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19 , September 1914 .
abend «Ausgabe.
Nr. 438, ♦ 62. Jahrgang»
. DurchhaltenL
^»«Jtnfcrcr Berliner Schriftleitung,) '"^ Q 3 C ' öie wir jetzt durchleben in gespannter Iw^S. neuer Nachrichten vorn westlichen Kriegs- ch - . sind zweifellos mit ihren: Hangen und Ban- lg^:i!"Iche-Tage allererster Ordnung. Sie sind aber chcn, tzo, to * c umn nicht verrennen darf, von erzieh- iik„ ;^^rt für uns alle. Im Anschluß an den ^st enr Siegeslauf, mit den: die ersten Kämpfe im ttd " begonnen, hat sich hier und da ohne Zweifel ^gewisse Überhebung in unserem Volke gel- ^Kemachi, eine Übcrhebung, die nicht immer den ^ten unserer Gegner gerecht wird. Hier und da sich wohl auch in der Tonart vergriffen, in
tticm
f )0 Q v öon unseren Feinden sprach. Die Entwicklung, ftf 0 Z öw Dinge inzwischen genommen haben, bietet mß " oine gute Lehre, als sie uns darauf Hinweisen ji pL ftUc ^ im Feinde den tüchtigen, tapferen Soldaten „nicht zu vergessen, daß wir uns selbst degra- tvürden, wenn wir fortgesetzt die militärischen ^^^oralischen Qualitäten unseres Feindes der-
Stillstand, der in den: Fluß der militärischen eingetreten war (jetzt ist er inzwischen nach ^ Meldungen bekanntlich schon über-
Ikp, 11 Gn - Schrift!.), sollte aber unseren Blick vor k»-v die Schlachtfelder selbst lenken, auf »z -,bre Blüte unserer Jugend fällt und blutet, sollte itÜ machen, was unsere Truppen im Felde leisten ? ^ben müssen, >d. h. die ganze Größe -der Opfer, Ixz gebracht werden und im Vergleich zu denen to ’ r ^ er 3 U Huuse leisten, doch nur einen tt Widerschein und eine bescheidene Gegen- chf A darstellt. Gerade darum darf nichts unver- ?en, was von den zu Hause Gebliebenen gc- )ttu‘ mnn, uns den Erfolg in diesem uns aufgc- 5lrieg zu sichern. Vor allem muß die Ge- in e) ! L 1 des Volkes den Charakter dieses Krieges in in r Büttgen Schwere erfassen, muß die ganze er» lse und läuternde Kraft des Krieges lcht „ zu wirken beginnen. Der Sieg wird dann "Ar, wie cs so vielfach fälschlich geschieht, als e l b st v e r st ä nd I i ch e s angesphen werden, Och Ergebnis eines militärischen Spazierganges, St, x;“!* als der Preis einer gewissen'Gcschäftstüchtig- Se schließlich jeder Philister leisten kann, sondern,
tn Wahrheit ist, als das Ergebnis einer den !h?^n Menschen durchdringenden Ge- stpr" ^g, die in voller Hingabe der eigenen für dos Ganze den Kern ihrer Lebens- ^ ' ^br. Dann erst wind man die Schwere der Auf- söewo ^?en, an deren Erfüllung seht draußen ge- “W h,- ö auf deren glückliche und restlose » Bestimmtheit hoffen und hoffen dürfen.
K J^. ist, wie auch an dieser Stelle betont sei, ? militärische Lage so, daß sie diese Hoff- , Cin mr berraftigen kann.
die Schlachtfelder zeigt auf der nn- ble ganze Größe der Schul d derer, die k^ndie,06 angezettelt haben, zeigt aber zugleich, wie N? du - r lür uns ist, diesen Krieg bis zu einem Wen ^ uführe n, das rins einen wirklichen lan-ggr Dauer sichert, so zu Ende
c en.
zu
tati* c n R f* ^ "ner völlige n, für u n s s i e q- >e^ " dl g u n g des Feldzuges. Die
ffü 1 durchzuhalten, auch wenn imLaufe
11 n q r„den Verbrechern jenseits des
Arn, ^lsve die Hauptschuld an diesem Kriege '^d'che , vergeht- die deutsche Ehre und die
in.^Ssickus^ert noch einmal anzutasten. Unter dic- ipüp betrachtet, erscheint nichts verkehrter, h-i/ken lvie das hier und da von der einen oder tz? ^rstänv geschehen ist, die Stimme einer baldi- sjMe nchz '?ung zu erheben. Im Gegenteil, die k l ; n jt> i q ' ,Q L c l n ,und bleiben: Nichts von Ver-
wus,^ ^ einmal Kreise
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eine kritischere Lage zeigen unseres Volkes durchdringen, alle Sckiicklten hineinzutragen größten und dankbarsten Aufgaben er dprer, die zu Hause an der Ret-
unseres Vaterlandes Mitwirken, ^me und ..-
und
Größe mitbauen wollen.
