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am "äSAWArcauö — bxoÄYura 'Äamcxaöe’a tne ’SSVvVs.eWviwa'. „Heuke 'kommen noch Trnnrchen." . "Lnp xvchkm', noch km Lause des Nachmittags Lausten einige seindtiche Ge- schosse um unsere Ohren. Am Spätnachmittag wurden die Franzmänner auf der kleinen Anhöhe jenseits der Straße sichtbar. ,
Unsere Sanitätsleute suchten die Weiße Flagge mit dem roten Kreuz hervor, traten einige Schritte aus der Hecke und machten unseren Platz durch Winken mit der Flagge als Verbandsplatz kenntlich. Die Schießerei seitens der Franzosen wurde sofort eingestellt und nach wenigen Minuten wurde unser stilles Lager mrt geringer Mühe von den Franzosen erobert.
Neun Franzosen — 1 Korporal und 8 Mann — Jäger in blauer Uniform, ein kleiner Teil Infanterie mit den allbekannten roten Hofen, sämtlich Landwehr- leute, hielten bei uns Einzug. Wir waren gefangen. Der Korporal meldete sich bei den verwundeten Offizieren und cs wurde gegenseitig die Versicherung abgegeben, daß beiden Teilen nichts geschehen solle. ,
' Nun begannen die Franzmänner ihre Arbeit. Sie nahmen den Offizieren Säbel, Revolver und Ferngläser ab. Aiif die letzteren hatten sie es besonders abgesehen. Ani Abend trat eine Wache auf, gebildet aus den neun siegreichen Franzosen.
Sinn kommt etwas, was man unseren Gebietern nicht verzeihen kann. Am nächsten Morgen 6 Uhr wurden unsere Ärzte, etwa 30 Sanitätssoldaten, Krankenträger und alle jene Verwundeten, die sich noch fortbewegen konnten, namentlich solche mit Armverletzungen, abgeführt. So waren wir etwa 250 Verwundete, darunter Schwerverletzte und solche Ka,Geraden, die schon schirer mit dem Tode kämpften, mit vier Krankenträgern ohne jede ärztliche Hilfe allein. Das war geradezu grau- sam. Am Wend trat dann insofern eine für uns günstige Wendung ein. als ein Assistenzarzt von einem Dragoner-Regiment sich bei den verwundeten Offizieren
meldete. — , , „ m r , .
Den Tag verlebten wir m aller Ruhe auf unserem Strohlager " in der Scheune. Aus den in dem Verbandsplatz ausgestapelten, von den verwundeten Käme- räden mitgebrachten Tornistern wurden die sogen, eisernen Portionen herausgenommen iind von iinserer Ouartierwirtin (Französin) in der Mühle gekocht. So hatten wir doch tvenigstens etwas Warmes zu essen. Auch war noch genügend Feldzwieback vorhanden. Ja, wir erhielten sogar für Geld und gute Worte von unserer Wirtin einige Flaschen Wein. Also umkommen konnten wir nicht. *
Doch nun wieder zu unseren Franzmännern. Sie benahmen sich während unsererGefangenschaft als höchst anständige Männer und halfen uns. wo sie konnten, so nainentlich bei der Pflege der Verwundeten. Über Nacht und während des Tages waren neun unserer Kameraden verschieden. Abends 8 Ahr sollten sie in den kühlen Schoß der Erde — fern der Heimat — gebettet werden. Die Offiziere, soweit ihnen ihre Verwundungen die Beteiligung an dem Leichenbegängnis gestatteten, nahmen an der Feier teil und die Franzosen gaben den Gefallenen das Ehrengeleit, ein Zeichen echter' Kameradschaft. Ein Leutnant der Landwehr hielt am Grabe eine Rede, die Franzosen präsentierten und ein Vaterunser schloß die Feier in der Stille des Abends.
