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V^cbct "bc5> eddett 1 ,'3)cmtee", et Yptmcd tüdd 'dou tmtra Handelszweig zum andern, wird io lehr erfahren in seinem Beruf und macht vorzügliche Geschäfte. In dieser Beziehung hat das deutsche Element auf das amerikanische Handelsleben die Wirkung einer neu­tralen Macht gehabt, die die allzu energische Gärung mäßigt. Die deutschen Einwanderer haben vor allem aber auch auf das Kulturleben und die Politik des Landes einen günstigen Einfluß geübt. Sie haben in der amerikanischen Gesellschaft die Liebe zu guter Musik und guten Theatemufführungen verbreitet. Die Heiterkeit ihres Tenrperaments und chre harmlosen Bergungen haben das Leben von jener puritanischen Strenge befreit, die die Aankees früher jede Form des harmlosen Vergnügens als Sünde verabscheuen ließ. In das öffentliche Leben im engeren Sinne haben sie ein Gefühl für Würde und Rechtschaffenheit gebracht, das gerade für das amerikanische Milieu, in dem sich die politische Korruption breit machte, sehr nützlich war. In den politischen Kämpfen haben sie immer auf das Wohl der Gesamtheit geachtet und Kandidaten nicht nach Freundschaft und Sympathie, sondern nach ihren Programmen und Fähigkeiten unterstützt. Be­sonders wertvoll war ihre Wirkung für die Gedanken­freiheit im amerikanischen Leben. Der Puritaner Neu- Englands war ein Sklave der öffentlichen Meinung und der Überlieferungen. Der deutsche Einwanderer war dagegen wenig geneigt, sich dieser Tyrannei zu unterwerfen, und während die ehrenwerten Amerika­ner unter dem Zwang der Konvention in gesellschaft- licher und religiöser Beziehung erstickten, ließen sich die Deutschen ihr Recht nicht nehmen, mit den eigenen Köpfen zu denken und zu sprechen, wie sie es für rich­tig hielten. Darüber hinaus haben die deutschen Ein- Wanderer der gebildeten Klassen den Amerikanern ein Gefühl für die Würde der Wissenschaft und die Not- Wendigkeit ihrer Freiheit beigebracht.

Welt. -

fl.ts der ttriegszekt.

Stimmung im Felde. In der Nähe von Brüssel, 20.8.14. Lhr Lieben! Habe heute die erste Feldpost und die Zeitung erhalten. Leider waren keine Zeilen von Euch dabei, so er­warte ich denn bestimmt mit der nächsten Post allerlei. Heute will ich Euch mal von den Strapazen des Krieges schreiben, nicht um zu klagen, nein, nur um Euch ein Bild zu geben. Es ist mit einem Worte unbeschreiblich. Ihr müßt es er­leben, sonst versteht Ihr es nicht. In brennender Sonnen­hitze auf staubiger Chaussee ein langer, langer Trupp Sol­daten. Mir rennen Schweißtropfen über Schweißtropfen über Nase, Wangen und Augen, es brennt, dann tropft es nieder auf die Erde und Tropfen im Sande zeigen den Weg der Soldaten. Der Tornister drückt, das Gewehr auch. Alle Knochen tun weh, und dann meine Füße. Ich habe ganz unheimliche Schmerzen ausgestanden voll von Blasen. Jetzt geht's besser. Abends dann Biwak, manchmal erst spät, kalt, naß, man friert, da man voll Schweiß gelaufen ist. Morgens früh wieder heraus, zitternd und klappernd packt man seine Sachen. Wie gesagt, ich will nicht klagen, denn ich weiß, um welche Aufgaben wir kämpfen, und ich gehe auch immer frohen Mutes mit. Wir haben jetzt wohl schon 200 Kilometer marschiert, täglich etwa 30 bis 88 Kilometer. Ge­rade unsere Armee hat so große Märsche zu machen, da wir durch Belgien gehen. Wir stehen jetzt nahe vor Brüssel. Ich wollt, ich könnte diese Wahlstatt sehen und dort Quartier be­ziehen. Welche Bilder wir hier täglich sehen, ist kaum zu be­schreiben, brennende Dörfer, Städte, verwüstet, verlassen. Die. Bevölkerung hier sind Barbaren. Man möchte weh­mütig werden, so herrliche Landhäuser mit hübschen Garten niedergebrannt. Mit Belgien sind loir bald fertig. Der Deutsche geht mit unheimlicher Wucht vor. Ausreißen müssen die Feinde oder sich gefangen geben, ein Zurück gibt es für uns nicht, Ihr solltet mal eine belgische Stellung sehen, die

