Jfe» 444 Mittwoch, 23. September 1914.
scheinen, daß der Sieg der deutschen Waffen nicht Ni»,, Eisen, sondern auch durch Gold verbürgt ist. Der chenerfotn ;r. iv, Sov armiert Molt
Nbend-AuZgabc, 1. Blatt.
Seite 3«
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-g- ^>olg bet Anleihen ist geeignet, in der ganzen Welt li<b>> ^ Aufsehen zu erregen und die strotzende wirtschast- fj>ig . Wundheit Deutschlands augenfällig zu beweisen. Die ßlürf ^ 1 • Mobilisierung ist ebenso rasch und vollkommen ge- schn die der militärischen Streitkräfte. Das Blatt Gtitfi x ® er ^ofolg der Kriegsanleihen ist eine Taffache, die hg*» Feinden zu denken geben wird. Die englische Kal- öurch. die gezeichneten nahezu 5 Milliarden l at • ^^ >er Haufen geworfen; und sollte es wirklich
onkommen, daß nur derjenige siegt, der die letzte dc>« 1 . e aufbringt, so wird es sicherlich eher Deutschland als ^otzmäulige England sein.
zi?n"Neue Freie Presse" betont, daß ein solches finan- Machtaufgebot und eine solche titanenhafte Muskel- rass b "'öher noch niemals vorgekommen seien. Dieses Auf- ber»" zugleich auch unbewußt die Antwort auf die sil- nun " kugeln des englischen Schahkanzlers sein. Die Zerch- von über 4 Milliarden ist eine neue Kriegser- d "ung an England, das sich vermaß, damit zu Iiofio en ' ba k derjenige siegen werde, der die längere Börse brin' Ereignis ist in seiner Art so groß wie das Voll- Sen der deutschen Armee in Frankreich.
M ~r te „Zeit" nennt die rasche Unterbringung der Rieseu- °hne Beh'p^ der in dem europäischen Finanzgeschäfte
„ ® a§ ..Deutsche Bolksblatt" sagt: Der Erfolg der Zeich- auf die deutschen Kriegsanleihen ist nicht hoch genug .Zuschlägen. Er ist einem glänzenden Siege gleich achten und wird auch den wahnwitzigsten französischen.
A'schen und russischUhauvinisten als ein Beweis dafür > ,^u, daß das Vertrauen des deutschen Volkes aus seine im e stehenden Heldensöhne felsenfest ist.
Grosse Bewunderung in Schweden.
Stockholm, 22. Sept. Die ungeheuren Ziffern der Zerch- "ug auf die deutsche Kriegsanleihe erwecken in Schweden ein ^ e Bewunderung. Man bezeichnet sie als Beweis ganz ungeahnten finanziellen Stärke Deutschlands.
Bulgarien und die Intrigen Nutzlands.
Was Bulgarien von Rußland hält. w - T.-ß. Sofia, 22. ©ept. (Nichtamtlich) Eine neu er-
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über die
^euoruchen, Gewalttaten, potNl,cyen weoroen unu u.^ don^ungen ganzer Völker dargestellt wird, wobei Ströme ^tzen ^ Kvslossen seien. Bemerkenswert unter diesen Auf-
, f ft ist ein Artikel des Historikers Stefanow, der dre mit Blut geschriebene Entwicklungsgeschichte des russi- Reichs behandelt und besonders darlegt, wie das slawi- Rußland an dem slawischen Polen reiche Henkerünenste züchtete. Der Verfasser schildert die Rolle des Grafen b.^rawiew, den er als Bestie in Menschengestalt ^»brchnet. Mit wilden Kosakenhorden verwüstete Murawiew Gefilde Polens und lieh die ganze männliche Bevolke- Polens an Bäumen aufknüpfen, so daß die Straßen viele MEter weit mit Leichen behängt waren. Die weibliche Be- u»?rung der Städte und Dörfer wurde zusammengetrreben ^tmenschden Horden zur Vergewaltigung ausge-
a» ,®Mt anderer Artikel, der Mi lew zum Verfasser hat, zeigt Hand htstori scher Beweise, daß Rußland den Po litt- ^lR o r d im eigenen Reich wie im Ausland zum w erhoben hat. Sibirien wurde nach der Ermor- r,r.:? kott zwanzig einheimischen Stammesfürsten erobert. In NWeise haben sich die Russen gegen die Dynastien der än 1 4 u r e i und K o r e a s politischer Anschläge bedient. tvx:,'r.^char a wurden zwei Emire nacheinander ermordet, v 1 fte das Protektorat Rußlands nicht anerkennen wollten. tu>,^urkestan lud der russische Generalgouverneur die Tis^"'schen Fürsten, die ihm nicht gefügig sein wollten, zu
