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bienst
rrg IS. September 1914.
Morgen-Ausgabe.
Kr. 429. . H2. Jahrgang.
Das polnische Problem.
bleE ^srscht Burgfriede in Deutschland, aber darum Ar Gegensätze, die ja nicht durch die Will-
-Vu, s werden, die vielmehr aus der innersten der K rf ^ampsnotwendigkeit entspringen, in Äauern- . und Geltung. Andere Gegensätze freilich nicht zu sein und zu bleiben, zum mindesten uttoatri uch, und das kann man sogar ganz bestimmt din i?* e Methoden ändern, mit denen sie bis da-
ivonf?^-. sowohl ausgetragen als vielmehr verschärft
O'k )inh ftn ttfmpn rprfxrtort Vntr C^rvrrfTtffo
uns der einen, der Sozialdemokratie ötünSri anderen Seite. Dort wie hier wird man | C jj ° ■ r umIernen müssen, und zu einem großen ■Wh ^ schon geschehen. Es ist undenkbar, daß alte illcjdjO^swte Kampfmittel noch gleichsam gowohnheits- Äon? WUten angewendet werden können, nachdem das Vrf v Karsers, er kenne keine Parteien mehr, r^ c Haltung der Sozialdemokratie seine bestäti- Px.? Ergänzung gesunden hat. Aber nicht von diesen dttr, CInen wollen wir hier .und heute sprechen, son- dkn ^ er polnischen Frage, die ja auch zu 1 iX>c n °c> aH,iuschweren Belastungen unseres politi- jh Gebens gehört hat. Muß sie auch fernerhin und ty. T: Ewigkeit zu diesen Belastungen gehören? Wer tiitx,, 9 Tatsache ins Auge saßt, daß zwei Naftonali- ivcd- Gegensatz zueinander stehen, der wird ent- mit schmerzlichen Gefühlen oder mit kampfes- ia Freudigkeit die Frage besahen wollen. Es ist daß die Polen keine Nationaldeutsche sind
lg^aß wir sie zu solchen niemals werden machen
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Aber der scheinbare Tiessinn der Auffassung, tigff' 1 * an die gegebenen nationalen Unterschiede allein
iK^ .^Nveist sich bei näherem Zusehen als Oberfläch- tn- , Es gibt eine Widerlegung dieser Auffassung,
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l>°Na auch der stürmischste ostmärkische Dräust nichts einwenden kann, und diese Widerlegung " - sich dar durch die schlichte Tatsache, daß viele
Zehnte hindurch ehrlicher Friede in
dort
ihre
»^östlichen Provinzen geherrscht hat, obwohl es d '.'i'gn^ Millionen von Polen gegeben hat, die i ft^Äitat wahrlich treu behüteten. Warum soll das ijisH wi ederk ehren können? Das Ziel der preu- «bbii,., Polenpolitik war doch immer oder mußte es .sein, zu friedlichen Verhältnissen zu 'wn, die Dauer versprechen sollten. Wenn dies ^e^Mnmehr auf anderen als den bisher betretenen Duckst werden kann, wird man dessen nicht ftjä" rroh sein müssen? Und vieles deutet ver- n R § ö o 11 daraufhin, daß das Ziel in der Tat kann, ohne daß die bis dahin befolgte ? tz?, ?. Hoihehalten zu werden braucht.
