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Nr. 427.

Sonntag, 13. September 1914.

Wiesbadener Tagblalt.

Morgen-Nusgabe, 1. Blak.

Seite 5.

^vrberichte über Kuujt, Dorträo.fe und verwandtes.

fteyri* flunftfalon Aktuarpus. Von Sonntag ab neu ausge» ,& , Professor Max Frei,, Dresden:Der Allerhakter", H ^ Mnwraen".Abend nach dem Regen",Weiden im 'Mondnacht in Wetzlar",Horvstmorgen', lm Schnee" (Dresden),Nach dem Gewitter", heikt.* 0 ! w Gcmmrigheim".Blick auf Durlach".Matsch- radi^ch der graphischen Abteilung wurden Original- ^?rn don Max Pretzfelder neu zur Ausstellung ge- 8 bi?"? Ausstellung -fl wochentäglich von 9 bis 1 und »' "hr sowie Sonntags von 11 bis 1 Uhr geöffnet. txitiSnr?? n ä Er t. Auf den morgen Montag stattfindenden riirtf, s n Liederabend in derWartburg" zum Besten der den Krieg in Not geratenen Atusillehrerinnen und

y^f^^lnen. welcher 8)4 Uhr beginnt, nrachen wir nochmals

&us dem Landkreis Wiesbaden«

a Erbenheim, 12. Setzt. Der König!. Landrat hat die h ^^ostferien m den Landorten des Landkreises Wies- »enMr 1914 wie folgt festgesetzt: In den Gemeinden

, rnig-n, Bierstadt, Eroenheim, Hetzloch, Kloppenheim, Ram- ^^s^ud Sonnenberg vom 20. September bis einschlietzlich den ^-Oktober; in den Gemeinden Breckenheim, Delkenheim, z,^^"bergen, Flörsheim, Igstadt, Massenheim, Medenbach, ^ Lustadt, Wallau und Wildsachsen vom 21. September bis ^schließlich den 15. Oktober; in den Gemeinden Eddersheim, ^EUbach und Wicker vom 21. September bis einschlietzlich den bis . .P® 61 ! in der Gemeinde Dotzheim vom 21. September ^nschlietzlich den 12. Oktober; in der Gemeinde Georgen- Cl1 vom 1. bis einschlietzlich den 17. Oktober; in der Ge- u Schierstein vom 5. bis einschlietzlich den 19. Oktober; L &et Gemeinde Naurod vom 20. September bis einschlietzlich 10. Oktober und in der Gemeinde Frauenstein vom September bis einschlietzlich den 19. Oktober.

El. Hochhcim, 11. Sept. Die Sammlung der hiesigen £ rf * e 9 § q ; t f e" ist derart günstig ausgefallen, daß die Ar- n"- die in der Unterstützung der Familien eingezogener ?'Eger besteht, bereits begonnen hat. Die Unterstützung wird r 1 Hauptsache nach durch Ausgabe von Gutscheinen für die ^uptnahrungsmittel gewährt. Alle 14 Lage sind die Scheine j,: U Rechnung zur Auszahlung einzureichen. Die Gutscheine, zs, "ur für Hochheimer Geschäfte gültig sind, gelten nie für °d°l jeder Art oder für Luxusgcgenstände, sondern nur für i nötigsten Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände. Die Is''EgshiIfe" vermittelt auch Arbeit; wer dieselbe nicht an- ^«U oder lässig verrichtet, wird ausgeschlossen. Fast alle

- J'öen Vereine haben namhafte Beiträge derKriegshilfe' i^.Niiesen, z. B. der Bürgerverein 250 M., Verschönerungs- ' u^'N 800 Ai., Schwimmklub, Geflügelverein und Skatklub M., die Turngemeinde 150 M.. die Gesangvereine

i.'NNgerbund 100 M Liederkranz 200 M. Auch eine Annahme- -- E für Obst zum Dörren und Einkochen ist errichtet, und

auch diese Gabe n reichlich.____

Gerichtssaal.

»c. Lange Finger. Der Gelegenheitsarbeiter Friedrich E^elm Hermanns aus L-aarburg kam auf einer seiner Ehrten zu Anfang dieses Jahres nach Braubach. Er ^ Üch dort als Schreiner und Orgelbauer aus, legte sich auf

Handelsteil.