Di«
^ §chlacht im Westen.
^seftigtsn Stellungen der Deutschen
tz'üli,?°n>, zg °u der Marne.
' ri ^tührt (Elg. Drahtbericht) „Eorricrc
tt'* ö» t f, UfiCn onum-, 1 ,' ^°rdcnu,z, das; jetzt die von den Deut- *?** i» a e ft um“. ®teUmigcit westlich von Chalons ^bta »Ästchen „„^^>tigt seien. Schanzen seien in et e r- " ^schützt -0 Meter durch Stahl-
»nd durch mit Erde bedeckten Baum
stämmen befestigt. Maschinengewehre hätten unsichtbare Stellungen innc, schwere Artillerie schicsfe hinter Gräben.
Berliner Prcssestimmcn.
W. T--B. Berlin, 30. Sept. Zum Staude der großeu Schlacht bringen die Blätter folgendes: Die „Bossische Zeitung" sagt: Wenn eine Armee, die zwei Wochen lang
Tag und Nacht einen Gegner angreift, sieht, daß alle ehre Anstrengungen vergeblich sind, so mutz in ihr schließlich das Gefühl entstehen, daß weitere Angriffe zweck- und nutzlos sind und es nur unnützes Blutvergießen ist. Dieser Zustand scheint bei den französischen Truppen jetzt eingetreten zu sein. Sie stehen jetzt vor der Entscheidung, die jeden Tag Eintreten kann.
Die Meinung in Italien.
W. T-B. Berlin, 19. Sept. Dem „Berl. Tageblatt" wird aus Rom rclegrnphiert: Hier gilt die allgemeine
Lage des deutschen Heeres als ausgezeichnet. Die franzofenfreu ndlichen Blätter, die tagtäglich mit Fettdruck deutsche Niederlagen und den Rückzug der Deutschen melden, sind kleinlaut geworden. Ja, diese Blätter bringen jetzt aus Bor deaux Depeschen dahin lautend, daß die deutschen Stellungen fast uneinnehmbar seien.
Neue Volkskundgebungen in Italien.
o Rom, 19. Sept. <Eig. Drahtbcricht) Gestern fanden hier neue Volkskundgebungen statt. Das Militär sperrte den Coloaplatz ab. Die Regierung hat alle Vorkehrungen getroffen für den 20. September, um die in Rom, Neapel und Mailand einberufenen Massenbersammlungetv zu verbieten. Es dürfen nur Parteikonferenzen stattfinden. Die Tagesordnung der verbotenen Versammlungen war überall die gleiche: „Neutralität oder Roma
ni s m u s".
Zur Aufbietung der letzten Kräfte in Frankreich.
W- T.-B. Berlin, 10. Sept. Der französische Botschafter in Nom gibt bekannt, daß alle in Rom lebenden Franzosen bis zum Alter von 48 Jahren, selbst militärfreie oder zurück- gestellte, sich znr Abreise bereit zu halten haben.
Der Kaiser an den Herzog von Kobnrg.
Koburg, 18. Sept. Der Käistr richtete an den Herzog auf dessen Meldung von dem heldenmütigen Verhalten seines 95. Infanterie-Regiments nr den Kämpfen in Ostpreußen folgendes Telegramm: „Ich danke Dir für Dein freundliches Telegramm und beglückwünsche Dich und Deine braven 9öer zu dem glänzenden Erfolg, welcher in der Kriegsgeschichte unübertroffen ist. Sage das Deinem Regiment in Meinem Namen. Gott helfe weiter. Wilhelm."
Oberst von Neuter nicht gefallen.
XX Koburg, 10. Sept, (Eig. Drahtbericht) Wie die „Koburger Ztg." von der hier lebenden Schwester des Obersten v. Reuter erfährt, ist das Gerücht von dem Ableben Reuters unrichtig. Es ist wohl dadurch entstanden, daß verwundete Offiziere gesehen haben, wie dem Obersten das Pferd unter dem Leibe erschossen worden ist.
Reichstagsabgeordneter Baffermann zum Major befördert.