ME' mßt sich doch nicht leugnen, es ist doch eine mÖ Wahrheit, daß die Polen in diesem großen Än, wmoll begriffen haben, wo sie ihre Stellung s! wussen, damit sie für ihr Gedeihen in Gegen- M ol, Zukunft am zweckmäßigsten sorgen können. Är»° . um steht nicht bloß gezwungenermaßen, fr?, freiwillig übernommener Pflicht und ^strsicht in die Notwendigkeiten der Lage , .ii ,. 4 r 2 Ios auf unserer Seite gegen Ruß- mstch , ,~ en Zarismus. Das ist eine Wendung, die fQbe ^wartet werden konnte, deren Eintreten aber 2 ?!* IWt * 11 ? 1 um f° bedeutungsvoller ist. Niemand rMf!. lagen, wie die polnische Frage im großen
h it: 'ine +wuu|u/e ycuiHt im yLutjeu
s"'> to i r ^en wird, also was aus Nussisch-Polen wer- llü^rune welchen Formen vielleicht eine An-
z,' bgjtz ^ftm uns oder an Österreich-Ungarn oder auch d<,Z . mündete Staaten durchführbar sein wird. 2 E> spf.i we ftehen und wissen wir, daß es unm ö g- IV s Hr! t ' l x rlnd bleiben muß, Russisch-Polen beim ÄMd w e zu lassen. Der Siegespreis, den wir ft; M Urtn 9 en haben, wird eben das Weichsel- Noch r'. ri"m mindesten das Weichselgebiet. !,,? oMzilko.,nnwn mag und kann, das entzieht d: aho. ^urgemäß jeder eingehenderen Betrach-
iut Un^ . ftUssi.sch-Polen wird nicht russisch bleiben. I,ut Gliche -^ 5 . somit, gleichaültiff welches das mehr higc r allenbos Weichselgebiess werden wird, li-z ^ c ieiiFit? ni cÜ^ n ^ Gn die Notwendigkeit eintreten. die fr^!' Repis? Methode der Polenpolitik einer gründ- oi,f' l $ aur ?!° n unterziehen. Diese Aufgabe bat ty,, ions tait§ i?^ un 0' daß unsere Polen nicht bloß illl, . rern über den Krien din .0118 fu>nrpif.pti
• ®WV l,e » fiiv v.“ ^on oem rvcaste mres.Ber- >>bft^?Iitik Notwendigkeit wird die deutsche
mit aöhängen. Man kann ^n^en äegenwärtig nur mit Wünschen und Hvss!,)d e Itert 9 > cc v-™' immerhin steckt ein Zwang in den pisle^hstn'ssen selber, und Wünsche und somit einem Boden, der Früchte
Die härtesten Gegensätze in unserem Nationalstaat waren bis dahin die, durch welche die Sozialdemokratie und das Polentum zur schärfsten Kamvfttellung gebracht wurden. Besseres könnte uns nicht zuteil werden, als wenn der reinigende Krieg dort wie hier einen Zustand herbeisührte, der wenn nicht vollen Frieden, so doch volle Verträglichkeit, gegenseitige Achtung und die Möglichkeit der Verst ä n d i g u n g bringen würde.
§. HI. §. „He!a" durch ein feindliches Unier- feeboot zum Sinken gebracht.
W. T.-B. Berlin, 14. Sept. (Amtlich.) Am 13. September^ vormittags, wurde Sr. Majestät kleiner Kreuzer „Hcla" durch einen Torpedostoß eines feindlichen Unterseebootes zum Sinken gebracht, die gesamte Mannschaft ist gerettet.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabs Behncke.
(„Heia" ist ein veralteter kleiner Kreuzer, früher „Aviso", aus dem Jahre 1895, von 2040 Tons Rauminhalt und nur 19,5 Seemeilen Geschivindigkeit. Schriftltg.)
Zur zweiten Schlacht bei Lemberg.
wb. Berlin, 13. Sept. (Nichtamtlich.) Der Kriegsberichterstatter des „Berl. Lokalanz." meldet aus dem österreichischen Hauptquartier: Obwohl die Operationen aus dem galizischen Kriegsschauplatz mit großen Verlusten auf beiden Seiten endeten, ist die Lage der Österreicher doch^ für die Zukunft recht vielversprechend. Die Heeresleitung hat den rechten Augenblick gcivählt, als sie nach dem Erfolge von Grodck die Verwirrung der Russen benutzte und auf eine oestverteidigte kaum einnehmbare Linie znrückging, wo sich die Armee ruhig erholen und Berstärklmgen erwarten kann, um die Offensive mit neuen Kräften anszunehmen. Daß die österreichische Offensive nbflaute, ist nicht zil verwundern, wenn man hört, daß der Gegner 350 000 Mann mehr Truppen im Schlachtraum versammelt hat. Die österreichischen Truppen gingen mit unbändigem Mut vor, was wohl teilweise die riesigen Verluste erklärt. Aber vermochten sic heute den Feind ans der Stellung zu werfen, morgen war er in doppelter Zahl wieder da. Manche Regimenter haben alle Offiziere verloren. Als nun die inzwischen in dem Raume um Lemberg erscheinenden Armeen Ausfenberg und Dank! plötzlich von überraschend großen russischen Heeresmassen, die sich keilartig zwischcnschvben, angegriffen wurden und zu- rückgehcn mußten, blieb auch den übrigen österreichischen Gruppen, die schon in überaus blutigen, schweren Kämpfen fast 20 Kilometer an Terrain gewonnen hatten, nichts anderes übrig, als sich der Rückwärts- bewegung anzuschließen und die schon erwähnten festen Stellungen einzunehmen. Was uns mit allem aus- söhnen muß, ist die Tatsache, daß es um die r u s s i- s ch e n Truppen trotz riesiger Übermacht !veit schlimmer steht als um die österreichischen. Rach Aussage von Gefangenen leiden sic die größte No t. Besonders übel geht es den Verwundeten, da die Sanitätsmaß- nahmen sehr schlecht vorbereitet sind.
