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Samstag, 26. September 1824.
ätoif* llre ^E'^ilung Ulanen Me Brücke in Miramont S>ns n ^ m i e n s und Arras gesprengt.
tapfere Bcrhaltcn eines sächsischen Nlanen-Negiments. dxzChemnitz, 25. Sept. Acht Offiziere und IS Ulanen Nr ^Eumitz garnisonierenden dritten Ulanen-Regiments ®ätrthf be ". en der Kaiser ist. haben sich bei den großen !ocf>hf v ' n Ostpreußen besonders ausgezeichnet. Zwei ^.^"dronen des Regiments eroberten 4 russische Batterien. Icun Gefangene und erbeuteten viel russisches Fahr-
g. Sie erhielten sämtlich das Eiserne Kreuz, uszeichnung des Generalobersten von Kluck und seines Sohnes.
DAw Berlin, 28. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Die >!t s ' 3tg." schreibt: Dem Generalobersten v. Kluck
ordpEiserne Kreuz 1. Klasse durch Kabinetts- ha»/ ^0- August 1914 verliehen worden. Der General alg das Eiserne Kreuz 2. Klasse im Feldzuge 1870/71 Nr x^^tnant des 6. westfälischen Infanterie-Regiments hUerworben. Sein Sohn, der Leutnant d. R. v. Kluck, ^Eiserne Kreuz 2. Klasse am 13. September erhalten, ückkehr der französischen Regierung nach Baris? Äi,8 m nn? '' 25. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. kehr s kenn; wird gemeldet: Man erwägt die Rück- ... der Regierung nach Paris. — In Bordeaux
WiesbadimeV TKgbiKt?»
sollen
an- zumeist
^ d^e d g u t s ch e Verwundete Algier gebracht werden.
Zur Beförderung Hcllmut HirthS.
^ne CrneniMng Hellmut HirthS, des berühmten Fliegers, sch^ Leutnant stellt, so scheibt eine Korrespondenz, die der../ 1 * ’* e Beförderung dar, die bisher im deutschen Heere Glommen ist. Hellmut Hirth war vorher überhaupt nicht fte ttD j[r- un k stellte sich bei Ausbruch des Krieges als KriegS- freiteri er ' dr wurde schon nach vierzehn Tagen zum Ge- weiteren vierzehn Tagen zum Unteroffizier und nach acht Tagen zum Leutnant befördert.
Zeppeltnkreuzer wieder über Antwerpen.
Rotterdam. 25. Sept. In der Nacht vom die »fl 9 * um Mittwoch ist ein Zeppelinlnftschisf über r ' te Verteidigungslinie von Antwerpen in der ung von Moll-Liöve geflogen.
z, . Ein „gefährlicher" Gegner.
^iw Eau *' 2S - Sept B*if : Cte ein Telegramm
^schen"«»^ e§ beißt: „Ich bin bestürzt über den verbreche- hew.,./tt der Zerstörung dor Kathedrale von Reims, der eine fiett rbc £ url0 der ganzen Welt bedeutet. Gr charaktert- >ne Armee, eine Nation, eine Regierung.-
Ministerrat teilte von Monaco
W
T.-B
Die Erzgruben von Briey,
Berlin. 28 Sept. Die „Nordd. Allg. Zig."
ttielbe .' <i. ■ ^erirn, 23 Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg." Iieth,. fr Ie Erzgruben von Briey wurden einer Zwangs- tÜUx- 7/ t ung unterstellt, welche für Rechnung der Eigen- drg^^oeitet. da? Ersaufen der Schächte verhindert und die Ätzern Vorräte verwertet, damit sie nicht durch längeres , ! Bt>ib a t-. be ® er & e n Es erfolgte aber keine Beschlagnahme des enba ’ m ‘ s - nlso keine Vergeltung gegenüber der Ver- Wngspoijtch deutschen Privateigentums durch England,
w Für Hindenburg und Ostpreußen.
