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Nr. «1.

Freitag, 4. September 1914.

d/ogviim*

Morgett-MuSgabe, I* Matt.

Seite 3*

darauf Begann das Bombardement der Staidt. Um 6 Uhr waren die Paters am Bahnhof. Man hatte die Verwunderen, belgische und deutsche, die sic dm Kloster, wo sich eine Station vom Roten Kreuz befand, verpflegt hatten, dorthin gebracht und in den Wartesaat gebettet. Die Paters bekamen die Er­laubnis, um 2 Uhr ab zu fahren, und zwar einen Zug mit Ge­fangenen zu benutzen. Bei ihrer Abfahrt brannten die „Hallen", die Gebäude der katholischen Universität und die Bibliothek.

Das Bombardement von Mecheln. — Der König der Belgier verwundet.

X Kopenhagen, 3. Sept. (Eig. Drahtbericht) Das gestrige Bombardement von Mecheln richtete großen Schaden an. König Albert, der sich bei feinen Truppen befand, wurde an einer Hand durch ein Granatstück leicht verwundet. Er leitete persönlich den Rückzug der Truppen. Die Granate schlug in seiner unmittelbaren Nähe ein. Die Hinterräder seines Automobils wurden zertrümmert. — In Antwerpen lebt man in beständiger Furcht vor dem Bombardement durch die deutschen Zeppelin-Luftschiffe.

Zur Belagerung von Antwerpen.

H<1. Amsterdam, 3. Sept. Alle hier von der belgischen Grenze eintresfenden Nachrichten lassen erkennen, daß der Ring um Antwerpen sich enger und enger zu schließen beginnt. Schon gerät man in der provisorischen Hauptstadt in Besorgnis, was mit den 10000 u nnützen Essern ge­schehen soll, die ans dem Innern des Landes nach Antwerpen geflüchtet sind. Der Kommandant Dufour hat den Befehl erteilt, daß alle Zivilpersonen, die nicht bis zum 1. August ständigen Wohnsitz in Antwerpen hatten, die Stadt b,s zum 13. September zu verlassen haben.

Wieder ein Zeppelin über Antwerpen.

W. T.-B. London, 3. Sept. (Nichtamtlich) Das „Reuter- Bureau" meldet aus Antwerpen vom 2. September: Enr

Zeppelin, der heute früh kurz vor 4 Uhr Antwerpen überflog, ist'ziemlich scharf beschossen worden. Glmchwohl ver­mochte er, mehrere Bomben abznwerfen. 10 Hauser sind schwer beschädigt. 5 Bomben sollen aus eine Viehweide ge­fallen sein.

Ein erstaunliches Reiterstückchen bei der Eroberung Lüttichs.

» Berlin 3. Sept. (Eig. Mähtbericht) Eme erstaun­liches Reiterstückchen hat ein Sohn des Prinzenpaarei- Friedrich Leopold vollbracht. Ca: ist es gewesen ^e jetzt nachträglich bekannt wird, der: als e ?® r . zier mit einer Patrouille von 8 Mann m daS noch m-A er­oberte Lüttich hereinsprengte, m der Linken die PrstM. m der Rechten den blanken Sabel. So ritt ine kleine tapfere Sckxrr in die Festung und es gelang ihr auch rm gestrclüen Galopp eine französische OffizierSpttromlle von 20 Mann gefangen zu nehmen und in das .deutsche Lager alsefttt Siegesbeute einzubringen. Der innge Priaz, der sich tm Frühjahr bei den Offizierssportkämpfen rm Berliner ©taMon als Sieger hervorgetan hat, hat damit auch km Kriege dem Namen seines Großvaters alle Ehre gemacht.

Generaloberst v. Hindenbnrg.