chj: Berlin, 14. Sepi. (Eig. Drahtbericht) Der Kriegsberichterstatter der „Voss. Ztg." meldet aus dem österveichisch- ungarischen Hauptquartier: Unsere Armee befindet sich heute in den neuen, aus strategischen Gründen bezogenen Stellungen. Der Abmarsch dahin vollzog sich in voller Ordnung, ohne daß ihn die nach langem Kampf erschöpften Gegner beunruhigen tonnten.
Der russisKe Bericht über die Kämpfe in Galizien.
T.-B. Wien, 14. Sept. (Nichtamtlich.) Der russische Generalstab hat einen ausführlichen Bericht über die Kämpfe in Galizien verbreitet, der von un unterbrach e n e n Siegen der russischen Truppen gegenüber den österreichisch-ungarischen und deutschen Armeen spricht. Es genügt, die kurzen, aber inhaltsreichen Meldungen des österreichischen Generalstabs diesen umfangreichen Gerüchten entgcgenzusetzen, worin übrigens die Erfolge der Armeen Dankls und Aussenbergs zugegeben werden, wenn auch die heldenmütigen Kämpfe dieser Armeen als bloße Scharmützel bezeichnet werden. Die Tatsache, daß in diesen Scharmützeln 20 000 Gefangene gemacht und etwa 200 Geschütze erbeutet wurden, beweisen hinreichend, welchen Anspruch auf Wahrheit die Berichte des russischen Generalstabs erheben dürfen.
Ein neuer Einbruch der Serben in Österreich-Ungarn.
W. T.-B. Esseg, 14. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Slawische Presse" bringt folgende Mitteilung aus Ruma vom 9. September: Die serbischen Truppen überschritten gestern bei Litta in Stärke von einer Division die Save und drangen in unser Gebiet ein. Unsere Truppen waren sofort zur Stelle, um den Kampf auf- zunehmen.
Das Versagen der französischen Luftflotte.
Berlin, 12. Sept. Die „Köln. Ztg." schreibt aus Berlin: Ohne vorgreifen zu wollen, kann man bisher von einem
völligen Versagen der ftanzösischen Luftflotte sprechen, das um so verhängnisvoller für Frankreich ist, als man von den Flugzeugen und auch von den Luftschiffen sich eine gewaltige Stoßkraft versprochen hatte. Doch ist das sür den Eingeweihten wenig überraschend. Man wußte genau, daß im Staa: manches faul sei, daß die numerische Überlegenheit der Flieger auf dem Papier stmid und die Flugleistnngen langst nicht mehr den deutschen Durchschnitt erreichten. Eine Reorganisation jagte die andere, und vor lauter Verbesserungen kani man nicht zur Arbeit. Bekanntlich wurde vor nunmehr zwei Jahreii alle Welt auf die französische Militär- fliegerci durch einen offenen Brief des Fliegerleutnants Clavenad aufmerksam, in dem dieser fast unglaubliche Zustände, aufdeckte. So hatten Fliegeroffiziere und Mannschaften in den Kolonien monatelang keinen Sold empfangen. Man lieferte keine Flugzeuge; Diebstähle waren an der Tagesordnung und vieles mehr. Ähnliche Geschichten berichtete der General Lacroft aus den Fliegergarnisonen des Mutterlandes. Endlich entschloß sich die Regierung, den lehr energischen General H i r s ch a u e r an die Spitze des französischen Flugwesens zu stellen. Aber weder er noch eine parlamentarische llntersuchungskommission vermochten Ordnung in das Chaos hineinzubringen. Neuerdings hatte man nun die Offizier-Fliegerschulen von den Privatflugplützen nach Versailles, Reims und Lyon verlegt, dort Flugplätze von riesenhaftem Umfmig angelegt und mit dem Ausbau der Flugzeuge begonnen. Frankreich besaß vor dem Kriege zwei grundverschiedene Flugzeugthpen: die leichte
einsitzige, sehr schnelle Erkundungsmaschine und das schwere gepanzerte Flugzeug, das als Angriffswasfe dienen sollte. Während man bereits mehrere Beobachtungsmaschinen ab- geschossen hat, liegen die Panzerflugzeuge noch immer in den Festungen und bei Paris, um feindliche Luftflotten zu bekämpfen. Der Hauptpunkt Reims befindet sich in den Händen der Deutschen. Versailles ist durch die Nähe unserer Armee schwer bedroht und somit nicht aktionsfähig. Nur das Flugzentrum Lyon arbeitet noch regelmäßig. Bei dem unglaublich schnellen Anmarsch der Deutschen haben die Franzosen ihre Flugzeuge und Zubehör in Reims bekanntlich nicht mehr in Sicherheit bringen können. Hals über Kopf liefen sie davon und ließen den Siegern reiche Beute. Bei dem fluchtartigen Rückzug der Franzosen hat sich der Flugpark natürlich auch aufgelöst, und es dürfte kaum möglich sein, die Truppe wieder gebrauchsfähig zu machen.
