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31 löödientüd) 12 Rusgc&beit« ,.T-gbn>tt.Nr. 66-
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Nr. 428. * 62. IahrgLME-
^tontag, 14. September 1914.
Kbend-Kusgabe.
die Russen in Ostpreußen in voller ßlucht
ii
«HUK SinnO »er »SU !« MUS.
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S. MeÄUW «« MvWlik.
1 .-SL. Beeli», 14 . Sept. (Amtlich.) dem westlichen Kriegsschauplatz hn'oen Operationen, worüber' Einzelheiten n ch uicht veröffentlicht werden können, zu einer ,,c Ue« L chiacht geführt, die günstig steht, ^ie von dem Feinde mit allen Mitteln ver> Leiteten, für uns nugünftigen Nachrichten 'i»d falsch.
In Belgien wurde gestern oin Ausfall ans «twcrpsn, den drei belgische Divisionen "Utcrnahmen, znrückgeschlagen.
In O st p v e u st e n ist die Lage hervorragend D't. Die russisch- Armee flieht in voller Anf- ^snug. Sie hat bisher mindestens 15 O (© e= 'chiitze und LK- bis nnverwnndete
^«ffarrgene verloren»
Näl^ereL über die Zweite Schlacht bei Lemberg.
g, W.t.-B. Berlin, 14. Sept. (Nichtamtlich.) Der ^rrespoudent des „B. T." im österrcichrsch-ungari- 7>en Kriegsprcsscquarticr meldet: Bei der Wieder-
stpnahnle 'der nach neun Tagen abgebrochenen ersten ^.'nberger Schlacht fei die Lage so, das? die oster- l^lsche Hanptarmce auf der Grodekcr Chaussee und Mich davon über die Linie der Teiche der, Wereszyco Baus ill der Richtung ans das von ihr freiwillig gc- B'-nte Lemberg gegen die russische Ostarmee vorstics?. Buci waren dieselben Kräfte wie in der ersten Lcm- Schlacht engagiert. Die Offensive Wurde trotz rf dort erlittcncir hohen Verluste mit grotzcr nBrgix i m ftirrstägigen hartnäckigem Ringen bei ,,?°dek ausgenommen. Es gelang der österrcichlsch- ».'Varlschcn Armee die langsame Zurnckdrängung des Öffners. Noch am Freitag errang ein Teil des r e ch- » österrcichisch-nnaarrschcn Flügels, meist Iln- 25 Kilometer südlich von der Linie Lembcrg- b« Dorfeld bedeutende Erfolge. Inzwischen sich aber die Lage aus dem anderen Flügelzn >'* ,eteu U «6n n st c n verschoben, ein Teil der russ,- Armee war in Abänderung der ursprünglichen st">narschlinie nördlich gegen die ans dem Gebiete von n'"rwos heranrückende Armee Aufs enb erg s>,.^6angcn, die sich nach anfänglichen Teilerfolgen shoB ^"len weit stärkeren Gegner bedroht sah. Ebenso die zweite, bisher siegreich vorgcdrnnaene östcr- j Bstch-ungarische Armee Dank! vor L n b l i n ans L ,Rc i stärker werdende neue russische Kräfte, Inamentlich auch artilleristische Übcr- hr «° n h e t i offensichtlich war. Deshalb nrnstte die ~ ' um so mehr, als überschüssige
des Gegners sich in dem Raume Rawarnska- v 06tn cinznschreben suchten, um den Wicderanschlus?
T-ile - /-"nri zur na, ..... ,... , , ,. .
Är a - re des Gegners sich in dem Raume RawarnSka- dk- B'-' cinznschieben suchten, um den Wicderanschlus 'che i tmce Dank! an das übriae österreichisch-'.,ngari de,', f "er a b z „ schneide n. Unter diesen Umstän- "Nstte auch die österreichische -Hauptarmee ihre Er- Äei,dre fix durch 10 000 Gefangene und eine n; ch .8 r erbeuteter Geschütze dokumentiert, sltiji *°n ans n n tz e n, sondern musste. auch die d>örH- Brmbergrr Schlacht abbrcchen, um weiter rücken e' Ut Defensive zu geben und einen anderen annsti- iür ^owzentrationsabschnftt einznnehmen. Die Ursache es sch 'CU Ausaang ist einzig die riesige, n u m c - stei» i- legen heit der Russen, die minde
rnd ^L?Evn«r, gleich 870 000 Mann, mehr haben dft R',,B"'"r^rsch an sich stärker sind. Überdies haben 'r-^ das Doppelte an Munition verschossen, i^nbe russischerscits fortwährend frische Nach- 'ftt d'rxr'Ä^d die österreichisch-ungarischen Truppen r^altsch, -Aachen, mit Unterbrechung anstrengender Achten '"' ständig verlustreichen Kämpfen tagsüber "itcrr°:^-!"d nachts beunruhigt worden waren. Die '"bl ('st, r" Berlu st e sind natürlich sehr c r - H die Russe« sind noch stärker miigenom- u "'iehbriv C-aebtnsse der neuen Lage sind noch nn- "°Nen Zunächst ist ein Stillstand der Overa- Getreten, welcher der beldenmütiaen öster
reichisch-ungarischen Armee Ausruhen, Verprov,ant,e- rung und Bcrlustcrsatz ermöglicht. Die Ablösung der österreichischen Hanptarmce sowie der Armee ^ankl vom Feinde erfolgte glatt. Ernste Schwierigkeiten hatte infolge schlechter rückwärtiger Verbindungen nur die Armee Auffenbcrgs zu überwinden.