Da war uns gegen Abend bekannt geworden, daß in der weiteren Umgebung rmseres Aufenthaltsortes deutsche Patrouillen beobachtet worden seien. Diese Tatsache veranlaßte unseren „Ortskommandanten", einen Leutnant der Landwehr, sich zu unseren Gunsten ins Zeug zu legen. Er war ein äußerst liebenswürdiger, dabei sicher und bestimmt auftretender Herr, der die französische Sprache voll und ganz beherrscht. Er rief den französischen Korporal zu sich, machte ihm von dem Erscheinen deutscher Patrouillen Mitteilung und riet ihm und seinen Kameraden, die Waffen zu strecken, wenn anders sie nicht von den deutschen Patrouillen
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samt den Seitengewehren ab nnb meldeten sich bet ben Ossizieren als Gefangene. Wtx waxen dnxch das geschickte, energische Einschreiten unseres Ortskommandanten auS der französischen Gefangenschaft befreit und jetzt waren die Franzmänner unsere Gefangenen. Die Offiziere erhielten Säbel und Revolver wieder; die Ferngläser sind allerdings nicht mehr vollzählig abge- goben worden. Die Franzosen waren wie umgewandelt. Sie hatten eine heillose Angst ..vor dem Totschießen, durch unsere Patrouillen. Dis' noch wenigen Tage'" unseres Aufenthalts auf unserem Verbandsplatz — am 28. August rückten wir von dort ab und wurden von Londres aus mittels Eisenbahn nach Ludwigshafen am Rhein transportiert — nützten die Franzosen dazu aus, uns das Leben so angenehm als möglich zu machen. Sie haben für uns Kaffee gekocht, brachten auch von Zeit zu Zeit französischen Rum, Wein usw.
An einem Vormittag war es mir möglich, mit Unterstützung von Kameraden die Scheune auf ein Viertelstündchen zu verlassen und mich auf eine Steintreppe zu setzen. Hier spielte ich mit Kameraden Karten. Die Franzosen, die Zigaretten im Munde hatten, waren unsere Zuschauer. Ich zeigte einem Kameraden das Bild meiner Jungen. Die Franzosen wollten es natürlich auch sehen und ich gab es ihnen hin. Zwei von ihnen wurden dabei so ergriffen, daß sie einige Schritte beiseite gingen und bitterlich weinten — sie waren auch Familienväter.
Unsere Befürchtungen, als französische Gefangene in ein französisches Lazarett gebracht zu werden, waren zunichte geworden. Hier in Ludwigshafen am Rhein befinden wir uns in ausgezeichneter, liebevoller und aufopfernder Pflege im Vereinslazarett Pestalozzischule.
= Bunte Welt. ^
aus der Kriegsjeit.
Einen gefährlichen Flug hat nach einem dem „Ulmer Tagblatt" zur Verfügung gestellten Bericht ein deutscher Fliegeroffizier am L8. August ausgeführt. Der Offizier schreibt: Es war mein gefährlichster Flug bisher, und ich
verstehe jetzt noch nicht, wie »vir entkommen sind. Es war böiges, schlechtes Wetter, und die Wolken hingen tief. Über Epinal kamen wir auf 800 Meter in das Feuer von Ballon- Abwehrkanonen — Schuß aus Schuß unmittelbar bei uns. Jedes Krepieren war gellend zu hören trotz dem Gegenwind und Motorlärm. Furchtbar wurde es aber erst da, wo wir wegen des Gegenwinds kaum vom Fleck kamen— unter uns die Schlacht, und auf uns schossen in rasendem Schnellfeuer die Ballongeschühe. Und wir waren gerade in einem großem Wolkendach und kamen nicht in die rettenden Wolken und waren nur 1000 Meter hoch, Schuß auf Schuß rechts, links, vor, über und unter uns — und trotzdem haben sie uns nicht heruntergeholt. Zwei Treffer hatten wir nur, ich verstehe das jetzt noch nicht. Na, wir waren ziemlich fertig bei der Landung, aber meine Meldung war doch so wichtig, daß mich das Generalkommando noch in der Nacht zum A.-O.-K. schickte. Dort fand ich denn auch die erfreuende Anerkennung — Exzellenz H. gab mir die Hand und sagte, er danke mir, er wisse wohl, was es heiße, bei solchem Wetter, wo man ständig in den Wolken die Orientierung verliert, noch aufzu- klären. Ich hatte die Stellung der gegenüberliegenden französischen Truppen festgestellt. Morgen greifen wir an.
Knittelvers.
Der Generaloberst von K l u ck Stürmt Festungen mit einem Ruck.
Franzosen, Belgier sieht man sausen,
Naht sich der General von Hausen.
In Richtung: Maubeuge-Le Chateau __
Stürmt vorwärts Genial von BüloS,
Und in Französisch-Lotheringen Kämpft wacker General Heeringen.
Doch General von Hindenburg Haut Russen vorn und hinten durch.