W T-B. Mannheim, 10. Sept. Der Reichstagsabgeordnete Ernst Bassermann, der als Rittmeister d. L. seit Ausbruch des Krieges als Lerier einer Munitionsabteilung sich im Osten befindet, wurde zum Major befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Beförderungen und Auszeichnungen.
^ Koburg, 10. Sept. (Eig. Drahtbcricht) Der Koburger Hoftheaterintendant v. Holthaff wurde auf dem westlichen Kriegsschauplatz verwundet und auf dem Schlachtfelde zum Rittmeister befördert; gleichzeitig erhielt er das Eiserne Kreuz.
W. T.-B. Dresden, 19. Sept. (Nichtamtlich) Der Kön i g hat denk K r o n p r i n z e n Georg und dem Prinzen Friedrich Christian von Sachsen das Ritterkreuz 2. Klasse des Albrecht-Ordens verliehen. Der Kaiser hat dem Kronprinzen Georg und dem Prinzen Friedrich Christian das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen und dem König vorgestern hiervon Mitteilung gemacht.
Die Erkrankung des Generalobersten v. Hausen.
Dresden, 10. Scpt. Die „Sächsische Staatsztg." (früher „Dresdener Journal) schreibt: Generaloberst Freiherr von Hansen hat, wie wir schon meldeten, das Kommando über die dritte Armee, die unter seiner bcivährten Führung frischen Lorbeer an thre ckahnen^ heftete, aus Gesundheitsrücksichten niederlegen muffen. Er ist an der Ruhr erkrankt und befindet sich zurzeit znr Wiederherstellung seiner Gesundheit in Wiesbaden. Der Kaiser hat den hochverdienten Heerführer für die n,auer der Krankheit vorübergehend von dem Kommando enthoben und ihm ein sehr gnädiges Allerhöchstes Handschreiben unter wiederholter Anerkennung der hervorragenden^ cistungen der sächsischen Korps zugehen lassen.
Wir wünschen dem hochverdienten Heerführer, daß er sich hier in Wiesbaden recht bald von seiner Erkrankung vollständig erholt.
von den Schlachisn in Nordfrankreich.
Ein Einjährig-Freiwilliger, der inzwischen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden ist, schreibt an seine Eltern:
. ^8 ““f ®* e S» ,uud unaufhörlich weiter. Das ist unsere 7°^"% „ •„• bi» 'ch gekommen, weiter ging's nicht mehr.
Kr-ank soll rch fern, deshalb bm ich jetzt wieder hier. Aber ich
darf, sobald es nur eben geht, nach vorn wieder, zu meiner Kompagnie zurück. Es ist weiter nichts, als eine kleine Erkältung. Sonst nichts. Daß wir am vorigen Sonntag eine große Schlacht gegen dreieinljalb französische Armeekorps gewonnen haben, wißt Ihr sicher schon. Auch ich war mit dabei. Gegen Turkos und Zuaven. Nicht unser ganzes Regiment, .sondern nur wenige Versprengte, die ich sammeln sollte. Wir wurden von einer Ordonnanz anfgehaltcn und den Tcrn zu Hilfe geschickt. Da lagen aber Tote! So was kann sich keiner vorstellen, der nicht mit dabei war. Unsere Artillerie schießt zu gut. Auf eine m Feld (Kornfeld, abgemäht), das vielleicht 1 Kilometer lang und 2 Kilometer breit war, hüben wir nachher 8727 tote Turkos und Zuaveir gezählt, und aus jeden Toten kamen noch drei Verwundete. Acht feindliche Regimenter sind dort vollständig vernichtet worden. Da war kein freies Quadratmeter mehr, über einer F a h n c lagen übereinander 126 Mann. Wir hatten vorher an einem anderen Punkt gekäinpft.. Da wurde uns ein großes Lob vom Kommandierenden gespendet dadurch, daß er sagte, als ihm gemeldet wurde, daß die Ter Zurückgeschlagen seien: „Da setzen wir die . . . Brigade an, der hält nichts stand". In einer Stunde hatten wir aber auch aufgeräumt mit den paar Kerls, und unsere Fahne flatterte im Sieg! Und nun muh ich für einige Tage hierbleiben und kann nicht mehr mittun. In der Kompagnie wollten sie mich gar nicht toeg- lassen, weder, unser Oberleutnant, noch Feldwebel, noch dis Kameraden.
Ein Husarenstreich eines deutschen Offiziers.
