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Seite 4, _ Swend-AuSgabe, 1. Blatt.

der KreuzerMain z" zum Sinken gebracht. Um 1 Uhr nachmittags wurde dieArethusa" von anderen kleineren Kreuzern der deutschen Flotte angegriffen, als das Geschwader der englischen Schlachtkreuzer gerade dazwischen kam und die feindlichen Schiffe zum Sinken brachte.

Aufgefangene deutsche Signale und andere Informativ-, nen aus deutscher Quelle bestätigen den Bericht des Konter­admirals Beatty über das Sinken eines dritten deutschen Kreuzers, der, wie man jetzt weiß, dieAriadne" war. Die britischen Zerstörer setzten sich einer beträchtlichen Gefahr aus, indem sie versuchten, so viel deutsche Matrosen wie möglich vor den: Ertrinken zu rette n. Der ZerstörerDefender" mutzte es aufgeven, die Verwundeten aufzufischen, da sich ein feind­licher Kreuzer näherte.

Die Engländer verloren an Toten und Verwundeten 69 Mann, darunter zwei außerordentlich verdiente Offiziere, den kommandierenden Offizier Nigol K. W. Battenbert und den Leutnant Eric W. P. Westmacott. Alle britischen Schiffe wer­den in 7 bis 10 Tagen wieder aktionsfähig sein.

vie englischen Verluste bei dem Seegefecht bei Helgoland.

8. Berlin, 8. Sept. (Eig. Drähtbericht) Es stellt sich jetzt heraus, daß der englische Kreuzer, der vor Helgoland zuerst mit unseren Schiffen ins Gefecht geriet, nicht der Amethyst" war, sondern der erst am 25. Oktober 1913 vom Stapel gelaufene und erst kürzlich in Dienst gestellte moderne 8600 Tonnen große Panzerdeckkrcuzer Arethusa". DieArethusa" hat im Kampfe sehr schwere Beschädigungen erlitten; u. a. ist ein Schuß unter­halb des 81-Millimeter-Panzerdecks in den Maschinen­raum eingedrungen und Hot die mit Öl gespeisten Tur­binen, die dem Schiff eine Geschwindigkeit von 30 Kilo­meter in der Stunde verliehen, so beschädigt, daß die Arethusa" sich nur mit 10-Kilometer-Fährt in den Hafen von Sh eerneß zurückziehen konnte. Auch die englischen TorvcdojägerLaute" undLiberty" haben schwere Havarien gehabt.

Die Verluste der englischen Flotte.

W. T.-B- Berlin, 7. Sept. (Nichtamtlich.) Die heute hier eingetroffeneTimes" vom 2. September enthält eine Nachtragsverlustliste der Admiralität, in der Namen der Be­satzungen der geschützten KreuzerArethusa",Oear- f e ß" sowie der TorpedobootszerstörerD r u i d",La e r t e s" undPhönix" enthalten sind.

Ein englischer Kreuzer gesunken.

Amsterdam, 7. Sept. DerNieuwe Rotterdamschr Courant" meldet, der englische KreuzerPathsinder^, gebaut 1901, ist auf dem Weg von Tyne nach Newcastle auf eine Mine gestoßen und gesunken. Viele Menschen sind dabei um­gekommen. ' (Frkft. Ztg.)

Zum Untergang des DampfersNuno".

'W T.-B. London, 8. Sept. (Nichtamtlich.) Die zwanzig vermißten Passagiere des gesunkenen DampfersRuno" untren aus Amerika hcimkehrende russische Reser- > st e n. Sie scheinen durch Fischerboote gerettet worden zu ein.

Wir der englische ZerstörerBullfinch" sank.

Pmniden, 6. Sept. Infolge falscher Manübrierung des malischen ZerstörersBullfinch" wurde dieser von dem hollän­dischen KnuffahrteidampferKinderdhk" heute nacht in der Nordsee angcfahren und mitten, entzwcigeschnitten. DieKin- rdyk" erlitt keinen Schaden und nahm 5 schwer Verwun- intr auf, welche im Krankenhaus in Dmuiden soeben Aüf- uahme fanden. Mit Rücksicht aus einen Seekrieg liegt jetzt ui Umuidcn viel Militär und sind viele Ärzte und Personal vom Roten Kreuz anwesend.

Ein englisches Priscngcricht.

