13) Nach jeder ersten Entleerung und in der Folgezeit nach Bedürfniß ' wird die Untersuchung des Zustandes der Grübe durch einen hierzu bestellten Sachverständigen vorgenommen werden.
14) Ucbertretungen der vorstehenden Bestimmungen werden mit Geldstrafen bis zu 15 Gulden oder bei Zahlungsunfähigkeit mit entsprechender Arresistrafe geahndet.
Wiesbaden, den 28. September 1866. Herzogl. Nasi. Polizei-Direettm.
___________v. Rößler.__________
Belehrung
über das bei der Desinfection der Pfuhl- und Mtrittsgruben zu beobachtende Verfahren.
Behufs der Desinfection der Pfuhl- und Abtritksgrubm ist aus folgende Weise zu verfahren.
Zur Desinfection des Grubeninhalts wird vorzugsweise Eisenvitriol verwendet und sind Hiervon 25 Pfund für eine Grube von 100 Cubikfuß erforderlich. Bei Anwendung einer geruchlos entleerenden Pumpmaschine wird zur Dcsin- ficirung des dicken Bodensatzes eine entsprechend. geringere Quantität genügen. Die nach der Größe der Grube berechnete Menge von Eisenvitriol wird mehrere Stunden vor dem Gebrauche in Kübeln oder dergleichen mit wenigstens der sechsfachen Gcwichtsmenge Wasser übergossen und durch oftmaliges,Umrühren völlig aufgelöst. Erwärmen des, Wassers befördert letzteres. Auch eine größere Menge Wasser erleichtert die Auflösung und Vermischung des Eisenvitriols und ist besonders da zu empfehlen, wo die letztere durch Anwesenheit von vielen festen Stoffen in einer Grube erschwert wird.
Bei Gruben mit flüssigem Inhalte gießt man die-erforderliche Menge von Eisenvitriol-Lösung auf einmal ein und rührt um. Die Wirkung ist augenblicklich und die Entleerung der Grube kann unmittelbar nach dem Singießen vorgenommen werden. :
Zur Desinficirung fester Stoffe in den Gruben muß die Eisenvitriollösung nach und nach aufgegossen werden, weil sonst keine vollständige Vermischung mit dem ganzen Grubeninhalte stattfindet. In solchem Falle begießt man mit einem Theile der Lösung die ganze Oberfläche der festen Masse und vermengt sie, hierauf durch Umstechen mit einer Schaufel oder durch Umrühren mit einer Stange, an deren Ende ein Brett befestigt ist.
Die dcsinficirte Schicht wird sodann ausgeleert und mit dem übrigen Grubeninhalte auf dieselbe Weise verfahren.
Durch die Vermischung mit Eisenvitriol wird der Grubeninhalt ,schwarz gefärbt, verliert aber nicht seine Dungkraft, übertrifft vielmehr hierin den gewöhnlichen Dünger, welcher, im natürlichen Zustande verwendet, durch den Einfluß von Luft und Sonne an seinen kräftigsten Bestandtheilen verliert.
Zu jeder Zeit können die übelriechenden und schädlichen Ausdünstungen der Abtritte und Nachtgeschirre entfernt werden, wenn von Zeit zu Zeit, eine genügende Menge der obigen Eisenvitriollösung (in Abtntten etwa ein Eimer voll) eingegossen wird, was besonders bei dem Vordringen von Cholera nicht angelegentlich genug empfohlen werden kann , umsomehr 'als! der Preis des Eisen- vitriols ein geringer ist.__________________
Am 28. l. M. abhanden gekommen zwischen der Dietenmühle und Sonnen- berg eine länglich viereckige Schnupftabacksdosc von Platin«. Bei Ablieferung wird eine gute Belohnung zugestchert.
Wiesbaden, den 29. September 1866. Herzogliche Polizei-Direction.
Bekanntmachung.
Mittwoch den 3. October t; I. Morgens 10 Uhr wird in dem hiesigen Civil-Hospital eine Parthie-Offen rc. öffentlich an den Meistbietenden versteigert.
Wiesbaden, den 26. September 1866. Herzogl. Civil-Hospitalverwaltung.
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