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„Tagblatt-Haus".
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_ »am- lur die Morgen-Ausg bl- -> Ubr nachmittags. Berliner Redaktion des Wiesbadener Tagblatts
12 Ausgaben.
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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.
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Dienstag 8. September 1914.
Berlin-Wilmersdorf. Güntzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 450 u. 451. ZalenüW»"»-."5
i'Plätzen wird keine «ewSbr übernommen.
Abend-Ausgabe.
Nr. 418. ♦ 62. Jahrgang.
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Maubeuge gefallen!
40 000 Kriegsgefangene! — 400 Geschütze erbeutet!
UV. T.-6. Großes Hauptquartier, « Eept. Manbeuge hat gestern kapituliert.
Kriegsgefangene, darunter 4 Generale, Oo Geschütze und zahlreiches Kriegsgerät "Ud in unsere Hände gefalle».
Der Geueralquarticrmeister v. Stein.
j, Hurra! Es geht weiter Schlag auf Schlag. Jetzt m-nf? '° aut ® starke Sambrebefestigung, das letzte hrr Bollwerk Frankreichs an der Nordgrenze, von bekanntlich schon am Sonntag zwei Forts mit L°r Zwischenstellung gefallen waren, dem deutschen > Mllerrefeuer zum Opfer gefallen. Bekanntlich hat 9, nördliche Festungsring Frankreichs den deutschen iffu ^sch nicht aufzuhalten vermocht, und der zweite, -Nere Festungsring im Nordosten, Reims, Laon, La lls-re und Combles, wurde von den Franzosen dann ^gegeben. Die Niederkämpfung von Mau beuge / .Me also wert hinter der Front der s i e g - JAen deutschen Nordheere, ist darum aber ^vlwerstandlrch nichts bedeutungslos, im Gegenteil, Sicherung unserer rückwärtigen Verbindungen Io mehr von Belang, als die Festung eine starke ^.latzung hatte, die durch Offensivausfälle unsere Mdpenstrastcn bedrohen konnte. Die Bedeutung Falles der Festung wird also vor allem dadurch -sittlich größer, daß eine so große Zahl von Ge- %'V 5 0 nen gemacht und so viele Geschütze er- vo " werden konnten. Da die Franzosen bisher immer r, den Angriffen unserer tapferen Truppen sich aus tiicJw-* Egische n" Gründen in schleunigstem Marsch Ijs^Darts konzentrierten, haben wir soviel franzö- kjj E Gefangenen auf e i n m a I noch nicht machen Ui diesem Feldzug. Jetzt haben wir aber ein- W 0»0 von den Rothosen auf einmal. So wollen denn alle dises herrlichen neuen Erfolges ^ in der Gewißheit, daß es noch besser kommt.
N französische Heer durch Gewaltmärsche erschöpft. — Die Stimmung in Paris.
dkß iltom, 8. Sept. (Eig. Drahtber.) Eine Depesche nrritic della ©cm" meldet, daß bns fie Heer durch Gewaltmärsche, die zur
•tu 111 eidnng ^jj?' völlig
cmer N m gehn n g erforderlich l° "schöpft sei. Die an Märsche
» gewohnten Soldaten seien seit Wochen von 2 Uhr bis abends 9 Uhr auf den
Apisens
Sie vermieden eine Umgehung durch di.
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"bsss,.'' nur, indem sic diagonal nach Süd er st'vlrtcn.
herrscht nach anfänglicher Panik Wiede, vergnügte Stimmung. Alles erwartet bol fy 1 Dem-Ankunft der Deutschen. Auf dem
dcranüqtc Stimmung, irr d'- “ - - ' ~
. . ; .
mit Fernrohren den Horizont absuchen.
liege eine Menge
Auf dem Hügel Neugieriger im
Im
5 ? dieser Depesche der „Cörrierc" schilder
bii» Äm der „Stamva" die Lage in Paris i, p"besnarben. Die herrschende Angst sc ^ebfin£ C 1 ^ 11 **>• Bis znm letzten Augenblick wa hl übctj«, V tR don dem Siege über die Deutschen V .'/ud glaubte, daß General Joffre nur
l,.s ch e n Gründen die Deutschen in das s ve. Erst nachdem die Berlenung der •&*!» Intb Ä! M *. i?"rde, brach sich die Wahrheit ^„ '''uiswi.s" Optimismus schlug in den schwärzesten O ^hnfns!!“* ^d ermann will jetzt fliehen. !> n 7 °fvond^^ten d.e,in Par,/
v. Dans ankamen, erfuhr der
*tcx I-f.' daß dre Deutschen sich mit uner-
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st. s. .p- Berlin, s «»n« «n— ..