W. T.-B. Berlin, 8. Sept. Aus London wird berichtet, daß das Priscngericht am Freitag eine Sitzung abgehalten hat, was seit 60 Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Es ha'^elt sich dabei, wie dasB. k. berichtet, um das Los von zwölf deutschen Handelsschiffen, die von englischen Kriegsschiffen gekapert worden sind. Das Urteil des Prisen­gerichts ging dahin: die Schiffe waren Eigentum des Feindes gewesen, sie wurden nach Ausbruch des Krieges auf richtige Weise erbeutet und müssen bis auf weiteres fest gehalten werden.

Ei» neuer englischer Bölkerrechtsbruch in Ägypten.

Paris, 7. Sept. DasEcho de Paris" meldet, daß der englische Militärkommandant in Kairo die diplomatischen Vertreter Deutschlands und Österreichs in Ägypten aufge- «ordert habe, das Land innerhalb 24 Stunden zu ver­lassen.

Aus einem englischen Bericht.

Rotterdam, 7. Sept. Ein englischer Berichterstatter meldet: Der Rückzugsweg der Franzosen ist durch abgebrochene Brücken und zerstörte Tunnels gezeichnet. Der.Aufmarsch der Deutschen erfolgt durch brennende Dörfer und Mühlen. Die Deutschen sind schon weit in der Richtung Paris vorge­drungen. Bei dem herrlichen Wetter marschieren sie nachts.

Ein englischer Torpcdojäger in die Flucht gejagt.

Mailand, 6. Sept. Der englische TorpedojägerHussar" ist in Brindisi aus der Flucht vor österveichisch- ungarischen Torpedojägern ciugelaufen. (Frkft. Ztg.)

Englands Bemühungen um Söldner.

Kopenhagen, 5. Sept. Aus London wird hierher berichtet: Kriegsminister Lord Kitchener verfaßt täglich neue Aufrufe an die Arbeiter, sich zu den Fahnen zu melden; das Vaterland brauche jeden Mann, heißt es darin, niemand dürfe sich zurück­halten. Die Blätter fördern patriotische M ä d ch e n auf, sie sollten von ihrem Bräutigam verlangen, daß dieser sich ins Heer einreihen lasse. Die angeblich so glänzend verlaufene zweite Truppenaushebung hatte also wohl nicht den ge­wünschten Erfolg.

Amsterdam, 5. Sept. Der Londoner Korrespondent des Algemeen Handelsblad" erzählt: In London suchen die Prin­zipale die Rekrutierung Freiwilliger dadurch zu fördern, daß sie ihren Angestellten die Wahl lassen zwischen Entlassung oder D r e n st beim Heer, wofür Wiederanstellung nach dem Ende des Krieges versprochen wird.

Mißerfolge der englischen Werber.

Der Berichterstatter desNieuwe Rotterdamschc Courant" meldet aus London, daß dieTimes" vor einigen Tagen ab­sichtlich eine alarmierende Meldung über die Lage in Frankreich in einer Depesche aus Amiens brachte, um das Jnterefle für Lord Kitcheners zweite Armee zu beleben. Jetzt sei aber die Werbung am Ende ihrer überredungs-

Miesbadrner Tagblatt.

mittel. Der Hausvater lasse seine Familie und seine Be­schäftigung nicht für 9 Schilling in der Woche im Stich.

Russische Pressestimmcn zur Niederlage bei Tannenberg.

Petersburg, 6. Sept. DieNowoje Wremja" schreib» zur von den Russen im Süden Ostpreußens erlittenen Niederlage:Als sich Rußland gezwungen sah, den

Kampf gegen die beiden deutschen Raubstaaten zu beginnen, rüstete cs sich für jegliche Überraschung. Niemand in Ruß­land erwartete einen siegreichen Spaziergang nach Berlin und Wien; denn wir wußten, daß die wilden Störer des Weltfriedens alles auf eine Karte gesetzt haben und daß ihr Kampf kein Erbarmen kennen werde. Wir haben jüngst drei deutschen Armeekovps eine Niederlage bei- gebvacht; nunmehr hat der Feind zweien von unfern-Korps eine Niederlage bereitet und er hat den tapferen General Ssasonow getötet. Das Blut unserer durch Übermacht er­drückten Truppen wird unsere Seelen erheben nicht allein zum Siegen, sondern auch zum Ertragen der Prüfungen. Unserer Kräfte sowie der Tapferkeit der Soldaten gewiß, wer­den wir voller Vertrauen die Erfüllung des gerechten Werkes gewärtigen, das wir vollbringen." DieRjets ch" schreibt, Rußland solle eine derartige teilweise Heimsuchung mutig aus sich nehmen, denn jeder Krieg sei eine Aufeinander­folge von Sieg und Niederlage. Das Blatt stellt den Freimut des Generalstabes besonders fest, der dem Lande nichts verheimliche. Das sei der beste Beweis, daß Rußland mit samt seinen Verbündeten sich keiner Beunruhigung hin- geben müsse.

