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12 Kusgaben«

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Samstag, 12. Zeytembsr 1914.

Kbend'Kusgabe.

Nr. 426. » 62. Jahrgang.

IeMe Kreuzer im AtlMWen Lzem!

Tin englisches Zugeständnis.

Deutschlands schnelle Kreuzer an der Arbeit im Atlantischen Ozean.

e 'T- T.-B. London, 12. Sept. (Nichtamtlich.) Unter ^ .SpitzmarkeSchnelligkeit, Schnelligkeit" schreibt k^aily Telegraph": Die Nachricht, das? fünf schnelle .Wüsche Kreuzer ihre Arbeit, britische Handels- 1 f f c zum Sinken zu bringen, im Atlantischen ;.hcan noch fortsctzen, trotzdem sie von 2 4 eng- -Uchcn Kreuzern und außerdem von zahlreichen I^Uzosischen Schiffen verfolgt werden, zeigt den Wert , Schnelligkeit. Viele Jahre lang hat Deutsch- fdfitcöe Kreuzer gebaut und besitzt jetzt 9, die t R . e Schnelligkeit von über 27 Knoten haben. ^>t Ersparnisse in der britischen Marine gemacht ."skdeu mußten, um die Parlamcntsmehrheit zu bc- ^digcil, mußte sich die Admiralität so gut wie mög- mit älteren und langsameren Schiffen behelfen, datieren von der Zeit vor Erfindung der Schisfs- Arbinx. Der Krieg hat uns daher wohl mit einer ,^kcn Überlegenheit von Kreuzern gefunden, keiner läuft schneller als 25 Knoten, die Olsten langsamer. Es gibt keinen englischen k^cuzer im Atlantischen Ozean, dem die deut­le n Kreuzer nicht entfliehen könnten, tz'scre Geschäftsleute müssen unter diesem Mangel ^en.

Die deutsche Gstseeflotte rührt sich!

P ^ Kopenhagen, 12. Sept. (Drahtbericht unserer Miner Schristleitnng) DerPolitiken" wird ans ff)°ckholm berichtet, die deutsche Ostsceflotte rühre ?>- Nach Berichten von Personen ans den äußersten ..^edischei: Schären hat man Montag m o r g e n Geschwader von 2 9 Schiffen bei Gothland be­achtet. Anßerdeln berichtet man, daß ein deutsches Schwader von 31 Linienschiffen, Kreuzern

Torvedojägcrn von den nördlicher liegenden I -'«ren Montagmittag sichtbar gewesen. Eine Stunde Ü kreuzte das Geschwader langsam in der Gegend, °Guf es nach O st c n ging.

'di>cr ein Hapagdampfer von den Enchänbern gekapert. DerPathfindcr" von einem deutschen Unterseeboot vernichtet!

5>. Rotterdam, 12. Sept. (Eig. Drahtbericht) Aus ^"ffstown meldet Reuter, daß ein englisches Kriegsschiff pagdampfer aufgebracht und dabei 400 Per- zu Kriegsgefangenen gemacht habe. Aus London gemeldet, daß der KreuzerP a t h f i n d e r" nicht durch , E Mine zerstört, sondern durch ein Unterseeboot ^ Sinken gebracht wurde.

Empörende Nnmenschlichkeiten russischer Heerführer.

T.-B. Berlin, 12. Sept. Der Kricgsbericht- i,^r derVoss. Ztg." berichtet über empörende Un- h?>chllchkcitcn russischer Heerführer, und zwar erstens krlvk- ^ russische G e n c r a I i f f i nt lt § den Befehl W " e,t » alle Förster der Rom i n t e r Heid e auf- erschießen zu lassen, zweitens der inzwischen schx,Grne General Marios hat befohlen, alle Ort- im Bereiche der russischen Truppen zu vcr- tu ce« und alle Männer zu erschießen, auch wch u i ch t an den Kämpfen beteiligt haben,

ein»«! Hergabe von Nahrungsmitteln ustr «beit W - -? cr Berichterstatter w fügt hinzu