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Nichretbe^an" die Armenischen ^Katholikos Armenien poli
UiJ v Un ^ sie hinterrücks ermorden. Ber der U.nierwer- Kaukasus versprach der russische Staat durch m • schreiben an die armenischen Katholikos Armenien Poli- • Freiheit, falls die Armenier die Russen im Kampfe stut r Türken und Perser unterstützten. Nachdem der ^ bezwungen und Rußland die Unterstützung der sti,s."wr nicht mehr brauchte, vergiftete der russische General »owT^ den armenischen Katholikos Nerses in Tiflis und lr " wm das Handschreiben des Zaren fort. Nach den großen 'Uß^'I'brmassakres in Kleinasien im Jahve 1877 "WT beT russische Mnister des Äußern Lobanow Rstowski, >hne die Hände rieb: „Wir brauchen Armenien, aber
-olillDenier." Die von Rußland inszenierten zahllosen :>Mg. ^ Morde in Persien seien noch in frischer Erinne-
Itl?; ^enso habe Rußland den serbischen König Qff;, 7 °ud^^. ^ Königin Draga durch Agenten der
prTnnrbpn lassen. Dre
; >*en § t0a in bestialischer Weise ermorden lassen. Die a>i Wurden deshalb aus den Fenstern geworfen, damit von der russischen Gesandtschaft aus von der voll- i überzeugen könne. . ^
ilt^jw das Attentat von Serajewo sei zweifellos der russischen Diplomatie vorbereitet worden. Dre e tQ ,Ü ^ W0 des Fürsten Alexander von Batten- ^viorich" des Verräters Radko Dimitriew, sowie die eieg oft 13 Stambulows durch Werkzeuge der Russophilen n n ^. ktsmein bekannt. Das l e tz t e O p f e r der von R u ß- -vzi^-^löenierten politischen Morde war der ft-anzöstsche ^ was ^ ° u r tz s, der entschieden gegen den Krieg aufyetre- die skrupellose Politik Rußlands verdammte. In ^°ri>un7^8eit planten die leitenden russischen Kreise die Er- ^vis Königs der Bulgaren, weil sie ihn als ein Hin- ? Wer, " Bestreben ansehen, Bulgarien zu einem blin- ^»ist^^Leug Rußlands zu machen. Dies beiveise auch der Ü^ntern der russische Gesandte Ssawinsky in letzter Zeit es mit verdächtigen Elementen konspiriert habe,
L. Ech M 5^ russischen Rubeln gelüstete. ^
,>»>Di«?^el Dr. Waskows, „Die Frechheit w.^s" betitelt, sagt: Es sei unglaublich, wie der iv!. P sandte es wagen könne, die bulgarische Opposition presse gegen die Regierung und gegen die Kraue auf
iUtv!
«und zum Hochverrat zu verleiten. Ssawinsky sei ^ du'ub dunkle Elemente die Revolution herivorznrusen Staatsstreich die republikanische Staatsform Er möge jedoch nicht vergessen, daß Bulgarien Didi„ ^s, und daß die Frechheit der degenerierten rusti- Eig^, u^atie nicht uiigestraft bleiben werde.
^ erberer Artikel befaßt sich mit dem von russischer Vorwurf, daß Bulgarien Rußland.gegenüber ^ Worin beseht, so sagt der Verfasser, die U n -
dankbar!eit Bulgariens? Etwa darin, daß Bulgarien Serbien für dessen feigen Verrat an dem Bündnis nicht Hilfe geleistet hat oder die Landung russischer Truppen nicht erlaubte, wohl wissend, daß das Betreten bulgarischen Bodens durch die Russen das Ende der Unabhängigkeit Bulgariens bedeuten würde? Die russischen Schwarzen Hundert und deren Werkzeuge in Bulgarien, wie Danew, Geschow und Radko Dimitriew, müssen zugeben, daß Rußland froh sein sollte, wenn es von Bulgarien nicht tief gehaßt werde. Zur Dankbarkeit gegenüber dem tückischen und feigen Gegner Rußland hätten die Bulgaren keinen Grund.
Auszeichnungen.
