Kat- ß=i“ ift Oer 1833 gegrünoete „SDeutfcpc Bereit, fuzißant- tätoIjuuOe", Oeffett (Schirmherr Oer &roßbergog von sO/Ocn- hurg iß. Stur beßimmte Staffen lönticn gu biefcnt Slienft Verwendet werben. (£& muffen fjarte unb fjcirt gcwöijntc J&imöe tion wettevfeftcr iBeljaatung unb großer SluSbaucz fein. Sfm beften eignen fi<% bie hier Staffen, bie and) im fßoliseibienft bezmenbet werben: beutfdje Schäferhunde,
Dobermann-Pinscher, Airedaie-Terrrer und Rottweiler. Doch kommen für uns hauptsächlich die deutschen Schäferhunde in Betracht. Die SanitätZhunde sollen den in breiter Linie zum Suchen vorgehenden Mannschaften beigegeben werden. Sie werden dann auf Strecken von 50 bis 250 Meter, je nach dem Gelände, die Gegend abspürcn und das Auffinden eines Verwundeten ihrem Führer anzeigen, indem sie entweder „verwundet verbellen", d. h. bei dem Verwundeten bleiben und bellen, bis der Führer kommt, oder „verwundet verweisen", d. h der Hund kehrt in schnellster Gangart auf seiner Spur zu dem Führer zurück und führt diesen und die Krankenträger an der Leine zum Verwundeten hin. Das Verbellen führt zwar am schnellsten zum Ziele, ist aber nicht immer sicher und kann bei mehreren Hunden verwirrend wirken. Bei der Suche müssen die Hunde vollständig blank sein; jedes Ausrüstungsstück, selbst ein Halsband, würde sie bei ihrem Lauf durch das dichteste Gestrüpp hindern. Der Deutsche Verein für Sanitätshunde konnte im Frieden keine großen Erfolge zeitigen, denn das Abrichten und Halten solcher Hunde, die im Frieden völlig zwecklos waren, forderte große Aufwendungen, und die Hunde leisteten nichts, wenn sie nicht dauernd bei der Arbeit gehalten wurden. Nun aber hat der Krieg dem Verein ein großes Gebiet der Tätigkeit eröffnet; die wenigen ausgebildeten Hunde, die er zur Verfügung stellen konnte, genügen nicht entfernt, und deshalb klingt der Aufsatz in einem Aufruf aus, den Verein tu seinen Bestrebungen zum Besten unserer Verwundeten zu unterstützen.
Solbatenhumor. Eine prachtvolle Blüte kernigen Solbaten- humors fand man kürzlich an einem durch Bruchsal yindurch- kommenden Güterwagen, der zu Transporten diente. Achtung! Große Vorstellung! — Oberdrahtzieher — Sir Edw. Grey; Der Lügennickel— Niko-Laus; Der Ehrenmann — Poincarö; Ein Fischer im trüben — Japs; Ein Jnsekten- pulverhändler — Serbe; Viel Reiterei und Fußvolk. Österreichische und ungarische Kapelle. Roch mehr Reiterei und Fußvolk. Michel Dreschers Garde. Erkrankt: Albert vott Antwerpen. Jeden Tag Konzert der Zweiundvierziger.
Knittelverse.
Große Siege ohne Pausen,
Wilhelm, Rupprecht, Albrecht, Hausen,
. % Bülow, Hindenburg und Kluck,
Heeringen im Lorbeerschmuck —,
Eine stattliche Tabelle,
Hoi, es regnet Feldmarschälle!
Wie weit hört man das Donnern der Kanonen? Im Westen wie im Osten unseres Vaterlandes donnern die Kanonen und geben den Grundton in dem gewaltigen Schlachtenlärm, der über Hunderte von Kilometern hin erdröhnt. Wie weit wird nun das Echo dieses Kampfes ge- hört, wie weit erhält so die Bevölkerung direkte Kunde davon. Laß die Heere von neuem miteinander ringen? Ein Gelehrter, der sich diese Frage borgelegt hat, macht zunächst darauf aufmerksam, daß der Schall jo nach den verschiedenen Zuständen der Lust auch in sehr verschiedener Weise weitergetragen wird. Die Geschwindigkeit des Schalls, die 'n der Lust bei 0o 830 Meter in der Sekunde beträgt, ist in ihrer Ausdehnung natürlich zunächst davon abhängig, in welcher Richtung der Wind weht; kommt der Wind aus entgegengesetzter Richtung, so wird der Schall zur Höhe abgelenkt und ist also unten aus der Erde nicht mehr vernehmbar. Die ^akustische Transparenz" der Luft, von der man angesichts der größeren oder geringeren Tragfähigkeit der Luft für den Schall gesprochen hat, ist um so größer, je weniger Luftströmungen besonders in senkrechter Richtung vorhanden sind; denn diese bringen immer Ablenkungen hervor. So kann die völlig klare Luft eines schönen Sommertages der Fortpflanzung der Schallwellen sehr ungünstig sein, während dichter Nebel oder ein Schneegestöber sie begünstigen. Die Gleich-
/ mäßigfett ber J&uft ift über au&gebebnten ffev fhidje r unb
über &letfdjern größer als über bem (Erdboden. (So fand gfoung tviebezf;oft auf bem Meere bei (Gibraltar, baff bie Sleidftveite der menschlichen Stimme 16 Kilometer betrug, unb bie Polarforscher erzählen davon, daß sie sich auf weite Entfernungen hin unterhalten konnten. In der Nacht trägt der Schall weiter wie am Tage, da die verschiedene Erwärmung der Erde aufsteigende Luftströmungen hervorruft. In manchen Fällen ist bei günstiger Witterungtzlage eine außerordentliche Reichweite des Schalls beobachtet worden, und man zählt Beispiele auf, in denen das Donnern der Geschütze auf Hunderte von Kilometern hin gehört wurde. Im Kriege von 1870 hörte man häufiger in der Nacht in Dieppe, in einer Entfernung von 140 Kilometer, den dumpfen Ton der Belagerungsgeschütze vor Paris, und den Kanonendonner von Sedan nahm man in Luxemburg, 120 Kilometer weit, wahr. Auch große Explosionen werden auf weite Entfernungen hin vernommen. Als die Dynamitfabrik von Avigliana bei Turin am 16. Januar 1900 in die Lust flog, wurde der gewaltige Krach bis Lugano auf 160 Kilometer hin gehört: Die stärksten Geräusche aber ruft doch die Natur mit ihren vulkanischen Katastrophen hervor. Das furchtbarste Beispiel bietet der berühmte Ausbruch des Krakakaua im Jahre 1883, den man über 3400 Kilometer weit vernahm.
