^^°ens. König!. Schloß, in dem ein so reges Treiben W Verdient die frühere Reitbahn besondere Beachtung. ?^Frau Süß ein richtiges Warenhaus eröffnet. Dort I Aschen, Stühlen, Kleiderhölzern, Regalen ausgebreitet, ovvftige Frauen, Männer und Kinder brauchen, wie fei« beider, Stiefel, Mäntel, Blusen, Unterröcke, L°?^^st5üge, Wäsche, Kinderbetten, Kinderwagen, Spiel- , Kinderbücher, Badewännchen usw. Lauter Sachen, _kfi^ Damen gesammelt wurden. Sachen, die für den N wertlos gelvorden waren, hier aber noch nnend- itz . ^utes stiften können. Die Wäsche ist sortiert iir ^^'8 in Regalen geordnet, ein Schildchen bezeichnet tkjO^den, Hosen, Nachtjacken, Windeln, Strünrpfe, Kissen- ji ^ Küchenwäsche — ein Handgriff, und das Gewünschte stfwden. Auch da ist jede Gabe willkommen. Von allem schlich vorhanden, nur an Kinderschuhen und. Kinder- Itf n fehlt es ziemlich, und gerade darnach wird »Hb Klangt. Denn es wird bereits viel abgegeben,
die Bedürftigen finden sich täglich in großer . Wenn unter den Stiefeln, die alle mit Nummern «stE" find und daher leicht sich passend finden lassen, nun Passendes ist, so bekommen die Bittsteller ihre hi »f wvnn es irgend angängig ist, geflickt. Am Eingang tfy w jugendlicher Schuhmacher, der unverdrossen und
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Wäsche, die schadhaft abgeliefert wurde, wird erst in ^veuzendeu Flickstube schön gestopft, wie überhaupt
^?ISer Geschicklichkeit neue Sohlen und Flecke auflegt „" en kleine schwarze Fingerchen die Arbeit schnell ver- 11 SB"* •• " " ~ « = •«-«—. -—rj.
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"^chgesehen und instand gesetzt wird, ehe ,cS zur.Wertei-
So sind z. B. alle Badewannen, die es nötig öelötet und gestrichen worden, und es läßt sich wohl toenn wan von solcher Umsichtigkeit erfährt, welch eine M m von Fleiß und Arbeit in dieser ganzen Ordnung steckt. % d wirklich sehr sehenswert, so sehenswert, daß Frau wA°° n der die ganze Idee stammt, auf den Gedanken ver- Warenlager gegen ein Eintrittsgeld von 15 Pf., der !il t “ wr eine Speise marke des „Roten Kreuzes", dem ^ Publikum zugängig zu machen.
wirken sie, die Frauen in Wiesbaden, so tatkräftig,
e,( y und umsichtig.
, Die post und die Liebesgaben.
wird mitgeteilt: In der Presse wird behauptet, oeldpost bei der Beförderung von Liebesgaben Demgegenüber ist daraus Hinzuwersen, daß die j^tui 1 ® en der Feldpost in er st er Linie auf die Be-
?°>iz 8 von Nachrichten sowie von Geldsendun- °!k^sj^chn-et sind, und daß die zwischen Post- und Militär- ?% vereinbarte Feldpostdienstordnung, die die Grund- s E ^ftaltung des Feldpostbetriebs enthält, den Feld- k«^ dementsprechend regelt. Die Einrichtungen der Feld-
(f q f- en daher für die Beförderung von Liebesgaben -^^n s e nd u n g e n überhaupt nicht in Frage. ^k,Vf es schon 1870/71 gewesen, so daß auch hier der v'l bxis. die Hinweis, daß es um die Feldpost v o r 4 4 I a h- M!in^ gestellt, gewesen sei, nicht zutrifft. Auch schon da- die Massensendungen an Liebesgaben durch die "«fördert worden, nicht durch die Post. Die Post- ^ vielmehr im Herbst 1870 die Zurückweisung
u^vgen angeordnet, die nach Form und sonstiger Be- w'.?vsonders auch mit Rücksicht auf ihren Inhalt, . ^../wrderung mit der Briefpost nicht eignen. Dabei
des ganzen Feldzugs 1870/71, von kurzen Ab-
... < ^ C..^. V..i«
en Meistgotvichts!