Eine deutsche Mcdizinalverwaltung in Russisch-Polen.

In Russisch-Polen wird der Geheime Obermedizinalrat Dr. Abel eine deutsche Medizinalverwaltung organisieren. Abel gehört zurzeit dem preußischen Ministerium des Innern als Vortragender Rat an; er hatte für das Wintersemester den Ruf als ordentlicher Professor für Hygiene an die Uni­versität Jena angenommen.

Zur Verbreitung der Wahrheit in Italien.

Rom, 2. Sept. Am letzten Freitag verteilte man den römischen Journalisten eine in italienischer Sprache redigierte Nummer desBerliner Tageblattes", um damit die Wahrheit über die kriegerischen Operationen darzutun. Die Nummer gibt die Geschichte des Konflikts und einen Aus­zug über die wichtigsten Ereignisse.

Ein Friedensappell des Papstes an die Mächte.

^--Rotterdam, 8. Sept. (Eig. Drahtbericht) DieTimes" melden aus Rom, daß eine der ebsten Handlungen des Papstes ein Appell an die Mächte sein werde, den Krieg rm Interesse der Menschlichkeit e i n z u st e l l e n.

Die Freundlichkeit eines Schweizer Blattes!

Neuer Dienstzweig. Unter dieser Überschrift finden wir in derNeuen Züricher Ztg." folgende Mitteilung:Wir

werden aus Mangel an anderer Vevbindungsmöglichkeit von deutschen Kriegsgefangenen in einer vom Oepöt des prisonniers de guerre in Roanne abgestempelten Karte er­sucht, ihren Angehörigen ihr Schicksal mitzuteiilen, was ge­schehen ist." In Deutschland wird man das freundliche Ver­hakten des führenden Organs der Deutschschweizer sicher dank­bar anerkennen.

Österreichs Artillerie im serbischen Lichte.

W. T.-B. Sofia, 6. Sept. (Nichtamtlich.) Ein hier ein- getrossener verwundeter Serbe, der einige Gefechte gegen die österreichisch-ungarischen Truppen mitgemacht hat, erzählt in derKambana": Alle Gefechte sind mit maßloser Er­bitterung geführt worden. Die österreichische Infanterie versteht es, sich, großartig zu/maskieren. Ihre Soldaten sind viel weniger exponiert gewesen als bei uns. Unfaßbar bleibt den serbischen Offizieren die Treffsicherheit der öster­reichischen Artillerie. Merkwürdig ist, daß wir in allen Gefechten die österreichische Artillerie nie zu Gesicht bekamen, obwohl sie furchtbare Verheerungen in unseren Reihen verursachte. Die serbischen Geschütze erweisen sich demgegenüber völlig machtlos. Dies bringt die Offiziere zur Verzweiflung.

Japan und Kiaütschau.

Paris 3. Sept. (H a v a s.) DerTimes" wird aus New Aork gemeldet, ein Telegramm aus Peking sage, die Japaner hätten die kleine Insel Tachien vor der Bucht von Kiautschan besetzt.

Die Freude in der Türkei über bas Entgegenkommen gegen­über gefangenen Muselmanen.

Konstantinoprl, 6. Sept. Der vomTanin" mitgeteilte Entschluß des deutschen Kaisers, die zahlreich unter den fran­zösischen Gefangenen befindlichen algerischen und tunesische Muselmanen in Freiheit sehen und nach dem Sitz des Kali­fates geleiten zu lassen, macht hier ungeheuren Ein­druck. (Franks. Ztg.)

Deutsches Reich.

* Der frühere Rcichstagsabgeordnetc v. Rautter ch. Der frühere langjährige konservative Reichstagsavaeordnete von Raucht er auf Äanoten ist. nachdem er in Königsberg auf der Flucht vm den Russen schwer erkrankte, im Alter von 78 Jahren gestorben. Er vertrat von 1902 bis 1912 den ostpreußi­schen Wahlkreis Ra st enburg-Gerdaue n-Fried­land.

