das „Diner" sehr bald fertig sain werbe. Alles stürmte herbei, den Feldwebel ausgenommen, der sich eine klaffende Wunde — am rechten Stiefel von dem vor ihm kauernden Regimentsschuster zuflicken ließ.
Die Portionen wurden vertheitt; das „Diner" begann; sät acht Tagen das erste, welches man in aller Ruhe und Gemüthlichkeit verspeisen zu könmn glaubte. Da dasselbe Gewürz, das einst beit Spartanern die „schwarze Suppe" so schmackhaft machte, auch hier bei den tapferen Söhnen Borussia's nicht fehlte, so ward das frugale aber reichliche Mahl in einer Geschwindigkeit verzehrt, welche vielleicht manchem der Speisenden ehedem, da er an der table d’höte zu diniren pflegte, selbst wunderbar vorgekommen wäre.
Auch dem böhmischen Bauer ward von benr Koch ein Blechkessel mit Brühe und Fleisch angeboten. Er schlug cs. cus und schlug ein Kreuz vor sich. Laut auf lachte die Schaar der Umsitzenden und der Ex-Schauspieler oder Sänger von Mutter Gräbert citirte aus den Hugenotten:
„Mit einem Höllensohu?"
Auf. der Bedettenkette ward es lebhaft.
„Es ist unsere Cavallerie," hieß es alsbald, da jeder bereits zu Waffen und Uniformstücken griff.
Eine Escadron schwarzer Husaren sprengte heran.
Das kleine Detachement bildete die Avantgarde eines größeren Truppen- corpS, das bald nach der perhängSvollen Schlacht bei Königgrätz das östliche Böhmen durchziehen sollte, theils um versprengte Schaaren des geschlagenen Kaiserheeres abzufangen, theis um Requisitionen zu erheben. Dem Lauf der blaugrauen Moldau folgend, hatte diese Abthellung sich schließlich in Znaim mit dem größeren, mehr westlich herabrückenden Corps des Preußeuheeres zu vereinen. Da die fliehenden Oesterreicher sich hauptsächlich dem Westen zu- wandten und das Gros der Armee sich auf Olmütz zurückzuziehen suchte, so waren hier keine -blutigen Lorbeeren mehr zu erringen. Die zweite Aufgabe, Requisition und Contributjyn, konnte um so erfolgreicher gelöst werden. Fliegende Corps vermittelten die Fühlung zwischen den westlicheren Corps und überbrachten die Requisitionen.
Der blutige Sieg, welcher eigentlich den ganzen, glorreichen Felbzug zu Gunsten der kühnen Preußenhelden entschied, war diesen Truppen nur von Hörensagen bekannt. Sie selbst waren aus Sachsen erst nach jener Entscheidungsschlacht nachgeschoben,. Häher denn auch die größere Heiterkeit und Lebens- freudigkeit. Nur die Escadron schwarzer Husaren hatten thätig mit eingegriffen bei Chlum ; man sah es den Gesichtern der hohen, männlich kraftvollen Gestalten an, daß die grausenvollen Schreckenssceucn nicht ohne innere Nachwirkung bei ihnen geblieben und daß. diese bei ihnen die allzu laute Siegesfreude immerhin ein wenig dämpften. . , .i.J. ,
-.nulAiß, Offiziere gesellten sich zusammen und rauchten auf einem Anhugel ihre Cigarren. Die Gemeinen verbreiteten im Lagerplatz die Kunde von der Auffindung eines alten, sehr reichen Grafenschlosses jenseits der Berge, das man trotz seiner versteckten Lage glücklich ausgeivittert.
Ueber den dorthin zu unternehmenden Requisitionszug mußte man schon ernstlicher berathrn, da man gerade in jenem ziemlich unzugänglichen Terrain am leichtesten noch Feinde vermuthen konnte.
Noch vor Abend ward zum Aufbruch geblasen. v : jjmb
Eine halbe Compagnie mit dem Oberlieutenant und zwölf Husaren sollten, den Streifzug unternehmen. Der Lieutenant der Husaren erbat von dem Rittmeister die Erlaubniß, sich der Expedition anschließen zu dürfen. Wir erkennen in demselben Volkmar von Seefeldt. Die kräftige Mannesgestalt nahm sich in der knappen Uniform vorzüglich aus. Eine Wunde am Kinn zeigte, daß auch er den Steg mit Blut erkaufen helfen. (Forts, folgt.)
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