Seite 10.
Morgen-Ausgabe, 8. Blatt.
Wiesbadener Tagdlatt.
Freitag, 11. September 1914.
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Bekanntmachung.
1. Junge Leute, die mindestens da? 16. Lebensjahr vollendet hüben und von denen mit Sicherheit zu erwarten ist, daß sie mit vollendetem 17. Lebensjahre felddienstfähig sind, können sich bis zum 13. September d. I. bei einem Bezirkskommando des Korpsbereichs zur Aufnahme in eine int Korpsbezirk zu errichtende Militärborbildungsanstalt anmelden.
Sie erhalten in dieser Anstalt bis zum Uebertriit zur Truppe eine vorwiegend militärische Ausbildung.
2. Ueber Zeit und Ort der Ge
stellung in der Anstalt ergeht spätere Mitteilung.. Die Ausnahme ^erfolgt
nach ärztlicher Untersuchung. Die Bc Werber müssen vollkommen gesund und frei von körperlichen Gebrechen und wahrnehmbaren Anlagen zu chronischen Krankheiten sein. Eine Prüfung auf Schulbildung findet bei
der Aufnahme nicht statt.
Erlittene leichte. Strafen schließen
die Aufnahme nicht aus.
3, Eine Verpflichtung, über die ge
setzliche Dienstpflicht hinaus zu dienen erwächst den Aufgenommenen nicht.
. 4. Bei der Demobilmachung können die Aufgenommenen auf ihren Wunsch, soweit sie noch nicht ausge>
bildet sind, in eine Unteroffizier-Vor- schule, soweit sie sich bereits bei
_..- .. entern
Truppenteil befinden, in eine Unteroffizierschule unter den für diese Schulen vorgeschriebenen Bedingungen, die aus den Bezirkskommandos einzusehen sind, ausgenommen werden 5. Inaktive, i fähige Unteressh grades, welche ' . . dieser jungen Leute geeignet erachten, wollen sich Ebenso bis zum 13. September d. I. unter Vortag« der nötigen Angaben über Mer, Waffe, bei der sie gestanden, Dienstgrad, militärische Vorbildung, bei
_. ... iI0/ u6t
einem Vezirkskommando des Korps- Solche, welche be-
bereiches melden, reits auf einer Unteröffizierschule bezw. Vorschule tätig waren, werden bevorzugt. *
Der kommandierende General. Frhr. v. Galt, General d. Infanterie.
Bekanntmachung.
Im Interesse der Gesundheitspflege in den ländlichen Orten — soweit sie zu dem Befehlsbereich des Gouvernements der Festung Mainz gehören — wird nachstehender, vom Gouvernement erlassener Befehl zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
a) Die Straßen sind zweimal wöchentlich, die Rinnen täglich gründlich zu reinigen. Die Straßensenkkasten sind täglich zu desinfi
zieren. _
b) Die Abort- und Pissoiranlagen, sowie die Jauchengruben und sonstige zur Ablagerung von Unrat dienenden Anlagen sind wöchenllich mindestens einmal gründlich zu desinfizieren, bei Bedarf öfters.
c) In Gemeinden, in denen Hausmüll aus den Hofreiten abgefahren wird, hat dies wöchentlich mindestens einmal zu geschehen. Eine Aufsvei- cherung ist nicht statthaft. In Hof- reiien, in denen eine Aufspeicherung für landwirtschaftliche Zwecke geschehen muß, hat die Behandlung des Mülls, wie bei b) angeordnet, zu erfolgen.
d) Den Hausbesitzern ist zur Auflage zu machen, ihre Höfe, namentlich die Rinnen, stets in sauberem Zustande zu erhalten.
gl Das Verbringen des Inhalts von Abortgruben auf die Felder hat in geschlossenen Fässern zu geschehen. Wird der Inhalt in Kübeln fortgebracht. so ist er zuzudecken und vorher zu desinfizieren.
f) Die angeordneten Desinfektionen sind mittelst Kalkmilch vorzunehmen. Die Beschaffung des erforderlichen Kalkes erfolgt zweckmäßig durch die Gemeinden.
Zuwiderhandlungen gegen diesen Befehl werden mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen bestraft.
Wiesbaden, den 7. Sept. 1814.
Der Regier,»ngsvrässbent.
, B.: v. Giztzcki.
Bekanntmachung.
Zur Ausführung von Gasanlagen
von den Gasmessern ah ist bis auf noch zugelaffen worden:
weiteres nou.,
Fillbach. Friedrich, Frankenstr. 28. Wiesbaden, 7. Sept. 1914. Betriebsabteilung
brr Städtischen Wasser- «. Gaswerke.
Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß für sreiwillige Gaben zum Besten der im Felde stehenden Truppen, Verwundeten und Kranken im Bereiche des XVIII, Armeekorps zwei Abnahmestellen in Frankfurt a. und zwar Abnahmestelle t für SanitätShilfsmittel (Laza- rettbedarfl: Carlton-Hotel gegenüber dem Hauptbahnhof; Abnahmestelle II für Bekleidungsstücke, Nahrungs- und Genußmittel: Stellvertretende Intendantur des XVIII. Armeekorps, Hedderichstraße 50, Erdgeschoß rechts, eingerichtet worden sind, welche dem Generalkommando unterstehen.
An diese Abnahmestellen sind alle freiwilligen Gaben (außer Geld) zu richten, gleichviel ob sie von Vereinen gesammelt oder von einzelnen Gebern gespendet werden. Gaben mit Sonderbestimmung, z. B. für Angehörige einer Provinz, einer Truppengattung usw. anzunehmen ist nicht tunlich. Derartigen Wünschen kann nicht entsprochen werden.
Frachtstücke, die mit nachstehender Bezeichnung
Frei
Freiwillige
4 -
Frei!
Krankenpflege
Militärgut
nach § KP der Milit. Tr. Ordg.
äußerlich kenntlich gemacht und an die Abnahmestellen gerichtet sind, werden aus allen Bahnen und der Heeresver
waltung zur Verfügung stehenden befördert.
Schissen frachtfrei hefö Der den Gaben beizusügende Frachtbrief soll den Inhalt der Sendung und die empfangende Stelle genau an
geben. Jede? Frachtstück muß min-
. enS auf zwei Seiten mit einer mit den Angaben des Frachtbriefes übereinstimmenden Aufschrift (aufgeklebter Zettel) versehen sein.
Kleinere Einzelgaben werden zweckmäßig den von den Vereinen vom Roten Kreuz errichteten Nntersammel- stellen zugeführt, von wo sie nach Gattungen gesondert den vorerwähnten Abnahmestellen zugeführt werden. Für die Sendungen an diese Untersammelstellen wird jedoch Frachtfreiheit nicht gewährt.
Geldbeträge werden an den oben bezeichneten Abnahmestellen nicht ent- geaengenommen. Sie sind ausschließlich an die in den Aufrufen des Zentralkomitees und Vaterländischen
Frauenvereins (Hauptvereins). sowie die in den Ausrufen der örtlichen Ver
einsorganisationen vom Roten Kreuz bekannt gegebenen Sammelstellen abzuführen. "
Der Territorral-Delegierte der freiwilligen Krankenpflege. gez.: Sengstenberg, Oberpräsrdent.
Freiwillige Gaben für die im Felde stehende» Truppen.
Es wird hiermit zur öffentlichen
Kenntnis gebracht, daß für freiwillige
~ lde
Gaben zum besten der im Fe! stehenden Truppen, Verwundeten und Kranken im Bereiche des 18. Armeekorps 2 Abnahmestellen in Frankfurt a. M., und zwar: Abnahmestelle 1 für Sanitätshilfsmittel (Lazarettbedarf) im Earl- ton-Hotel am Hauptbahnhof; Abnahmestelle 2 für Bekterdungs- stücke. Nahrungs- u. Genutzmittel: Stellvertretende Intendantur des 18. Armeekorps, Hedderichstr. 50, Erdgeschoß rechts,
eingerichtet worden sind, welche dem Generalkommando unterstehen.
An diese Abnahmestellen sind alle freiwilligen Gaben (nicht Geld) zu richten, gleichviel ob sie von Vereinen gesammelt oder von einzelnen Gebern gespendet werden. Gaben mit Sonderbestimmung, z. B. für Angehörige einer Provinz, einer Trupvengattung usw. anzunehmen, ist nicht tunlich. Derartigen
scheu kann nicht entsprochen werden.
Bekanntmachung
Der Herr Minister des Innern hat
durch Erlaß vom 23. August 1914 (4b 1985) bestilnmt. daß die durch
den Krieg eingetretene Ärbeitslosig- keit als eine augenblickliche Notlage im Sinne der Ziffer 4 des Gesetzes betr. die Einwirkung von Armem
folge die im Hinblick hierauf gewährten Unterstützungen, die, auch wenn sie wiederholt gewährt werden.
doch nur vereinzelte Leistungen sein werden, nicht als Armenunterstützungen anzusehen sind.
Wiesbaden, den 6. Sept. 1914.
Der Polizeipräsident, v. Schenck.
Das Rekruten - Depot an der Blücherschule in Wiesbaden nimmt noch eine große Anzahl von Freiwilligen an. Meldung am 15. September, vorm. 8 Uhr, auf dem Geschäftszimmer in der Blücherschule (Blücherplatz), Zimmer 29.
Wiesbaden, den 9. Sept. 1914.
Rekruten - Devot Blücherschnle.
Bekanntmachung.
Infolge des Krieges sind von hier abwesend und werden bis auf weiteres vertreten:
Im Bezirk 1. 2 u. 2a Herr Stadtarzt Dr. Walther durch Herrn Dr. Saßmann, Sedanplatz 1. F. 2960.