* Reichskanzler und Diplomatie im Felde. Wie im letzten Kriege gegen Frankreich, so ist auch diesmal der Reichskanzler mit einem Stab von Räten und Gehilfen dem allerhöchsten Kriegsherrn ins Feld gefolgt. Und auch diesmal ist, wie die N. G.. C." mitteilt, für diese Herren der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amtes, soweit sie mcht dem Heere in irgendeinem Verhältnis angehören, eine besondere Uni­form entworfen und vorgeschrieben worden. Diese Uniform hat aber mit der von 1870 keine Ähnlichkeit. Die damalige Uniform war schwarz mit samtenem Kragen und Mützenrand, einem Degen, zum Durchstechen an der Seite und war wenig kleidsam. Die jetzt eingeführteDiplomaten-Felduniform" ist feldgrau und ähnelt der Felduniform der Jufanterieoffiziere. Den Reichskanzler v. B e t h ma n n - H o l l w e g , der be­kanntlich Generalleutnant L I. s. der Armee ist, begleitet, ge­wisse maßen als - Adjutant, der Legationsvat b, Mutius. Vom Auswärtigen Amt sind im Felde der Staatssekretär vor« I a g o w, den" der Unterstaatssekretär Z i m m c r m a n n in Berlin vertritt, der Di.igent der politischen Abteilung Ge­sandter v Stumm, der Wirkliche Legationsrat v. Rado- w i tz, Vortragender Rat, und der Legationsrat Dr R i e z I e r, ständiger Hilfsarbeiter in der politischen Abteilung. Ver­treter des Auswärtigen Amtes beim Kaiser ist der preußische Gesandte in München, Wirklicher Geh, Rat v. Treutler.

Die Russen in Mittmrida. Zu der Nachricht, daß die auf dem Mittweidaer Technikum studierenden Russen gegen den Protest der deutschen Schiller nicht von den Bor-

Dienstag, 8. September 191».Nr. 418.

lesungen ausgeschlossen, sondern getrennt von diesen untc^- richtet werden sollen, bemerkt derFreiberger Anzeiger": Wir sind überzeugt, daß der vom Bürgermeister angeordnete Sonderunterricht nicht von langer Dauer sein wird. Nach den Erfahrungen, die man in der letzten Zeit Mit Russen, Japanern, Engländern usw. gemacht hat, sind die Maßnahmen in Mittweida überhaupt nicht zu verstehen. Nur einen Bewege grund kann man finden für das unerhörte Borgehen der ver­antwortlichen Persönlichkeiten: Der Wunsch, der Stadt und dem Technikum die Einnahmen nicht entgehen zu lassen, die aus dem längeren Aufenthalt der Fremdlinge erwachsen könnten, und das wäre b e s ch ä m e n d gcnugl Vorausgesetzt wäre übrigens dabei, daß die MittweidaerGäste" von ihrem eigenen Gelbe leben und nicht von dem deutschen, wie das in Freiberg geschehen ist, wo die auf der Bergakademie studieren­den Russen eine Schuldenlast von über 30000 M. hinter- lasscn haben," DieChemnitzer Allg. Ztg." bemerkt:Die Hoffnung, daß wir künftig unsere Schulen von solchen Aus­ländern frcthalten, hat das Technikum Mittwetda zuschanden gemacht."

post und Eisenbahn.

RPA. Pakete nach Österreich sind einstweilen nur bis zum Gewichte von 10 Kilogramm zugelassen, sie dürfen nicht mit Nachnahme beliastet wenden. Pakete für Galizien, Bukowina, Dalmatien, Bosnien-Herzegowina sind unzulässig. Für Pakete nach Ungarn ist das Meistgewichi aus 10 Kilogramm, die Höchst­ausdehnung in irgendeiner Richtung auf 60 Zentimeter festge­setzt worden. Nachnahme-, Eilboten-, dringende Pakete sowie solche mit Bücher- oder Drucksachcninhalt sind von der Beförde­rung ausgeschlossen. Zum Paketverkehr sind in Ungarn nur Budapest und Fiume sowie die Orte in folgenden Komitaten zugelassen: Arva, Bananya, Bas, Esztergom, Fejer, Gyoer, Hont, Komarom. Lipto. Moson, Nograd. Ikyitra, Pest-Pilis- Solt-Kiskun. Pozsony, Somogh, Sopran, Szepes. Tolna, Turocz, Vas, Veszprem, Zala, Zolyom, Belovar-Koeroes, Lika« Krbava, Modvus-Fmme, Varasd. Zagvab.

, RPA. Der Postverkehr nach der Rheinpfalz. Die Be­schränkungen des Postverkehrs mit der Rheinpfalz sind ausge­hoben. Demnach werden verschlossene Postsendungen jeder Art, insbesondere auch Pakete, für Orte in der Rheinpfalz bei den Reichspostanstalten zur Beförderung wieder angenommen.

KusLanö.

Dkterreich-Uiigarn«

Fürst Karl Schwarzenberg si. P r a g, 7. Sept. Fürst

Karl Schwarzenberg, Majoratsherr auf Woplik, ist infolge Krankheit in Bukovar in Slavonien gestorben.

