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Tamstag
3. Zsptember s914.
Kbend-Ausgabe.
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Ar- 414- » 62. Jahrgang.
Reims gefallen.
Die Sisgesdeute der Krmse von Sülow.
W- T.-B. Großes Hauptquartier, 5, Sept. Reims ’ft ohne Kampf besetzt.
Die Siepcsbeute wird nur langsam bekannt. Die Gruppen können sich bei ihrem schnellen Vorgehen heilig darum kümmern. Noch stehen Geschütze und 'Fahrzeuge auf freiem Felde. Die Etappcntruppcn Müssen sie sammeln. Bis jetzt hat nur die Armee “p Generalobersten b. Bülow genau gemeldet. Bis ^udc August hat sic erbeutet:
6 Fahnen,
233 schwere Geschütze,
116 Feldgeschütze,
79 Maschinengewehre und 166 Fahrzeuge.
12 934 Gefangene wurden gemacht, s, Im Osten meldet Generaloberst b. Hindenburg den Transport von 90 000 unverwundeten Gefangenen. ,^as bedeutet die Vernichtung der ganzen feindlichen 4rmce.
Gcncralquartiermeister v. Stein.
^ie Bedeutung des Falles von Reims.
. Berliner Preffestimmen.
>. Serlitt, 5. Sept. (Nichtamtlich) Wieder ist eine
' Uzo>t>che p e ft u n g in unsere Hände gefallen. Reims ist “me Stampf be,eht worden.
Die „Boss. Zeitung" schreibt dazu: Reims bildete mit
*4
Serc und Laon zusammen die sogenannte zweite Verteidigungslinie, die sich dem Vormarsch des Kindes auf Paris vorlegen sollte. Diese Befestigungslinie • q t eine Frontausdehnung von 90 Kilometern. Reims lag dem rechten Flügel und war von sechs Forts umgeben. J? denen mehrere dauerhaft gebaute Batterien lagen. Die ^Mtgungen von La Fere und Laon waren schon gestern als ^wllen gemeldet. Mit der Besetzung von Reims hat diese r% Verteidigungsstellung ausgehürt. Die Franzosen ?den sie wahrscheinlich aufgegeben, weil sie bei den wir- , Ugsoollen Artillerieangriffsmitteln der Deutschen kein Vertuen mehr in die Widerstandskraft ihrer Befestigungs- ."^gen hatten.
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iderstandskraft ihrer Befestigungs- Sie zogen es vor, die Besatzung zur F e l d -
y Ist - e hinzuziehen, und diese so zu verstärkest, statt sie einer d h'vsen Bekämpfung auszusetzen, die nach wenigen Tagen ihre Gefangennahme zur Folge gehabt hätte. Wenn die- .• Gesichtspunkt auch richtig sein mag, so beweist er doch, wie s,,ft die französische Armee zerrüttet sein mutz, . 5 sie ihre im Frieden mit so viel Kosten erbauten Festun- l D l bei der ersten Annäherung des Gegners sofort kampf- (,j ? räumt. Der Rückzug der Franzosen scheint nach allen 'hangen Nachrichten südlich zu erfolgen, z. Tn der „Deutschen Tageszeitung" heißt es: Nun liegt Jitniä hin unserem rechten Flügelheer keine Be- s, üigung mehr im Weg. Das bei dem linken Flügel Armee unseres Kronprinzen allein liegengebliebene ^ d u n vermag keine Verzögerung mehr hervorzubringen. ^ ivird sich, wenn es nicht selbst vorzieht, sich zu ergeben, nicht s^°r schützen können, daß unsere 42-Zentimeter- r s x x auch dort ihr Machtwort sprechen. Wenn wir jetzt hj eisernem Schritt über die Linie Neims-La Fere-Laon ^egschreiten, dann wollen wir uns auch erinnern, daß ihre n ü !' teri mit den Kämpfen unserer Truppen vor 100 Jahren '^ruhmvollste verknüpft sind.
V, e> n Veit „Neuesten Nachrichten" liest man: Wenn die
stz^rig sich ganz oder beinahe kampflos übergeben hat, was die bis jetzt geschlagenen Heere tun? „Krcuzzeitung" schreibt: Die bedingungslose und >f°' e . Preisgabe einer starken Festung, die, wenn sie auch ?^sichen Mörsern und Haubitzen gewiß nicht standgehal- d^^t^en würde, sich doch wohl geraume Zeit hindurch hätte dxz .6en lassen, kennzeichnet den tiefen Niedergang französischen Waffenruhms.
Qs Ergebnis derAämpfe in GstgaLizisn
700 000 Russen im Gefecht, dgtz ' 1-B. Berlin, 5. Sept. (Nichtamtlich) Über „itz ^'fgebnis der Kämpfe in Ostgalizien wird dem ^- gemeldet: Man hat im Zentrum zwar nicht ’ te n S^ Q djt, aber Zeit gewonnen, um die weitest T^rationen reifeit zu lassen. Wie in Ostpreußen
hier die Gebietsräumung nur eine vorübe Bedeutung. Die gesamten, —
ber Russen werden auf
Die gesamten, in Aktion bcfind- '700000 Mann
Noch keine näheren Nachrichten von Lemberg.
