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Verlag Langgasse 21

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Samstag

26. September 1914.

Morgen - Ausgabe.

Nr. 449. » 62. Jahrgang.

e Kämpft ein Unterseeboot?

g . D «S MeisterstüM des U 9.

Ä l rs rn ^ lr ^ ne tec£>niicf)er Mitarbeiter schreibt uns: % fiorJ , ^e§ deutschen UnterseebootesU 9" hat |eitt e schlagen lassen. Wie kam das tapfere

mitten hinein in die dichteste Norbsee- fonnt e J ( a c s .E>er englischen Flottenmacht? Wie flft j e ° ^rei englische Kreuzer hintereinander mit

einem Schuß

die Tiefe beför-

und bann unbemerkt undungestraft"

^rn

Unö

Uber die technischen und taktischen Schwic ^rin^l^nes solchen Husarenstückchens macht sich der «>hrt w .^ohl kaum einen ganz klaren Begriff. Die ^ zi, Unterseebootes aus seinem..

seinem

seinem Heiinatshafen chlachtfcld" darf man sich vor allem

^erfln^ ? ^ eine geheimnisvolle Reise unter der ^ Meeres vorstellcn. Das wäre technisch Heilert r!^ r ' Das Unterseeboot muß viele viele

!Ü$t

flöc lsfü

^s ber a ^ en Feinden wie jedes andere Schiff

aps^^stoeoberfläche fahren. Erst wenn die Lage M "ch wird/kommt der Befehl zum Tauchen,

^rt fJs , e * ne unangenehme Verlangsamung der ^"utet. Aste Gegenstände an Deck müsse dann ii^iebou ^9elagt und festgezurrt, die Luken

m """ .

sorgfältig geschlossen werden,

und nachdem der

Innere des Bootes geschlüpft ist. Die So ^ längst des Schiffes werden in Verbin­den °em Außenwasscr gebracht, so daß sie sich

,-m n Das Boot beginnt zu sinken, aber zu-

>er flein MM sogenannten Flukzustand, bei dem -^urm des Bootes noch über dem Wasser tn ' V ^nh 9 si Besatzung nimnit ihre Gefechtsstellung "Nin^s gefährlichste Spiel beginnt. Der Boots- »ilier Mi druckfesten Kommandoturm versucht

'.e Teinsr i möglichst ohne gänzliches Untertanchen an 6 . :t **en j.^wen Schiffe heranzukommen, weil er mit st» tziE^?Massermotorcn viel schneller fährt wie mit Mt zr^men Unterwassermotoren und weil er über­reichst o Kraft der letzteren für den Tauchzustand p,??^paren muß. Wird aber das.Boot vom st- so gprf * oder besteht die allerhöchste Gefahr da- man vom Flutzustand zum -eigentlichen w s;. 011 ". über. Im Flutzustand bei glatter See ?E> UW ^uspnfföffnnngen für die Motorenabgase Ml.n-öen Wasserspiegel hinaus. Durch ein Luft- ?»>er^men den Periskopen in der Turmdecke wird ist Sßctrp« Berbrennungslust zugeführt. Gehen aber E>er pfnJ?' f° müssen die Propeller des Bootes Minm Ss 1 1? ,cn Kraft getrieben werden. Das letzte IwSen 9r, CS Mauchens ist sehr rasch überwunden. In v.*» aust^ilenblicken verschwindet der Turm und nur i» 11 bip J ^ 0 'v ^entltd) geübten Augen wahrnehmbar

i;biot f Periskopspitzen noch aus dein Meere

,st..^etvPn?^"ols deren der Führer des Unterseebootes seines Zieles im Auge behält und bei Ä &P e .«wer Annäherung die Torpedos ausstößt, ^'ütoil s.-^Ü'Masfe des Unterseebootes hat ihre Schwie- ^ r üch. Man rechnet theoretisch mit Schuß-

Fahrt über belgische Schlachtfelder.

Von H. Al. Stelzmann.