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„»„w. T-T? 9 , ; r entmjeyerxsrtippcji
Hn f ; -b. Sept. Der Kriegsberichterstatter de, % I er Armee « ? ctbun rühmt die Marschleistnngcr ^ktiv.'"d, dg» .sfr sagt: Jmm°r weiter geht es vorwärts an ^«8 in d'° Reservi»^ ° V- ° ^°d°nkc, der alle beseelt, dic "v'i, J cs auch ^ ' b!e Sßllfahlcr )i- und den Landsturm,
»»ß. \ u f den jSl.?* 8 uns die Möglichkeit gibt, dem Feinde de» r'°" 3U blerben. Nur aus diesem Ylcistc l,er- »orpcr vollständig beherrscht, sind Marsch
leistungen bis zu 60 Kilometer zu erklären, wie wir sie häufig zu verzeichnen haben.
Reiche Vents an französischem Zlugmaterial.
30 Flugzeuge auf einmal erobert.
W. T.-B. Köln, 8. Sept. Der Kriegsberichterstatter der „Köln. Ztg." stellt fest: Bei der Suche nach französischem Flugmaterial fanden wir bei Dcperdusscn in N«ims in einem Schuppen verpackt 10 französische Doppeldecker und 20 Eindecker mit gefüllten Benzintanks. Augenscheinlich waren alle flugbcrcit. In einem Raume der Depcrdusscn-Werke wurden 30 bis 40 (stnom- und andere neue Moto re gefunden; sic sind in gutem Zustand. Zahlreiche Ersatzmittel fielen auch in unsere Hände. Der Gesamtwert des beschlagnahmten Flugmaterials beträgt eine Million.
Die Verwendung von Dum-Dumgeschossen.
8. Berlin, 8. Sept. (Eig. Drahtbericht) Die Verwendung von Dum-Dum-Geschosscn durch das belgische, französische und englische Heer ist nunmehr amtlich in einwandfreier Weise festgcstcllt. Namentlich ist nicht mehr daran zu zweifeln, daß in der französischen Armee die Dum-Dum-Geschossc fabrikmäßig hergcstcllt worden sind, und ihre Verwendung amtlich organisiert war. Auf dem Schlachtfeld von M o n t m e d y z. B. hat man Dum-Dum-Patronen nicht zu Hunderten oder Tausenden, sondern zu Hunderttau- sendcn vorgcfundcn, und zwar größtenteils noch in der Orignalvcrpackung und Vers ch n ü r u n g, wie fie den französischen Soldaten von der Armeeleitung geliefert worden waren. Bei den Patronen ist zum Teil m a s ch i n e n- m ü ß i g die Spitze entfernt, und dafür der Stahl- mautel ausgehöhlt. Zum anderen Teil ist die Stahl- oder Kupferspitze eingekerbt, oder oben auf der einen Seite abgeschliffen. Während dic a u s g c h ö h l t c n Patronen zur Folge haben, daß die Bleiladung im Körper explodiert, wirken die a b g e s ch l i f f e n c n und abgeplatteten Stahl- mäntel derart, daß beim Aufschlagen auf den Körper das Geschoß als Q u e r s ch l ä g e r eindringt, d. h., daß dic Geschosse der ganzen Länge nach in den Körper dringen, und natürlich die fürchterlichsten Zerreißungen und Verletzungen innerhalb des Körpers anrichtcn.
Wie wir hören, find zwischen den Armee- und politischen Behörden Verh andlungen,im Gange über die anzuwendenden Gegenmaßnahme n. Zunächst sollen Photo grapicn der swie gesagt) in Unmassen Vorgefundenen Dum-Dum-Gcschosse durch dic gesamte deutsche Presse und die Presse des neutralen Auslands der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um diese barbarische Verletzung der Genfer Konvention aller Welt dokumentarisch vor Augen zu führen.
Zur Besetzung von Radom durch die Deutschen.
W- T.-B. Wien, 8. Sept. (Erg. Drahtber.) Wie aus Krakau pemeldet wird, hatten die russischen Truppen am 20. August Radom südöstlich von Jwaugorod in Russisch-Polen verlassen. Am 27. August, morgens, kehrten die Russen in Stärke von 2000 Mann wieder zurück. Als abends die Nachricht verbreitet wurde, daß deutsche Truppen nahten, entstand unter den Russen eine fürchterliche Panik. In großer Hast und Unordnung verließen sie die Stadt. Die russische Infanterie hielt sechs Werst hinter Radom. . Als sich _ nun russische Kavallerie- Patrouillen zeigten, glaubten sie, cs sei der Feind und begrüßten ihn mit einem Hagel von Geschossen. Es gab viele Tote und Verwundete. Neun verwundete Pferden kehrten am 28. August ohne ihre Reiter in die Stadt zurück. Am 29. August besetzten die Deutschen Radom. Der deutsche Kommandant ließ sofort 18 politische Häftlicge frei, darunter 2 Frauen.
Die Unruhen im Kaukasus.