Der Sieger in der Schlacht von Tannenberg fuhr > e Doppelnamen von Benneckendorf und von H.mdenburg. Er nahm 1911 infolge Krankheit als kommandierender General des 4. Armeekorps den Abschied und wu^e, wie ge­meldet, unter Verleihung des Schwarzen AAerordeus zur ®4*n»ntion gestellt. In dieser Eigen,chaft hat er . sich wn viele unserer alten Generäle bei Ansbruch des. Krieges ge­meldet, und .gegenüber der schwierigen Situation in £>!£ Preußen erinnerte man sich an maßgebender Stelle, als welch sae^eichnet-er Stratege sich Herr vom Hrnoen»» bura in unseren den Krieg vorbereiteten Manövern gezeigt haste Er wurde deshalb als Armeekommandeur nach tarn x'-i' „-AiJ* „ntpt alechzeitiger Ernennung zum General-

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iünaeren kommandierenden Generale vo n Bock und Polach v Scholl, v. Heeringen, v. Mo-ltke und nKluck inzwischen bereits zu Generalobersten avanciert

waren. . ..

Ein englisches Eingeständnis.

'X Rotterda..,, 8. Sept. (Eig. Drahtbericht) Aus Lon­don wird gemeldet: Me R ü ck w är-t sb VW eg u Ng pes

englisch-französischen Flügels dauert fort und bieg- weiter nach Westen ab. Me Bahnverbindung Amiens-Paris ist nnterbrochen.

Große Unruhe in England, hd Köln, 8. Sept. Rach Stockholmer Depeschen der „Köln. Ztg." wurde laut einer Meldung der „Times" die Niederlage der englischen Armee im Unterhaus besprochen. In England herrsche große Unruhe.

Kein englisches Ultimatum an Holland.

Amsterdam, 2. Sept. Der englische Generalkonsul m Rotterdam dementiert das Gerücht, England habe Hol­land ein Ultimatum gestellt, um die Durchlassung eng­lischer Schiffe durch die Schelde nach Antwerpen zu fordern. England werde Hollands Neutralität unter jeder Be­dingung achten.

Der preis, um welchen England'neutralMeiben wollte.

Bon Deutschland energisch und mit vollem Recht zurückgewiesen. n

Dem „Philadelphia Sonntags-Journal" vom 9. August entnehmen wir: Über den Preis, den Großbritannien von

Deutschland dafür verlangte, daß es in dem gegenwärtigen Kriege neutral bleiben würde, lieh sich 'der deutsche Ge,chasts- träger in Washington Hantel von Haimhausen aus, welch« in Abwesenheit Botschafter Bernstorsfs die Geschäfte der Botschaft leitet. Nach den Mitteilungen des Diplomaten versuchte England die Erfiillung von Forderungen zu er­reichen, die es unter anderen Umständen nur nach einem erfolgreichen Seekriege hätte durchsetzen können. Hätte Deutschland sich aus den Handel eingelassen, so wäre seine Flotte während des Krieges zu vollkommener Untätigkeit ver­urteilt gewesen. Sollte sie doch nicht einmal gegen Rußland in der Ostsee operieren dürfen! Herr von Haimhausen er­klärte, er sehe sich zu seinen Mitteilungen durch .das Fehlen leglicher offizieller Nachrichten ans Deutschland veranlaßt -Di- Annahme, daß die englische Kriegserklärung ausschließ­lich durch Deutschlands Eindringen in Belgien veranlaßt ivurde, ist irrig", sagte -der deutsche Geschäftsträger. „Dem Zutschen Angriff auf Lüttich waren Verhandlungen in Lon­don vorausgegangen. Im Verlaufe dieser Verhandlungen faserte Sir Edward Grey die Neutralität Englands unter den folgenden Bedingungen zu: Erstens, Deutschland wird

"kcht gestattet, einen Akt der Feindseligkeit gegen die franzö­sischen Nordseeküsten zu begehen. Zwestens, deutsche Drup- den dürfen belgisches Gebiet nicht passieren. Drittens, die