Der tschechisch-radikale Abgeordnete Klofac ver­haftet. Prag, 5. Sept. Die ,,-Bohomia" berichtet, daß der bekannte tschechisch - radikale Abgeordnete Klofac Freitag, nachts, in Hohenmauth verhaftet und im Auto nach Prag übergefichrt wurde. Klofac ist der Gründer der tschechischen nationalsozialen Par­tei, die eine deutschfeindliche und antimUitaristische Propaganda betrieb. Er war ein ausgesprochener R u s s e n f r e u n L und wurde durch seine an Hoch­verrat grenzenden Umtriebe während der Annektions- krise bekannt. Er war Anstifter aller Prager Straßenunruhen gegen die Deutschen. Sein Organ ,.C e s k o Slovo" würbe gestern behördlich ver­boten.

Valkanstaaten.

Besetzung Durazzos durch die Rebellen. W. T.-B. Bari,

6. Sept. (Nichtamtlich.) Im Sinne der mit der Stadtve» tretunig getroffenen Abmachungen sind am SamStag u« 7i/j Uhr die Rebellen in Durazzo eingezogcn. Bei der Brücke an der Straße nach Schiak fanden bereits gestern große An­sammlungen aus den beiderseitigen vorher einander feind­seligen Lagern statt, welche heute vormittag noch lebhafter wurden. Gegen Mittag setzte sich ein Zug von mehreren tausend Bewaffneten unter Voranrragung der türkischen Fahne von der Brücke gegen die Stadt in Bewegung. Aus dem Konak, wo sich der Mufti von Tirana befand, wurde unter großem Jubel der Anwesenden die türkische Flagge herausgchängt und sodann mehrere Ansprachen gehalten. Schließlich erklärte der Mufti von Tirana, der Konak werde nun geschlossen und in diesem Zustande verbleiben, bis ei« anderer Fürst komme. Am Nachmittag wurden sämt­liche früheren Ministerien und Verwaltungszweige von de» Vertretern der neuen provisorischen Regierung amtlich ver­siegelt. Gegen Abend begab sich die Menge größtenteils wie» der zurück nach Schiak usw. Die Stadt ist ruhig. Zahlreich« Familien, die hievgebliebenen österreichischen Freiwilligen sowie die Rumänen Laben Durazzo vorgestern und gestern verlassen. (Vergl. Letzte Drahtberichte.)

6u§ §taüt unö Land.

Wiesbadener Nachrichten.

auf dem Felde der Ehre gefallen.

Nach einer gestern hier eingetroffenen Meldung ist aM Sedantag auf französischem Boden der Direktor des städtischen Realgymnasiums, Professor Dr. Fritz W a l t h e t ' gefallen. Herr Direktor Walther, der sein Amt als Direktor der höheren Lehranstalt in der Oranienstraße seit dem 1. Qktv" ber 1912 bekleidete, stand im 48. Lebensjahre und wurde >« der Provinz Sachsen geboren. Vor seiner Wiesbadener Tätig' keit wirkte er mehrere Jahre an dem König!, ftanzösisch«,^ Gymnasium in. Berlin. Er wird als ein tüchtiger und scher Schulmann von großen Fähigkeiten und starkem gefühl geschildert, der bei den Schülern und dem Lehrerko«« gium gleicherweise geachtet und beliebt war. Nach Ausbr«^ des Kriegs hat er sich, obwohl er nicht mehr dienstpflichtig sofort dem Vaterland zur Versüpung gestellt. Er trat Oberleutnant und Führer der 6. K.Mpagnie des 2. Landwetss Infanterie-Regiments Nr. 80 in das Heer ein. In der W des Realgymnasiums fand heute vormittag eine Tra»«V s e i« r für den Verstorbenen statt. Der stellvertretende tor, Professor Dr. D i e h l, widmete ihm einen warmen ruf, in dem er Klärte, es werde schwer halten, einen,««« Direktor ausfirÖ'.p Z'.\ machen, der so, wie das der Verstor« getan habe,: dir Schule sorge und arbeite.

Auch im Lyzeum 1 fand heute vormittag eine ü feiet statt; sie galt dem gleichfalls auf dem Feld der fallenen, noch in ziemlich jugendlichem Alter stehenden lehret Dr. Scharf f. Herr Dr. Scharff hat nicht nur im körper des Lyzeums und der Studienanstalt einen ragenden Platz eingenommen, sondern sich auch bei P Schülern allgemeiner Verehrung erfreut.