Wiesbadener Tagblatt.
21 lUäfhümtfid» 12 HtlSOClbSTl. „Tagblatt ^Haus" Nr. ««50-53.
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^Nnerstcrg, 24- September 1914.
Morgen - Ausgabe.
Nr. 448» » 62. Jahrgang.
j öle Heldentaten unserer Zlotte
1 Vernichtung der 3 englischen Panzerkreuzer.
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Weitere Einzelheiten.
T.-B. Berlin, 23. Sept. (Nichtamtlich.)
^ fl» Wetier war
Der An-
NntersecbooteS „II 9" auf die drei englischen Pan- erfelgte etwa 3 0 Meilen von der holländischen »W 1 !?««* auf der Höhe des neuen Wasserweges.
i a,bn',°u°»
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8 ^rtefst." ° ' Explosio A W. >runde danach traf ein Torpedo die „C r c s s y ""nuten sank.
nebelig. Plötzlich erfolgte eine heftige und wenige Augenblicke sah man, daß der auf die Seite legte. Die beiden anderen t e los. Sie hörten eine halbe Stunde Explosionen in der Nähe der „H o g u e". Eine
die in
wert der drei englischen Kreuzer.
Berlin
»!>,«/' ^krun, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Der J ttit 5 ,,., anäei scr" schreibt: Es ist natürlich nicht möglich, genau 4 Idtt» , en> a>ie hoch der Wert der vernichteten drei englischen /t !>:. ^"lenzer
V. Et"' 3u behaupten,
Es dürfte aber keineswegs übertrieben daß England durch die Heldentat des
3 toi
$ ""irren.
i Der Eindruck in England.
4at s ,A Rotterd!
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am, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht) Rotterdamcr melden: Die Nachricht von dem Sinken der drei cng- Dampferkreuzcr „Aboukir", „Hogue" und „Cressh"
i d e r h a l l
™!cf|(A* n sanz England einen ungeheuren
^>nöl,>?I die H i o b s p o st c n ans Frankreich, die
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^ llitz"^iich.jetzt auch vorlicgen, obwohl der sichere Sieg bc- ™ 3u j„. T f i ziel! angekündigt war, tragen auch nickt da-
»ti i- “ u 11 8 ' he Stimmung NA-h^ferndliche,
bliche .... „—- ----
8 f b ftl, n 0 genblick erwartet. Das führende Arbeiterblatt »d > das ganze Ministerium in A n k l a g c z u-
zu erhöhen, die eine entschieden in jedem Fall aber höchst regieist. Der Rücktritt Churchills wird
•‘‘ttcc
»ersetzen.
bet Krieg war an und für sich schon un-
r te(|H ,Cl -t 'st er verhaßt, und der Haß wird sich gegen
Cn ' die ihn provoziert haben. Auch die „vornehmen' .[j Brechen von der g r o ß c n Entt ä us ch u n g des ^rlf c b' das bisher geglaubt habe, die b e st e Flotte der tok A? besitzen, und jcitt sehen müsse, wie weit ihr die dcut- " °"r an Tatkraft voran ist.
1300 Tote.
Die Berichte von Augenzeugen.
23. Sept. Über die Vernichtung der drei engberichtet der Kapitän der „Titan" folgende Um 7 Uhr morgens erblickte ich 30 Seemeilen »on Hoek van Holland ein schnellherauffahrendes Unterseeboot und am Horizont drei englische IpiHg ‘ Nach einiger Zeit kam es mir vor, als ob ein (H ei »^'ststvunden sei. Ich beachtete es jedoch werter nicht.
Weile hatte ich den Eindruck, als ob ein
K ni en;
als ob
Da ich Rauchwolken . . ^rne schwache Explosion zu hören glaubte, fuhr
Richtung zu den Kreuzern. Bald darauf war auch 3*1 GH • c verschwunden. Nach drei Stunden kam ich an ,"tog , des Ereignisses und überall schwamrnen
h e t r p 1 »“ * e Reichen herum. Es gelang mir, 114 der I ' SU »»"den Mannschaft, die völlig erschöpft (toten b Die Aussagen der überlebenden Matrosen
st Gs ihnen erzählt, daß z u e r st
* k >i A 11 '"'' getroffen worden sei. Zehn Minuten, nachdem ^erpcdoschuß erhielt, sei er gesunken, während die
N » r Kreuzer verschwunden sei.