deutsche Flotte 'darf Rußland nicht in der Ostsee mrgreifem Aus die von der deutschen Regierung .gestellte Frage, ob Großbritannien sich daraus verpflichten wolle, die Neutrati- tät Belgiens während -des ganzen Krieges zu respektieren, wurde keine Antwort -gegeben. Sir Edward Greh versuchte Bedingungen au-fznerlegen, die Grotzhritannien ohne irgend welches Risiko alle die Vorteile gesichert haben würden, die es nur durch einen erfolgreichen Seekrieg erreicht haben könnte. Die Annahme dieser Bedingungen_ würden zur Lahmlegung der ganzen deutschen Flotte geführt haben, die zu absoluter Untätigkeit verurteilt worden wäre. Dm Deutschland andererseits wußte, -daß eine große Zahl fran­zösischer Offiziere in etwa fünfzig Automobilen die belgische Grenze überschritten hatten und nach Lüttich eilten, was eine stagvante Verletzung der belgischen Neutralität war; da es strn-er wußte, daß Antwerpen bereit war, seinen wichtigsten Hafen der britischen Flotte und britischem Landungskorps zu öffnen, war es leider gezwungen, die Erfüllung der britischen Bedingungen abzulehnen.

Gedenket der Engländer.

Man schreibt uns: In diesem Weltkampf ist schon einmal die heil. Schrift als Kronzeuge ausgetreten, als Belgien uns, den Deutschen, den friedlichen Durchzug durch sein Gebiet ver­weigerte. Im Anschluß an das schnöde Verhalten Englands sei an einen in der hell. Schrift öfters erwähnten Spruch er­innert: „S'chor es Amolek", „Gedenke der Amalekiter". Wie einst in Xerxes Zeiten ein Diener dem Despoten die Erinne­rung an die tapferen Griechen wachhalten muhte, nach dem Mahl rufend: „Herr, gedenke der Athener", so wollen auch wir mit Flammenschrift unser Gedächtnis wachhalten und noch unseren Enkeln soll es ein heiliges Vermächtnis sein: „Ge­denket der Engländer". Gleich den Amalekitern, die die kranken, matten Nachzügler der armen Auswande- tet angriff und schlug (also genau >wie das sonst so bibelfeste, heuchlerische englische Kabinett mit arglisttger Hinterlist vor­ging), bis Moses es mit fester Gewalt in die Knie zwang und seine Macht für immer vernichtete, so wollen auch wir als Rächer gegen die Falschheit, offenen freien Mut, deutsches Erzeugnis setzen und Englands Hochmut dämpfen.

Byrons Weissagung.

Die „Tägliche Rundschau" erinnert an folgende Verse Byrons-.im „Don Juan":

Ihr Londoner Stutzer, ihr Pariser Gecken,

O fiihlt, wie fromm und süß des Krieges Schrecken!

Bedenkt, wie eures Zeitungslesens Lust

Bezahlt durch tausend Qualen wird und Le,den!

Und rühret euch das nicht, werdet euch bewußt, _

Das Schicksal kann an euch sich selber werden!

Was Lord Kitchener über die englische Niederlage berichtet.

KrregsmiUister Kitchener hat einen Bericht veröffentlicht, warm die Teilnahme der englischen Truppen an dm mit dem 23. August begonnenen Kämpfen geschildert wttd. Der Kampfs Detzamn Souutiag lbei M o u s. -Der Angriff w-a-r sehr lbeftia, tmnfce aber von den Entzlän'dern KU-rUckgeschlagen. Montag, den 24. August, versuchten die Deutschen mst ernem großen Heer dem englischen Heer den Rückzug abzuschnerden und dieses in die Festung Manbeütze zu drängen.. Dieser Bersuch wurde vereitelt. Die vom Feinde in dreien. Wer Tagen erlittenen Verluste Äbertrefsen weit diejenitzsn der Engländer. Am 25. August setzten'die Engländer ihren Rück­zug fort unter sartwährenden Gefechten, die nicht so heftig waren als cm den zwei vorhergogangenen Tagen. In der Nacht vom 25. August besetzten die Engländer vre Lrnre Cambvai-Le Cateau-Lawdrecies. Die Absicht war, bei Tages­anbruch den Rückzug wieder aufzunehmen. Fünf deutsche Armeekorps machten einen Angriff, der indessen den Eng­ländern wenig schadete. Diese pflegten nach allen diesen ruhmreichen (?!) Taten Ruhe, da sie Verstärkungen erhalten hasten, doppelt so stark als die Verluste, die sie -erlitten hatten, und sie sind nunmehr Widder bereit für den folgenden Kämpf. Die Franzosen hatten den heftigsten Stoß bet einem Angriff am 28. August auszuhalten. Der Angriff wurde zuÄckge- schlag-en. Eine Brigade -englischer Kavallerie nahm an diesem Kampfe teil. Es war ein glänzendes Gefecht gegen deutsche Kavallerie und so heftig, dvß der Rückzug erst mittags fort- gesetzt werden konnte. Dieser Kampf war einer -der heftigsten, der bis jetzt geliefert wanden ist. Unsere Truppen hielten sich über prächtig im Artillerieseu-er, schlugen den Feind zurück und durchstmhen mit ihnen Lanzen eine große Anzahl flüch­tender Feinde. (?) — Kitchener ist — so bemerkt dazu die „Köln. Votksztg.", der wir diesen Bericht entnehmen — wie man sieht, ein Gemütsmensch; er erinnert sich offenbar mit Behagen des Mo-rdsports, den seine Landsleute in Südafrika gegen -arme Buren betrieben haben-, was sie „Schweine stechen" nannten.

