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für die aiio 1 / 8 'en^iii i> i ) l fl. a Mt ll 3 t ’utir^ 8 °aStta 9 ä! Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts

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„Tagblatt-Haus" Nr. 6K50-S3.

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r übernommen.

erslag, 17. September 1914,

Morgen'Ausgabe.

Nr. 433. ♦ 62. Jahrgang.

i Oer Krieg.

1 J *" 6 ö^utliche deutsche Erklärung.

Berlin, 16. Sept. (Nichtamtlich.) Die dcr Allg. Ztg." schreibt: In dem Lügenfcldzug,

tfak,:?' Krieg des Dreiverbandes gegen Deutschland eiH seit einiger Zeit auch die Meldung über

>»ehv ""Iches Friedensbedürfnis, das sich mehr und 8».' auf. Bald wird von einer angeblichen

hei.»»« des Reichskanzlers über Deutschlands Ge- zum Fricdensschluß gesprochen, woraufhin kort die Vermittelung Amerikas eine stolze Ant- "°?eben habe, bald heißt cs, der deutsche Bot- ^ciiK^r ttt Washington bemühe sich, den Frieden für !»lchr ^d 3" erlangen. Die Neutralen sollen durch Ausstreuungen den Eindruck empfangen, das Reich sei kampfesmüdc und müsse sich wohl fiio e . beit Friedensbedingungcn des Dreiverbandes

Men.

Sna

Wir setzen diesem Gaukelspiel die Er- tMr G entgegen, daß unser deutsches Volt in dem ihm klikx ?ufgezwungenen Kampf die Waffen nicht »r ed erlegen wird, bis die für seine Zu- kkstr;!? w der Welt erforderlichen Sicherheiten sind.

^ie Erschöpfung der französischen Truppen.

Soft r ^ ont , 16. Sept. (Eig. Drahtbevicht) Der Pariser dgll r'uondent der „Tribuna" gibt ein trübes Bild kcfjj,w!' srunzosischen Truppen. Die auf dem Marsche tz, Glichen Leute seien vollerschöpft durch te,®bazen und H i tz e. Alle sind am Ende ihrer Vb ' 10 kni? sie glücklich sind, wenn sie sich mit der an einem nebenan fahrenden Karren fejthalten "ifz,;' Regimenter folgen auf Regimenter und übcr- Ar s M llH dasselbe Bild unbeschreiblicher m ^ l u n g. Kein Soldatenlied erschallt ans oieihen, keine Militärwnsik. Die nebln den Trnp- tz,.,. ästende» Offiziere sind ebenfalls so erschöpft.

,-^^n Regiment Halt macht, fallen die Leute cin- Är r "ud schlafen. Keiner denkt an Essen. — V "uge sind Ihre Leute aus dem Marsche?" fragte »Zxi^^espondcnt den Offizier. Die Antwort kantet:

Tagen", und es fügte der Offizier hinzu: das alles für einen Wert? Wir werden i a kder geschlagen! Nicht weil wir schlechte pbjk^„u waren, sondern wegen der verwünschten roten i fortip-n "®* e ureisten nüchtern denkenden Pariser", ß der Korrespondenz, „sind jeden O p t i m i s- "!v/ar; six holten den Rückzug des Generals von ttu t für eine strategische Finesse."

i i t Cl ! ! ti * ,ani f d I c n kjilfstruppen in Frankreich.

16. Sept. (Eig. Drahtbericht) Den Mangel an Itigen Soldaten bekundet folgendes Eiugeständ-

legsbricfe aus dem Westen.

^ Von unserem Kriegsberichterstatter.

^ den Schlachtfeldern der Armee des deutschen Kronprinzen.

II.

, , Großes Hauptquartier, 6. September.

e§ Idyll ist der Krieg hereingebrochen und nun ?>> Beloi ^autmody gegolten, auf dem Posten zu sein.