Uoa ! . iwi n 10 ) t an oen .namnzen vririrrnr i/uor» Hergabe von Nahrungsmitteln usw. ver hgu^.rstu. Ter Berichterstatter fügt hinzu: Hie,

deg es sich um zwei zum Teil aus den Akten das, "°uerais Marios f e st g c st e l l t e Tatsachen, silbv»,?99che Heerführer eine unmenschliche Kriegs- befehlen. Ich glaube, daß die öffentliche sche ""L Üch gege hie Einführung asrati- ^erln ^ urb a r e i auf deutschem Boden mit dem bald auflcbncn wird, die Völkerrechtsschinder, so- der ' , besangen sind, nicht als Soldaten, son- schreig.,^ Verbrecher zu bebandcln. (Das unter- Vrin ^ durchaus! Schrift!.)

ö Heinrich von preutzen entledigt sich aller W- g, russischen Andenken, husten Berlin, 12. Sept. Prinz Heinrich von °ofj e mnbte dem Reichsbankdireltorium eine teert* » ni*m ^Icr if dj e Zarenmedaille zur 21 e> 4 , e n ng zu. Der Erlös soll dem Roten ^fließen. Vom Reichsbankdirektorium auf- ^ven ».gemacht, daß die Medaille durch Verkauf an ' x e o § Q & e r doch bedeutend mehr ergeben

würde, telegraphierte Prinz Heinrich kurzer Hand zurück, daß er die Einschmelzung wünsche.

Beschießung von Semlin und Belgrad.

Belgrad ein Trümmerhaufen.

O Agram, 12. Sept. (Eig. Drahtbericht) Semlin ist von der Zivilbevölkerung geräumt, da die Stadt von den Serbe n beschossen wurde. Die österreichi­schen Truppen haben darauf Belgrad zu beschießen be­gonnen, das binnen wenigen Stunden einem T r ü in mcrhanfen glich und an vielen Stellen in Brand stand.

wieder ein deutscher Klieger über Versailles. Der Lall von Maubeuge wird verheimlicht!

Mailand, 12. Sept. (Erg. Drahtbericht) Gestern flog wieder ein deutsches Flugzeug über Versailles. Sofort wurde ein heftiges Grschützfeucr gegen es eröffnet, und französische Flieger machten Jagd auf es, offenbar ohne Erfolg.

Daß Maubeuge und die b c f c st i g t c n Stellungen bei Verdun genommen sind, wird dem französischen Publikum verschwiegen.

Die Wahrheit in Amerika im Durchbruch!

Auszug aus einem heute aus Brooklyn, U. S. A., erhaltenen Brief vom 23. August:

Man ist in steter Aufregung, wie die nächsten Nach­richten sind, und was wird in den Zeitungen zusammen- gelogen. Die Nachrichten in den letzten Tagen sind ja glänzend für die Deutschen. Möge es fo bleiben! Was haben die Zeitungen alles für Zeug geschrieben, wie die Deutschen die Amerikaner schlecht behandelten, wie grau- sam sie wären nsw., jetzt wird nun alles widerrufen, seitdem die Amerikaner hierherkommen und erzählen, wie sie gut behandelt worden seien. Wir bekommen keine direkten Nachrichten von Deutschland; das macht es so bös, da können die Zeitungen schreiben, was sie wollen."

Interessante Einzelheiten über die Vorgänge beim Kriegsausbruch in Petersburg.

Das Mobilisierungsbekret dreimal vorher zurückgcnommcn?

