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bk. 417, _ Dienstag, 8. September lgl4^

®iaiia gesandt, diejenigen von Petersburg nach Wiatka, ^brm, Orenburg und Samara, die Militärpflichtigen als Kriegsgefangene, die anderen dursten eine von den genannten Städten als Aufenthaltsort wählen. Es liegt, wie der Kon­sulaisbericht ausführt, kein Grund vor, irgend einen in Autzland besindlichen Deutschen schon deshalb als vermiet bu betrachten, weil jede Nachricht fehlt. Einstweilen ist eben kn ^°lt^^^öindung mit Rußland unterbrochen. Es ist jeden­falls stets eine größere Anzahl Deutscher beisammen; jeder tritt da für den anderen helfend ein.

Dir Eisenbahn Sosnowice-Czcnstochan in deutschem Betrieb.

Die König!. Eisenbahndirektion Kattowitz macht im Amts­blatt folgende Neueinrichtung bekannt: Errichtung eines Be­triebsamtes und eines Maschinenamtes in Czenstochau. Für die in dem von deutschen Truppen besetzten russischen Ge­biete liegenden Eisenbahnlinien Sosnowice-Petrikau-Russ. Herbh-Czenstochau und demnächst auch Czenstochau-Kielce ist arn 24. v. M. in Czenstochau ein Betriebsamt und ein ^aschinenamt errichtet worden. Zum Vorstand des Betriebs­amtes Czenstochau ist Regierungsbaumeister Albach (bisher Vorstand des Betriebsamts 2 Ratibor) und zum Vorstand des Maschinenamts Czenstochau ist Regierungsbaumeister Neu­wann (bisher Vorstand des Maschinenamts Beuthen) bestellt.

Diese Bekanntmachung zeigt, wie weit die deutsch-öster- reichischen Truppen schon vorwärts gekommen sind, wenn auf Diesen Bahnlinien bereits wieder ein regelmäßiger Eisenbahn­betrieb eröffnet wird. Petrikau liegt südöstlich von Lodz an i>er Bahnlinie Wien-Warschau, Lodz an der Linie Breslau-

Marschau.

Ein Steckbrief gegen Bürgermeister Blnmenthal.

A Kolmar, 7. Sept. (Eig. Drahtbericht) Die Staats­anwaltschaft Kalmar hat gegen den nach Frankreichüber­gesiedelten" Bürgermeister Blumenthal einen Steckbrief erlassen, und zwar wegen Betrugs und Unterschlagung zum Schaden der Stadthauptkasse.

Keine preußen-feindliche Liga in Russisch-Polen, bd. Krakau, 7. Sept. Ein Warschauer Zahnarzt, dem es Eckte, die Grenze zu überschreiten, erzählte, daß alle Nach- Achten über die Bildung einer preußen-feindlichen polnischen Liga falsch sind. Aus russischen M i l i t ä r k r e i s e n wurde zwar die Initiative zu einer derartigen Aktion ge­sehen, doch meldeten sich nur so wenige Personen zum Eintritt, daß der Gedanke an die Bildung einer solchen Liga fallen gelassen wurde. Die Stimmung für Österreich- ^Ugarn ist in Warschau außerordentlich freundlich.

Die österreichischen Motorbatterien, hd. Wien, 7. Sept. Die Mörser, welche der deutsche ^enevalstäb bei der raschen Eroberung von Namur und ^>ivet als von außerordentlicher Wichtigkeit lobte, wurden aus rrn Skoda werken in Pilsen erzeugt.

Seltsames Verhalten der russischen Gefangenen und Verwundeten.