^üttilHZ ^Ulen Flüchtlinge vorübergezogcn, die den Fall 6?. dntex ^ stärkstem Fort meldeten und Einzelheiten über Y^^ten ^"0 der stärksten Panzerwerke Flöron und Loncin 6t * mit' ■ l< : den Kommandanten von Montmßdh denn doch Ixefcp Tnt ® er ® or fi£ auf seine antiquarischen Erdkoälle $>^4 Idq^ 1 .® e y tn die deutsche Artillerie wirklich so fürch- ■ daß eine einzige Belagerungsgranate das Fort

V;»et,e -Herrlichkeit

h, Qr ■; Wenn die deutsche Artillerie wirklich so fürch- dernick? e ' tte cin?

te cA ionntc, dann war damit zu rechnen, daß von Montmedy durch eine gut ge- Üon^ntsch""^ £ nnate zerstört wurde. Und sie schießen gut, fer^d herüz das hörte man von der benachbarten Festung ^r-,, dilnan^'.dre nun ein Aschehaufen war. Da beschloß Seit I Qrn men an \ dop Moutmödy, den Deutschen listig zu- ,?den fn,^sd die Festung aufzugeben, ehe der Feind totin ein e, sie einzuschließen. Die ganze Besatzung x; 1 b _er Kriegsgeschichte sicherlich seltener Vor- eu nioft nh ’ ac ^ u 6 — denn der hätte ja Lärm gemacht ' ' DgZ ^ ' rind nur eine Kompagnie blieb als Wache

AieiZo"! guter Gedanke, er entsprach der be- Si 6iöhi. \ " fccn iwm Geschütz gibt alte Soldaten", Äst x^8e„ ^"Üall war dem Kommandanten ein ?ste h,..,™ gekommen. Denn die Deutschen waren 1 Wi Und x en Won auf die tapferen Verteidiger von rip, Q § Kommandant und Besatzung von ihrem et 8eW Ullter kamen, wurden sie gestellt und mutz-

Kb Sen anetiett "'

sagen die braven

^ * n der so eigenartig gewonnenen

n i s in französischen Blättern. Darnach beziffert die franzö­sische Presse die Zahl der aus Afrika verschriebenen schwar­zen Hilfsvölker auf 2 P, 0 0 0 0 Man n.

Das entvölkerte Paris.

A Genf, 16. Sept. (Eig. Drahtbericht) Die heute vor­mittag hier eingctroffeuen Pariser Depeschen lauten für die deutschen Armeen g ü n st i g. — Jules Guesde, Minister ohne Portefeuille, soll sein Verbleiben im Kabinett davon abhängig gemacht haben, daß für die notleidenden Bewohner der Vor­orte, besonders der östlichen und nördlichen von Paris, so­fort von Staats wegen eine Geldaktion eingeleitet werde. Nach der berichteten Zählung beträgt die Zahl der in Paris verbliebenen Personen weniger als 2 Millionen.

Unglaubliche Verblendung in der französischen presse.

A Rotterdam, 16. Sept. (Eig. Drahtbericht) Im Vor­gefühle eines endgültigen Sieges Frankreichs, Rußlands und Belgiens über Deutschland und Österreich-Ungarn beschäf­tigte sich „Echo de Paris" und „Figaro" bereits mit der Frage, welche Verluste dem Besiegten bevorständen. Im „Echo de Paris" wird von einer DelcassK nahestehenden Persönlich­keit folgendes mitgeteilt: „Die Friedensbedingungen, die von den besiegten Deutschen angenommen werden müßten, sind: 1. Die biückgabe von Metz und Lothringen

an Frankreich, 2. die Neutralisierung des Elsaß unter der Regierung eines von Europa zu erwählenden Fürsten,

3. die Rückgabe Schleswig-Holsteins an Dänemark,

4. 2 Milliarden Kriegsentschädigung an Frankreich, dem Ka m e r u n und das Togoland ausgeliefert werden müßten, 6. England bekäme De utsch-O st- Afrika und Deutsch-Südwestafrika sowie Helgoland; es würde ferner verlangen, daß die deutsche Flotte sechs Schlachtschiffe und zwölf Kreuzer abtreten müsse. Ferner werde Rußland von Deutschland und Österreich-Ungarn eine Kriegsentschädigung von 3 Milliarden und bedeutende Grenzberichtigungen verlangen. Italien erhält als Lohn für seine Neutralität K a t t a r o und S ü d t i r o l. Ser­bien wird eine Macht zweiten Ranges. Der „Figaro" widmet der Entschäöigungsfrage Belgiens betreffend einen Artikel, der in dem frommen Wunsche gipfelt, den Bel­giern mit 2 Milliarden eine Entschädigung auf Kosten Hollands zuzusprechen. Als Ausgangspunkt dieser „Mitteilungen diplomatischer Natur" nehmen die Blätter eine vom König von England an den Präsidenten Wilson ge­richtete Depesche, nach der England entschlossen sei, so lange zu kämpfen, bis Deutschland und Österreich-Ungarn den Frieden erbitten.

Ein amerikanisches verstärktes Geschwader nach den Philippinen abgegangen.