? t tzo? °dgesehen, das Meistgewicht für die Felidpostbriefe Xss P . °der 68 Gr. ' ..
66 Gramm, also nur den vierten Teil des jetzt
> aus dem lirkege 1870/71
!W, er j-
SQ;Vt l, es lrechte Seitenwand) eine bemerkenswerte bi» er " Photographien und Bleistiftskizzen — aus- die Liebenswürdigkeit einer „Tagblattleserin"
LiebenswürLigkei ^ Originale der im Bild sestgehaltenen afrika-
°wier Aufschrift sind in der Durchgangshalle des Wl (rechte Seitenwand) eine bemerkenswerte
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Eji s\>:; BEr Frankreichs, auf die dieses ja auch in dem 'V ,E! bn verzichten zu können glaubte, waren in
x f damals untergebrachte Verwundete und Ge- "Sfar/dc Nation". In Meister Camphausen, %%%'* Seit in Düsseldorf lebenden berühmten Ge- Z weckten die Turkosköpfe ein so unbezwingbar ,snto..r.-- b,aß er sich von dem Kommandeur des
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,/Krs bie Erlaubnis erbat, einige der charakte
Eine Sammlung von 12 sol- a. die
auf einem Blatt vereinigt, zeigt u * "u „Tagblatthaus".
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Eine bekannte Wiesbadener Persönlichkeit R>>7°t L Pmm hohen Alter von 78 Jahren gestorben: der •W fEdrich fs e m p. Der Verstorbene hat sich nament-
Unb s e . Rezitationen religiöser Dichtungen in
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^in e ^ tU&et hinaus einen Namen gemacht, ic de? Noten Kreuzes. Die Wtei vom Roten Kreuz ersucht uns um Berotsenr- Senden Bitte: „In dankenswerter Weise werden
Ilbteilung 4 des
uns Obst und Gemüse von unseren Mitbürgern fortgesetzt zur Verfügung gestellt. Wir bitten auch w>eiter um diese Gaben. Diese Zuwendungen werden durch freiwillige Hilfskräfte gepflückt und mittels geliehener Handkarren und Körbe abgc- holt. An Körben aber mangelt es sehr, da sie auch zur Beförderung von Sendungen für die Lazarette und Krankenhäuser gebraucht werden. Dankbar würden wir es deshalb begrüßen, wenn entbehrliche Körbe sreundlichst der Konserven- obteilung, Marktplatz 3, zur Verfügung gestellt würden.'
— Kricgsabcnde. Im Mittelpunlt des ersten der vom „Volksbildungsverein" veranstalteten Kriegsabende, der heute S o n n t a g a b e nd um 8 Uhr im großen Saal der „Turnge- sellschaft" in der Schwalbacher Straße stattfinden wird, steht ein Vortrag von Herrn Direktor Dr. Maurer über die Entwicklung des deutschen Einheitsgedankens seit den Freiheitskriegen.^ Außerdem sind gemeinsame und Einzellieder, Deklamationen und Ansprachen vorgesehen. Ferner wird den Teilnehmern durch Vorzeigung von Dumdumgeschossen, Flieger- Pfeilen u. a. Gelegenheit gegeben werden, sich von der grausamen Kriegführung unserer Feinde selbst zu^ überzeugen. Jedermann ist herzlich e,ingeladen, vor allem unsere wegserti- gen verwundeten Soldaten.