Großes Hauptlsuartier des Westens, 15. Sept. Von seltener Kühnheit, gepaart mit Geistesgegenwart, gibt folgender Husarenstreich eines deutschen Offiziers Kunde:
Ein Leutnant bei der Fliegerabteilung, der Sohn eines Generals, erhält Befehl, ein Landungsplatz für Flieger ans- zukundschaften und festzulegen. Der junge Offizier saust im Automobil mit seinem Chauffeur los. Im Moment, da er ans einem geeigneten Platz lieben einem Waldesrand hält, stürzen aus dem Walde drei Zuaven vor. Im Nu sind sie entwaffnet. Da wirbeln auf der Straße, welche der Leutnant zurückfahren muß, Staubwolken auf. Feindliche Kavallerie! Der deutsche Offizier überlegt nicht lange. Den einen Zuaven seht er .auf den Kühler des Kraftwagens und bindet ihn dort an. Die zwei anderen setzt er zusammengebunden vor sich in den Wagen. Und nun fliegt der Wagen an der feindlichen Kolonne vorbei. Der junge Offizier, gedeckt von den Zuaven, wird für einen Franzosen gehalten und trifft wohlbehalten bei der Truppe ein. Julius Hirsche Kriegsberichterstatter der „Ostsee-Zeitung".
Ein Lob des 21. Armeekorps.
Saarbrücken, 10. Sept. Ein Korpstagesbefehl des kommandierenden Generals v. Bekow aus Dienze, vom 21. A u g u st datiert, ist vorgestern hier angekommen. Der Befehl hat folgenden Wortlaut: Gestern hat das Armeekorps (21.), nachdem es mit dem größten Teil seiner Kräfte 14 Tage und Nächte ununterbrochen den an Opfern und Erfolgen reichen Bahn- und Grenzschutz versehen und fünf Gefechtstage in zäher Ausdauer und immer siegreich überstanden hat, dem über unsere Grenze vorgegangenen Feind eine schwere Niederlage beigebracht. Den Tagen bei Lagarde und Laütersingcn hat sich der Schlachttag Vergaville-Biedersdorf würdig angereiht. Wenigstens 1560 Gefangene und zahlreiche Kriegstrophäen sind dem Feind entrissen. Diese Tage haben den Grund gelegt zu einer Kriegsgeschichte des j u n g e u A r m e e k o r p s, die sich der Geschichte unserer Armee stolz an die Seite stellen darf. Ich bedaure von ganzem Herzen die schweren Opfer, die diese Kampfestagc, namentlich die gestrige Schlacht, gekostet haben. Aber ich beglück- w ü n s ch e zugleich freudigen Herzens mein Korps zu seinem todesmutigen Verhalten und zu den großen Erfolgen, die es errang. Nicht mein Dank, sondern der Dank unseres Vaterlandes wird ihm für immer sicher sein.
Die Kriegsschäden in Elsaß-Lothringen.
W. T.-B. Straßburg» 19. Sept. (Nichtamtlich) Die amt- . liche „Straßburger Korrespondenz" schreibt u. a.: Durch die Kriegsereignisse haben zweifellos auch beide Gebietsteile von Elsaß-Lothringen schweren Schaden erlitten. Immerhin ist cs ein falsches Bild, wenn in einzelnen Zeitungen zu lesen ist, daß die heimgesuchien Gegenden bitterste Not und an dem Notwendigsten Mangel leiden. Dem raschen Z u- greifen der Geschädigten selbst wie der Behörden und öffentlichen Körperschaften ist es gelungen und wird es weiter gelingen, solche Not abzuwenden. Wie nach dem letzten großen Krieg werden die Schäden an den Gebäuden und Feldern nicht dauernd von den einzelnen zu tragen sein, sondern zweifellos willig von der Gesamtheit unseres Vaterlandes übernommen werden.
Die Kritik eines Generalleutnants an unserer Postverwaltung.
W- T.-B. Berlin, 10. Sept. Zu den Klagen über die Beförderung der Feld po st schreibt Generalleutnant Schott in der „Voss. Ztg.": Ich habe in dem Feldzug 1870/71
regelmäßig meine Nachrichten von Hause bekommen. Heute sind die Armeen allerdings sehr viel größer, aber auch die Verbindungen und die Verkehrsmittel sind sehr viel größer geworden. Der Grund der mangelhaften Beförderungen liegt nicht tn Schwierigkeiten, sondern in der Unfähigkeit, diese zu überwinden. Wohin würde es geführt haben, wenn die Eisenbahnen ebenso versagt