Neu© Handelsbeziehungen.

e. t>er Krieg wirkt schwer auf den Seehandel, viele S*e s4d unterbrochen, und die Möglichkeit, neue^Wege A Schließen ist nur erst zum Teil benutzt worden, ln ?, e H er Weisesie in größerem Maßslabe verwirklicht. weraen H, Sr werden die Fähigkeiten zur Organisation und

hüM Wrfugbaren Krälte entscheiden. Vor habe

di e n ^ wir aus Washington, die Regierung der Union habe L Eintragung iremder Schiffe m to Register iri'ereinigten Staaten erleichtert. Ob und m welc® A , hiervon Gebrauch gemacht worden ist oder demnaJ s K enm Uch LLwscht werden wird, entzieht sich zu^hst der C ntt >is. Richtig verstanden sollte jene Maßregel doch wohl Sk,® 11 , daß Schiffe sowohl kriegführender wie auch neutraler C 611 Belästigungen, denen sie durch englische Kaperschiffe sind oder werden könnten, durch die Bnionsflagge, vfhen würden. Dann würde weiter angekundigt, daß Schiffahrtslinien ihre eurofi'äiscn en

tiL? f alirts- und Eingangshäfen verlegen und Vjjjidtlich Genua zum neuen Umscäilagshafeh erwählen Auch da* entzieht sich der näheren Kenntnis, wie

*i,Nl

"V" WCJfeci, .,1J.'., .-- -

<«i® 8 t möglich ist, von dem es überdies freiglich - er- hoL.. ob es den Vertrieb von Massengütern, die keine allzu- Si>'' Spesen ertragen können, überhaupt verldhnen würde.

% , h wierig es gewiß ist, mitten im Kriege neue Handelswege i^Bheßen, so kommt uns auf der anderen Seite hierbei ? rres P°ndierende Interesse der Neutralen und fi| %vl. s dcr Vereinigten Staaten zugute. Naturgemäß emp- Mof f nie Union mit ihrer enormen Produktion von Roll­er deren Absatz namentlich nach Deutschland bisher eine ">I<itzi.^Eagen des wirtschaftlichen Gedeihens dieses Staates öie Unterbrechung des Verkehrs äußerst hart, und ge- bcmü ht man sich sehr eifrig um eine Ausgleichung Packung durch Eröffnung neuer Absatzmöglichkeiten.

alte t, 11 Besonders lehrreiches Beispiel dafür, wie der Krieg Jene i^f^ongen gestört, vielleicht vernichtet hat und für Wpfr.o Kn.mnp-n'Vliirtn Raum schafft.

i vj t; fl u ü z.um neuen«- .

Aneh das entzieht sieh der näheren Kenntnis, wie bereits geschehen ist oder geschehen kann. Kur die der Möglichlce-it kommt, in Betracht, daß von Genua Wk? auf den wenigen Alpenbahnen nur ein beschränk.er c., ..i n - , _i__ riKoivVi f ra <rl l r/h cr-

k im fetTöbUiU, vicuciwu. -

. 'oege einer natürlichen Kompensation Raum sehaftt, b p bei der Betrachtung der dänischen Ausfuhr *W e v, 1 ) gi and dar Seitdem diese Ausfuhr auf der alten *' s *>jera-Parteston wegen der Minengefahr in der

Grund einer Quittungskarte einen falschen Namen bei, weil die Polizei ihm eben auf den Fersen war, und liefe, als er, ohne sich zu verabschieden, verichwaud, hier einen Hut, einen Glaserdiamanten, Zigarren und Zigaretten und bei einem Schuhmacher, der ihm später Arbeit gab, einen Schliehkvrb mit sich gehen. Zurzeit verbützt Hermanns eine längere Zuchthausstrafe, welche er sich ebenfälls in der Hauptsache w-egen Betrugs zug-ezogen hat, Die Strafkammer.nahm ihn einschlietzlich dieser Strafe in 2 Jahre und 6 Monate Zucht­haus.

Gerechte Bestrafung eines Verräters.