Erdboden gleichgemachten Visö lenkte ich l le P ^ ^lahlroß über die Kolonnenbrücke nach tütfeV fleißiger Hammerschlag Haag von der \iH te Tanp^^ober, an deren Wiederherstellung schon scheue Düsseldorfer Firma eifrig arbeitet. Die

h-len im Bahnhof. Dort ist auch die Feldpost, eingerichtet. Der Zugverkehr geht wieder W' ?. 1 bie Züge von Station zu Station ge-

nrdig, Devaut le Pont hat gar keine Beschä-

k>>am lUnr Kngelspuren sind an den Haus-

!!»l>rnnnsufer sichtbar. Die Soldaten verkehren in fotilpv. Mit den Leuten, sind aber nicht in Privat- 'm bst! Vlokm.," einem Tanzsaale, in iLchulen und ver- o sßl: N die w^en einqnartiert. Bei Eintritt der Dunkel- »Nb i,°Mohner zu Hanse zu sein, alles berschlossen «idxk Nr der schwere Tritt der Wache dröhnt durch

' ist, ist' das liefe Dunkel des Orts, der so glücklich

Op* lc ^ncn r. rr-.^, _r.__ ...

aus v cn unter seinen Einwohnern gehabt zu ff Än ^nkte h te puppen schoß. Schleusenhaus, Brücken, f ,°u Bedeutung, alles ist militärisch besetzt.

Dorf, gegenüber dem schloßgekrönten k, Tcki-Muer >. Me Männer an der Niederlcgung einer k/^cha'rtp^ .Herstellung von Verhauen, Wolfsgruben störjs- ^aigp» 1 stu Hauswänden und Mauern, alles, um h.^lin^ begp' allerdings fälschlich gemeldeten Kavallerie- ^ ^illiv? der Kirche werden alle k> Stunden

3 '"!Qh*j :u "s ct\ . 'w" mit vj 'w'iuuvtu

? »ittnnr? 8 'Ks Geiseln abgelöst. Nachts hat sich 2 3U berf i)e Einwohnerschaft mit dem Pfarrer in lammeln und bewachen zu lassen. Augen­

distanzen bis zu 9000 Meter und mit guten Treff- chancen auf 5- bis 6000 Meter. Aber dieRoutiniers" behaupten, es sei doch besser, auf 800 Meter, ja auf 300 Meter ran an den Feind zu gehen, um ihn mit der 160 Kilogramm betragenden Sprengladung so recht ins Herz zu treffen.

Das Äbfeuern des Torpedos wurde in den ersten Jahren der Unterseeboots-Entwicklung als besonders bedenklich und gefährlich sür die Schiffchen int Unter­wasserzustande angesehen, weil man bei der plötzlichen Verschiebung der inneren Gewichte Schwankungen und Trimmungen befürchtete, die leicht zum vollständigen vernichtenden Untersinken des Bootes führen könnten. Die modernen Konstruktionen aber haben auch diese Gefahr bis aus ein Minimum verringert. Die, ein­zelnen Vorgänge bei Abgabe der Schüsse gehen in so rascher Folge vor sich, daß das Boot infolge der enormen Massenträgheit in der Längsrichtung kaum beirrt wird. Nur in dem Augenblick, in dem das Torpedo das Rohr verläßt,duckt" das Boot, d. h. es sucht sich plötzlich unter dem Einfluß des verlorenen Geschoßgewichts auf­zurichten, eine Absicht, die abes durch die Geschicklichkeit des Mannes am vorderen Tiefensteuer sofort vereitelt werden kann. Rasch strömt das Wasser in das leere Ausstoßrohr nach. Von dieser Wassermenge wird so viel in das Innere des Bootes ausgenommen, als das Gewicht des-Torpedos betrug. Der Rest wird nach dein Schließen der äußeren Klappe durch Druckluft ausgeblasen. Das Boot ist klar zum zweiten Schuß. Bisher war die Ansicht unserer Marineverwaltung die, daß ein Torpedotreffer des Unterseeboots ein feind­liches Schlachtschiff zunächst wohl nur kancpsunfähig nwche und daß zur vollständigen Vernichtung minde­stens zwei Treffer notwendig seien. Die Meistertat desU 9" hat gezeigt, daß unsere^ Blaujacken noch viel tüchtiger sind, als man nach ihren glänzenden Leistun­gen in den letzten Unterseebootsmanövern annehmen durfte. Das Heidenstück bei Hook van Holland eröffnet die Aussicht, daß wir noch die ganze englische Flotte in Schach halten können, wenn es ihr einsallen sollte, ihren Plan einer Ostseeblockade etwa unter Ver­letzung der dänischen Neutralität auszuführen. Sollte es denc Feind gelingen, durch Sund und Belt zu fahren, so werden unsere Unterseeboote ihm in den Rücken schleichen und ihn nicht mehr aus der Mause­falle herauslassen. Albion,^wie wird dir dann?

Die ?luszcichnilng der Helden vomU 9".

X X Kiel,. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Dem Kommandanten des17 9", Kapitänleutnant Weddigen, ist vom Kaiser eine außerordentliche Auszeichnung zuteil ge­worden. Er hat das Eiserne Kreuz erster und z w -e i t e r Klasse erhalten. Allen übrigen Offizieren und Mannschaften wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.