Pr-sicstimmen zur Lage.
17. T-B. Berlin, ,4. Sept. Das Ergebnis von Lemberg wird von der „Voss. Ztg." folgendermaßen gewürdigt: Wenn die österreichische Armee auch z u r ü ck g e g a n g e n ist, so steht sic doch noch als a ch t u n g s w e r t e r G e g n e r da, mit dem noch nicht abgerechnet ist. Die Österreicher haben sich in den bisherigen Kämpfen mit aller Tapferkeit geschlagen, und daß sie schließlich einer solchen Übermacht, wie die Russen sie hier zusammengezogen, hatten, Weichen mutzten, kann nicht wnndernehmen. Die österreichische Heeresleitung wird Mittel und Wege finden, die llnglcich- beit der Zahl a u s z u g l e i ch c n. In der Bevölkerung herrscht kein Zweifel, daß ihr dann ein Erfolg bcschieden sein wird und wir haben ebenfalls volles Vertrauen zu unseren heldenmütigen Waffengenossen.
17. T.-B. Berlin, 14. Sept. Theodor Wolfs schreibt im „B. T.": Wir sind im Kriege mit Frankreich, weil es sich infolge seiner Alliance-Politik und auch durch allerhand !stn- trigen an die Seite Rußlands begeben hat. Aber es kommt in diesem Kriege vor allem auf die N i e d e r z w i n g u n g Rußlands an. Wir sehen dies in einer Verkleinern n g des russischen Kolosses und in der Schaffung von gesetzlichen Garantien. Die moralische Idee dieses grosten Kampfes ist das politische Ziel. Es wird, wie wir hoffen und glauben,. der Tag kommen, wo das, was wir jetzt mit Frmikreich anszutragen haben, eine für uns günstige militärische Erledigung gefunden haben und wo der große Kampf gegen Osten hin weitergehen wird. Wir werden ja dann sehen, ob die Engländer und Franzosen noch Neigung haben, für Rußland den Krieg ins Unendliche hinauszu- zichen (wie in der „Times" zu lesen war, wenn nötig zwanzig Fahre). Man wird dann die Engländer fragen, woll. Ihr für Rußlands Macht und Herrlichkeit weiter die eigene aufs Spiel sehen?
Kampf bis aufs Letzte mit England.
O Berlin, 12. September.
England ist der einzige Staat, der den Krieg gegen n.ns mit äußerster Krastanspannnng auf das w i rt- s chaftl i che Gebiet übertragen hat. Daß der ,deutsch- englische Handel völlig ruht, ist selLstverstandllch, Wie ia auch der deutsch-französische und der deutsch-russische zunr Stillstand gekonnnen ist. Aber wahrend sicy Frankreich und Rußland mit dieser Tatsache begnügen, wie wir es ihnen gegenüber gleichfalls tun und tun müssen, bietet England alles auf, um uns wirtschaftlich stbon jetzt so zu schädigen, daß wir n a ch dem Kriege, selbst wenn man Großbritannien als bestegt ansehen müßte, weit hinter die bisherige Lime unserer industriellen und handelspolitischen Entwicklung zurückgedrängt sein würden. Die angewendeten Mittel sind von einer so brutale n R ü ck s r cc> t s l o s i g° keit und boweiscn eine so schrmpsltzchtz Rclß- achtung von Recht und Gerechtigkeit, daß üie Wirkung schon setzt in ihr Gegenteil umschlagt. indenr nämlich die Neutralen gleichfalls in die Fa.ng- arme der englischen Übergriffspolitik geraten. So haben die Vereinigten Staaten gegen dre sreckie Verfügung, wonach mit den amerikanischen Firmen, die deutsche Teilnehmer haben, kerne, Geschäfte ncbr gemacht werden dürfen, erfolgreich Widerspruch erhoben. Andere Staaten, auf die, man an der Themse weniger Rücksicht nehmen zu dürfen glaubt, müssen sich einstweilen englische Gewalttatigkeiten gc- sallen lassen, aber das wird doch nur aus Zeit ge- stbehen. und die Engländer werden selber mcht, erwarten daß beispielsweise Holland Sympathien für eine Handelspolitik gewinnen rann, die i-en niederländischen Kandel kaum anders als den deutschen drangsaliert. Gerade holländische Schisse, denen für unsere Versorgung mit Rohstoffen freilich gegenwärtig eine besonders wichtige Aufgabe zufällt, werden von den großbritannischen Kreuzern und Kapern mit Vorliebe angehalten lind verschleppt. Nehmen sich die Engländer doch auch heraus, holländische Schiffe daraufhin zu untersuchen, ob sie deutsche Z e r t u n g e n und Briefe für Amerika an Bord haben, iind diese an Wert geringe, an m o r a l i s ch e r Bedeutung außerordentlich wichtige Fracht wird einfach beschlag
