es dem Beobachter ermöglicht, die Anwesenheit von Unterseebooten zu entdecken, aber wie, wenn dies um 7.30 morgens an einem Herbstmorgen erforderlich ist, oder wenn der Gesuch eines Hydroplans nicht rötlich erscheint, weil er die ^ahe der angreifenden Seemacht verrät? — „Daily LeIeg rapH" sagt, es muß zugegeben werden, daß der Angriff mit vollständigem Erfolg ausgesührt worden ist.
Eingeständnisse der „Times".
, W. T.-B. London, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Times schreiben über die Vernichtung der drei englischen Kreuzer: Der Vorfall weist auf di« Möglichkeit hin, daß die letzt gebräuchliche Art bei den R e t t u n g s a r b e i t e n für sinkende Schiffe beendet werden muß. Die Rettungs- arbeiten werden vielleicht Zerstörern und anderen Fahr-' zeugen uberlassen werden müssen. Das Blatt bemerkt: Wir können nicht umhin, zuzugestehen, daß die Nachrichtenabteilung der deutschen Marine außerordentlich gut bedient ist.
für deutsche Kriegsspitäler zwei Wagenladungen (13 800 Flaschen) der berühmten Ofener Bitterwasserquelle Hunyadi Janos, Freiherr Waldbott von Bassenheim in T o l o z v a sendet für die Verwundeten 1000 Flaschen seines Eigenbau-Tokayers.
Englische Anerkennung für die Behandlung der Verwundeten in Deutschland.
fiä. London, 25. Sept. Die „Times" veröffentlichen einen Brref, in dem anerkannt wird, was die Deutschen für die verwundeten Engländer tun. Danach scheint ein besonderer Befehl ergangen zu sein, sie mit Sorgfalt zu behandeln.
Weitere österreichische Pressestimmen.
W.T.-B. Wien, 24. Sept.
(Nichtamtlich.) Sämtliche Blätter besprechen die Heldentat des deutschen Unterseebootes „II 9" in Artikeln.
Das „Fremdenblatt" schreibt:
Der 22. September wird in der Geschichte der deutschen Flotte immerdar ein Ruhmestag sein. Drei vortrefflich armierte starke Panzerschiffe vernichtete ein einziges deutsches Unterseeboot in dem Zeitraum von zwei Stunden, eine Tat, die neuerlich beweist, daß die deutschen Matrosen in Bravour und Tüchtigkeit und in ihrem heroischen Unternehmungsgeist sich würdig der Armee unseres Verbündeten anreihen.
Die „Neue Freie Presse" führt aus: Zwei Stunden hat sich das Unterseeboot auf dem Kamvfplatz aufgehalten, jede Minute konnte seine letzte sein. Die Tat zeugt von einer bis ins Detail ganz außerordentlich guten Schulung der gesamten Bemannung und von ihrer Tapferkeit. Diese Tat wird als erster Unterseebootsangriff im großen Stil für alle Zeiten ein Beispiel sein, wie Manneszucht, kühle Erivägung und vollendete Technik schier unglaublich dünkende Erfolg« zu zeitigen vermögen. Die Erziehung, die solche Opferbereitschaft hervorbringt, muß den Sieg verbürgen.
Das „Neue Wiener Journal"' schreibt: Die Führer und Mannschaften der österreichisch-ungarischen Flotte, sie senden jubelnden Gruß den deutschen Kameraden zur See, sie senden begeisterten Glückwunsch zum Seesieg bei Hoek van Holland
und ^grüßen voll Bewunderung das deutsche Unterseeboot
Eine vielsagende Gegenüberstellung.
W.T.-B. Wien, 24. Sept. (Nichtamtlich.) Das Wiener K. K. Telegr.-Korr-.Bur. übersendet uns folgende Gegenüberstellung von Ereignissen: An dem gleichen Tage, da die . erfolgreiche Heldentat des deutschen Unterseebootes „II 9" gegen starle englische Schiffe bekannt wurde, erfuhr man, was die französische Flotte bei P e I a g o s a machte. Hier wurde das Trinkwasser armer Leuchtturm- Wächter durch Matrosen unflätig verunreinigt und der wenige Proviant sowie einige Wäschestücke ihnen weggenommen.
Opferfreudigkeit Deutscher im Ausland«, dem Auslande gehen zahlreiche Geldspenden
Die Hilfstätigkeit in Ostpreußen.