Berlin, 4. Sept. Einem Bericht des Kriegsberichterstatters derVoss. Ztg." vom östlichen Kriegsschauplatz entnehmen wir folgende interessante Einzelheiten: Seltsam ist das Verhalten der russischen Verwundeten gegenüber unseren Ärzten. Sobald diese mit der Schere die Uniform über den Wunden oufschneis.xri, einen Notverband anlegen oder einen kleinen Sckmitt machen wollen, schreien die Russen und wehren sich aus Leibeskräften gegen die Hilfe, nicht aus Wehleidigkeit, sondern aus Angst, man wolle sie töten oder ihnen die Augen ausstechen. Ein russischer Oberst verweigerte 36 Stunden lebe Nahrung und jeden' Schluck Wasser, aus Furcht, vergiftet SU werden, obwohl ein Mitgefangener General, der ein gebil­deter und welterfahrener Mensch war, ihm den Unsinn ans- Sureden suchte. Was muß man den armen Teufeln vorgelogen haben, daß sie uns für solche Menschenfresser halten. Ein äffischer Generalstabschef erschoß sich, als man ihn gefangen Nwen wollte. Freilich wohl nicht aus Furcht! Wenn man lwi eine solche Niederlage verantwortlich ist.

Die Burschen der gefangenen Offiziere.

- Berlin, 6. Sept. (Amtlich.) Zur Bedienung kriegSge- r ^Sener Offiziere werden keine Mannschaften des d e u t« ,tt Hxxres kommandiert. Sofern die Offiziere keine Äffchen und Diener mitgebracht haben, werden Leute ihrer ^'wnalität in 'der unbedingt notwendigen Zahl ans den ^"schaftsgefangenenlagern hevang^ogen.

Strapazen der Österreicher in der Riesenschlachk bei Lemberg.

beri^ Wien, 7. Sept. (Eig. Drahtbericht) Der Kricgs- hg, satter derReuen Freien Presse" schildert die Stra- Soldaten bei den Kämpfen von Lemberg. Sie viel JO Tage lang in den Kleidern gesteckt und ebens (gj e Nächte auf der bloßen Erde geschlafen, Stunde iro.

We bereit gestanden unter einem Wolkenbruch von Ge- |M en < jeden Augenblick gewärtig, von dem Feinde üiber- Nack? 3U werden. Die Feldküchen hätten nur in der fg j Unö "uch nur bis zu den Reserven heranfahfren $! e , en . und die Reserven hätten die Aufgabe gehabt, die in der Front mit Nochrung zu versorgen, die tat ta'-® en den ganzen Tag über auf die eiserne Ration ange­ln >eien. /

, , Burgfrieden in Ungar«,

bet 'tafi, 7. Sept. Der Krieg hat zur Versöhnung

am ^Untschen Parteien geführt. Die Opposition wird konf^nta. gemeinsam mit dem Ministerprästdenten Tisza

^ Herrn v. Hartwigs Vermächtnis.

ei) K ~ V- T ; -B. Sofia, 6. Sept. (Nichtamtlich.)Utro" gibt in, ,».^ikel des russischen Nationalistenführers Sawenko ori ta" wieder, der eine Erklärung des verstorbenen ts; Hartwig über die russische Balkanpoli-

phile riiir-i Danach hätte Hartwig gesagt: Die bulgaro-

Utus. '^ e Gesellschaft sei ein schädlicher Sentimentalis- sdhnlich» ?rkes Bulgarien wäre Rußlands unver-

garn cj» und würde sicherlich mit Österreich-Un-

Und sg»^..?uudnis eingehen. Dagegen liefen die russischen sei fonoA k Interessen nirgends auseinander. Serbien starkes Ko r* uatürliche Bundesgenosse Rußlands, weil ein d>äre. £ JJ ien Österreich-Ungarns unversöhnlichster Feind Trümmer '^ er Rußlands zur Meerenge nur über ^ t0 MerT,i P ß r e ' stehe Österreich-Ungarn die Idee eines N-rrn"^, Hindernis im Wege. Sawenko schließt: "ein Lebpn?r"^- Hartwigs werde weiterlvben, weil es N°n Rußlands entspreche.Utro" sagt:

Rußlands -über diese Aufrichtigkeit der jetzigen Politik ^schließen . Wollte Bulgarien sich dieser Erkenntnis sollen, ' UN wurde es der russischen Polifik zum Opfer

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Mesbasener EMvmrr.