O Konstantinopcl, 8. Sept. (Eig. Drahtber.) Die aus bcut_ Kaukasus eingetrosfenen Reisenden erzählen, daß dre Lage in dieser Provinz trotz aller russischen Ableugnung ziemlich verzweifelt sei. Die Bergstamme rüsten sich zur Besetzung der berühmten kaukasischen Pforte bei Derücng, wodurch sie den Verkehr zwischen Transkankasien und dem e i g ent l i ch e n Rußland unterbinden. Die Eisenbahnitrecke Podi-Tiflis wurde an vielen Stellen zerstört. In Anapa wurdcndie Munitionsdepots zerstört.
Gärung in öen mohammedanischen Ländern.
$ Rom, 8. Sept. (Eig. Drahtber.) Aus Ägypten, andren und anderen mohammedanischen Zentren wird große Gärung gemeldet. Es scheint, daß Enver- Pascha die panrslamitische Bewegung neu belebt hat.
Die Kriegserklärung der Türkei an unsere Gegner bevorstehend?
Rom, 4. Sept. Man meldet der „Tribuna" aus London: England ersuchte die Vereinigten Staaten, der amerikanische Gesandte in Konstantinopel möge sich mit dem Schutz per Interessen der englischen Unter- tauen im Falle einer Kriegserklärung der Pforte an dre Alliierten, die man nächstens erwartet, befassen.
Ein starker russischer Angriff von der Armee Dank! blutig abgewiesen!
^ 7 ‘ Sept. (Nichtamtlich) Es wird
gemeldet: Aus den schon gemeldeten abermaligen Kämpfen der Armee Dankl, gegen welche der Feind mit der Bahn namhafte Verstärkungen heran- fuhrte, wurde bekannt, daß speziell, die Gruppe unter dem Befehl des Generalleutnants Kestranek einen starken Angriff der Russen blutig ab wies und hierbei w er t cre 600 Gefangene einbrachte. Sonst herrscht ans den Kriegsschauplätzen, soweit be» tannt ist, auch heute relative Ruhe.
Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs: v. H ö f e r, Generalmajor.
Die Einnahme der Stabt Lokercn.
$ Rotterdam, 8. Sept. (Eig. Drahtbericht) Aus Koe- ioacht an der holländisch-belgischen Grenze wiÄ» gemeldet: Die Stadt Lokeren, die vier Stunden von hier
liegt, wunde von den Deutschen besetzt. Die Bswohner fliehen über die holländische Grenze. Die EisenbahnveNbin- düng zwischen Gent und Lokeren ist gestört.
Mehr Schiffe!
.. Als der deutsche Reichstag seine Kriegssitzung ab- hielt, bre Lurch bie Einmütigkeit üer gesamten Volks-. Vertretung eine eindrucksvolle, inächtige Kundgebung der emrgen Entschlossenheit des deutschen Volkes Larstellte, wurden alle Forderungen der Regierung, wie sie der Ernst der Lage bedingte, mit jubelnder Zu- stlmmung genehmigt, der sich sogar die Sozialdeniokra- tie anschloß, dre bis dahin in grundsätzlicher Gegnerschaft gegen alle nulitärischen Forderungen gestanden hatte. Der deutsche Reichstag hatte damals noch nicht mit der Kriegserklärung seitens Großbritanniens rechnen können, die Regierung wenigstens noch nicht offiziell damit gerechnet, wenn die leitenden Kreise wohl auch auf eine solche perfide Haltung des Jnselreiches, das sich längst durch geheime Verträge mit Frankreich und Rußland festgelegt hatte, gefaßt war.
So kam es, daß bei jenen Reichstagsverhandlungen von der Bewilligung etwaiger neuer Mittel für die Flotte, der im Falle der Ausdehnung dieses Weltkrieges auf das Britenreich eine hervorragende Rolle zufallen mußte, nicht die Rede war. Das ist jetzt nach- geholt worden, und der über die Verhandlungen der führenden Mitglieder der bürgerlichen Parteien bes> Reichstags ausgegebene Beicht wird überall in Deutschland mit lebhafter Befriedigung ausgenommen sein. Nur daß man versäumt hat, die sozialdemokratischen Führer hinzuziehen, hat dabei etwas verstimmt. In- zwischen ist aber, wie wir bereits mitteilten, in einer amtlichen Erklärung erfreulicherweise gesagt worden: „Angesichts der erhebenden Einmütig- k e i t, mit welcher der Reichstag am 4. August alle seine Beschlüsse gefaßt hat, muß aber angenommen werden, daß es sich hier um eine Besprechung gehandelt hat, welche eine gemeinschaftliche Aktion aller Par- teien vorbereiten soll!! So wird man denn also das Versehen bei der Vorbesprechung wieder gut machen. Wie wir zu den in jener der vorbereitenden Reichstagskonferenz gefaßten Beschlüssen, über deren Verlauf aus naheliegenden Gründen Einzelheiten nicht bekannt gegeben werden können, noch mit-