W. T.-B. Alle »st ein, 25. Sept. Die Bereisung Ostpreußens durch den Landwirtschaftsminister Freiherrn von Schorlemer-Lieser, Finanzminister Dr. Lentze und den Stellvertreter des erkrankten Ministers des Innern Staatssekre-
de«
Aus dem Auslande gehen zahlreiche Geldspenden und andere Gaben ein, die pon der Opferfreudigkeit unserer Brü der im Ausland und der freundwilligen Gesinnung ausländischer Kreise Zeugnis ablegen. So hat die deutsche Kolonie La Paz (Bolivien) 23 000 M. für Kriegszwecke übersandt.. Für das deutsche Rote Kreuz überwiesen die Deutschen in Honduras 15 500 M., der Deutsche Klub in C r a i o p a (Rumänien) als erste Spende 2500 Lei, die deutsche Gemeinde in Stockholm 1355 Kronen, die deutsche Kolonie in Stavanger 660,50 Kronen, ein Freund in Neapel 10 000 Lire usw. Deutsche Frauen in der Schweiz boten ihre Trauringe an. Herr Andreas Saxlehner in Ofen Pest
tär Dr. Drews sowie dem Vertreter des Handelsministers, Ministerialdirektor Döhnhoff, dauerte drei Tage, von Montag bis Mittwoch. Gestern fand hier eine Sitzung im Regierungsgebäude statt. Es wurden alle Maßnabmen besprochen, d,e zu einer schnellen vorläufigen Hilfsaktion er- forderlich sind. Die Minister reisten darauf nach Berlin zuruck. Im einzelnen wurde beschlossen, die größtenteils zerstörten Häuser, so weit dies möglich ist, durch N o t b a u t e n Ass ? r J e ,k en , und Lebensmittel, Saatgetreide, landwirtschaftliche Maschinen, deutsche Pferde und Geldmittel den notleidenden Bewohnern schleunigst zuzusenden.
Zur Rückkehr nach Ostpreußen.
, T.-B. Berlin, 24. Sept. (Amtlich) Aus Ostpreußen
gefluchteten Beamten und Arbeitern der Staats- und Kom- munalverwaltunFen, die sich in einer vorübergehenden Notlage befinden, kann nunmehr zur Rückkehr nach allen Orten der Provinz freie Fahrt für sich und ihre Familien gewahrt werden, wenn sie nachweisbar durch ihre Vorgesetzte Behörde zuruckgerusen sind. Die Bescheinigungen über die vorübergehende Notlage werden bei den Ortspolizeibehörden des Aufenthaltsorts nachzusuchen sein. Der Nachweis der Zurück- berufurvg ftnrä unter Umständen auch durch b>en Hinweis auf eine in der Zeitung ergangene Aufforderung zu führen sein.
Deutsche Husarenstück^.».
Dem Berliner „Lok.-Anz." wird aus Rosendaal gemeldet: Mlt Entrüstung verzeichnen die Pariser Blätter Meldungen aus Fontainebleau, CompiZgne und Soissons über unerhörte Husaren st ückchen deutscher Patrouillen.
^texlutiQ von Dragonern durchzog die genannten Orte, nachdem schon die Vortruppen zurückgezogen worden waren.
UnterhaltungsLeil.
Freitag, 25, September 1914 _
Sie kamen bis in die P a r i s e r B a n n m e i l e besonders die Nachtstunden aus, um weitausgedeh^ dungsritte zu machen. In den Ortschaften hielt maE Engländer und erteilte ihnen bereitwillig jede ® In der Stadt Meulin begrüßte sie sogar der Bürg^ und einer von den Dragonern dankte in englische. Erst nach mehrtägigen Verfolgungsritten kamen zosen auf die Spur der Deutschen.
Der Großherzog von Oldenburg geht wieder Kriegsschauplatz.
Großherzog Friedrich August von Oldenburg ist- „Berliner Lok.-Anz." berichtet, von seiner Kranklst» soweit hergestellt, daß er daran denkt, in nächster l zum westlichen Kriegsschauplatz zurück^ Er hat dem genannten Blatte zufolge verspracht größere Liebesgabe für die im Felde stehenden Truppen mitzunehmen.
Bier Brüder als Generale im Felde
Von vier Brüdern Schoch, die sä- bayerische Generale bei der bayerischen Armee stehen, haben drei das Eiserne Kreuz, einer Joseph?Orden, den bayerischen Pour le merite. Der König hat die Auszeichnung ihrer Söhne der ' Mutter der Generale durch einen Adjutanten lassen.