$ Stockholm, _ 16. Sept.- (Eig. Dr^chtbcricht) Die Flotte der Vereinigten Staaten von Amerika im Stillen Ozean ist verstärkt worden und ein starkes Geschwader ist nach den Philippinen abgegangen.

(Diese ameritamsche Maßnahme geüvinnt eine große

Montmody wird den Franzosen in schlechter Erinnerung bleiben. Nicht weit von der Festung wurden am Tage, wo ich dort war, noch 300 Manu durch eine Handvoll deutscher Landwehrmänner gefangen genommen, nachdem sie sich unter Führung eines Stobsosfiziers verlaufen hatten, so daß sie mitten in die deutschen Stellungen hineingerieten. „Wenn wir die Kerls wenigstens tn ihre eigenen Stinkställe ein« sverren könnten", meinten unsere Begleitmannschaften. „Aber die kommen nun tn unsere sauberen deutschen Ge­fangenenlager und !oir müssen ihnen hier das Drecknest aust. räumen!"

Schon fahren zahlreiche Züge wieder im Bahnhof von Montmody ein. Ungeheuere Vorräte guter Etzivvren, welche die Besatzung der Festung monatelang bei einer Belagerung alten Stils ernähren sollten, sind nun in unsere Hände ge­fallen und werden unseren Leuten, die den französischen Proviantlagern ein besseres Zeugnis ausstellen, als den sonstigen Krregsvorrichtungen unserer Erbfeinde, hoffentlich gut bekommen.

An mehreren Stellen fanden wir in der Festung Bilder­bogen aushängen, welche offenbar im letzten Augenblick hier befestigt worden sind, um unsere neuen feldgrauen Uni­formen ins Gedächtnis der französischen Truppen einzu­prägen. Das wäre in der Tat sehr nötig gewesen, wie sich inzwischen gezeigt hat, aber mit Hilfe dieser kunstvollen Bilderbogen war die erstrebte Vertiefung der französischen Kenntnis deutschen Heerwesens nicht zu erreichen, denn sie stehen unter der Devise: „Keinen Schimmer von einer

blassen Ahnung." So sehen nun unsere sauberen Feldgrauen doch nicht aus.^ Die Franzosen haben mit ihren Plakaten eher eine Irreführung der eigenen Bevölkerung erreicht. Sächsische Husaren berichten, daß sie sowohl beim Überschrei­ten der belgischen wie noch der französischen Grenze freudig begrüßt worden sind, weil man sie für die märchenhaft ge­schwind zur Hilfe ycrbeigeeilten Engländer hielt. Die ge­mütlichen Sachsen inten auch gar nichts, um dieses kleine Mißverständnis aufzuklären. Sie ließen sich bewirten und erfuhren, denn für den „großmütigen Verbündeten" darf cs doch keine Gehermnrsse geben, über die französischen Stel­lungen und Operationen alles, was sie nur erfahren wollten.

Bedeutung, üa sie zweifellos mit Englands Hilferuf an I a p a n zur Unterdrückung der i n d i- schen AufstandAbewegung in Zusammenhlcmg steht. Schrift!.)

Die Uämpfe in den Kolonien Kfrikas.

, W. T.-B. Kapstadt, 14. Sept. (Nichtamtlich,) 6keAter - Meld u,n>g.) Eine südafrikanische

Streitmacht von berittenen Schützen überraschte, nach­dem sie zwei sttächte marschiert und sich bei Lage ver­borgen hatte, eine deutsche Truppenabteilung, welche eine Furt ungefähr 60 Meilen von Stemkop im Dinama-Land besetzt hielt. Die Deutschen wur­den nach scharfem Gefecht zur Übergabe gezwungen.

Oie deutsche Verwaltung für das eroberte russische Gebiet.

□ Münster, 16. Sept. (Eig. Drahtbericht) Der RegiL- rungspräsident von Münster Graf v. M e e r v e l d ist aus Allerhöchste Anordnung als C h e f der Z i v i l v e r w a l t u n g iu die eroberten russtsch-polntschen Gebietsteile berufen worden.

Eine gemeinsame Ministcrrcise nach der Promnz rostprenßcn.

§ Berlin, 16. Sept. (Eig. Drahtbericht) Wie der „L. A." hört, werden die preußischen Minister des Innern von L o e b e l l, der Finanzminister Dr. L e n tz e und der Land­wirtschaftsminister v. S ch o r l e m e r sich demnächst in die Provinz Ostpreußen begeben, um sich durch eigenen Augen­schein von dem Grad der durch die Russen angerichteten Ver­wüstungen zu überzeugen.