— Die Rote-Kreuz-Büchcrcr gibt bekannt, daß — dank der so überaus zahlreichen Bücherspenden —sämtliche hiesige Lazarette durch regelmäßigen Bücheraustausch von ihr mit Lesestoff versorgt werden. Nachdem jetzt Verivundete in Privatquartieren untergebracht sind, hat die Rote-Kreuz-Bücherei auch für diese eine kostenlose Ausleihestelle eingerichtet, die sich im Kavalierhaus (1. Tür links, ebener Erde) des Königl. Schlosses befindet und wochentags von 11 bis 12 Uhr geöffnet ist. Ein Bücherverzeichnis, das etwa 2000 Nummern umfaßt, liegt dort zur Einsicht auf.
— Hilfe für Ostpreußen. Ein hiesiger Herr, der in derselben Lage war wie der Verfasser der unter der vorstehenden Überschrift in der Morgen-Ausgabe vom Freitag veröffentlichten Zuschrift, hat sich, wie er uns mitteilt, telegraphi'sch an den Oberbürgermeister von Königsberg, Herrn Dr. Körte, mit der Bitte um Mitteilung einer Adresse für die Versendung von Paketen mit Kleidern usw. für die notleidenden Ostpreußen gewandt. Die ihm daraufhin, ebenfalls telegraphisch, angegebene Adresse lautet: „An die Zentrale des Vaterländischen Frauenvereins Königsberg i. Pr., Tragheimer, Kirchstraße 83, Vielleicht hat noch mancher unserer Leser, der gern schnell helfen möchte, woraus es nach dem in der gestrigen Abend-Ausgabe veröffentlichten Notschrei besonders ankommt, für diese Adresse Verwendung.
— Es werden immer noch Feldstecher gebraucht! Das
Reserve-Jnfanterie-Regiment Nr. 223 schreibt uns vom Truppenübungsplatz Oberhofen unter dem 24. September: Das Regiment bittet ergebenst um gesl. Überlassung von Ferngläsern, die von der Redaktion usw. als Liebesgaben gesammelt werden. Das Regiment, das in 14 Tagen vor dem Feind stehen soll, ist aus drei Bataillonen gebildet, die m Frankfurt a. SK., Wiesbaden und Mainz zusammengestellt sind. Da das Regiment nicht zum 18. Armeekorps,^ sondern zum 24. Reserve-Armeekorps gehört, hat es bis jetzt noch keinen Anteil an den von diesen Städten gesammelten Liebesgaben gehabt, trotzdem je ein Drittel der Angehörigen des Regiments ans genannten Städten stammen. Für Überweisung von anderen Liebesgaben aller Art in der Folgezeit wäre das Regiment sehr dankbar. Ein besonderer Mangel an Ferngläsern hat sich im Regiment sehr fühlbar gemacht. — Wir sind bereit, Ferngläser für das Regiment an unserem Auskunftsschalter, eine Treppe, entgegenzunehmen.
— Kontrollversammlungen. Zu denselben haben zu erscheinen: Morgen Montag, den 28. September 1814, vor
mittags 8 Uhr: Die Unteroffiziere und Mannschaften des aus- gebildeten Landsturms der Gar,de-Jnfanteri>e und Provingial- Jnfanterie, Garde-Jäger und Provinzial-Jäger^ und Schützen imit Ausnahme der Ökonomiehandwerker, Büchsenmacher und Krankenträger) der Jahresklassen 1895 bis 1900 (Einstellungs- jahr). Nachmittags 3 Uhr: Jahvesklasse 1894 (Einstellnng^S- jahr). Leute, die bis zum 1. August 1914 das 45. Lebensjahr vollendet hatten, haben nicht zu erscheinen. . Die Kontrollversammlungen finden im Hof des Bezirkskommamos, Bertramstraße 3, statt. _ „
_ Stcnographiesckmle. über das Thema: ^„Die Kurz-
kcbrist und deren volkswirtschaftliche Begleiterscheinungen irrt Srieac" wird am 29. September, abends 9 Uhr anfangend. rn der Stenoavaphieschule Stolze-Schveb (Gewerbe,chulgebaude. Limmer 14) ein Vortrag gehalten, Gäste haben fre,en Zutritt Der Unterricht beginnt schon um 8 Uhr.
vorbericht« fiBer Km«U, *>artr3oe und verwandtes.