Mmrnschaft teilweise auf der: Kreuzer „H o g u e" sich rettete. Drei Minuten später sank auch dieser, wonach die Mannschaft zum Teil von dem Kreuzer „Cressh" an Bord gerettet wurde, aber auch dieser sank rasch. Das ganze Drama dauerte 25 Minuten. Die Kreuzer sollen nicht zum Schuß gekommen sein. Die Mannschaft lag noch in den Kojen, als ads erste Schiff getroffen wurde. Die Angaben über die Zahl der deutschen Unterseeboote schwanken zwischen e i n s und vier (es ist bekanntlich nur e i ns gewesen). Der Kapitän der „Titan" sah ein Unterseeboot nach der Katastrophe in der Richtung nach Cuxhaven abdmnpfen, um ILich uhr kamen englische Torpedoboote, welche sofort dre Verfolgiing des deutschen Unterseebootes aufnahmen. Die Zahl,der Toten beläuft sich auf 1300. Die übrige Mannschaft wurde von anderen holländischen Schiffen gerettet
ZV. T.-B. Amsterdam, 23. Sept. (Nichtamtlich) Das „Handelsblaad" berichtet: Der „Titan" erreichte um 9 Uhr 20 Min. die Stelle und fand Wr ackstück e und eine große Anzahl Schiffbrüchiger. Das Schiff setzte Boote aus, die zwei Fahrten machten. Biele Seeleute wunden an den Tauen hervovg,ezogen. Der „Titan" nnhm um 11 Uhr 45 Min. den Kurs n>ach Hoek van Holland. Um 12 Uhr 40 Min. erschien das englische Torpedoboot „Luciver", das einen Teil der Geretteten an Bord nahm. Die Engländer befinden sich unter, Bewachung des holländischen Militärs, und werden heute in das Internierungslager beför- dert. Die Bemannung ües „Aüaulir betrn>g 900 Mann, bvt des „Hogue" 099 Mann und die des „Cressh" 832 Mann, meist Reservisten.
ZV. T.-B. Amsterdam, 23. Sept. (Nichtamtlich) ^ Von dem Kapitän des holländischen Dampfers „Flory" -wird mitge- teilt: Er befand sich mit seinem Schiff ans der Fahrt von Rotterdam nach Leith, als er etwa 18 Seemeilen Hintex dem Maas-Leuchtschiff aus 8 Meilen Entfernung einen Kreuzer mit vier Schornsteinen erblickte, der sich auf die Serie legte und langsam ve r s a n k. Als er sich dem Kreuzer näherte, sah er viele Rettungsboote tr>eiben. Er selbst nahm von 9 bis 11% Uhr an dem Rettungswerk teil. Dann erschienen andere englische Kriegsschiffe. Der Kapitän sah mich ein,paar deutsche Unterseeboote auftauchen und hielt es für geraten, sich eiligst zu entfernen.
Das Gefecht zwischen dem englischen Rreuzer „Pegasus" und dem deutschen Ureuzer „Königsberg."
Tapferes Verhalten der Besatzung.
ZV- T.-B- Kapstadt, 23. Sept. Folgende weitere Einzelheiten über das Gefecht zwischen dem englischen Kreuzer „Pegasus" und dem deutschen kleinen Kreuzer „Königsberg" vci Sansibar werden amtlich bckanntgegebcn: Die
„Königsberg" näherte sich Sountagfrüh 5 Uhr mit hoher Geschwindigkeit und machte ein britisches Wachtboot durch drei Schüsse kampfunfähig. Dann cröffncte die „Königsberg" ans etwa 8000 Meter ein w o h l g e z i e l t e s Feuer auf den „Pegasus" und setzte dieses bis auf 6000 Meter Entfernung fort. Die Breitseite des „Pegasus" stand unter Feuerwirkung und wurde in 15 Minuten zum Schweigen gebracht. Nach einer Kampfpause von 5 Minuten crössnete die „Königsberg" von n e n e m das Feuer, das eine Viertelstunde währte. Der „Pegasus" war nicht in der Lage, das Feuer zu erwidern. Beinahe alle Verluste der Engländer trafen bei den ltzcschützcn auf dem Oberdeck ein. Das Schiss, das mehrere Löcher in der Wasserlinie erhalten hat, legte sich st a r k auf die Seite. Die britische Flagge wurde zweimal heruntergeschossen, aber von britischen Matrosen immer wieder mit der Hand hochgchaltcn. Die „Königsberg" hat anscheinend keine oder nur geringe Beschädigungen erlitten.
Die Kufstandsgefahr in Persien.