Rückkehr geordneter Zustände in Allcnstein.

lick. Allenstein, 16. Sept. Der Rest der Beamten der Königl. Regierung in Allenstein ist heute zurückgekehrt, so daß der Dienst wieder in gewohnter und geregelter Weise erledigt werden kann. Ebenso sind die letzten Post-, Telegraphent- und Eisenbahnbeamten zurückgekehrt. Der Tekegraphcnverkehr ist ' immer noch für einzelne Orte gesperrt. Der Fernverkehr ist noch immer unterbunden. Die Mehrzahl der Allensteiner Be­völkerung ist gleichfalls wieder in Allenstein. Aus den Grenz­bezirken treffen fortgesetzt, ..noch »Flüchtlinge ein, die von zersprengten russischen (Tvuppen, beunruhigt wurden.

Oer Kräfteverbrauch der Offensive

Erhöhte Anspannung trotz aller Siege.

Wenn mau die Siegeslaufbahn der deutschen Heere seil Beginn des Krieges verfolgt und sieht, wie sie van Erfolg zu Erfolg eilen und dem Gegner eine Niederlage nach der anderen beibringen, kann man wohl leicht auf den Gedanken kommen, daß die Hauptsache in diesem Kriege bereits ge­leistet sei, und daß die Nation in ihrer Anspannung und in ihren militärischen Leistungen Nachlassen könne. Eine der­artige Anschauung entspricht aber in keiner Weise den tat­sächlichen Verhältnissen, sie ist irreführend und in gewisser Hinsicht gefährlich. Wenn die Militärverwaltung trotz aller Erfolge und Siege neue Anforderungen an die militärische Leistungsfähigkeit der Nation stellt, kann leicht das Gefühl

Sie sagten nur immer im schönsten sächsischen Englisch „0K yes!" Und das genügte vollkommen, um durch Belgien und tief nach Frankreich hinein zu kommen. Man muß sich eine sächsische Eskadron beim „Ost yes!" fagen vorstellen! Solche kleinen heiteren Züge, an denen unser Einmarsch überreich war, lverden erst nach und nach bekannt.

Wir verlassen Montmödy' und finden am Tor zwei in ihrem Gegensatz recht eigenartig berührende Anschläge dicht nebeneinander. Auf dem einen zwingt der französische Kom­mandant die Bewohner, das' Feftungsgebiet binnen 48 Stun­den zu verlassen; sie durften nur das nötigste Handgepäck mitnehmen. Auf der anderen Bekanntmachung teilt der deutsche Kommandant den Einioohnern in deutscher und französischer Sprache mit, daß ihr Eigentum geschützt sei, daß sie zurückkehren dürfen, und daß niemand verschlossene Bürgerhäuser in Abwesenheit - der Bewohner betreten dürfe. Eigenartig ist auch der Anstlick, Leute in französischen Uni­formen unter deutscher Hoheit im Dienste zu sehen. So sind der Gefängnisdircktor und seine Schließer, die soldaten­ähnliche Uniformen tragen, ruhig in ihrer Wirksamkeit be­lassen worden. und die von der französischen Justiz in das Gefängnis gesetzten Verbrecher haben vergeb­lich darauf gewartet, daß die cinziehenden Deutschen ihnen die Freihert wiedergeben würden. 'Auch französische Sani­tätssergeanten hat man zur Pflege ihrer Verwundeten ruhig im Dienste belassen, und cs sieht im Anfang überraschend genug aus, wenn diese Leute in der Uniform des Feindes ihren deutschen Vorgesetzten die vorgeschriebenen deutsche« Ehrenbezeigungen erweisen.

Hinter Montmödy begegnen wir einer großen Lastkraft­wagen-Fuhrparkkolonne. . Es würde manchen Kaufherrn und manchen Gewerbetreibenden und Industriellen sicher mit Stolz erfüllen, wenn er sähe, wie seine tüchtigen Fahrzeuge sich hier draußen weit im Feindeslande bewähren. Von Franzosen hört man immer wieder Ausdrücke des unver­hohlensten Erstaunens, was die Deutschen alles an Hilfs­mitteln aus den Kriegsschauplatz zu werfen haben. Vielen Franzosen imponiert der ungeheure Fuhrpark der Deutschen ebenso. wie die stramme Haltung und die Ausdauer der durchmarschiercnden Männermillionen. Sie haben, wie so