* Wohltütigkeitskonzert. Heute Sonntag, abends 7'/» Uhr, veranstaltet de^ Chor des Lvzeums 1 in Verbindung mrt dem Vbilbmunonischen Verein" unter solistischer Mitwirkung von Frl Erna -Hertel (Gesang) in der Lutherkirche ein Wohl- tätigkeitskonzcrt. Lessen Ertrag zur Linderung der Knegsnot bestimmt ist, _
Neuer aus aller Welt.
Die asiatische Cholera. W- T.-B- W i e n, 25. Sept. Heute ist in Brünn ein Fall von asiatischer Cholera bakteriologisch festgestellt worden. Die Erkrankung betrifft eine am 21. Sepember vom nördlichen Kriegsschauplatz eingetroffene, sofort in Spitalbehandlung verbrachte Militärperson.
Die Sturmflut auf der Untcrclbe. Von der Unter- e l b e 26. Sept. Die Sturmflut hat nach den jetzt vorliegenden Meldungen keine wesentlichen Schädep an den Deichen der Unterelbe angerichtet. Um so großer ist aber der Schaden der unter dem Viehbestand der angrenzenden Ntarschen zu beiden Seiten der Elbe angerichtet worden ist. Cs sind vom diesseitigen und j-'.nseitigen holstennschen Ufer etwa >*00 Stück Vieh der Sturmflut zum Opfer gefallen und der Schaden wird auf mehrere Hunde ttausenr Mark geschätzt.
__ Wilhelmshaven. 26. Sevt. Ein Opfer des Sturmes,
der in den letzten Tagen der vorigen Woche wütete, ist der Bootsmann Otto Römer vom kleinen Kreuzer „Hamburg" geworden. Er wurde an Deck von einer Sturzwelle erfaßt und
^k W (Jn "bgyem'chcS Lourdcs. M ü n ch e n . 26. Sept. Eine unglaubliche Enthüllung bringt das Zenlrumsblatt „Aüzs- duraer Postzeitung" unter der Überschrift „Ein bahönsches Lmrdes" Das Blatt sagt einleitend es sei höchste, Zeit, einen Nnfua öffentlich zur Sprache zu bringen unv als.solchen zu brandnmrken, ehe er noch weiteren Schaden anrichtet. Es Nudelt sich um folgendes: Eine gewisse B. B m Schippach.
Dorfe von >225 Einwohnem in Unterfranken, soll seit ^c> wahren mit Christus, der Niuttcr Gottes und den Heiligen iu besonders begnadetem Verkeh: stehen. Christus habe diese Nerson bearlftragt, in Schippach eine Weltkirche zu bauen, damit- Schippach eilt Weltwallfahrtsorr > werde Weiter habe er diese B' B. beauftragt, einen Liebesbund zu gründen, der sich übe» alle fünf Erdteile auSbreiien soll Es ist Tatsache dag «im Bau 'der Weltkirche bereits die Genehmigung erteilt ist and dÄ für diese Kirche eine unglaublich große Summe bereits
Morgen-Ausgabe, 1. Blau. Seite 5.