Im Bezirk 3, 4 u. 5 Herr Stadt- arzt-Stellv. Dr. Schöneseiffen durch Herrn Dr. E. Philivpi, Rheinstr. 15. F. 3234.
Im Bezirk 8. 9 u. 10 Herr Stadtarzt Dr. Bickel durch Herrn Dr. Gg. Koch, Langgaffe 11. F. 6684.
Im Bezirk 6 u. 7 Herr Stadtarzt Dr. Geißler durch Herrn Dr. Michael. Schwalbacher Straße 52. F. 2801.
Im Bezirk 11 u. 12 Herr Stadtarzt Dr. Wevrauch durch Herrn Dr. Delius. F. 2709.
Wiesbaden, 3. Sept. 1914.
Der Magistrat. Armenverwaltung.
Verdingung.
Die Schreinerarbeiten (Los 1—20) für den Museumsneubau. Ecke der Kaiser- und Rheinstraße, sollen im Wege der öffentlichen Ausschreibung verdungen werden.
Verdmgungsunterlagen und Zeichnungen können während der Vormittagsdienststunden im Verwaltungsgebäude. Friedrichstr. 19, Zimmer Nr. 13, eingesehen, die Angebotsunterlagen, ausschließl. Zeichnungen, auch von dort gegen Barzahlung oder bestellgeldfreie Einsendung von 75 Pf. bezogen werden.
Verschlossene und mit der Auf- schrifl „H. A. 80, Los . versehene Angebote find spätestens bis
Mittwoch, den 16. September 1914, vormittags 9 Nhr, hierher einzureichen.
folgt
Losreihenfolge — in Gegenwart fiel etwa erscheinenden Anbieter.
Nur die mit dem vorgeschriebenen und ausgefüllten Verdingungsformular eingereichten Angebote werden berücksichtigt.
Zuschlagsfrist: 30 Tage.
er einzureichen.
e Eröffnung der Angebote er- — unter Einhaltung der obigen
Wiesbaden, den 31. August 1914.
ochbau
Städtisches Hockbauamt.
Die städt. öffentliche Lastwage in der Schwalbacher Straße wird werktäglich in der Zeit vom 16. ©p»*-. bis einschl. 15. März ununterbrochen von 7 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags in Betrieb gehalten. . * Stadt. Akziseanrt.
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Italien. Güteranmeldung zur Mit: nähme sofort erbeten. Auskünfte über Frachten usw. werden bereitwilligst erteilt. F39
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Bekanntmachung.
Zur Aufstellung eines Ersatzlandsturmbataillons haben fich,ß" J stellen am Samstag, den 12. September 1914, vormrtt"" 8 Uhr, auf dem Lnisenplatz in Wiesbaden: j.
1. Freiwillige Unteroffiziere und Mannschaften der Infam Jäger, Sanitätspersonal, Krankenträger des Landstnrms Jahresklafsen.
2. Die Mannschaften des anSgebildeten Landsturms und F, Infanterie, Jäger, Sanitätspersonal, Krankenträger, Wafftmnetz
gehilfen der Jahresklassen 1900, 1899, 1898, 1897, 1896, 1894 und 1893. ,
Es haben sich auch diejenigen Mannschaften einzufinden, welche der Gestellung am 17. August in die Listen eingetragen worden sind. Wiesbaden, den 8. September 1914.
Bezirkskommando.
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Metzelsuppe,
wozu sreundlichst einladet Jacob Koob, Schiersteiner Straße 68.
Theater Concerte
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Freitag, 11. September.
190. Vorstellung.
Bolks-Vorstellung.
C-ll>erg. ^
Historisches Schauspiel in fünf A von Paul Heyse.
Major Neidhart von
Gneisenau.He«
Leutnant Brünnow, vom
“ rr S«
Freikorps. Herr
Hauptmann Steinmetz . Herr j * Joachim Nettelbeck, ehemaliger - .
Herr
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. Herr
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Würges, ehemal.
Soldat, Invalide Ratshr. Grüneberg Stadtzimmermeister Geertz Kaufm. Schröder Rektor Zipfel Sein junger Sohn Erster Zweiter Dritter Vierter
Wit-i« Blank. . . Frau Heinrich, ihr Sohn, ein i 1 --- Vl ...
mann.
Rosa, ihre Tochter Frl. Jad Schiffer Franz Arndt . - Der Kellermeister im
iö . H-rr
Herr fpf 1
Ratskeller.Hptt.
Wachtmeister Weber . Herr
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Ein Wachtposten. Ein Kellner.He" ^
Offiziere, Soldaten, Bürgr^ und Kinder.
Nach dem 2. u. 4. Akte trek°' von je 10 Minute« .,l Anfang 7 Uhr. Ende etw«