T.-B. Berlin, 25. Sept. Heute vormittag ist vom s»id „,,,9 ber „B. Z." ein Transport von W o l l s a ch e n
>in-
^h^"beren Liebesgaben auf dem Weg zur Armee v. H ^ >n „ gebracht worden. Der Kolonne hat sich ein
f>ir ^Öltransport der Damen des Abteils Moabit ~? n dort hinauögezogenes Regiment angeschlossen, n. ^ransporte des Verlages sind in Vorbereitung. dinzj„fi ^ Berlin, 2ö. Sept. (Nichtamtlich.) Der Proust u§ i c ^. u fe der Provinz Sachsen hat 100 000 M. Leflüchteten Ostpreußen bewilligt.
Zum Wirdrraufbau Ostpreußens, zs ^?^bden, 25. Sept. Durch Vermittlung des Leip. ^ltsnachweises sind gestern 1200 Arbeiter nach Ost- ^ lein, ""gegangen, um dort an dem Wiederaufbau tätig
, hg M ^luf russische», Boden gefallen. to* bommJ!'?’ S5 ‘ russischem Boden gefallen ist
r ‘ b i Cur einer Landwehrbrigade. Generalmajor "Pt. Er wurde durch einen Kopfschuß getötet.
> hg Rnssischc Dunidumgeschossc.
l» t°UndPtI^. (Steiermark). 28. Sept. Bei der Operation W freier,'? Salzburg wurde ein russisches Dumdumge- ^ batte ba§ rine schwere Knochensplitterung verur-
. Ein Flicgerbricfe an die Russen.
schon he\ Westfalen stammender Flieg eroffizier,
russisches Gebiet hinein geblockt bei ^ - kürzlich auf eineni Erkundungsflug nach der rassisch^ Ebenstem folgende Briefe und Proklamationen
ch°rdurch
"der bie russischen Stellungen herab:
^ - R e n ne n ka m p f! Ew. Exzellenz geben 5. bekannt, daß durch die völkerrechts- U'! "uh v^^«>srbreunung unschuldiger Ortschaf- ^^ bre r„».L ' nschlach ten ihrer Bewohner (Abschwan- bt? nk ^tmec jedes Anrecht auf schonende Behänd-
nn>;c?^' Wenn auch anerkannt wird, daß die Mord- Kosaken waren, bei den reguläven Truppen teii^oren iL " n,b Menschlichkeit besteht, so muß Ew. Hoch- daß im Befehlsbereich doch so weit aus-
%. der Schändlichkeiten verhindert werden. Das
Ik^"itvorv,„ ^"uten kommt auf Ihr Haupt! Sie haben die (W. ung zu tragen! — N. N., Leutnant. N. N. Ober- ^>ie P-
an die S o l d a t e n, die in Tausenden nbgeworfen wurde, lautete:
^Eit. '/.Soldaten! Man verheimlicht Euch die C%in ,,5 re russische Narewarmee ist geschlagen -^Ne, ^."nd Ugdau. 300 Geschütze erbeutet, 93 000
kommandierenden Generale des 13.
bei Ge- und 18.
sie ,® UI, S Gefangenen werden hier gut be
^ 53 0r H ! ’ n nicht nach Rußland zurück.
^Ntee g. Paris stehen unsere Truppen. ‘ n zurückgeschlagen.
Belgien ist Die französi-
Schicksal des Fürsten Radziwill. »eu Usrsbura. 9.5 Di- «.ffifrfv, w.
->e S 25. Sept. Die russische Regierung
«i,.,,^sstn L^r der Polenpartei im deutschen Reichs- üi.pttan^^^rhafiung in Wolhynien in den ersten gemeldet worden, nach Petersburg leine Aburteilung wegen Spionage er-
von den Engländern aufgebracht. .lL;s,sdam, 2 g. Sept- Die holländischen Amerika-
„ l 9ert /.wo
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ijck". „Somuieldijck" und .Rotterdam", die
sich aus der Fahrt von Amerika nach Rotterdam befanden, sind von englischen Kriegsschiffen angehalten und nach Plymouth gebracht worden.