gesammelt ist. Für den Liebesbund leien Sundcrttausende von. Flugblättern verteilt worden. Die ganze Sache sei. so schlief! das genannte Zentmmsblatt. lein Aprilscherz, sondern verbürgte Tatiäche. Das Blatt fordert die zuständige BehovG auf. diesem Unfug ein Ende zu machen. , „ _
Das Wunder des heiligen Jgnugrms. Neapel. 26. SesH Jn der Bürgerschaft von Neapel hev.scht große Aufregung.U-,4 der heilige Januarius wieder sein Blutwunder zeigt. D»> beiden Fläschchen, in denen bei seiner Enthanptuna fern Bl.v^ aufgefangen wurde, wurden in großer P ozeiiion nach der» Relchuienschrank getragen und dem Haupte des Veiugeu g« nähert Zur unaussprechlichen Freude der Gemeiude wurk, das geronnene Blut wiedo flüssig. Ganz Neapel .ist nun mehr davon überzeugt, daß Italien von den Wechielfallen d»-» Krieges verschont werden wird, da der heilige Januarius bt«: Wunder nur wirkt, wenn seiner geliebten Stavt letn UnhiM
^„Verlor zwei Stiefel und eine» Stru>nv7 . ..Genera! Rennenkampfs Stiefel sind gegenwärtig in Königsberg einem Schaufenste'- auf dem Steindamm gegenüber der steiw dammer Kirche ausgestellt Wie. eine Aufschrift an dem Sckausenster besagt, hat der russische General die Stiefel -- es sind hohe Stulp,'tiefel bester Arbeit — in Gumbinnen aus der Flucht hinterlassen.
Letzte Drahtberichte.
Ein GeburtStagSglückwunsch des Kaisers.
W. T.-B. Königsberg, 26. Sept. (Nichtamtlich) An den Oberlandesgerichtspräsidenten a. D. und Kanzler im Königreich Preußen v. PI e h w e hat der Kaiser, den Morgenblättern zufolge, anläßlich seines 80. Geburtstags folgendes Telegramm gesandt: „Großes Hauptquartier, 24. September. Jn di-es>en Tagen schilleren Ringens um die Existenz und Zukunft unseres Vaterlands ist es Ihnen durch Gottes Gnade vergönnt, auf 8 0 Jahre Ihres an Arbeit und Verdiensten reichen Lebens zurückzublicken. Mit meinem Dank für Ihre treuen Dienste spreche ich Ihnen zu diesem seltenen Lebensjnbiläum meine wärmsten Glück- und Segenswünsche aus. Wilhelm R."
Völkerrechtswidrige Verwendung des Roten-Kreuz-Zeichens durch die Russen.
stsi Berlin, 26. Sept. (Eig. Drahtbericht) Der „Post" bestätigt ein Militärarzt in der Armee im Osten die völkerrechtswidrige Verwendung des Roten-Kreuz-Zeichens durch die Russen. Er bekennt: Unter den Trophäen, welche die Armee Rennenkamps in unseren Händen gelassen hat, befindet sich auch ein aus 80 bis 100 Wagen bestehender H i l s s l a z a r e t t z u g auf dem Bahnhofe Wtrrballen. Nur einige der Güterwagen zeigten Vorrichtungen auf für Anbringung von Bänken. Alle anderen der sämtlich mit Roten Kreuz versehenen Wagen enthielten bis obenhin In- sanierte- oder Artilleriemunition. Jn zwei ungedeckten Wagen standen sogar zwei russische Feldgeschütze, darunter ein schweres 12-Zentimeter-Geschütz.
Fcldmarschulleutnant Ernst von Froreich gefallen.
hd. Wien, 25. Sept. Der Tod des Feldmarschalleutnants Ernst von'Froreich wird jetzt durch die 12. Verlustliste bekannt. Der tapfere Reiterführer war der Kommandant der 5. Honved-Kavallerie-Division. Er ist bei Satanow gegen die Russen bei einer Kavallerieattacke, die er an der Spitze der Roten Husaren, der sogenannten „Roten Teufel", ausführte, einen frohen Reitertod gestorben. Er galt als einer der befähigtsten Kavallerieführer der österreichischungarischen Armee.
Steckbriefe gegen „Hansi", Helmer und Hug.