W. T.-B Berlin, 5. Sept. (Nichtamtlich) Der „Lokalanzeiger" berichtet aus Budapest: Von der Kampffront bei Lemberg fehlen inuner noch nähere Nachrichten, doch bereiten sich größere Ereignisse vor. Immerhin dürsten noch einige Tage vergehen, ehe wir das entscheidende Ergebnis erfahren. Verwundete der siegreichen Armee Auffen- berg erzählen, wie schwer in dem tiefen Sande das Vorrücken der Truppen war. Die Infanterie konnte nicht mehr als 20 Kilometer täglich bewältigen. Der Train konimt nur mit doppelter Bespan- n u ng vorwärts. Die Verpflegung der Truppen war ausgezeichnet. Aus ihren hergcrichteten, vorzüglichen Stellungen konnte die russische Infanterie mit Feuer- Wirkung nur sehr schlecht herausgedrängt werden. Es kam in den meisten Fällen zu Bajonettangriffen, vor denen die Russen aber die Flucht ergriffen. Auch in diesem Kampfe war es eine häufig sich wiederholende Erfahrung, daß die polnischen Soldaten im russischen Heere einfach ihre Gewehre von sich warfen und sich, wo es irgend angängig war, ergaben. -
Russische Freischützen. -
Österreichisch-ungarisches Kriegspresseguartier, 3. Sept. Nach Erzählungen österreichischer Offiziere verpulvern die Russen Unmengen von Munition, was ebenfalls auf eine lang vorbereitete Aufstapelung von Kriegsmaterial in den Grenzgebieten deutet.. Im Gegensatz zu der tatkräftigen Initiative der österreichischen Soldaten hält sich die russische Infanterie möglichst ständig in Deckung. Auch die Kosaken, die anfangs plündernd und sengend in die wehrlosen Grcnzstriche einfielen, zeigen sich auffallend wenig. Während auf der österreichischen Seite Flieger der Aufklärung wichtigste Dienste leisten, sieht man russische Flieger nur spärlich. Die Russen arbeiten lieber mit allerhand Listen. Außer mit den schon erwähnten Spionagemitteln signalisieren die einheimischen Russophilen auch mit roten Flaggen und Häuser- a n z ü n d e n. Mehrfach kamen auch heimtückische Angriffe von Ortsbewohnern auf die Nachhut durchziehender österreichischer Truppen vor. Die erbitterten Soldaten stürmten die Häuser und vollzogen das verdiente Strafgericht an den Mördern ihrer Kameraden.
Kaiserliche Spenden für die Arbeitslosen in Lstcrrcich-Nngarn.
W. T.-B. Wien, 5. Sept. (Nichtamtlich) Kaiser Franz Joseph hat für die durch die außerordentlichen Verhältnisse arbeitslos gewordene Bevölkerung in Österreich 100 000 M. und für die in Ungarn gleichfalls 100 000 M. gespendet.
Der Tagesbefehl nach dem Siege bei Ortelsburg.
Das stellvertretende Generalkommando des 17. Armeekorps in Danzig veröffentlicht folgenden Tagesbefehl des kommandierenden Generals von Mackensen vom 28. August 1914: „Vorgestern, am Jahrestag der Schlacht an der Kahbach, hat das 17. Armeekorps einen an allen Truppen ü b erleg e n e n Gegner bei Lautern geschlagen und in einer wilden, starken Verfolgung über Ortelsburg wieder nach Rußland hineingejagt. Über 50 Geschütze, zahlreiche Ntaschinengewehre, eine Kriegskasse, noch ungezählte Heeresvorräte aller Art und mehrere tausend Gefangene hat er in unseren Händen gelassen; seine Rückzugsstraße ist gedeckt von Toten. Ein voller Sieg ist von uns erfochten. Soldaten des 17. Armeekorps! Ihr habt eure Schuldigkeit getan. In M ä r s ch e n o h n e g l e i ch c n seid ihr von einem Feinde zum anderen geeilt, und mit derselben begeisterten Hingabe habt ihr ihn angegriffen wo ihr ihn fassen konntet. Ich bin stolz, solche Truppen führen zu dürfen. Ihr habt gehalten, was euer König von seinem 17. Armeekorps erwartete. Habt Dank für solche Treue! Neue Ltämpfe stehen uns bevor, aber ich weiß, daß ich mit Soldaten wie euch auch den schwersten Aufgaben entgegeensehen kann. Unser Herrgott da oben wird mit uns sein und mit unserer guten Sache! Es lebe Seine Majestät der Kaiser, unser König und sein 17. Armeekorps!"
Tatsächlich japanische Truppentransporte nach Europa!
VI'- T.-B. Rom, 5. Sept. Dem „Giornale d'Jtalia" wird aus Paris gemeldet, das; japanische Truppentransporte nach Europa begonnen hätten.
Oie Engländer in Italien durchschaut.