W. T.-B. Konstittltinopel, 22. Sept. (Nichtamtlich.) „Tardschuman-i-Hakikat" bespricht die Verhängung des Kriegszustandes und andere außergewöhnliche Maßnahmen und militärische Vorkehrungen, die der Statthalter Graf Woronzow-Daschkow im Kaukasus anord- ncte. Das Blatt glaubt, daß der Grund hierfür in der Wahrschciulichkeik liege, daß Persien die augcnbliS- liche Lage benutze, um bat englisch-russischen Vertrag vom Jahre 1908 über die Teilung Persiens in Interessensphären zu kündige n. Das Blatt sagt: Selbst wenn die persische Regierung den Vertrag unbeachtet lasse und keinen amtlichen Schritt unternimmt, stehe doch außer Zweifel, daß verschiedene Stammeshäuptlinge diese Gelegenheit nicht u n b c n u tz t vorübergehen lassen würden. Nachrichten aus Persien zeigten nach der Ansicht des Blattes,, daß bei zahlreichen, so gut wie unabhängigen Stämmen eine Erregung vorhanden sei. Diese Stämme seien so stark, daß die persische Regierung sic nicht zurückhalten könnte. Sie könnten die Beleidigungen durch die Engländer und die Russen in den letzten Jahren nicht vergessen, besonders die Aufhängung des als heilig angesehenen Natio- nalhclden an dem größten religiösen Festtage.
Französische Elcographie.
Wir lesen in der „D e u t s ch e n Z e i t u n g" für Rio de Janeiro: „Paris, 7. August. Eine deutsche Streitmacht, die Homburg v. d. H. angrifs, wurde zurückgeschlagen. Zirka 5000 deutsche Soldaten verließen in fluchtartigem Rückzuge das Schlachtfeld und ließen 17 Maschinengewehre zurück."
Das genannte deutsch-südamerikanische Blatt, aus dessen Inhalt wir "zu unserer Freude ersehen, wie treu auch die dortigen Deutschen zu ihrem alten Vaterlaude stehen, bemerkt zu dieser französischen Meldung:
„Wem -btr diesem Telegrmnm die Augen nicht aufgehen und wer hier nicht erkennt, was der französische Telegraphendienst wert ist, dem ist nicht nrehr zu helfen. Daß die Deutschen Homburg aus dem einfachen Grunde nicht angreifen können, weil es ihre eigene Stadt ist, das haben die französischen Berichterstatter, deren Dummheit nur durch ihre Prahlsucht übertroffen wird, natürlich nicht gewußt."
Zur Zerstörung von Vaudeukmäleru durch den Rrieg.
Die „Neue Züricher Zeitung" schreibt aus Berlin: Bereits vor einiger Zeit tauchte das Gerücht auf„daß sich Gent unter amerikanischen Schutz stelle, um wegen seiner Kunst- schähe vor deutscher Beschießung gesichert zu sein, und zur Bekundung dessen die amerikanische Flagge neben der belgischen auf dem Stadthaus hisse. Schon damals wurde von amtlicher amerikanischer Seite dieses Gerücht als hinfällig dementiert. Amerika denke nicht daran, sich in solcher Weise in die Kriegsverhältnisse einzumischen. Jetzt wird auch in der Schweizer Presse dasselbe Gerücht kolportiert, ohne deshalb begründeter zu sein. Es hängt von den Belgiern selbst ab, die Kunstwerke zu sichern, indem sie dieselben durch ihre Handlungen nicht in Gefahr bringen. Zum Privatvergnügen vergreift sich deutsches Militär nicht daran.
Der Rotterdamer „Maasbode", also ein gut holländisches Blatt, veröffentlicht zum Beispiel folgendes: „Augenzeugen erzählen, daß der Turm der L i e b f r a u e n k i r ch e in Antwerpen ganz mit Maschinengewehren besetzt ist ; solche sollen auf dem Kirchenschiff stehen, ferner soll eine drahtlose Einrichtung auf dem Turm sein. Man kmm doch.
l * naffauischen Regimentern nach Frankreich.