8. Berlin, 2ö. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Als erstes Mitglied der sozialdemokratischen Parteileitung hat der Landwehrmann Schwab aus BayLrisch-Obersranken das Eiserne Kreuz erhalten. Er war bisher Leiter einer sozialdemokratischen Jugendorgani- ation. — Als er ster Bencdiktinerbruder wurde der Infanterist Rudolf Hirsch aus Würzburg mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. — Der Leipziger Verlagsbuch- Händler Hofrat Horst Weber, der als Oberleutnant der Reserve im Feld steht, wurde vom Generalkommando des 14. Armeekorps ins Große Hauptquartier versetzt und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
8 . Berlin, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. Generalmajor Keim, der bekannte Vorsitzende des „Wehrvereins", ist für eine m i l i t ä r i s ch e S t e l l u n g ein- berufen worden und hat infolgedessen den Vorsitz im „Wehrverein" niedergelegt.
Der älteste Sohn des Ministers des Innern v. Loe- b e l l, der seit dem 1. September dem Verwaltungschef für Belgien beigegeben ist und bis dahin den Feldzug als Reserveoffizier des 6. Kürassier-Regiments im Westen mitmachen durste, hat für Auszeichnung vor dem Feinde das Eiserne Kreuz erhalten. (Der Sohn des Generals von Loebell, eines Bruders des Ministers, Oberleutnant von Loebell vom 3. Garde-Regiment, ist schwer verwundet worden und liegt im Lager von Döberitz. Er erhielt denselben Schutz durch den Fuß, den der Vater 1870 bekam.)
Die Beschwerden über die §eldpost.
O Dresden, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Mn. Der Rat der Stadt Dresden hat beschlossen, beim Reich s- kanzler wegen der mangelhaften Feldpost vorstellig zu werden. Er will die anderen Städte auffordern, sich ihm anzuschließen.
# Berlin, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Bln. In einem Artikel des „B. T." werden die Schwierigkeiten der Feldpost geschildert und die Unzulänglichkeit der Bestellung zu entschuldigen gesucht. Dabei wird mitgeteilt, daß allem bei der Großen Berliner Sammelstelle täglich mehr als 300000 Sendungen zu befördern sind, daß allwöchentlich von Berlin aus z. B. an einen Soldaten an e i n e m Tage von einer Person 70 Briefe zu 250 Gramm aufgegeben wurden, und daß ebenso nachweisbar e i n Soldat im Feld an einem Ruhetag nicht weniger als 50 Postkarten in die Heimat geschickt habe. Derlei Vorkommnisse seien außerordentlich häufig. Eine Hauptsache der Schwierigkeiten sei ferner das rasche Vorgehen unserer Truppen, namentlich der Kavallerie. An eine Beförderung von Paketen sei auch in absehbarer Zeit noch nicht zu denken.
Warme Sachen für den östlichen Kriegsschauplatz.
W- T.-B. Berlin, 22. Sept. (Nichtamtlich.) Das Z e n - tralkomitee vom Roten Kreuz hat, wie bereits bekanntgegeben, sehr reichliche Sendungen warmer Sachen sowie Labe- und Genußmittel schon vor 16 Tagen nach dem östlichen Kriegsschauplatz gebracht. Die nun vorliegenden Berichte gehen dahin, Laß es den führenden Herren gelungen ist, mit sieben Automobilen bis zu den fechtenden Truppen zu gelairgen und dort wiederholt Gaben abzugeben. Am 22. September wird ein weiterer großer Transport von warmen Kleidungsstücken, Zigarren, Zigaretten, ^ Fußschutz- unb Heilmitteln sowie anderer wertvoller Materialien nach dem Westen abgehen. Es wird mittels 10 Automobilen Spenden an die bisher mit Liebesgaben am^ wenigsten versorgten Korps zu bringen suchen. Ein dritter, ähnlich zusammengesetzter Transport verläßt wenige Tage später Berlin um sich zu einer anderen Armee im Westen zu vegeben. Endlich ist für Ende dieser Woche die Abreise eines großen A u t o m o b i l k o r p s zu den östlichen ^Armeekorps vorgesehen. Sie alle werden jeweils bei der Rückfahrt von der Truppe zu den Materialiendepots sich durch Mitnahme Verwundeter zu den rückwärtigen Hilfsstationen n ü tz - lich zu machen suchen, vorausgesetzt, daß die Militärbehörde ihre Üwterftützung in Anspruch nehmen will.
Der Besuch der Erzherzogin Augusta bei Freund und Feind.