IV- T.-B. Mailand, 5. Sept. (Nichtamtlich) „Per- seperanza" bemerkt: Der Artikel der „Times", der die Franzosen zun: Widerstand bis zum Äußersten in Aussicht auf russische Hilfe auffordert, enthält m ehr das Interesse E n g l an d s an der Verlängerung des Krieges als Eifer für Frankreich. Das Ziel Englands ist tatsächlich die Zerstörung des Scehandcls Deutschlands und die Eroberung seiner besten Kolonien. Es ist daher natürlich, das;, solange dieses Ziel nicht erreicht ist, England nicht wünscht, das; Frankreich zum Frieden neige, selbst wenn cs erschöpft ist. Die Franzosen jedoch sollten sich fragen, ob es für sie nützlich ist, unbegrenzt enorme Opfer an Blut zu übernehmen und die Friedcnsbedingnngen zu erschweren, damit Großbritannien schließlich seinen Vorteil finde. Frankreich würde dann für seine Verbündeten bezahlen müssen.
Zu Italiens Neutralität.
bä. R-m, 4. Sept. Der.Abgeoödnete Girmeni schreibt in einsm 'Leitartikel: Italien hat ehrlich seine Neutralität
erklärt und wird dieselbe gewissenhaft und loyal ein- halten. Italien wird aus der Neutralität nicht 'heraustreten, falls nicht seilne LebenSrnteressen ivgendwie Gefchr laufen. An dem Tage, wo, was Gott verhüten möge, die italienischen Leüensinteressen ernstlich Gefahr laufen sollten, würde Italien intervenieren, um sie zu schützen, wie es jede andere Macht wucki tun würde. Man glaude übrigens nicht, daß die italienischen Lsbensinterefsen von Österreich bedroht werden könnten, Italien hat Lcdonsinteresscn in der Adria wie int Mittelmeer. Die Gefahr könne von Serbien, sogar von Nutz! and kommen. Italien könne am Balkan und in der Adria weder eine österreichische, noch eine slawische Hegemonie dulden. Italien wünscht seine Politik nicht zu wechseln, sondern neutral zu bleiben. Bis zum Beweis des Gegenteils müsse Italien annehmen, daß sowohl die Mächte der Tripelentenie als auch die beiden Zentralmächte die Lebensinteressen Italiens an der Adria wie auf idem Balkan achten würdön.
Englische Selbsttäuschung.
W. T.-B. Berlin, 5. Sept. Das „B. T." berichtet: Der militärische Mitarbeiter des „Daily News" schreibt: „Boris c'est la France!" ' Diese Redensart ist immer noch wahr. Wenn Frankreich nur die Hilfe Rußlands hätte, würde der Fall von Paris vielleicht entscheidend sein. Jetzt aber mag diese Tatsache weniger bedeutend sein, da England, bevor der Sieg erreicht ist, den Krieg nicht aufgeben wird.
Die EätiMeit öeiiijchex Rreuzer.
A Rotterdam, 5. Sept. (Eig. Drahiber'icht) Rach englischen Blättermeldungen lief der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" nach einem Kampfe mit dem englischen Kreuzer „Beqwick" und „Süffoug" in den Hafen Willemstad (Curacao) ein. — Aus London wird ferner gemeldet, daß der englische Dampfer „Ho umwood" in der Nähe der brasilianischen Küste von dem deutschen Kreuzer „Dres-, den" versenkt worden ist. Das Schiff hatte eine Kohlen- ladurvg im Werte von 42 000 Pfund Stevling an Bopd. Die Besatzung befindet sich in Sicherheit.
Ein deutscher Erfolg zur See.
Amsterdam, 3. Sept. . Rach Dmuiden zurückgekehrte, von Engländern gefangene holländische Fischer bringen die Nachricht, daß die deutsche Flottille in zwei Tagen, am 24. und 25. August, n e u n englische Dampfboote aus G r i m s v y und s ech S aus Boston in den Grund gebohrt habe. (F. Z.)
Überlebende der gesunkenen deutsche» Schiffe.
□ Mailand, 5. Scipt. (Eig. Drahtbericht) Der „Eorriere- della Sera" bringt einen Bericht seines Londoner Mitarber-i ters vom 28. August, in dem u. a. folgendes mitgeteilt wirtd: 200 deutsche Matrosen, überlebende von dem durch die ernr^- Wsch? Flotte zerstörten Kreuzer „Mainz", stich in Sheer- netz an Land gebracht worden; 80 mrdere nourden an einer antderen. Stelle gelandet und weitere Gerettete werden voraussichtlich noch ankommen. Die Gefangenen wurden g u t behandelt und freundlich ausgenommen.
XX London, 5. Sept. (Cig. Trahtbericht) Das Preß- bureau teilt nach dem „L.-A." mit, daß ein Kreuzer 9 7 Kriegsgefangene, unter denen sich Ossi ziere befanden, gelandet habe. Es seien zahlreiche Verwundete darunter. Es bestehe Grund zu der Hoffnung, daß sie nicht die einzigen Überlebenden von den gesunkenen deutschen Schiffen seien. Bei dem Gefecht in der Nordsee seien die am schwersten havarierten englischen Schisse der leltende Kreuzer „Amethyst" icin Schiff von 3050. Tonnen 31cmm- irchalt) und «der Torpedöbootsjäg-er „L a c r t e s".