Deutsche Gefangene nach Irland verbracht.
W. T. -B. London, 25. Sept. Wie die „Times" melden, sind am 22. ds. Ms. 400 deutsche Gefangene nach Irland befördert worden.
Die Kricgsbcgeisterung der Ausländsdeutschen.
Irck. Mailand, 25. Scpt. Hier sind gestern 30 Deutsche aus Chile ausgereist, die als Freiwillige in das deutsche Heer cintreten wollen. Ihre Lleise über den Ozean war lehr abenteuerlich und ein wahres Wunder ist es. daß sie allen Gefahren entronnen sind. In Valparaiso sind in den ersten Kriegslagen 18 00 junge Deutsche aus allen Teilen Chiles eingetroffen, die nicht tueiterreisen konnten, weil der deutsche Konsul erklärte, daß man ihrer einstweilen nicht bedürfe. Einige reisten trotzdem ab und unternahmen, weil in Südamerika jetzt Winter ist und der Bahnbetrieb eingestellt ist. den Übergang über die Kordilleren zu Fuß. Die Füße mit rohen Kuhhäuten umwickelt, um in den von ungeheuren Schnee- und Eismassen bedeckten Bergen nicht abzustürzen, gelangten sie unter großen Anstrengungen nach M endo za. der nächsten Bahnstation in Argentinien.
Die Stimmung in Spanien.
HZ. Madrid, 24. Sept. Ein großer Teil der spanischen Presse ist nach den Ungeschicklichkeiten des neuen Don Quichote Sennor Lerroux, der als^ fahrender Retter für dn> heilige Tripelentente ins Feld ziehen wollte, von ihrer deutsch-feindlichen Haltung abgekommen. Die Stimmung für unbedingte A u f r e ch t e r l, a l t u n g der Neutralität überwiegt bedeutend, da sich auch das Volk. ganz und gar nicht auf einen Krieg einlassen will. In der illustrierten Tageszeitung „A B C". die sich einer großen Verbreitung erfreut. tritt der Marquis Santillana, der als Herzog von Jnfantado zu den hervorragendsten Granden des spanischen Königreichs gehört, mit außerordentlicher Scharfe dafür ein. daß Spanien sich nicht in das Schlepptau der Tripelentente nehmen lasse und seine Unabhängigkeit und Neutralität bewahre. Der Artikel des Mitgliedes der spanischen Hocharistokratie, dessen Großvater in der Geschichte Spaniens eine hervorragende Rolle gespielt hat, erregt in politischen Kreisen großes Aufsehen und findet lebhafte Zustimmung bei Politikern oller Parteien.
Eine spanische Stimme zu den Klagen über Deutschlands „Barbareien".
sich. Madrid, 24. Sept. Die Beschimpfungen Deutschlands als das Land der Barbaren durch die englisch-französische Presse und ihren Anhang findet in Spanien bei einem großen Teil der Presse wenig Gegenliebe. So veröffentlicht die Zeitung „A B C" eine Statistik mit der Überschrift „Aus dem Lande der Barbaren", in der sie die Anzahl der Schulen und Hochschulen in Deutschland angibt und die vergleichenden Zahlen für Frankreich und England daneben stellt. Sie fügt dem eine Statistik der für Kunst und Wissenschaft aufgewendeten Summen, das prozentuale Verhältnis der Analphabeten und Schwerverbrecher für die drei angeführten Staaten hinzu, aus denen ersichtlich ist. daß in jedem Falle die Wagschale sich z u- gunsten Deutschlands neigt. Schlüsse aus diesen Statistiken zu ziehen, überläßt das Blatt ironisch den Freunden Englands und Frankreichs.