nahm t. Es soll kein Wort der Aufklärung, weder telegraphisch noch gedruckt, in die Vereinigten Staaten gelangen! Nach den jüngsten, über die Niederlande und Italien hergelangtcn Mitteilungen aus London sind neue Verschärfungen der Verordnungen, betreffend den Handel, mit uns erlassen worden. Schwere Strafen sollen, wie gemeldet, solche Personen treffen, die dem Feinde (was gleichbedeutend mit Deutschland ist) Zahlungen leisten, Bürgschaften für Schulden aii den Feind übernehmen .oder zu dessen Gunsten Wechsel ausstellen. Neue Geschäfte mit uns dürfen nicht , in Angriff genommen, in Verhandlung befindliche nicht weitergeführt werden. Versicherungen diirfon nicht abgeschlossen, Waren auch nicht indirekt geliefert oder bezogen werden. Denr englischen Unterhause wurde eine Vorlage unterbreitet, nach der jeder Handel mit den gegen England kriegführenden Staaten mit G e - f ä n g n i s bis zu sieben Jahren bestraft werden soll. Da es bei uns noch immer gutgläirbige Schwärmer gibt, die von der Möglichkeit einer schnelleren Beendigung des Krieges mit England träumen, so kann es nur von Nutzen sein, wenn wir alle uns mit dem Bewußtsein von der Unerbittlichkeit des britischen Willens m unserer völligen Nieder- zwingung erfüllen. Wir können uns, so verfrülit das heute freilich wäre, einen Friedensschluß mit Frankreich, sogar mit Rußland, in absehbarer Zeit vorstcllen, aber wie wir die Rechnung nsit England begleichen sollen, ohne daß zuvor dieser gefährlichste Feind mit allen verfügbaren Mitteln unschädlich gemacht worden ist, davon allerdings haben wir keine Vorstellung. Dieser Kampf, der schwerste und zugleich der lohnendst e, müßte auch dann, vielmehr dann erst recht durchgeftihrt werden, wenn wir es schließlich mit ihm allein zu tun hätten. Gerade die offenbare englische Absicht, den Krieg zu gleicher Zeit unter möglichster Schonung der eigenen Flotte und mit möglichster wirtschaftlicher Schädigung für uns zu führen, also uns gewissermaßen auf kaltem Wege zil vernichten, muß den Entschluß festigen, mit diesem Feinde n och g r ü n d l i ch e r, als mit seinen Verbündeten zu Ende zu konrmen. Wir haben die feste Überzeugung, daß es den Engländern schon jetzt schlechter als uns geht, und daß sich dies Derhältms tnt weiteren Verlaufe des Krieges noch stärker Herausstellen wird. Wir sind aber auch überzeugt davon, daß die britische Regierung das ebenfalls weiß, zum mindesten, daß sic, falls sie sich über unsere wirtschaftliche Widerstandskraft täuschen sollte, die Brüchigkeit der eigenen Volkswirtschaft, ihre Bedrohung durch die nnvermcidliche Lahmlegung ganzer großer Industrien, ihre Erschütterung durch die Erschwerung des Außenhandels, ihre Empfindlichkeit infolge der wachsenden Geldsckwierlgkeiteu genau kennt. Gerade beim Hinüberspielen des Krieges auf das Gebiet des Wirtschaftslebens und der Finanzen braucht uns am wenig- st e n'bange zu sein. Lord Asguith meinte neulich, es werde darauf ankonTmen, wer die letzte Milliarde besitze Diese Formel können wir uns gefallen lassen-, der britische Ministerpräsident scheint keine Ahnung davon zu haben, daß die Milliarden bei uns ein gangbarer Artikel geworden sind, mit dem wir jeder- zeit so gut wie die Engländer aufwarten können.
Eine Erklärung V. Vethmann-Hollwegs zur Rede Rsguiths in der Guildhall.
17. T.-B- Kopenhagen, 13. Sept. (Nichtamtlich.) „Nitzaus Bureau" hat vom Reichskanzler v. Bcthmann- Hcllweg nachstehende Mitteilung erhalten:
Der englische Premierminister hat in der Guildhall in einer Rede f>ir England die Rolle des Beschützers der kleineren, schwächeren Staaten in Anspruch genommen und von der Neutralität Belgien s,' H o l l a n d s und der Schweiz gesprochen, die von Deutschland gefährdet sei. Es ist richtig, wir babcn Belgiens Neutralität verletzt, weil bittere Not uns zwang, aber wir hatten Belgien volle Integrität und Schadloshaltnng zugesagt, wenn es mit dieser Notlage rechnen - wollte. Belgien Ware ebenso wenig etwas geschehen wie z. B. Luxemburg Sötte England als Beschützer der schwächeren Staaten Belgien unendliches Leid ersparen wollen, dann hätte es ihm den Rat erteilen müssen, unser Anerbieten amnnehnien. Geschützt hat es unseres Wissens Belgien nicht. Ist also England wirklich ein so selbstloser Beschützer? Wir wissen genau, daß der