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IV.
to? für die einzelnen Gefechte und Schlachten
i^il^ "°ch nicht ganz feststehen. Denn jeder Truppen- ' Gefecht nach dem Namen des Ortes, wo er t ei( > n 9 ^ ta nben hat. Am Morgen des 22. August glaub % ^ 8 en gefechtslosen
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10
Tag zu verleben. Aber be- Ühr vernahmen wir in der Ferne Kanonen- l/bhaftes Jnfanteriefeuer. Bald hinter der /i^hiere wieder hergestellten Brücke bei Rccogne ^ .'r in einen dichten Wald, an dessen Ende sich ein
' 87 ^Vuterwfeuer entwickelt hatte. Die Regimenter ^U sjch ho 88 drangen durch den Wald vor und es ent- . toid, zj'u^dem Walde ein erbitterter Kampf, in den
St
?sta^Uenn^^nmal auch das Geknatter
Cntt ^tillerie in der Weise eingriff, daß sic auf «»tn „2)ung in den Wald hineinfeuerte. Hier hörten
französischer
Sicher ist, daß das französische, Maschi- \ ^ 8 e nicht an das deutsche Maschinengewehr
% [ a Schüsse fallen nur in langen Intervallen flhü Q,ne tak-tak-tak unterscheidet sich beträchtlich to iw Wti V» Geknatter unserer Maschinengewehre. An- * %tint ° ä ^anzösische Maschinengewehr nur 50 Schutz e abgeben, da§ ist ein Fünftel der Leistung des
deutschen Maschinengewehrs. Etwa 600 Meter vor dem Ausgang des Waldes, rechts von der Chaussee, hatte sich französische Feldartillerie festgesetzt und überschüttete die aus dem Wald heraustretende deutsche Infanterie mit Geschossen. Diese hatte sich teilweise schon bis auf 100 Meter an die Artillerie herangearbeitet. Dann gab es aber kein Vor und kein Zurück mehr. In einer Kiesgrube hatte sich ein Feldwebel der 87er festgesetzt mit etwa 15 Mann, der weder aus dem Loch heraus noch schießen konnte. Er lag in seinem Schießloch mit seinen Mannschaften und ließ die Kugeln über sich wegfliegen, und sie sangen dazu: „Es braust ein
Ruf wie Donnerhall", bis sie endlich nach Niederkämpfung der feindlichen Artillerie aus ihrer Gefangenschaft befreit wurden. Das Feldartillerie-Regiment Nr. 27 beging hier ein Bravourstück, indem es im feindlichen Artilleriefeuer vor dem Waldrande in Stellung fuhr und auf kürzeste Entfernung ein feindliches. Artillerie-Regiment zusammenschoß. Wenn auch nur wenige Geschütze bei diesem gefahrvollen Aufmarsch in Stellung kamen, so feuerten sie doch von dem Platze aus, wo sie standen oder liegen geblieben waren, in die feindlichen Feuerlinien hinein und brachten die Artillerie zum Schweigen und die Infanterie zu fluchtartigem Zurückweichen. Die Franzosen haben in diesem Gefecht ungeheuere Verluste erlitten. Den Ausgang des Waldes, den sie hartnäckig gegenüber unserer Infanterie verteidigt, war besät mit Toten, die in Bergen hinter den einzelnen Ginster» büschen, Hecken und Mulden lagen, aus denen unsere Infanterie sie vertrieben • hätten. Das Schlachtfeld, welches
weit offen lag, machte den Eindruck eines großen Schlachtenpanoramas. Von einer Leere des Schlachtfeldes konnte mar: bei diesem Kampfe nicht sprechen. Auf der Straße jagten die Haubitzenbatterien vor, um die Stellungeil zu besetzen, die die Franzosen soeben fluchtartig verlassen hatten. Auf der Anhöhe, die wir mit unseren Batterien besetzten, lag noch das deutsche Flugzeug, das die Franzosen hcruntergeschoffen hatten. Die Franzosen wälzten sich fluchtartig die Straße nach Vertrix zu. Bertrix selber stand in Flammen und wurde dauernd noch durch die Fußartillerie beschossen. Tatsache ist leider, daß seitens der verwundeten Franzosen immer noch geschossen wurde, sobald die deutschen Schützenlinien durch die Verwundetenlinie hindurch waren. Ich hatte dies zuerst nicht glauben wollen, habe es aber später zu meinem eigenen Schaden selber erfahren. In der Stellung, die wir mit den Haubitzenbatterien einnahmeN und in der ungeheuere Mengen verwundeter Franzosen lagen, wurde noch bei unserem Abrücken auf unsere Marschkolonnen geschossen.
Bei unserem Kampfe gegen die Maasbefestigungen kam ich zu Beobachtungszwecken in die Nähe der Verwundetenlinie. Die 'Infanterie war bereits durch und ein großer Haufen toter Franzosen lag am Waldrande. Ich achtete nicht weiter auf sie, als plötzlich einer aufsprang und mit dem Revolver mehrere Schüsse auf mich abgab, so daß ich mit dem Pferde zu Fall kam und die linke Hand mir zerschossen wurde. Der Schütze, der sich anscheinend verschossen hatte, so daß ich ihn mit meinem Browning über den Haufen