Eisernes Kreuz. „
Das Eiserne Kreuz wurde letzthin u. a. verlieh^'. Prinzen Joachim von Preußen; dem Direktor deS der Landwirte, Landtagsabgeordneten Dr. Di £ Hahn, der als Hauptmann der Landwehr im Westt in Anerkennung seiner dort erworbenen Verdienste!, Leutnant im Freiwilligen Automobilkorps Rudolf £ £l Inhaber der bekannten Firma; dem Kommandeur W reichischen Motorbatterie Oberst Langer.
# Berlin, 24. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. $*■ -Nordd. Mg. Ztg." schreibt: Den beiden
r eitern Hauptmann Maune und Leutnant Gras' ist das Eiserne Kreuz verliehen worden.
3um Angriff englischer Zlieger aus Düsseldorfer Luftschiffhalle.
W. T-B. Rotterdam, 25. Sept. über den Angriffs Luftschiffhalle in Düsseldorf ist das „B. T." in der La^ zuteilen: Der Flieger, der am Dienstagabend f.
Düsselvcrfer Luftschiffhalle Bomben warf, ist Meldung aus London ein englischer Flieger gewest, englische Admiralität hat darüber folgendes bek^ geben: Ein englisches L u f t sch i f f g e sch w ad er 0*' Dienstag die Luftschiffhalle in Düsseldorf an. Ne° £ hindert« die Operationen. Leutnant C o l l e t warf Bomben aus die Halle. Der angerichtete Schaden ist *•’.< kannt. Die Flugzeuge kehrten unversehrt nach Ausgangspunkt zurück.
Oer Brüsseler Bürgermeister verhaftet» * wieder freigelaffen.
W. T.-B. Köln, 25. Sept. Bürgermeister Dlai, Brüssel ist, wie erst jetzt bekannt wird, wegen Hera», dernden Verhaltens verhaftet, aber nachdem entschuldigt, wieder frcigelaffen worden.
Der „Temps" wieder in Paris — auf wie laaS^
W. T.-B. Genf, 24. Sept. (Nichtamtlich)
Geutzve" meldet: Der „Temps" erscheint seit dem 28. ber wieder in Paris.
Die Franzosen plündern im eigenen Lande- .
Basel, 21. Sept. Der Kommandeur der 6. f ra ,Ä| Armee gab durch öffentlichen Anschlag das auf SS lautende Urteil eines Kriegsgerichtes gegen einen PK«» den Soldaten, einen Pariser, mit dem ausdr^
Hinzufügen bekannt, daß es eine heilsame Lehre fj» Plünderer, Leichenräuber und Diebe sein solle. Da» ^ neuer Beweis, daß die Franzosen im eigens plündern.
Die Deutschen und Österreicher in Paris- sich. Genf, 24. Sept. Aus Paris wird berichi^.'^ Deutschen und Österreichern, welche aus besonderen ® - zu Beginn des Krieges eine Aufenthalt §^ Itgung erhalten haben, auf Grund deren sie Paris bezw. im Seine-Departement bleiben konnten- j diese Bewilligung jetzt, nachdem die Presse gegen e>n artige Vergünstigung genügend gehetzt Interesse der allgemeinen Sicherheit des Staates . zogen. Man schob sie in andere Städte oder K» trationslager ab.
Königliche Schauspiele.
Donnerstag, den 24. September: „Der Waffen
schmied". Komische Oper in drei Akten von Alb. Lortzing.