W. T.-B. Straßbnrg, 26. Sept. (Nichtamtlich.) Das Kriegsgericht von Kolmar erläßt weitere Steckbriefe mit Vermögensbeschlag gegen den Kunstmaler Jakob W a l tz, genannt Hansi. Ferner gegen den Rechtsanwalt Dr. Paul Albert Helmer und den Zahnarzt Hans Hug. Alle unbekannten Aufenthalts, zuletzt in Kolmar wohnhaft.
Gerettete vom „Indian Prince" in Brasilien.
W. T.-B. London, 26. Sept. (Nichtamtlich.) Das „Router-Bureau" meldet aus Rio de Janeiro: Der
deutsche Dampfer „Preußen" ^ ist in Santos ange- kommen und schiffte den Kapitän und 15 Mann von der „Indian Prince" aus, die von dem „Kronprinz Wilholm" in Grund gebohrt worden war. Nach einem Lloydtelegramm wurde der Rest der Besatzung an Bord der „Ebernburg" gebracht.
M. Trier, 26. Sept. Das Kriegsgericht der- urteilte einen belgischen Chauffeur zu zehn Jahren Zuchthaus, weil er deutschen Truppen eur Hindernis in den Weg legte, indem er ein mit Beschlag belegtes Auto durch Abischranben eines Maschinen- teiles unbrauchbar geniacht hatte.
XX Wien, 26. Sept. (Eig. Drahtbericht) Der 20- jährige Graf Michael Tolstoi, ein Neffe des Grafen Leo Tolstoi, wurde im Kampfe bei Komarow von den Österreichern gefangen genommen und nach dem Gefangenenlager von Mlada gebracht.
klus unserem Leserkreise.
licht «erwendetk Mn!r»dimgcn rönnen weder „irüikaekandt. noch ausbewabri werde«.,
* Welch bureaukratische Zustände bei der kainzer V e r sa n d st e l l e für Pakete an unsere rt Felde stehenden Land w ehr regimenler qe.-rschen, rht aus folgendem he>'vor: Ich hatte am 23, d. M, meinem kanne zwei Pakete mir Wollsachen und Eßwaren geichickt. uvor erkundigte ich mich auf einem Wiesbadener Postamt qd auch noch bei der Auskvnstsstelle in der Hellmundstvatze man nach der Abfassung der Adresse, Es wurde mir gesagt, rß die deutliche Briefaufschrift genüge. Der Beamte, dem i ant PostsSalter die beiden Pakete ubergeven liev, nahm i an ohne an der Adresse etwas ansznsctzen: er sagte noch, e Sachen gingen nach Mainz, um von dorr Durch das, Ersatz- itaillon weiterbefördert zu werden. Heute bekomme ich nun rs eine der beiden Pakete ohne iegliche Erklärung zurück, uf meine Nachforschung bei dem in Frage kommenden Post- ut konnte ich erst durch einen hoberen Postbeamten — denn ,c Annahmestelle war sich auch nicht klar über das „Warum - erfahren daß die Pakete noch den Vermerk „An das Ersatz- rtaillon des Landwehr Regiments Nr. , . in Mainz zur Seiterbefördsmng an usw." hatten tragen, müssen. Das oeite Paket das ich nicht zurück erh-.elt, ichernt ohne diesen e»merk durchgegangon zu sern. Das. zurnckgekommene war.
sich aus dem Stemvel ergibt, schon m Mainz gewesen, also -rcits an deni Bestimmiliigsort, vo>i dem aus die Welter- -förderuna vor sich geht. Hier hat man es Nicht etwa wegen nbeitellbarkeit, sondern lediglich deshalb zurückgewieien. weil -r oben erwähnte Vermerk fehlte. Die Sldresse war, wie geigt genau angegeben. Jeder Zusatz zu dieser großartigen stituna St Bureankratismus ist überflüssig! Die Beamten n hiesigen Postamt versvrachen mir schließlich in der freund- chsten Wesse, für dir Beförderung Sorge zu tragen.