Zur Aufklärung der öffentlichen Meinung in Amerika.
o Breslau. 25. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Das Auswärtige Amt enfiandie den Professor der Theologie an der Breslauer Universität K ü h n e m a n n. der als Austausch- Professor für Amerika wiederholt sehr gefeiert wurde, nach den Vereinigten Staaten zur Aufklärung der öffentlichen Meinung. Professor Kühnemann ist nach der „Bresl. Zdg." auf einem holländischen Schiff bereits in Tlmerika an gelangt.
Aufklärung der Amerikaner durch Films.
Von einem Dresdener Geschäftsfreund erhält die „Projektion" folgende'Zuschrift- „Zwei amerikanische Heeren haben die von dem hiesigen Olympia-Theater aufgenommenen Films der gefangenen Franzosen und Russen in Königs- brück käuflich erworben, um sie ihren Landsleuten in Amerika vorzuführen und dadurch die Lügenmeldungen, die von aus- wöi tilgen Zeitungen in Anrsrika verbreitet ivunden, asifzu- klären. Die Herren fuhren am 11. September nach Amerika zurück."
Auch in Südamerika bricht sich die Wahrheit Bayn.
Wie die Haltung Englands auf das Ausland wirkt, beweist am besten ein Artikel im Argentinischen Wochenblatt, überschrieben: „Der Judas der germanischen Raffe".
Darin wird ausgesührt, daß Englands Politik einen Schlag gegen die menschliche Zivilisation bedeutet. Rias England getan hat, ist das Äußerste. Sein Verrat an der weißen Rasse muß gesühnt werden, sonst gibt es überhaupt keine ausgleichende Gerechtigkeit mehr. Den Schandfleck, den England jetzt auf sich geladen hat, wird es nie wieder reinwafchen. Bisher haben die Engländer tm Pioatenhandwerk Glück gehabt. Aber was England getan hat, bleibt an ihm hängen, so lange es noch eine englische Nation gibt.
Englische Flieger über Köln und Düsseldorf?
W. T.-B. London. 25. Sept. (Nichtamtlich) Ein Korrespondent der „Morniugpost" an der deutschen Grenze meldet, die britischen Flieger ^ seien zuerst zu den vorgeschobenen Posten an der Grenze geflogen. Dann hätte sich eine Ilbteilung von ihnen getrennt, um^nach Köln zu fliegen. Die letztere kreuzte 9 0 Minuten über K ö l n, das von einem dichten Nebel eingehüllt war. Sie fürchtete, Bomben aufs Geratewohl abzutoerfen,^ aus Besorgnis, Kirchen oder Privateigentum zu beschädigen. Da sie außerstande war. die Zeppelinluftschiffhalle festzustellen, kehrte sie zurück. ?luch Düsseldorf sei von einem Dunstschleier, jedoch nicht von Nebel emgehüllt gewesen. Ein Flieger warf Bomben ab. Er fürchtete, daß eine Bontbe -nfolge der geringen Höhe nicht explodieren würde, sah jedoch Flammen aufschlagen.
Augenzeugen des Düsseldorfer Flicgcrüüerfalls.
bä. Hörde, 23. Sept. über die Fliegerbombenwürfe auf dem Düsseldorfer Flugplatz wird dem „Hörder Bolksblatt" von Kriegsfteiwilligen. die Äugenzeugen des Vorfalls waren, geschrieben: Unsere Abteilung rückte um 8% Uhr aus, um die Bedingungen im Scharfschießen zu erfüllen. Als wir uns nach einhalbstündigem Marsch der Ballonhülle auf der Golzheimer Heide näherten, tauchte plötzlich aus dem Nebel mit abgestelltem Motor ein Doppeldecker auf, der das deutsche Erkennungszeichen trug. Im offenen Flug auf 150 Meter Höhe wurde die erste Bombe geworfen, die 20 Meter von uns niederfiel und nicht krepierte. Die zweite Bombe schlug 80 Meter von der Halle entfernt ein, uns mit einem
Morgen-M uZgaVe, 1. Vlatt. Seite kk«
Hagel von Steinen und Sand überschüttend. Erst jetzt konnten wir wahrnehmen, daß es ein feindlicher Flieger war, denn: das Aufsteigen von deutschen Fliegern zu Probewürfen ist etwas Alltägliches. Die nun cinsetzcnde Tätigkeit der Abwehr- kanonen und Maschinengewehre sowie unser Schnellfeuer blieben infolge des dichten Nebels erfolglos. Erheblicher Schaden wurde nicht angerichtet.