W. T.-B. Mülhausen, 12. Sept. Bei dem Einmarsch der Franzosen Mitte August hielten es manche Leute für ange­bracht, den Franzosen grundlos eine Reihe von Beamten zur Verhaftung zu empfehlen, so datz über diese Angeberei selbst der französische Spezialkommissar seinen Unwillen auschrach. Einer dieser Angeber, auf dessen Verdächtigungen hm drei Schutzleute von den Franzosen festgenommen wurden, der^Ilr- beiter Mohl aus Dörnach, ist vor einigen Tagen vom H-eld- gericht zu 3 I a h r e n Z u ch t h a u s verurteilt worden.

Letzte Drahtberichte.

Vorzeitige Vietzschlachtungen verboten.

W. T-B. Berlin, 12. Sept. (Amtlich.) In der heutigen Sihllng des Bundesrats ist dem Entwurf^ der Bekanntmachung, betr. das Verbot des vorzeitigen Schlachtens von. Vieh, Zustimmung erteilt worden.

Eine weitere russische Kriegskasse erobert.

- Berlin, 12. Sept. Der konservative Landtagsabge­ordnete, Bürgermeister P r e u tz in Striegau, der als Haupt­mann und Kompagniechef in einem Reserve-Jägerbataillon an den Kämpfen bei Tannenberg teilgenommen hat, teilt rn einer Karte an den Magistrat von Striegau mit, daß seine Kompagnie von den Russen eine Kriegskasse mit 140 000 Rubel (300 000 M.) erbeutet habe.

Russische Schulden auf der Bugra.

§ Leipzig, 12. Sept. (Eig.^ Drahtbericht) . Die russische Regierung hat es unterlassen, die Kosten für die Herstellung des russischen Pavillons auf der Buchgewerbeans- stellung zu bezahlen. Jetzt hat der Unternehmer Klage gegen den russischen Fiskus auf Bezahlung von 11 000 M. erhoben.

Eine neue französische Lüge.

W. T.-B. Berlin, 12. Sept. (Nichtamtlich.) DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Die im Haag erscheinende ZeitungHet Vaterland" hat aus einer Pariser Zeitung eine Mitteilung entnommen, nach der der deutsche Botschafter Freiherr von Schoen einem der bekanntesten französischen Schriftsteller gegenüber geäußert haben soll, der Krieg bedeute für Deutsch- land Selbstmord. Der Botschafter, dem der Bericht des holländischen Blattes vorgelegt worden ist, hat diese Angaben als eine überaus dreiste Erfindung bezeichnet.

Ein türkischer Flieger über der Insel Lemnos.

Die Jnselfrage vertagt.

hd. Athen, 12. Sept. Ein türkisches Flugzeug erschien gestern morgen über der griechischen Insel Lemnos, angeblich in der Richtung auf den griechischen Marinehafen Mudros.

3UI.U.UI UUl u a. 11 1 O c/ v. U --

Seitdem diese Ausfuhr auf der alten "°tdsee f jer K-i J arkeston wegen der Minengefahr in der Nt® » eiT| gestellt worden ist) müssen, wie eine beachtens- stlt, ni T^Pondenz derNeuen Hamburger Zeitung mit- Biuw n ^ sc ' nen landwirtschaftlichen Produkte den gewal- i^en w g v °a Aarhus oder Kopenhagen nach der norwe- , c hen ' est küg>e und um Schottland herum nach Liverpool u Mittel p voriäufig das Zentrum der Versorgung Londons ^ In 4i i n 8 1 andi3 mit .dänischer Butter und dänischen Eiern Jäh J üt!and herrscht naturgemäß tiefe Verstimmung

ar* ® x Porln le ^ f:I J 0 K un g der alten Route nach England, uno> der iP JßSdKäftigen sich lebhaft mit dem Gedanken, y Ver hindung mit Parkeston nunmehr eine zwischen L Big jvv..Hamburg zu eröffnen.

dir., 0! ' r a» en J erger Reedereien und Großkaufleute haben durch Fristen I .Hrtretgi- der deutschen Hancleiswett 3n tsr- r s t n f 61 ^ wehrfach die Zusicherung finanzieller ilsv-^h-deuk v U n g zur Errichtung einer solchen direkten ojfj . Handelsroute erhalten. Gleichzeitig sind in daß iL, e Mitteilungen aus Hamburg dahin einge- aus Esbjerg, die seit dem Kriegsausbruch *> Cr Hafen gelegen haben, nunmehr freagegehen

