M btn Küßen meiner Gattin, sondern bei meinem Kinde, und die Worte, Welche ich durch die Thür vernommen und die mich zur höchsten Muth gereizt hatten, da ^ichchiesetben in anderer Bedeutung aufNavm, waren an mein Kind Heiichtrt gewesen, weil eS sich unfolgsam gegen seine Mutter und gegen meinen Freund Albert gezeigt batte. j
Würde «ch Anna oder Albert eine Unterredung bewilligt haben, so Hütte sich gewiß Alle« zur Zufriedenheit aufgelöst, so fügte ich aber meinem Freund Beieidt- gungen auf Beieidigungrw zu, die er unmöglich gleichgültig hinnehmen konnte. Er mußte dar Duell annehmen, dar ein so tragische-Ende nahm und mich einen Mord begehen ließ, welcher nun schwer auf meinem Gewissen lastete. —
Ich hatte vermuihet, daß der Brief Nachrichten enthalte, welcher Aufsehen daS Duell in Berlin hervorgerufen habe, meine Frau erwähnte aber dieses Vorfalls mit keiner Syibe.
"eiche Gemüihsstimmung mich diese verhängnißvollen Nachrichten »ersetzten, bin ich nicht im Stande, mit Worten auSzudrücken.
Zch war fest entschlossen, am nächsten Morgen nach Berlin zurückzukehren, -trotz aller Gefahr, welche mir daselbst drohte.
Meine liebe, fo sehr gekränkte Frau wollte ich noch einmal umarmen, mir ihre Verzeihung erbitten und dann für mdn£Jt6s.t mich mit Resignation der ge- sktzlichen Strafe unterziehen . . l urraP chtrutk r.t gno
»dmletzte Nacht lag ich schlaflos, in fieberhafter Aufregung auf meinem Lager.
Der Wind heulte grausig durch den Schornstein meint- Zimmers und ließ jene schauerliche«, wehmülhigen Töne vernehmen, die den menschlichen Organismus in einen so nervösen Zustand versetzen, daß man bei dem geringsten Geräusch mit Schrecken erfüllt wird.
In die ReminiScenzen der jüngsten Vergangenheit versunken, erblickte ich plötzlich eine Gestalt sich meinem Lager nahen, die in dunklen Umrissen meinem Auge noch nicht gleich erkennbar war. tzxttch-v- naä i{b'
Doch nach und nach wurden die Formen deutlicher und Ich sah zu meinem größten EntsetzenMeinen Freund Albert, mit bleichem, finsteren Antlitz, seinen Körper in einen grüßen Mantel gehüllt in der Mitte deS Zimmers stehen.
Bei diesem Anblick erbebte ich heftig.
Kalter Schweiß rieselte über meine Stirn, ich wollte sprechen, doch der Schreck lähmte mein« Zunge. n»6ia,chD nh lira 61o niln® noa ttr
Albert schlug den Mantel zurück und zeigte mir eine klaffende Wunde in feiner Brust, auS der das Blut langsam hervor quoll. —
Ich wollte mich vom Lager erheben, doch ich konnte eS nicht; eine magische Kraft hielt mich gefesselt, so daß ich mich nicht zu regen vermochte; meine Sinne schwanden, meine Augenlider schloffen sich und erschöpft sank ich in einen schweren Schlummer. "w-S- "i ,Sr„v,SßiW »iS chruck nimar »Üo Mttffö
Mein aufgeregter Geist hatte nut eine Mflon gesehen. —
Am nächsten Tage trat ich meine Reise nach Berlin an.
Es war ein trüber Nachmittag, die Sonne war schon am Horizont unterge- getaucht, als ich in der Residenz anlangte und mich eilig in der höchsten Aufregung nach der Wohnung meinet Frau verfügte.
In dem Corridor derselben angelangt, sah ich zu meinem höchsten Schrecken verschiedene Herrn in feierlicher, schwarzer Kleidung.
Mein Herz schnürte sich krampfhaft zusammen, eine schreckliche Ahnung durchzuckte mein Inneres.
Die Mienen der Herren schienen mir so ernst, so bedeutungsvoll.
Rasch öffnete ich die Thur.
WaS ich sah, wat daS Fürchterlichste, waS mir daS Schicksal noch Wfugen konnte. — — iSchluß fgM
»ruck mA Settea mUer"»er-ntwor«i»reit von M. «cheNender».