Oie Wahrheit über Löwen.
Brüssel, 21. Sept. Angesichts der verleumderischen llru» Wahrheiten, die int Ausland über die Vorgänge in Lölnen, insbesondere den Anlaß zur teilweifen Vernichtung der Stadt sowie über den Umfang dieser Vernichtung selbst verbreitet werden, hat die deutsche Regierung eine eingehende gerichtliche Untersuchung über diese Vorgänge und das über Löwen verhängte Strafgericht angeordnet. Die Untersuchung ist dem als KriegSgerichtsrat im Feld wirkenden bekannten Berliner Anwalt Justizrat JverS, also einem durchaus unabhängig dastehenden Untersuchungsrichter, übertragen worden. Dieser hat bereits über vierzig unmittelbar als Augenzeugen an den Vorgängen beteiligte Personen eidlich vernommen. Ebenso wird seine Untersuchung sich auch auf den genauen Umfang der Zerstörung, die die Stadt betroffen hat, und des. dabei vernichteten Eigentums erstrecken. Die Untersuchung soll m ö g l i ch st s ch n e l l durchgeführt werden, ehe die betreffenden Augenzeugen der Vernehmnngsmöglichkeit durch den Gang der Ereignisse vielleicht entrückt werden. Aus den eidlichen Aussagen der bisher vernommenen Zeugen kann schon das eine als unzweifelhaft erwiesen mitgeteilt werden, daß an dem Abend des 25. August von den dem Bahnhof von Löwen an der Bahnstratze rechts und links gegenüberliegenden Häusern zuerst eine rote Rakete aufstieg, die das Zeichen zu einer unmittelbar darauf aufsteigenden grünen Rakete gab. Als die Leuchtkugeln beider weithin sichtbar über >dem Bahnhof aufleuchteten, brach im gleichen Augenblick ein Kugelregen aus den oberen Fenstern der Häuser in der Bahnhofstraße und teilweise von den Dächern derselben auf die ahnungslos vor dem Bahnhof und in der Straße befindlichen deutschen Truppen auS, der ein Dutzend Unteroffiziere und Mannschaften sowie eine Anzahl Pferde, tells schwer, teils leicht verwundete, noch ehe diese das Feuer zu erwidern Zeit gefunden hatten, zum Opfer fieleu.
Ausländcrverbot an der Wiener Universität.
W. T.-B. Wien, 23. Sept. Laut Kundmachung des Rektorates der Wiener Universität werden für das nächste Semester Ausländer, die gegen Österreich-Ungarn kriegführenden Staaten angehören, von der Einschreibung ausgeschlossen.
Zur Vorgeschichte des Krieges.
Eine deutsch-offiziöse Znrückweisnng der englischen Ber- dächtigungen.