Ais es von Lemnos aus beschossen wurde, machte es Kehrt und verschwand in der Richtung nach den Dardanellen. Aus St. Strati wurde gemeldet, datz schwimmende Minen vortze- funden seien. Die Verhandlungen zwischen den griechischen uni) tütfifdyen Delegierten in Bukarest wurden auf Ersuchen der türkischen Delegierten mit dem Hinweis auf die inneren Angelegenheiten der Türkei auf unbestimmte Zeit geschoben. Die Jnselfrage bleibt also, wie vorauszuieheu war, u n g e l ö st. Momentane Kriegsgefahr wird der .lbbruch der Verhandlungen nicht herüeiführen.

Ein türkischer Truppentransportdampfer gesunken.

W. T.-B. Konstantinopel, 12. Sept. (Nichtamtlich) Vor­gestern nacht ist ein kleiner Transportdampfer mit 110 Sol­daten an Bord im Hafen mit einem italienischen Dampfer zusammengestohen und gesunken. Von allen an Bord Befind­lichen sollen nur 15 gerettet sein.

Die Treue der indischen Fürsten.

M. London, 12. Sept. (Indirekt.) Im Unterhause ver­las Charles Robert, Unterstaatssekretär nn Ministerium für Indien, ein langes Telegramm vom V i z e k o n r g in Indien, welches einen großen Eindruck auf das Haus machte. Der Vizekönig teilt mit, datz die Herrscher über die^erst­geborenen Staaten in Indien, deren Zahl ungefähr 700 sei, alle ohne Ausnahme ihre persönlichen Dienste und Beiträge ihrer Staaten für den Krieg angeboten haben.

Ein hochmoderner Erpresser. . x Lupemburcs, 12. Sept. (Erg. Drahtbericht) In Trier g«eka.ng es einem Individuum, sich die Ilnisorm eines Unteroffiziers zu beschossen. Er mretete m Luxemburg ein Auto, womit er nach^ Belglsch-Luxem-. bürg fuhr und dort rn mehreren Dörfern bis 30 000 Franken Krieqssteuer erpreßte. Darauf fuhr er rm Automobil nach Luxemburg zurück. Hier zahlte er dem Chauffeur 300 M. Der Chauffeur, durch die hohe Summe stutzig gemacht, meldete den Vorfall der Militärbehörde, die den trauri>gen Helden verhaften ließ. __

W T.-B Cronbcrg, 12. Sept. Prinz Wolfgang vom Hessen ist heute zur Front abgereist._

Kus unserem Leserkreise.

raiiäl »erttrntirtr Eittlenbimaeii tönnrn w"d<-r »liriMarlonM. noch mfVuofitt w»rb«n.)

» Während seitens der Gesundheitspolizei bei dem Ver­kauf von Nahrungs- und G c n u tz m i t t e l n muf größtmöglichste Reinlichkeit gehalten wird, laßt diese Kontrolle nach einer Richtung hin die notige Fürsorge ver­missen. Es gibt hier kleinere Weinwirtschaften (zwei kann der Einsender namhaft machen), in denen eine Bürste zum Aiiswischcn der Gläser vergeblich gesucht wird. Dies Ge­schäft besorgt die Bedienung manu propria, mit bwtzen Fingern, die womöglich vorher mit einem schmierigen Putz­lappen Befaffung hatten. Die Erneuerung des Jassers an den Spülkübeln erfolgt auch nicht allzuhaufig. Man scheut sich aus Gründen, an Ort und Stelle gegen eine so unavvetit- liche Reinigungsart zu protestieren, da solche unauffällig geschieht, aber die betreffendeiu Herren Wirte^ sollten doch auf eine berechtigte Empfindlichkeit der Gaste Rücksicht neh­men. Also: die Gläser nicht mit den Händen auswischen und das Spülwasser oft erneuern! Livis.

worden seien und nach Esbjerg wieder abgehen dürfen. Zweifel­los würden die freigegebenen Esbjerger Schiffe sich sehr gut dazu eignen, eventuell die dänische Viehausfu.hr, die sonst über Vamdrup mit der Eisenbahn besorgt wird, nach Hamburg zu übernehmen; bei Mangel an Eisenbahnmaterial könnte es von Zeit zu Zeit notwendig werden, den Vieh- und Gütertransport durch Nordschleswig einzustellen.