Keine allgemeine italienische Modilmachring-

Eine Erklärung des Ministerpräsidenten.

W. T.-B. Rom, 7. Sept. (Nichtamtlich) DemCorriere d'Jtalia" zufolge erklärte der Ministerpräsident S a l a n d r a, die gegenwärtig vorhandenen Truppen genügten zur Gewähr­leistung der Neutralität. Eine allgemeine Mobilmachung erfolge nicht. (Durch diese Erklärung des italienischen Ministerpräsidenten wird unsere Meldung im gestrigen Abend­blatt also bestätigt. Schrift!.)

Spanien bleibt neutral.

Das 'spanische Konsulat in Frankfurt teilt uns mit der Bitte um Veröffentlichung zu unserer Meldung vom Sams­tagabend mit, daß Spanien wiedecholt bestimmtest er­klärt habe, daß es an strengster Neutralität fest- halten werde. Damit stellt sich die Behauptung der beiden Jnfanten, daß Spanien sich den Westmächten auschließcn werde, als unrichtig heraus. Auch wir hatten die Meldung als wenig wahrscheinlich mit einem Fragezeichen versehen.

Schwedens Neutralität.

hd. Stockholm, 7. Sept. Mer die Haltung Schwedens erklärt dieNorrköping Tidningar", daß Schweden nunmehr eine Streitmacht von ungefähr 460000 Mann auf die Beine bringen könne und daher wohl imstande sei, seine Neutvalität zu sichern. Am Schluffe der Ausführungen heißt es: Die Neutralität, die wir bisher beobachteten, wollen wir auch weiterhin aufrecht erhalten. Ein Schweden an die vielen Feinde Deutschlands angeschlossen, ist etwas Undenk« bares.

Die türkischen Sympathien für Österreich-Ungarn.

. Wien, 7. Sept. DieSüdslawische Korrespondenz" meldet aus Konstantinopel: Die Erklärung der österreichisch- ungarischen Regierung, daß die Monarchie entschlossen sei, ihrer Tradition gemäß die Flüchtlinge aus dem Sandschak auszunehmen, um ihnen auf österreichischem Boden Schutz zu gewähren, hat in der türkischen Öffentlichkeit und Presse große Zustimmung und Widerhall gefunden. Die Blätter erklären, daß dies geeignet wäre, die Sympathien der Türkei zu Österreich-Ungarn erheblich zu befestigen.

Das Verhältnis der Türkei zu Griechenland.

W. T.-B. Wien, 7. Sept. DieSüdslawische Korrespon­denz" meldet: Unser Konstantinopeler Vertreter hat gemäß des Auftrags des Grotzwestrs eine Erklärung erhalten, nach der in den letzten Tagen die mit einer gewissen Absicht­lichkeit verbreiteten Nachrichten über eine bedenkliche Wendung im Verhältnis der Türkei zu Griechenland grundlos sind. Die Verhandlungen mit Griechenland, die in günstiger Weise eingeleitet worden sind, werden von Halil-Bei bei den griechischen Delegierten erfolgverheitzend fyrtgesetzt. Es ist falsch, wenn behauptet wird, daß die Türkei gegen Griechenland rüstet. Mit Griechenland wünsche die Türkei, sich in Frieden über die Jnselfrage zu einigen, und glaubt an die gleichen Fntensionen in Athen.

was die Inder erfahren.