Englische Kriegsgefangene in Köln.

UZ. Köln, 3. Sept. 1200 englische Gefangene trafen gestern mittag hier ein. Sie wurden mit Brot und Wasser versorgt und sodann weiterbefördert.

Ein deutscher Konsul in England vor Gericht.

HZ. Berlin, 3. Sept. Londoner Blätter berichten, daß der deutsche Konsul in Sunderland (England) Adolf Ahlers dieser Tage unter der Beschutditznn-g des be­gangenen Hochverrats dem Gerichte vo-rgeführt wurde- Die Anklageschrift besagt, daß Ahlers in Hamburg gewohnt habe und früher deutscher Staatsbürger war und seit 1905 in England neutralisiert ist. Er habe beim Kriegsausbruch zwischen England und Deutschland sein Amt als Konsul niodeogelegt. Er wird beschuldigt, vu den hierauf folgenden Tagen alle Vorkehrungen getroffen zu haben, um deutsch« in England befindliche Reservisten in ihre Heimat zu rück zu befördern. Er selbst soll solche Leute, welche sich geweigert hätten, England zu verlassen, gewarnt und überredet haben. In seinem Bureau wurden Be-lege ge­funden, aus denen hervorgeht, daß er in ungefähr 20 Fällen deutsche Reservisten die Auslagen für die Reisen bezahlt habe.

Der Empfang des deutschen Skutari-Dctachcments in Wien.

W- T.-B. Wien, 3. Sept. (Nichtamtlich.) Das deutsche Skutari-Detachement ist gestern abend hier eingetroffen. Auf dem reich geschmückten Südbahnhof wurde es vom Kriegs­minister Krobatin, dem Landesverteidigungsminister G e o r g i und anderen militärischen Würdenträgern sowie von dem Minister des Innern H e i n o l d , dem Bürgermeister Weißkirchner und Vertretern der deutschen Vereine er­wartet. Auch der deutsche Botschafter v. Tschirschky und Bögcndorff mit seiner Tochter und dem Botschaftsrat Prinz zu Stolberg-Wernigerode waren an­wesend. Auf dem Bahnhof war eine Kompagnie Infanterie mit der Regimentsmnsik aufgestellt, die, als der Zug einsrrhr, „Heil dir im Siegerkranz" spielte. Bürgermeister Weitzkirchner

begrüßte die Vertreter der verbündeten Armee herzlich, woraus:

Major Schneider die Offiziere des Detachements vor-! stellte. Der Kriegsminister hielt darauf an die Truppen eine Ansprache, worin er die Waffenbrüderschaft der beiden! Armeen betonte und den deutschen Soldaten ftir die Helden- ; hafte Unterstützung der österreichisch-ungarischen Kämpfe ttrtj Süden dankte. Er überreichte dann den Offizieren die ihnen vom Kaiser verliehenen Auszeichnungen und schloß mrt einem Hoch ans die-beiden Kaiser. Nach dem Absingen der oentschen und österreichischen Volkshymne gab Ma;or Schneider seinem Stolze Ausdruck, an der Seite der öster­reichisch-ungarischen Soldaten gekämpft zu haben und iprach den Dank für die den Offizieren verliehenen Auszeicqnnngen aus. Er schloß mit einem dreimaligen Hurra aus Kmjer. Franz Joseph. Die Soldaterc wurden herauf bewirtet und- in ihre Quartiere geführt. Das zahlreiche Publikum brachte, ihnen stürmische Kundgebungen dar.