Von deutscher Seite ist den Esbjerger Reedereien auch in sichere Aussicht gestellt worden, daß sie für ihre Schiffe von Hamburg aus wieder Fracht zurück nach Esb­jerg bekommen werden. Augenblicklich würde es sich freilich kaum um andere Stückgüter als Sandstein handeln; vielleicht kann aber auch hier eine Änderung erhofft werden. Die Esbjerger Butterkaufleute zweifeln vorläufig etwas daran, daß sie in Deutschland ihre Waren ebenso gut he zahlt bekommen, wie sie es auf dem englischen Markt gewöhnt gewesen sind. In der letzten Woche war die Butternotierung in Ham­burg 105 M., während in England 113 bis. 115 Shilling gezahlt wurden. Wahrscheinlich wird aber eine Änderung eintreten, nachdem die Kopenhagener Foienede Dampskibsselskab wegen des großen Umweges um Schottland die Fr ach l nach England um 20 Schilling erhöht hat. Man weiß auch nicht, wie der'Zustand in Liverpool ist, wie diese Stadt darauf vorbereitet ist, die dänischen -Waren zu emp­fangen, und ob es von . dort Eisenbahnmaterial in genügender Menge zum Weitertransport in südlicher Richtung gibt.

Nach alledem .ist es recht wahrscheinlich, daß in ainpr nahen Zukunft Schritte .gemacht. werden, um eine Route für die Ausfuhr dänischer Landwirtschaftsprodukte von Esbjerg nach Hamburg zu eröffnen.

Zur Erleirliternng der Zeichnungen auf die neuen Kriegsanleihen.

Erfreulicherweise herrscht bei deutschen Kapitalisten eine fast unbeschreibliche Begeisterung für die Kriegs­anleihen. Die Beteiligung der breiten Schichten des Publikums bis hinab zu den Scharen der kleinsten Sparer ist, wie sich schon jetzt erkennen läßt, eine überaus lebhafte- Vielen Personen, die sich indes an der Zeichnung beteiligen möchten, mangelt es indes gegenwärtig an barem Geld, da sie ihre Guthaben vielfach in Wertpapieren angelegt haben und mm Bedenken tragen, diese-Wertpapiere zu ver­pfänden. Solche Bedenken sind jedenfalls oann.ganz un­begründet, wenn es sich um Personen und Institutionen handelt, die das Darlehen in absehbarer Zeit zurückzahlen können. Z. B. könnte eine Sparkasse oder Lebens- versicherungsgesellschaft, die künftige Eingänge zu erwarten hat,'ein Beamter, der Ersparnisse der nächsten Ovaria! e, hin/Kapital ist, der spätere Zinseingänge aus sicheren Papieren schon jetzt anlegen, möchte,; ohne weiteres so verfahren. Aber auch andere Besitzer von Wert­papieren können diesen Weg einsehlagen, wenn sie nur bestimmt dJamit rechnen können, daß . sie die , Papiere in abseh­barer Zeit nicht zu verkaufen genötigt sein werden.

Um solchen Zeichnern ihr Vorgehen zu erleichtern, haben die Berliner Banken sich bereit erklärt, die Beleihungen von Wertpapieren,. düe zum Zwecke der Beschaffung von Mitteln für eine Beteiligung an der deutschen Anleiheemission er­folgen, bei den Darlehnskassen provisionsfrei zu vermitteln. Die Besitzer derartiger. Wertpapiere brauchen,' nur eine Auf­stellung, oder Wertpapiere, tiie sie bei den Darlehnskassei» beleihen lassen wollen, unter Hinzufügung eines entsprechen­den Beleihungsantrags zu unterzeichnen. In Wiesbaden sind, wie wir erfahren, diesbezügliche Verhandlungen einge- leitet und man, hofft zu einem gleichen oder ähnlichen Ab­kommen mit der Darlehnskasse zu gelangen. Schon jetzt aber sind auch die Wiesbadener Banken in entgegen­

kommendster Weise bereit, solchen Zeichnern die Beleihung ihrer Wertpapiere zu vermitteln. Die Darlehnskassen wollen bekanntlich für die durch die Kriegsanleihen veranlaßten Be­leihungen eine Ermäßigung des Zinssatzes auf die Höhe des Reichsbanlrdiskonts (das heißt au! 6 Proz.) eintreten lassen; die Zineverluste sind also nur sehr gering, es würde sich beschränken auf den Unterschied des Zinsfußes der Dar­lehnskassen und des effektiven Zinses der neu erworbenen Kriegsanleihen. Dieser Einbuße stehen die außerordentlich großen Gewinnchancen gegenüber, die in den Kriegsanleihen

bei einem Emissionskurs von nur 97%i Proz. liegen.