8. Berlin, 12. Sept. (Eig. Drahtbericht) Von wohl- informicrter Seite erhält auch derBörsenkurier" über die politischen Vorgänge in Petersburg bei dem Kriegsausbruch interessante Einzelheiten. Danach hat der Zar das auf Drängen der Kriegspartei bereits ausgestellte Mobilisierungs- dekrct dreimal annulliert. Für den Krieg waren Großfürst Nikolai Nikolajewrtsch, der Minister des Innern, der Justizminister und nicht zuletzt der Kriegsminister Suchomlinow, ein Mann; dessen Geldverlegenheit in Petersburg sprichwörtlich ist. Gegen den Krieg waren der Ackerbauminister Kriwoschein, Fürst Trnbetzkoi nnd^ bis zu einer gewissen Phase Ssasonow. Als sich die Situation zu- spitzte, war es Ssasonow selbst, der den Zaren in crnem telephonischen halbstündigen Gespräch überredete, endlich E r n st zu machen. Der Kriegsminister sekundierte dabei. Es wurde dem Zaren auseinandergesetzt, daß seine Dynastie in Gefahr schwebe. Darauf steute der Zar zum viertenmal das Mobilisierungsdekret aus.

Zum deutschen Sieg bei

W. T--B. Berlin, 12. Sept. (Nichtamtlich.) Der zuruck- neschlagene Angriff des 22. russischen Armeekorps hatte, wie die Blätter übereinstimmend hervorheben, offenbar eu Zweck, den Generalobersten v. H i n d c u b u r g von ^ er weiteren Verfolgung der am vorhergehenden ^.age vollständig geschlagenen russischen Armee abzu­lenken. DieT ä g l r ch e R u n d s ch a u sagt, daß das Auf- geben der Offensive der russischen Hauptmacht Ostpreußen vor weiteren Angriffen noch nicht schützt, ist selbstverständlich. Daß die Angriffe im kleinen scheitern, wie sie im großen ge» scheitert sind, ist wahrscheinlich. - DieDeutsche Tageszeitung" schreibt: Aus der Meldung über den

Sieg bei Lyck geht hervor, daß unsere braven gruppen in Preußen noch mit ft a r k e n russischen Kräften und mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt haben, als bisher bekannt war. Um so bedeutender und rühmlicher ist der Erfolg.

Deutsch-englische Kümpfe in den Kolonien.

W- T-B. Berlin, 11. Sept. (Nichtamtlich.) Nach eng­lischen Liachrichten hat in der Nähe des Songwe-ü'Iusfes an der Grenze von Deutsch-.Ostafrika und Britisch- Njassaland zwischen deutschen und englischen gruppen ein Kamps stattgesundeu, wobei auf beiden Seiten mebrere Europäer gefallen seien. Aus der gleichen Ouelle wird auch von Toten und Verwundeten in Kamerun berichtet. Eine amtliche Bestätigung liegt bisher nicht vor.

wir wih unsere Zeinde.

O Berlin, 11. September.