W.T.-B. Berlin, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Nordd. Zlllgem. Zeitung" schreibt über den Bericht des bisherigen englischen Botschafters in Wien, de Bunsen, vom 1. September, es sei unschwer, die Absicht dieser Veröffentlichung zu erkennen, nämlich England von aller Schuld an dem gegenwärtigen Kriege zu entlasten und diese Deutschland und Österreich-Ungarn zuzuschieben und ferner zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn Zwietracht zu säen, indem sie Deutschland in höherem Grade als Österreich für derr Krieg verantwortlich macht. Das Blatt bezeichnet es als naiv, wenn der englische Botschafter sich darüber beklagt, daß der deutsche Botschafter in Wien bei seinen Friedensbemühungen^ nicht seine Unterstützung noch die des russischen und französischen Botschafters nachgesucht habe. Dies sei unmöglich gewesen, nachdem bereits Greys Versuch, den serbisch-österreichischen Konflikt zur Majorisierung Österreich- Ungar n s vor das Forum der Großmächte zu ziehen, als im Kriege > gegen das deutsch-österreichische Bündnis abgelehnt worden war. Die Ilnstrengungen der deutschen Regierung, die unablässig in Wien auf friedliche Entschließung in dieser Weise hingcwirkt habe, wie es England in Petersburg ^zu tun versäumt habe, würde in ein sonderbares Licht gerückt worden sein, wenn an die Stelle der vertraulichen Ratschläge der Anschein eines europäischen Schiedsspruches getreten wäre. Deutschland hätte seine Bündnisbeztehungen zu Österreich-Ungarn gefährden sollen, während England sich hütete, den Freund an der Newa zu verstimmen. Die „Nordd. Allgem. Zeitung" widerlegt sodann die Behauptung, daß Deuischland durch sein Ultimatum die erfolgversprechenden Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg gestört habe, während einige Tage Aufschub eine furchtbare Heimsuchung erspart hätte. Sie betont, daß ohne die durch Deutschlands Arbeit auch in Wien geschaffene Frist, die England und Petersburg unbenutzt verstreichen ließ, der Kriegs mehrere Tage ftüher ausgebrochen wäre, da Rußland schon am
24. Juli amtlich erklärte, es könne in einem österreichischserbischen Konflikt unmöglich untätig bleiben, und dieser Erklärung militärische Maßnahmen folgten, die den Beginn der von langer Hand vorbereiteteil Mobilmachung der russischen Armee darstellten. Diese gehe aus dem Telegramm des Zaren an den Kaiser vom 30. Juli hervor, worin mitgeteilt wird, daß jene militärische Maßregeln schon am
25. Juli beschlossen worden seien.
Die „Nordd. Allg. Ztg." zählt >dann in lückenloser Folge die russischen M o b i l i s ier u n g s m a ßna h men in verschiedenen Gouvernements auf, die trotz der ehrenwörtlichen Versicherung deS Kriegsmntisters gegenüber dem deuffchcn Militärattache, daß noch keine Mobilmachung ergangen sei, daß kein Psend auSgehoben, kein Reservist eingezogen wäre, erfolgte. Während die Bemühungen des deutschen Kaisers Um den Frieden bei entgegenkommender Aufnahme in Wien noch fortdauerten, sei sodann «n 81. Juli, vormittags, die gesamte Mobilmachung des russischen Heeres befohlen worden, und noch um 2 Uhr nachmittags desselben Tages aber habe der Zar an den Kaiser telegraphiert, es handle sich hierbei lediglich um durch die österreichische Mobilisierung nötig gewordene militärische Vorbeveitungen, deren Einstellung aus militärischen Gründen unmöglich sei. Angesichts dieser offenbaren Doppelzüngigkeit der russischen Politik habe die deutsche Regierung im Interesse der Sicherheit deS Reichs das bekannte Ultimatum stellen müssen, auf dass da eine Antwort nicht gegeben wurde, die Kriegserklärung erfolgte. Es bleibe also der nachträglichen Ausarbeitung englischer Diplomaten zum Trotz bestehen, daß der Reichskanzler bereits am 3. August in dem Weißbuch aussprach, die russische Regierung habe durch ihre Mobilmachung die mühsame Bermittlungsarbcit der europäischen Staats- kanzlcicn kurz vor deren Erfolg zerschlagen.
Die MoLilisierungsmaßnahmen in Verbindung mit ihren fortgesetzten Ableugnüngen zeigten klar, daß Rußland den Krieg wollt«. Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt sodann, dich