Eine weitere deutsche Prcsscstimme.

DieKöln. Ztg." schreibt zur Heldentat des17 8": Was lxitte England im ganzen vor, als es uns angrift? Unsere Bernichitung. Was wollen wir, nun wir einmal kämpfen müssen? Englands Vernichlnng, so­weit es uns rnöglich ist; mit Franzosen und Russen können

blicklich spielen die Bauern zwischen den Kirchenbänken ge­rade Karten. Am Eingang ist das Strohlager unserer Land­wehrmänner, die hier wachen. Die Eisenbrücke nach Argenteau ist vollständig zerstört und durch eine auf einge- rammten Pfählen stehende Kolonnenbrücke ersetzt. Vom Maastale schweift der Blick auf die Höhen und sieht auch hier die Bajonette unserer Feldgrauen blinken. Oben war eine der ersten Schlachten, erzählt - mir die Brückenwache. Also hinauf. Die große Dampfmühle arbeitet unter militärischer Bedeckung weiter. Durch die Mittagsruhe des Örtchens quietscht näselnd eine französische Melodie. Sie kommt von einem Grammophon, das unsere hier lagernden Truppen aufgestöbert haben. Unweit davon dampfen die Feldküchen am Rande der Straße und wird wacker in der Küche geschafft. Der steile Aufstieg beginnt. Da, der ganze Erker eines schloß­ähnlich gebauten Hauses abgerissen. Die Wirkung einer Granate. Bald zeigen sich ncehr und mehr die Anzeichen des Gefechtes ans den Höhen vor Lüttich. Noch ein letzter Blick auf das Flußtal. Kein Schiff befährt den Strom. Die Kähne sind meist in Lüttich festgehalten, zum Brückenbau verwendet und dort so dicht nebeneinander gestellt, daß noch nicht einmal ein Nachen hindurch kann. In dem nächsten Dorf war man auch so verständig gewesen, nicht zu schießen, so daß ein Anschlag des deutschen Trnppenführers sagt, die Ortschaft habe die Soldaten ausgenommen und sei zu schonen. Auch hier sind die Bauern kaum mit der jetzt so sehr stich häufenden Feldarbeit beschäftigt. Sie stehen müßig vor ihren Häusern und schauen dem einsamen Fahrer inter­essiert nach. Denn noch höchst selten wagt sich jemand mit dem Fahrrade hinaus, weit es bis vor einigen 24 Stunden streng untersagt war-

Zwei bis drei fest zusammenhängende Ortschaften sind durchflogen, als. sich die Spur einer gewesenen Wegsperre zeigt. Rechts und links gefällte Bäume, die Straße aufge­rissen und vor uns sämtliche Häuser elend verbrannt, zer.

wir Mitleid, Wut auf sie können wir haben: unfern Hatz erntet England allein. Ätnr Hinterlist kann einen offenen Kamps wie den von Hock van Holland für Hinterlist erklären: die ganze Kriegsgeschichte ist ja bis jetzt voll von englischer Hinterlist! Unser Unterseeboot üt glücklich heim- gekehrt; ans dem Geist unserer gesamten Frone sprechen wlr, wenn wir sagen:Aus Wiedersehen, ihr englischen Panzer, ans Wiedersehen bei einem neuen Kamps!"

Die Geretteten der untergegangenen englischen Panzer- freutet 4 *

Rotterdam, 25. Sept. (Cig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Die geretteten Seeleute der englischen Panzer­kreuzer werden nicht in Holland interniert, son­dern nach England zurückgebvacht, da das Gefecht nicht in niederländischen Gewässern stattsand nnd die See­leute nicht durch Kriegsfahrzeuge gerettet worden sind. Der 8 15 der Konvention von 1907 über die Aus­führung der Grundsätze der Genfer Konvention im Seekrieg sei also auf jeden Fall nicht anwendbar.

Der Eindruck in Holland.

hd. Amsterdam, 24. Sept. Die Zeitungen sind voll von dem Rettungswerk des DampfersTitan". Die Stelle, au der die drei Kreuzer in Grund gebohrt wur­den, befindet sich 62 0 20' nördlicher Breite und 3 ° 26' östlicher Länge, etwa 30 Meilen nordwestlich vom Waterweg. Die Vernichtung dreier englischer Kreuzer macht hier unverkennbar Eindruck, da man bereits mit der Tatsache gerechnet hatte, daß die deutsche Flotte zur Untätigkeit verdammt sei.