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mehr Verluste als bei uns. Gefecht lrel T. waren u. a. vor 86er und 84er, 2. Bataillon der Reserve. Das war eine lustige Jagd. Als wir hinter' einer Hecke lagen, bekam ein Mann meiner Gruppe eine Kugel durch den Stiefel, ohne den Mann zu verletzen. Gefährlich aber war bei F. ein Artilleriefeuer, wo Granatsplitter uns umsausten. Schenkt mir mal eine Wurst, um meine Lage zu erleichtern. Ich denke so oft sehnsüchtig zurück an jene goldenen Zeiten, da ich noch in der Heimat war. Jetzt stehen wir in der Fremde aus denk Felde der Gefahr. Wer ken^t das Schicksal. Glaubt mir, als wir am 18. August uns aus den Zelten erhoben hatten und die ersten Morgensonnenstrahlen uns grüßten, wußten wir, heute gibt'? eine Schlacht. Als wir nun so dasaßen, da drang vu§ unseren Reihen jenes allbekannte Lied:Morgenrot,

Morgenrot" in die Morgenluft. Und wunderbar, wie diesö Verse in der Seele Leben gewannen, welch lebendige Gestalt, wie nie zuvor. Man muß im Felde gelegen haben, vor de« Schlacht stehen, dann werden jene alten Schlachtlieder so seltsam lebendig. Ja, der Krieg bringt Strapazen mit sich, aber wenn man sieht, wieviel Militär hier durchzieht (fünf­zehn Armeekorps, also 500 000 bis 700 000 Mann), alles Kameraden, dann ist man stolz auf sein Vaterland, dann weiß man, für was man kämpft, für Heimat und Väterland und für das Recht. Und diese drei Ideale, die sind es, die das deutsche Heer zusammenschmieden in Brüderlichkeit und Kameradschaft. Ich glaube, es ist kein Soldat im deutschen Heer, der sich nicht seiner Pflicht und hohen Aufgabe bewußt ist, und deshalb siegt das deutsche Heer auch. Ich denke so oft an die selige Heimkehr, es wird hoffentlich nicht so längs dauern. Wenn die Erfolge so bleiben, dann wird auch wohl bald Friede sein. Jetzt erst erfaßt man dieses Wort Frieds in seiner ganzen Tiefe. Ich hoffe, daß die Franzosen ein ganz gehöriges Jackvoll kriegen, daß sie nie wieder an solche KriegSgedanken denken. Die Bekämpfung der' Russen ist Nebensache. Seid recht herzlich gegrüßt, denkt und schreibt oft an mich, wie ich immer an Euch denke. Euer.

Das warmherzige deutsche Gemüt." Unter dieser Spitz­marke wird derDeutschen Ztg." folgendes Erlebnis eines im Westen im Felde stehenden Oberapothekers vom 24. Aug. geschildert: Vorgestern erlebte ich ein rührendes Bild. Ein braver Landwehrmann, der einen Verwundetentransport mit­machte, brachte auch einen vierjährigen Franzosenbuben mit, ein prächtiges Kerlchen.Warum?" fragte ich den Land­wehrmann. Er erzählte mir folgendes:In einem franzö­sischen Dorfe, durch welches unsere braven Krieger zogen, wurde hinterrücks aus den Häusern auf unsere Truppen ge­schossen. Eine Gemeinheit! Nach Kriegsbrauch werden solche Häuser dem Erdboden gleichgemacht und die Bewohner derselben erschossen." Vater und Mutter dieses Knaben mußte nun der betreffende Landwehrmann erschießen. Des Buben erbarmte er sich, er nahm ihn mit nach Metz, brachte ihn hier bei guten Leuten unter. Er will, wenn unser Herrgott deik Mann leben läßt, nach dem Feldzug den Kleinen als Kind annehmen. Ein braver Kriegsmann I Das sind so rührende Episoden im Kriege, sie stimmen das Herz höher und lenken den Sinn und die Gedanken zu Gott, der alles richtet. (Eins ähnliche gute Tat wurde übrigens kürzlich schon von einem deutschen Offizier berichtet; dieser, so wurde erzählt, habe einen französischen Knaben, dessen Eltern erschossen werden mußten, seiner kinderlosen Frau in die Heimat gesandt mit der Absicht, ihn später zu adoptieren.)

Ein Husarenstückchen. Unter den in Wien angekommenerk ersten Verwundeten befand sich auch ein schwerverletztes Husar, der trotz seiner Schmerzen aber vortrefflich Lei! Stimmung: war und über den Zusammenstoß mit dem Feinds zu erzählen wußte. Der Sohn der Pußta war mit mehreren Kameraden auf eine bedeutend größere Abteilung russischer! Kosaken gestoßen, die aber geschlagen wurde. Der Husar er« hielt von einem Kosaken einen Lanzenstich in die Lenden« gegend und gleich darauf auch einen Schuß in die Bauchgegend« Er stürzte von seinem Pferde, hatte aber trotz der schweren Verwundung noch die Kraft, denselben russischen Kosaken), welcher ihn verletzte, durch einen wohlgezielten Schuß nieder« zustrecken und ihm die Lanze aus den Händen zu entnehmen« Der Tapfere nahm die Lanze des russischen Kosaken sogar nach Ästen mit.