Die größte Überraschung, die uns der Krieg bisher gebracht hat, ist doch Wohl die, daß Frankreich so schnell zusammengebrochen ist. Freilich hat man ge­wußt, daß in den breiten französischen Volksmassen ein starkes Friedensbedürfnis nrik unwiderstehlicher Gewalt aufgekommen war, und daß sich der Traum von der Zurückgewinnung Elsaß-Lothringens iimmer mehr zu einer der herkömmlichen Phrasen ver­flüchtigt hatte, mit denen sich die Geschichte und die Politik, vjelfach auch in anderen Ländern, . hinein­schleppt, die aber vor der rauhen Wirklichkeit in nichts zerstieben. Wie das möglich war, daß das französische Volk in seiner Masfe den Kriegsgedanken verab­schiedet hat, dafür fehlen uns noch die letzten Auf­schlüsse, die Erscheinung selbst aber steht mit unerbitt­licher Deutlichkeit vor aller Augen und sie ist zweifel­los bestimmend für das, was bei unserem Nachbar vor sich geht. Sie bedeutet eine der größten Wen­dungen im Schicksal Europas, sie muß zu­nächst als eine entscheidende Tatsache hin­genommen werden, gleichgültig, ob man sie schilt oder lobt, gleichgültig; ob man von der Umwandlung der Franzosen in ein bchaglich lebenwollendes 3!entner- volk oder vom Aufkommen neuer Ideale spricht, denen der Nationalismus Platz machen mußte. Jedenfalls steht man, wie gesagt, vor einer umwandelnden und ganz außerordentlichen Erscheinung. Inwieweit sie unser künftiges Verhältnis zu Frankreich besttnimen wird, in welcher Form sie auf die von uns zu stellen­den Friedensbedlngungen einwirken wird, darüber läßt sich heute naturgemäß noch nichts aussagen. Wir möchten immerhin darauf Hinweisen, daß^ unsere Stel­lung zu Frankreich schon heute wesentlich von der ab weicht, die wir England und Rußland gegenüber einnehmen. Es ist denn doch bemerkens­wert, daß die Kundgebung des Reichskanzlers an die amerikanische Presse wohl mit den Härte- sten und verdient harten Worten über E n g l a n d und Rußland spricht, sich den Franzosen gegenüber je- doch jedes herabsetzenden Wortes enthält. Nun gibt es bereits Beurteiler, die der Meinung sind, daß wir später mit Frankreich verbältnismäßig glimpf­lich verfahren werden. Zu diesen Beurtellern gehört auch Professor Dr. Hans Delbrück, der tn den Preußischen Jahrbüchern" schreibt, Deutschland habe kein Interesse daran, Frankreich in seiner Großmacht- stellling völlig zu brechen; die leitenden deutschen Staatsmänner seien sich dessen durchaus bewußt, daß der Grundsatz des europäischen Gleichgewichts berech­tigt sei, und daß niemand, auch der Mächtigste nicht, ihn ungestraft verletze; das lehre die europäische Ge- schichte in jedem Jahrhundert, das lehre das Schicksal Karls V. wie Ludwigs XIV. tote Napoleons I. Weiter meint Delbrück:Keineswegs stehen wir den 3 Geanern gleichniäßig gegenüber; gegen Frankreich haben wir überhaupt nichts m e h r, sobald es. durch eine neue Niederlage über die Unmogllchrelt der Ausführung belehrt, seine Revanche i d e e au f- gibt. Und das ist gar iiicht so unwahrscheinlich, da mit den Niederlagen eine furchtbare Wut gegen die Bundesgenossen, die Engländer und N n s s e n , an ihre Stelle treten wird,, die nichts getan und das edle Frankreich, nachdem sie es in d e n Kr le g gehetzt, im Stich gelassen haben; die Russen kommen sa nicht vorwärts, die englische Armee ist nichts, und die englische Flotte tut nichts.

So der Berliner Historirer. den wir hier anfuhren wollen, weil es selbstverständlich wichtig ist, zede zmti Urteil berufene Stimme fcE)otx jetzt aufmerksam zu hören, weil der Krieg doch schließlich nur dre Vor­der e i t u n g des Friedens ist. den wir so !«(£ müssen daß wir uns gegen neue Überfälle grundlim und dauernd sichern. Indessen gehen die. Er erg- nisse ihren eigenen Gang, und niemand kann heute bereits wissen, ob die Absichten, Mit denen unsere Reichsleitung die Republik vielleicht ver ha l t- n t § ni ci t cj f cf) o tt c n b bcfröTTibclTt ^cbciciytc, outet) den weiteren Verlauf der Dinge nicht stark werden ver­ändert werden müssen. Ob man es mrt zu den überraschungeu des Krieges zu rechnen hat, dag R ii ß l a n d eine größere als die in der öffentlichen Meinung bi uns mannigfach erwartete Energre- m e n g e ausbietet, wollen wir dahingestellt sein lassen. Wir glauben nicht, recht daran, daß unsere Staats-