Nach den Angaben eines aus Indien soeben zurückge­kehrten deutschen Arztes in Tirol läßt England seine Inder nur das eine wissen, daß Großbritannien zu Wasser und zu Lande die fabelhaftesten Siege über seine Feinde davonträgt und daß Deutschland keinen ernsthaften Widerstand mehr leisten kann. Alle ttt Indien erscheinenden Zeitungen werden tatsächlich mit englischen Siegesbotschaften versorgt, und andere Blätter, die von einer noch so geringfügigen Schlappe erzählen könnten, werden gar nicht ins Land ge­lassen. Die Zensur ist außerordentlich scharf. Der Inder glaubt die Nachrichten, da er absolut nichts anderes zu lesen bekommt als das, was ihn in dem Glauben bestärken soll, daß Großbritannien unüberwindlich sei. Würde dieser Glaube auch nur ganz leicht erschüttert, dann wären die Folgen für die englische Herrschaft in Indien ganz unabseh­bare. Es müßte also Sache der deutschen Regierung sein, durch Mittelsmänner oder auf Umwegen für die Auf­klärung der nach Befreiung lechzenden Inder zu sorgen. Der Gewährsmann, der Kalkutta am 12. August verließ, meinte, wenn es gelänge, die Wahrheit über die Lage Eng­lands in Indien auch nur an einem einzigen Orte zu ver­breiten, dann wäre die Lage für die Engländer äußerst ge­fährlich. Denn Indien ist von englischen Truppen, die nach dem höchst unsicher gewordenen Ägypten gebracht wurden, so stark entblößt, daß die zurückgebliebenen Mannschaften den Aufständischen keinen ernsthaften Widerstand leisten wür­den. In Ägypten werden die Deutschen als Befreier von der eingeborenen Bevölkerung so enthusiastisch begrüßt, daß es an mehreren Plätzen schon zu offenen Konflikten mit den englischen Behörden gekommen ist.

Der deutsche Spion in der Suppe.

ImGermania-Herold" von Milwaukee finden wir folgenden trefflichen Spott-Artikel über die KriegÄügen in der amerikanischen Presse: Der französische Aviatiker

GarroS, der den seltenen Genuß hatte, in' einer Pariser Zei­tung lesen zu können, wie er sein Leiben für das Vaterland dahingab, indem er einen deutschen Luftkreuzer zerstörte, der heldenmütige Belgier, oer sich ganz allein auf die deutschen Angreifer stürzte, vier von ihnen tötete und dann wohlgemut und unversehrt zu seinen Kameraden zurückkchrte, die ^bel­gischen Boyfcouts, die beinahe jeden Tag ein deutsches Ulanen-Rogi-ment gefangen nehmen, der tapfere französische Kavallerieoffizier, der mit sieben Mann eine deutsche Ulanen, Patrouille von dreiundzwanzig Mann in die Flucht schlägt, alle diese Helden haben bereits ihr möglichstes getan, um ein wenig Humor in den furchtbaren Ernst der Situation zu bringen. Die reizendste Geschichte aber, die uns noch je zu Gesicht gekommen ist, finden wir doch in einer Pariser Spe- zickldepesche desNew Nork Sun". Danach ist Frankreich nämlich dermaßen von deutschen Spionen überlaufen, daß die französische Negierung dieselben sogar in der Suppe findet. Man machte eines Tages die Entdeckung, daß ganz Frank­reich überschwemmt ist mit den Reklamsplakaten einer deut­schen Firma, welche den von ihr fabriziertenBouillon Kub" anzeigi. Das sind kleine Würfel, die aus geriebenem Fleisch bestehen und die man nur in heißem Wasser auszulösen braucht, um die schmackhafteste Fleischbrühe zu evhalten. Auf jeder französischen Landstraße fand man diese Plakate zu Tausenden, und zwar in verschiedenen Größen und Farben. Das fiel der französischen Regierung natürlich auf, und schlau, wie diese Franzosen sind, hatten sie es denn auch bald heraus, daß es sich hier um einen hinterlistigen Plan han­delte, einer deutschen Invasion in Frankreich den Boden vor- zubereiten. Der deutsche Fabrikant steht im Bunde mit dem deutschen Generalstab. In dessen Auftrag hat er Frankreich mit seinen Anzetgenzetteln übersät. Die letzteren reden eine

Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. Seite 3 *

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Sprache, die zwar eigLNilich nur die deutschen Generale ver- stehen sollten, in deren Gsheimniffe aber jetzt auch die klugeri Franzosen eingedrungen sind. Findet zum Beispiel ein deut­scher General ein großes gelbes Plakat, so weiß er, -daß in der betreffenden Gegend viel Proviant zu finden ist. Stößt er auf ein rotes Plakat, so bedeutet das, daß an jener Stelle unterirdische Minen versteckt sind. Natürlich hat die franzö­sische Regieruttg 'alle die Zettel sofort entfernen lassen. Wenn die deutschen Generale jetzt in Frankreich einziehen und die Suppenplakate nicht mehr finden, so sind sie natürlich ver­raten und verkauft. Sie sitzen in des Wortes buchstäblicher Bedeutung in der Suppe.

Die Verluste des 18. Armeekorps.

(Aus der 19. Verlustliste.)

Landwehr-Jnsaiitcric-Regimcnt Nr. 89, Wiesbaden. 6. Komp.: Untevofs. Güllering tot.

Deulsches Reich.

* Verschobene Landtagsersaizwahlen. Die im Wahlkreis Fraustadt-Lissa infolge des Todes des fortschrittlichen Abge­ordneten Wolff-Lisfa auf den 17. September anberaumte Wahlmännerwahl uitd die auf den 28. September anberaumte Abgeordnetenwahl sind wegen des Kriegs auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Auch die durch den Tod des fort­schrittlichen Abgeordneten B l e l l in Frankfurt an der Oder notwendig gewordene Ersatzwahl findet in absehbarer Zeit nicht statt.

Das Klcinhandwerk zu unterstützen ist in diesen kriegerischen Zeiten eine dankenswerte Aufgabe und Pflicht. In anerkennenswerter Weise ist hier die Lazarettverwaltung in Straßb::rg vorangegangen: 5000 hölzerne Bettstellen nebst Seegrasmatrahen und Kiffen waren zu vergeben. Die Hand­werkskammer für Elsaß-Lothringen hatte schon vorher zur leichteren Erlangung und Verteilung von Aufträgen eine Zentralstelle für gewerbliche Arbeitsvermittlung ins Leben gerufen. Tie Lazarettverwaltung hat daraufhin den gesamten Auftrag durch die Vermittlung der Handwerkskammer auf einmal vergeben; hierdurch sind etwa 80 Straßburger Hand­werker, vor allem Tischler und Tapezierer, mit Arbeit ver­sorgt worden. Die Militärverwaltung hat auch noch die Übertragung weiterer Arbeiten an Handwerksmeister in Aussicht genommen. Dieses Beispiel verdient dringend Nach­ahmung. '

Npe. Arbeitsgelegenheit für Handwerker. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat die ihm unterstellten Behörden angewiesen, bei den Bestrebungen, unter den jetzigen Ver­hältnissen Arbeitsgelegenheit zu schaffen, ihr Augenmerk be­sonders auch der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen an Handwerker und Handwerkervcreinigungen zuzuwenden.

* Das Ausland über unser Wirtschaftsleben. Wie man im Ausland über den normalen Fortgang unseres Wirt­schaftslebens erstaunt ist, geht aus einem Brief hervor, den eine bedenkende Holzfirma in Schweden an eine Firma in Gelsenkirchen gerichtet hat. Es heißt in dem Brief wörtlich: Die deutschen Firmen zahlen, als wären sie vom Kriege gar nicht berührt. Wir finden es großartig!"

* Ein ausfallender Kongreß. Der auf den 16. und 16. September d. I. in Münster i. W. anberaumte Deutsche Armenpflegekongreß wird mit Rücksicht auf den Krieg ausfallen.

Rechtspflege und Verwaltung.

1,6- 5V Jahre im Justizdienst. Justizrat Friednrann in Glogau, einer der Führer des Liberalismus in Nieder­schlesien, blickt ata 9. September auf eine 50jährige Wirksmn- keit im preußischen Justizdienst zurück. Er zählt zu den dieustältesten Rechtsanwälten und Notaren überhaupt und versieht seine Ämter mit ungetrübter Rüstigkeit und Ge­sundheit.

bl. p. C. Personalnachrichtcn. Die Landräte Dr. Wellen­kamp in Ratibor und Dr. v. Kries in Filehne find vor­übergehend in den Reichsdienst berufen worden.