W. T.-B. Budapest, 23. Sept. (Nichtamtlich^ Die Erz- berzogin Augusta besuchte gestern nachmittag die im Garnisonsspital 16 untergebrachten Soldaten. Die Erzherzogen wandte sich mit gütigen Worten an jeden einzelnen Kraulen. Ihre ermunternden Worte heiterten die verwundeten Soldaten augenscheinlich auf. Gelegentlich ihres Besuches^ im Garnisonsspital besuchte die Erzherzogin auch diejenigen Spitäler, wo verwundete Kriegsgefangene gepflegt werden. Die Erzherzogin hatte auch für die Kriegsgefangenen Worte des Trostes und der Ermunterung. Sie erfreute die Kriegsgefangenen durch tröstende Ansprachen und wies ihre Beglei tung an, unter die Kriegsgefangenen Zigarren und Zigaret^ ten zu verteilen. Die Kriegsgefangenen begleiteten mit von Dankbarkeit tränenden Augen die Erzherzogin durch das Spital während des Rundganges. Den Kriegsgefangenen wird der Tag unvergeßlich sein, an dem ein Mitglied der Herrscherfamilie auch für die feindlichen Gefangenen sich interessierte.
Sozialdemokratische Feldzugsteilnchmer in Leipzig.
■W. T--B. Leipzig, 23. Sept. Die sozialdempkratische Pavteiorganisation des Leipziger Bezirks (11., 12., 13. und 14. Landtagswahlkreis) hat eine Erhebung veranstaltet, wie viele ihrer Mitglieder zu den Fahnen einberufen worden sind. Das Ergebnis stellt fest, daß von 40 934 männlichen Mitgliedern insgesmnt 10 835 im Felde stehen, das sind 28 Prozent. Es werden also mehr als drei kriegsstarke Regimenter von der sozialdemokratischen Partei organisation in Leipzig gebildet.
Gefangcnen-Lager für Engländer.
lss.p.6- In Döberitz werden zwei Gefangenen-Lager für je 10 000 Engländer eingerichtet.
Deutsche Hilssmassnahmen für belgische Industriestädte.
W. T.-B. Berlin, 23. Sept. Die deutsche Zivilverwaltung in Belgien hat der Stadt Charleroi, die sich ergeben hat, l Getreide zur Verfügung gestellt, damit die arbei
tende Bevölkerung erirährt werden könne. Ähnliche Maßnahmen werden für die Nachbarplätze M o n s und H a l l ö usw. getroffen.
Die französische Sprache in Strassbnrg.
Strassburg, 21. Sept. Eine Bekanntmachung. des Gouvernements warnt vor 'dem Gebrauch der frmrzösischen Sprache wegen der G e f a h r der V e r h a f t u n g.auf Grund des Verdachts der Deutschfeindlichkeit.
Die dänische Minensperre im Grossen Belt.
W. T.-B- Kopenhagen, 28. Sept. (Nichtamtlich.) Zu der von der „Agence Havas" verbreiteten „Temps -Meldung über dänische Minen im Großen Belt bemerkt^ die hiesige Presse gleichlautend: Die Erklärung des „Temps zeigt, daß das Blatt sich vollständig darüber klar ist, daß die Minen- sperre im Belt eine in jeder Hinsicht berechtigte Neutralität smatznah me ist. Gegenüber den anderen Bemerkiliigen des Blattes inüsseii wir wieder unterstreichen, daß wir hier in Dänemark darüber einig sind, eine loyale Neutralität zu bewahren, und daß man davon ausgeht, daß diese Neutralität von allen Seiten respektiert wird.
Der internationale Sicherheitsbre'nst zur See eingestellt.
W. T.-B. Christian!«, 23. Sept. (Nichtamtlich.) ^ Der Minister des Äußern gibt bekannt, der englische Gesandte habe mitgeteilt, daß der internationale Sicherheitsdienst zur Vernichtung gefährlicher Wracks usw. in den nordatlantischen Gewässern vorläufig eingestellt sei.
Die schrecklichen Verwüstungen der Russen in Ostpreußen.
W- T.-B. Berlin, 23. Sept. Von seiner Fahrt in die Umgebung von Suwalki berichtet der zum östlichen Kriegsschauplatz abgesandte Sonderberichterstatter des „23. T.": Die Fahrt geht durch Insterburg nach Gumbinnen. Die Felder und Äcker, die die Chaussee begrenzen, waren der Schauplatz heftiger 5kämpfe am Ausgang der vorletzten Woche. Die Stadt Gumbinnen selbst hat nur wenig gelitten. Zwischen Gumbinnen und Stallupönen aber liegen sämtliche Häuser in Trümmern. Nichts ist erhalten geblieben. Stallupönen ist nicht so schrecklich verwüstet, als zuerst vermutet wurde. Eydtkuhnen, das an die 6000 Einwohner zählte, besteht nicht mehr; nur Ruinen und nur selten lebende Wesen erblickt man. Gleich dem deutschen Teil von Eydtkuhnen besteht der russische Teil Kibarty nicht^ mehr, auch hier nur Ruinen. Der Bahnhof ist erhalten geblieben. Mit Kibarty und Wirballen beginnt Rußland. Entsetzliche Wege! So daß 'unser Auto plötzlich Sprünge wie ein gelernter Akrobat macht. Wir ziehen die Wanderung zu Fuß vor. Weite Felder rechts und links. Hier muß der Rückzug der Rusen in volle Flucht ausgeartet sein. Tote Pferde in Massen, Hunderte von Karren, Prohkasten, Baucrnwagen, ganze Haufen von unbenutzten Patronen, Gefährte für Scheinwerfer und für Telegraphie, Decken und Geschirr liegen auf den Feldern.