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W. T.-B. München, 12. Sept. . (Eig. Drahtbericht) Die städtische Sparkasse hat für die Reichskriegsanleihe 10 Millionen Mark gezeichnet.

Industrie und HandeL

W. T.-B. Eine Tagung der Rohstofiverbände. Essen

(Ruthr), hl. Sept. (Nichtamtlich.) In einer Besprechung zwischen den Bohstoffverbändein und dejn Verbänden der Fertigindustrie ist heute hier einstimmig folgender Beschluß gefaßt worden: In den heutigen Verhandlungen des Kohlen- s ynd ilbats, des Sta h 1 w erk s,v e rband e s und des Roheisenverbandes einerseits, und der Vereine der M.a s chin enbaua nstal.t en, der Vereine deutscher Eisengießereien, des Vereins der Märkischen Ifleinelsen- industrie und der Schwarzblech-Vereinigung andererseits wurde ein. erfreuliches Einverständnis darüber erzielt, - wie bei gutem Willen und durch Entgegenkommen von beiden Seilen über die schweren Zeiten des Krieges hinwegzukammen sei. Dabei. müsse vor allem auch von dem Handel verlangt: wer­den, daß er alle ihm Zugute kommenden Erleichterungen auf die Kunden übertrage. Bei einmütigem Zusammemstehen aller Beteiligten sei die Industrie in der Lage,.auch der Möglichkeit einer längeren Dauer des Deutschland aufgezwungerien Kampfes mit der festen Zuversicht entgegenzusehen, daß sie die ihr erwachsenden schweren Lasten, die sie im vaterlän­dischen Interesse auf sich zu nehmen bereit, sei, auch werde tragen können.

* Erhöhung der Bandeisenpreise. Die Bandeisen-Vereini­gung hat den Grundpreis auf 130 M. festgesetzt. Das .be­deutete gegenüber den bisherigen Preisen eine durchschnitt­liche Erhöhung um 15 M. für die Tonne.

* Verbandsaoliösung in der Kleineiseniudustrie. Der seit 5 Jahren bestehende Verband deutscher Pflugsoharfabrikanten ist mit Wirkung ab 31. August aufgelöst worden.

W. T--B. Die Verschlechterung der englischen Handels­bilanz. Lausanne, 11. Sept. (Nichtamtlich.) DieGazette de Lausanne gibt eine Mitteilung der englischen Handels­kammer wieder, der zufolge im August die englische E i n - fuhr um 350 Millionen und die Ausfuhr um 5,0« Millionen. Franken gesunken sai, obwohl Groß­britannien die Seewege beherrsche.

Die Morgen-Ausgabe umfaßt 12 Seiten sowie die VerlagsbeilagenDer Roman undJünstrierte Kinder-Zeitun g Nr. 19.

Chefrkdaltcur: A. Heger Horst.

Verantwortlilh !ür die innere Politik: A. He erhörst: für die auSwlrtigc Politik und ..UkNlc Drahtberilli,-": l>r. phil. ®. Schelle nberg: für baS gcmllclon: « u. Nauendorf: fürAus Ltadt und Land" und das gclamte Prooiu-ielle: I V.: H. Diefenbach: für'GerichtSlaal": H. Diesenbach: surSport und Lustsahrt": J.B.: C. L-sacker; sür ..Bcrmiditcä" und denBriefkasten": C. LoSaeicr. für de» HandeiSieil: SB. Eh: für die Anzeigen und Reklamen: H. D o r n a u i: iämiiich in Wiesbaden.

Druck und Verlag der L. S ch e l l e n b e r g chen Hos-Buchdruckerei in Wiesbaden.

Sprechstunde der Ncdattion: 12 bis I Uhr: in der politifchcn Abteilmi» von 10 bis 11 Uhr.