Durch die Besetzung der Rolle der „Marie" mit Frl. Schmidt war der Aufführung der alten volkstümlichen Oper ein neuer Anreiz verliehen. Die Gestalt der zartempfindenden Waffenschmieds-Tochter, die von einem hoch- geborenen Ritter zur Gemahlin erkoren und vor allem Volk mit „Ross' und Reisigen" (und hierorts bei der „Wiesbadener Einrichtung" noch so besonders glänzend) eingeholt wird, — diese Bühnengestalt verträgt sehr wohl die Verlebendigung durch eine „jugendlich-dramatische Sängerin" statt durch eine „Soubrette". Die kleinen heiteren Episoden, welche der „Marie" zufallen, sind nicht allzu wichtig: das entscheidende Hauptstück der Partie ist die große Schlußszene des ersten Akts — wohl die beste Seite der Lortzingschen Partitur — und diese Szene ist ganz auf Feinheit und Dezenz des Vortrags gestellt. Hier fand auch Fräulein Schmidt gestern Gelegenheit, ihre gesangdramatische Be- gabung in aller Fülle und Wirksamkeit darzulegen. Die Stimme der jungen Künstlerin hat neuerdings an Kraft und fraglich gewonnen, ohne deshalb an ihrer natürlichen Weichheit eingebüßt zu haben. Musikalisch war alles sehr sorgfältig und sauber ausgefeilt, und das begleitende Spiel zeigte genug Leben und Bewegung: mit der Zeit wird sich da wohl manches noch freier und zwangloser ergeben; denn auf „Reden und Spielen" hat ja Lortzing bei seinen Opernfiguren — eigenstem Geständnis nach - immer das meiste, Gewicht gelegt, und auch innerhalb einer ernsteren Avfsanung der Partie darf daher nach dieser Richtung schon ein übriges geschehen. Uber dre vielen zart-rührenden und
innigen Momente, die Frl. Schmidt im gesanglichen Ausdruck fand, — namentlich auch im Duett mit „Konrad" im zweiten Akt —, konnte man eine merkliche Intonations-Entgleisung zum Schluß der großen Arie leicht vergessen: maii wird sich der iin ganzen und einzelnen so anmutigen Wiedergabe der Partie immer gern erinnern.
Unser neuer Tenorbusfo, Herr Haas, bot Erfreuliches als „Knappe Georg . Er hat auch da sein frisch zugreifendes Talent bewährt: schauspielerische Gewandtheit, ein hell.- ansprechendes Organ und musikalische Sicherheit; und er gefallt — auch wo einmal die frische natürliche Art seiner Singweise noch einen leichten naturalistischen Anhauch verrät. Launiger Humor waltete ini Vortrag der ersten Anette, für die auch ein auffallend lebhaftes Zeitmaß angeschlagen wurde, und in denLauptnummern des zweiten Aktes, namentlich dem lustigen Stadinger-Duett und dem vorhergehenden kleinen Sextett mit seinen fast Mozartesken Zugen, wußte sich Herr Haas geschickt und ohne jedes eitle Hervordrängen dem Ensemble anzuschmiegen. .
®en „Waffenschmied Stadinger" selbst gab Herr von Schenck ungemein rührig und regsam und mit haarscharf pointierter Textbehandlnng; nur hier und da hätte man dem Organ für diese Partie noch etwas mehr innerliche Wärme gewünscht. In solcher Hinsicht verwöhnte uns auch diesmal wieder Herr G e i s s e - W i „ k e l als „Konrad-Liebenau"! Tie kleineren Buffo-Partien waren bei Frau Kaminsky ftzrmentraut) und Herrn Rehkopf (Adelhof) in bewäbrten Händen. Das Publikum folgte der Aufführung mit regem Anteil, und der soldatische - größte - Teil der Zuhörerschaft mag besonders erfreut gewesen sein, an Stelle der ietzk so verschwenderisch gebotenen Kriegsbilder hier einmal im Bilde dieser einfach-gemiitvollen Oper den herrlichsten Preis alles glorreichen Kampfes zu erschauen: den Frieden —!
Q. Dl
Nus Kunst und Leben.
die"
== Kriegslicd der Deutschen. Unter diesem . neuerdings das bekannte Arndtsche VaterlandSben Gott, der Eisen wachsen ließ" in gegenwärtigen Verhältnissen entsprechend, sind schen Verse bei möglichster Schonung des Origi""^ ändert worden: statt des Aufrufs zur Bewaffn^A,
„Säbel, Schwert und Spieß", zum „Rachekrieg" usw P (t freiung vom Joch der „Knechtschaft" — ertönt jEe* für Kaiser und Reich! Wir geben nachstehe^ Strophen, wie sie aus den sechs Arndtschen Strophe" mengezogen sind:
Der Gott, der Eisen wachsen ließ. Der wollte keine Knechte;
Drum gab er jedem deutschen Mann Das Schwert in seine Rechte!
Drum gab er ihm den kühnen Mut, Den frommen Sinn und Glauben, Und keines Feindes Drohn und Wut Kann solchen Hort m.s rauben.
O Deutschland, heil'ges Vaterland,
O deutsche Lieb' und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land,
Wir schwören dir aufs neue!
Die Herzen hebet himmelan Und himmelan die Hände:
Gott schütze jeden deutschen Mann,
Der Treu' hält bis ans Ende.
v Laßt brausen, was nur brausen kann In hellen lichten Flammen;
Ihr Deutschen alle, Mann für Man«. Zum heil'gen Krieg zusammen!