v. Hindenburgs Dank.
Für die ihm verliehene Doktorwürde hat Generaloberst v. Hindenburg der Universität Königsberg mit folgendem Telegramm gedankt:
„Der Königlichen Albertus-Universität spreche ich für die mir durch Verleihung der Würde eines Ehrendoktors bewiesene Ehrung meinen herzlichsten Dank aus. Nächst Gott dem Allmächtigen verdanken wir den Sieg der unvergleichlichen Ausdauer und Tapferkeit der unterstellten Truppen. Mit den besten Wülischen für das Wachsen, Blühen und Gedeihen der Albertina
v. Hindenburg, Generaloberst."
Unser Botschaftspalais in Petersburg „aus edlen Gründen" geplündert!
Stockholm, 21. Sept. Wie die „Rowoje Wremja" meldet, wurde das Gesindel, das wegen der Plünderung der deutschen Botschaft in Petersburg verhaftet war, wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Untersuchungsrichter hat angeblich festgestellt, daß die Leute nicht aus Plünderungssucht, sondern aus edlen patriotischen Gründen gehandelt hätten. Außerdem berichtet das Blatt höchst wahrheitswidrig, daß Hofrat Kattner erst einige Tage nach der Plünderung getötet worden ist.
Die Begeisterung für Deutschland in Ungarn.
W.T.-B. Maros Basarhely (Ungarn), 22. Sept. (Nichtamtlich.) Der Bürgermeister Hofbauer beantragte in der Generalversammlung der Stadt Maros-Vasarhelh, der größten und verkehrsreichsten Straße, die bisher S. Georgsgasse hieß, den Namen Kaiser-Wilhelm-Stratze zu rr 0 bgn
W.T.-B. Neusohl (Ungarn), 22. Sept. (Nichtamtlich.) In der hiesigen Kaserne ist ein Spital für 600 Verwundete eingerichtet worden. Infolge der Anregung des Obergespans Kuerthy ist es durch Mitwirkung aller Gesellschaftskreise möglich geworden, 2000 Verwundeten eine mustergültige Verpflegung angedeihen zu lassen. Das Publikum spendete große Mengen von Gegenständen für die Sprtak- einrichtung.
Die Unruhen in Marokko.
□ Madrid, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Mn. Aus Tanger wird gemeldet, dass die Unruhen unter den Marokkanern i in m e r m c h r um sich greifen. Ein farbiger Polizeiposten bei Olivarcs wurde von Marokkanern angegriffen und die französischen Polizisten waren genötigt, den Posten aufzugeben. Fünf Polizisten sielen als Gefangene in die Hände der Rebellen. Die Mauren zogen sich dann rn ihre Schlupfwinkel zurück und konnten bisher nicht ergriffen werden. Die Garnison von Tanger soll verstärkt werden.
Rnisnli ermordet?
□ Madrid, 23. Sept. (Eig. Drahtbericht) Ktr. Mn. Aus Algeciras wird gemeldet, daß Reisende, die aus Ceuta ein- getrofsen sind, berichten, daß der berüchtigte marokkanische Häuptling Raisuli der den Spaniern im Riffgebiet außer- ordentlich viel zu schaffen gemacht hat, tn der Nahe von Tanger in einem Streit erschlagen worden sei. Eine Bestan- gung ist bisher nicht erfolgt.
Der Kampf um Kiantschau.
Peking, 20. Sept. Die Deutschen berichten, eines ihrer! Flugzeuge habe gestern eine Bombe geworfen, die 30 Japaner tötete und mehrere verwundete. Die Japaner nähern sich der Festung Tsingtau. ^ ...
Tokio, 21. Sept. (Havas.) Amtlich. Die Japaner sind in der Bucht von L a o - S h i a n gelandet. Sie haben am Freitag Wangho-Huang angegriffen, 13 Meilen ösürch von Tschimo. Die Deutschen muhten diese befessigte Stellung aufgeben.