Ein norwegischer Admiral über die Heldentat des17 9".

W. T.-B. Christiania, 25. Sept. (Nichtamtlich) Über die Heldentat des Unterseeboots17 9" schreibt ein bekannter norwegischer Admiral imMorgenbkadet": Die englische Blockade der Nord- und Ostsee ist zum Tod ver- urteilt, da durch die gesamte englische Bewachungskette und über 209 Seemeilen von der eigenen Basis entfernt bis zum Kanal, jenem von England seit Jahrhunderten beherrsch­ten Territorium, sich ein deutsches Unterseeboot mit 20 Mann Besatzung schleichen konnte. Daß die vernichteten Panzer-, kreuzer älter sind, ist gleichgültig. Wie es gestern diesem in den Grund gebohrten Kreuzergeschwader erging, kann es morgen der ganzen englischen Hochseeflotte er­gehen. Die Nord- und Ostsee sind nicht länger Besitz engli­scher blockierender Ungetüme; eine neue Zeit, eine neue Methode beginnt bedeutungsvoll für die kleinen S e e st a a t e n, da sie imstande sind, eine beträchtliche Zahl dieser nicht teuren und furchtbaren Seewaffen anzuschaffen.

Der Vorstoß derEmden" auf Madras.

W. T--B. Madras, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Der deutsche KreuzerEmden" hat, wie weiter gemeldet wird, bet dem Bombardement 9 Schuß abgegeben. Er traf die Tanks der Oil-Co., von denen zwei brennen; 17tz Millionen Gallonen Öl sind verloren. Auch das Telegraphen­amt und das S e e m a n n s k l u b h a u s wurden getroffen. Ein englisches Fort erwiderte das Feuer. DieEmden' löschte die Lichter und verschwand nach 18 Minuten.

Auf Minen gestoßen.

W- T--B. London, 35. Sept. (Nichtamtlich.) In S o u t h Shields sind die Überlebenden des norwegischen Dampferstz e s v i P gelandet. Der Kapitän berichtete, daß derHesvik" Mittwochnacht durch eine Mine in der N o r d -

schossen, Ruinen. Links, etwa 80 Meter hinter der letzten Hütte des Dorfs Sarolay, weht traurig an langer Stange ein weißer Wimpel mit rotem Kreuz auf dem Grunde. Din Massengräber gefallener deutscher Soldaten. Ich beachte vorläufig nicht die durchschnittenen Stacheldrahtverhane links mit den wirr herumliegenden Uniformen, Waffen, Tor­nistern, Stiefeln usw., klettere durch den Drahtzaun in den Friedhof hinein, suche einen guten Bekannten und finde ihn. Es ist das letzte Grab der Einzelgräber, die man an der einen Längsseite für die Offiziere gegraben hat. Zwei Latten bilden auf jedem Grab ein Kreuz. Mit Bleistift der Name, Stand, das Regiment, die Kompagnie, der man ange­hörte. Gelegentlich auch Helm und Degenscheide. Gegen- iiber, wohl 60 Meter lang, ein rechteckiger Aufwurf von frischer Erde mit mehreren Helmen. In der Mitte ein großer Grabhügel uiid noch ein dritter an der Schmalseite des Friedhofs. Hier ruhen die Mackern, die in den ersten Tagen des August in cinein blutigen Nachtgefecht auf die Schützengräben stürmten, die der Feind beinahe 2 Kilometer weit aufgeworfen hatte und hartnäckig berteidigte. Die Weh­mut mischt sich mit Rührung, wenn ich sehe, wie sorgsani die Totengräber sür die Grabstätte der Ihrigen gearbeitet. Selbst Blumenkränze hängen an den Kreuzen. Unfern aus freiem Felde einige Tragbahren und Mäntel, blutig und zer­rissen. Die gefallenen Belgier liegen in den großen Schützen­gräben auf einer Stelle zusammen. Auch ihre Bestattung mußten die Deutschen übernehmen. Toll geiiug sieht's aus' dem Kampfplätze aus. Man hat nun die Waffen zerbrochen, unschädlich gemacht und zu den Uniformen und militärischen Dingen auf eine Stelle geworfen. Die hellblauen Neservc- hosen leuchten jetzt mit den schreiend roten Leibbinden in friedlichem Gegensatz. Sie sind aus dem Tornister entfallen, der in eiliger. Flucht wcggewvrsen worden war.

Höchst geschickt und in mindestens inehrtägiger Arbeit Hai man die Gräben angelegt. Hügel auf, Hügel ab, hier