Die ersten russischen Fahnen im Zeughaus. Die reichen Schätze des Zeughauses, die über die Siegesbeute unserer ruhmreiche!: Heere durch Jahrhunderte einen glanzvollen Überblick bieten, haben eine Bereicherung erfahren, die besonders bedeutsam ist: die ersten russischen Fahnen sind jetzt in der Ruhmeshalle aufgestellt. Wann man den vortrefflichen, vor kurzem erschienenen „Führer" durch die Sammlungen des Zeughauses durchmustert, dann findet man in der großen Reihe der Feldzeichen, die von den verschiedensten Stellen herniederblicken, wohl ftanzösische Standarten von der Zeit Ludwigs XV. bis zum zweiten Kaiserreich; man findert Fahnen der verschiedensten Lande, sogar türkische aus drei Jahrhunderten und chinesische Flaggen des regulären Heeres und der Boxer, die unsere ostasiatische Expedition mit heimgebracht, aber russische Fahnen.gab es bisher nicht in diesem großartigsten Waffenmuseum Preußens, und so bringt denn die Beute der braven Ostpreußen etwas ganz Neues. Allerdings werden die in den Schlachten eroberten Fahnen nur ausnahmsweise im Zeughaus aufbewahrt; sie finden vielmehr in den Garnisonkirchen zu Berlin und Potsdam ihre Aufstellung. Die ftemdländischen Fahnen und Standarten, die hauptsächlich das Erdgeschoß des Zeughauses schmücken, sind vorwiegend ftanzösischer Herkunft und stammen aus der Pariser Kriegsbeute, die Blücher 1815 nach Hause brachte. Zu dem Ehrwürdigsten und Wertvollsten aber, was die Sammlung birgt, gehören die preußischen Fahnen, die mit den Feldzeichen des Großen Kurfürsten beginnen und dann in lückenloser Reihenfolge als Kronzeugen der blutigen Kätnpfe dastehen, die Preußens Größe in der Zeit des Großen Friedrichs erschufen und in den Einigungskriegen zur reifen Blüte knacksten. Besonders ergreifende Zeugen von dem heißen Ringen der Krieger um die Fahne, in denen ihre Ehre und das Sinnbild aller idealen Güter für sie verkörpert ist, sind jene Reste von Fahnen, die einst den preußischen Truppen von 1806 gehörten. Trotz der großen Niederlage, in der der preußische Kriegsruhm arg zerzaust wurde, sind diese Feldzeichen doch wieder zu Ehren gekommen. Mit der aufopferndsten Tapferkeit und unter den gefährlichsten Umständen brachten die wackeren Soldaten, die in der Rettung ihrer Fahne die. höchste Aufgabe erblickten, die teuren Zeichen dahin, wohin sie gehörten: zum König. Sogar die verlorene Fahne der alten Potsdamer Leibkompagnie Friedrich Wilhelms wurde ihm von einem treuen Manne wiedergebracht/ bis hinauf nach, dem äußersten Ende seines Reiches, bis Memel. Die Zahl der preußischen Feldzeichen im Zeughaus wird noch fortdauernd durch die ausscheidenden Fahnen des preußischen Heeres vermehrt. Diese Standarten setzen die Reihe der historischen Fahnen bis aus die Gegenwart fort. Unter den geschichtlich denkwürdigen Fahnen des Zeughauses verdienen besondere Aufmerksamkeit die erste deutsche Kaiserstandarte, die während der Kaiserproklamation auf denk Schloß zu Versailles aufgezogen wurde, und die Königsstandarte Kaiser Wilhelms, die bis zu seinem Heimgang auf dem Schlosse zu Berlin geweht hat. j
DerantworMch ffir Me Schristleituna: B, v. Nauendorf ln Wlerdaden. — Lrnck und Wrrlag der L. SchellenLergschcn Hof-BuchdruSerei in Mese-den.