Der norwegische Gelehrte Aal für Deutschland.
W. T.-B. Christiania, 14. Sept. (Nichtamtlich.) Der norwegische Gelehrte Hanris Aal veröffentlicht an der Spitze des „Dagblad", das der Regierung nahe steht, einen flammenden Protest gegen die im Ausland verbreiteten falschen Beschuldigungen über Deutschland, der beweist, daß während des Burenkrieges der Zar dem deutschen Kaiser vorgeschlagen hat, das entblößte England anzugreifen, was der Kaiser ablehnte. Ebenso, daß Deutschland während des japanischen Kriegs Rußland nicht in den Rücken fiel, sondern diesem zu einem ehrenvollen Frieden verhalf. Hätte der Kaiser gewollt, hätte Deutschland damals dem Zarenreich den Todesstoß gegeben. Er zitiert hier eine Rede des Kaisers vom 22. März 1005 in Bremen. Jetzt sei Deutschland der .Krieg a u f g e z w u n g e n. Jeder rechtlich Denkende könnte das in allen Dokumenten Nachlesen. Rußland, England und Frankreich standen fertig, Frankreich und Rußland überschritten schon vor der Kriegserklärung die Grenzen, Belgien schloß mit Frankreich einen Vertrag, das Auftreten Deutschlands gegen Belgien sei völkerrechtlich berechtigt. Aal schließt: In den letzten 44 Jahren war kein Land so
abgeneigt gegen den Krieg mit zivilisierten Ländern, so klar darüber, daß seine Eroberungen auf den Kulturfeldern mit! geistigen Waffen und nicht auf geographischem Gebiet mit dem Schwert erfolgen würden, oder sich so sehr der Verantwortung bewußt, wie Deutschland. Will man auf dessen Richtung Hinweisen, so braucht man zu antworten: Deutschland hat keinen Pfennig und keine Exerzierstunde zu viel angewendet. Der Inhalt des Artikels ist, daß Deutschland in der Notwehr handelte, seine Sache eine gerechte ist. Jeder Denkende müßte dies laut vor aller Welt bekennen.
Der Dank der Schweizer.
VV.T.-B. Berlin, 14. Sept. (Nichtamtlich.) Schwei- zerrsche Staatsangehörige, die aus ihrer Rückreise von Schweden durch Deutschland geleitet wuröen, richteten, wie die „Nvrdd. Allg. Ztg." mitteilt, an das Auswär- tige Amt folgendes Telegramm: Heute, wo wir augenblicklich die deutsche Grenze verlassen, ist es uns Schwei- zern eine Pflicht, unseren verbindlichsten Dank zu äußern für die musterhafte Stellung des Sonderzuges direkt durch Deutschland am 10. September und sür die G>efälligkeit der Behörden, mit denen ivir zu tun hatten. Im Namen von 150 Schweizern: Odier, Gesandter, G. Rahm, Eidgenössischer Kommissar.
Halbamtliche Zurückweisung englischer Falschmeldungen.
W. T.-B- Berlin, 14. Sept. (Nichtamtlich.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein Telegranrm aus dem Haag meldet, die dortige englische Gesandtschaft habe der holländischen Presse mitgeteilt, daß die deutschen Truppen vollkommen demoralisiert seien. Sie plünderten alle französischen Ortschaften, die sie erreichten, und betrinken sich. — Tie holländischen Zeitungen, deren Vertreter Gelegenheit