JM Justiz-Personalien. Die Referendare Sopp, Eduard Noll, Bivvart im Bezirke des Obevbandesgerichts zu Kassel. Walter Stern im BÄiirke des Obevlandesgerichts M Frankfurt a. M. wurden zu Gerichtsaffessoren ernannt.

tzeer und Klorre.

Up«. Jnvalibcnpcnsionen während des Kriegsdienstes. Offiziere und Unteroffiziere, die Jnvalidenpenfion beziehen, gehen, wie zur Beseitigung von unzutreffenden Auffassungen mitgeteilt wird, durch den Eintritt in den Heeresdienst wäh­rend des Krieges des Anspruchs auf die verdiente Jnvaliden- pension nicht verlustig. Die Pension wird nur während der Dauer der Einziehung auf das militärische Diensteinkommen angerechuet, sie lebt aber nach Beendigung der Einzichung in vollem Umfang wieder auf.

post und Eisenbahn.

Verbesserung des Feldpostverkehrs. Berlin. 6. Sept. Das Kriegsministerium teilt folgendes mit: Am 14. August dieses Jahres wurde die Feldpost eingerichtet. Die oberste Leitung des Feldpostwesens auf dem Kriegsschauplätze und die einheitliche Regelung und übcrtvachung des Dienstbetriebes bei

_,__ Ihm

oren die Avmeepostdirek-

allen FeLdpostänstalten hat her

unterstehen außer Feldoberpostinspt,.. ..... ,

toren und alle Feldpostanstalten. Dem Armeepostdtrektor l'.cgt die Herstellung und Erhaltung der Postverbindungen der Armee mit der Heimat usw. trach Anordnung des FÄdobervostmersters ob er leitet die Post bis in die Hauptauartiere der Armeekorps oder bis in deren Nähe und von da zurück. Dem Armeepost- direktor unterstehen Armee-Postinspcktoren zur überw-achutrg des Postbetriebes, Feldpostanstalten mit Feldpostbeamten und Bostpferden und Wagendepots. Für jedes Armeekorps rst ern Feldpostamt, für jode Division eine Feldpostexpedrtwn ein­gerichtet. Dem Armeepostdirektor werden zur rechtzesttgen Herstellung der PostveMndungen. soweit es die Kriegslage ge­stattet. über die bevorstehenden Absichten und Marfchbewegungen von denr Armeeoberkommando die nötigen Mtteilungen g«- macht. Daß diese Mitteilungen bisher, bei der strengen Ge­heimhaltung unseres Aufmarsches, recht beschränkt geivesa« sind darf man woU verständlich finden. Infolgedessen war es für die Armeepostdirektoren besonders schwierig, ftuhgertig vov- aussckxtuend Maßnahmen zu treffen. Gerade die Geheim­haltung unseres Aufmarsches, welche die Vorbedingung zu unseren bisherigen Erfolgen gewesen war, ist ein Grund ge­wesen weshalb in der ersten Zeit die Feildpost nrcht so ar­beiten konnte, wie es von den Angehörigen in der Heimat so­wohl als von den Truppen so sehnlich gewünscht wurde. Die Heeresverwaltung hat diesen Wunsch wohl verstanden und ge­würdigt. Hierzu kommt, daß im Verlauf der letzten Wochen die Etappenverbindungen auf unserem äußersten Nordwest- flügel iioch eine ganz besondere Ausdehnung infolge der großerr Marschleistungen unserer Truppen angenommen hatten. Die Arnreepostdirütoren konnten hier mit dem lhiren zur Ver­fügung stehenden Personal, Pferden und Postwagen die Be- fördmung der ins Unermeßliche gehenden Briefseadmigen