Eine rumänische Sttmme küs Dcutschla„d._ , ...

Ttf T.-B. Bukarest, 2. Sept. (MchtalmDch.) Heute rst ^ eine Broschüre zur Aufklärung der Laige: "Worte an die ^

Rumänen" erschienen, tarne« WeÄsassetz, eiÄt i

'läberalle-r Abgeordnete!«, unter tam WmMnym- John Fvanza schreibt: Der erste Teck der «Mrist bchccht sich mit -den Beziehungen Rumäniens zu Deutschland. Der Verfasser führt aus, daß seit 1878 Rumänien nur

Gut-es von Deutschland erfahren hübe, wofür noch das vorige Jahr ein Beweis gewesen fei Woher -also plötzlich dieser Asubruch dcS Haffes gegen Deutschland, der einige von uns dazu -verführt, zu verlangen, daß wer ^^re Interessen vergess-en nfid u-nS in den Abgrund der Vermch tung sturen Dieser Haß -ist kein rumänischer H'aß und wird nicht durch rumänische Interessen und -Schmevzeu' vcvaulaht Es ist der Haß der Franzosen .gegen Deutschland mnd dort

denen bei uns eingeführt, die ganz ^nzuststert sind glauben, daß unsere Gegenwart und Zukuntt reich in Gefahr gebracht werden konnte. Em solcher Aus­bruch der Gefühle ist 1870 noch verständlich wfen, tueil damals der Kampf Deutschlands keine Fokgm fnr uns hatte- Heute aber, wo der Krieg wider di-e Herrschaft Rutz- sa nd s über die Länder .geführt wrud, zu -denen auch Ruma^ men gehört, ist dieser Ausbruch -ein Beweis gänzlich^ Mangels der GefühIe für die Interessen des^ rumänischen Volkes. ' •

Enalischc Teufeleien von Schweden abgelchnl. Frankfurt, 3. Sept. Wie di-e „Frkft. Ztg." aus zuvM lässiger Quelle erfährt, hat die englische Regierung lab«maiA und in bestimmter Form an die nordi,chen Lander Vas Arn sinnen gestellt, die Leb en s m:>ttelzn-fuh.r nach Deut -s ch l a n j> e t n z u st « l l e u. Sckweden hat im eben;o bösttmmter Form die von England gewunichte Verletzung des Völkerrechts ab gelehnt.

Eine schwedische Stimme über das deutsche Heer.

W- T.-B. Malmö, 8. Sept. (Nichtamtlich.) ,>Sydsvenskck Dagbladet" schreibt: Wir bewundern wohl alle in dies«:

Stunde die unerhörte Enerlgde nnd Kraft, den großawttgeui Mu!t und das Selbstverttauon, womit das dentsche^ Volk gegen drei, um nicht zu sagen, gegen vier Großmächte kämpft. Süw gesehen von 'der sittlichen Kraft -im ideutschen VoKe, ist -es die gute Heercsorganisatron, durch -die das deutsche Volk ein V o l k i n W a f f e u ist, der die brsheri-gen Erfolge zu danken sind und welche die Möglichkeit gibt, auszuhaNen öder sogar zu siegen in deur ungleichen Kampfe. ^ Was bisher in .erster Linie .aus-schlaggebenld war, 'die milttäris-che Erziehung, ist der verketzerte und verhöhnte deutsche Drill, -der nun Triumphe feiert.

Der befürchtete Mohammedaner-Kufftanb in Kegrjpten.

Q Rom, 3. Sept. (Eig. Drahtbericht) „Gioruake d'Jtalia" erhält eine Meldung aus Wexaudria, die Mohammedaner seien vom Siege Deutschlands überzeugt und jubeln in der Hoffnung, die Türkei werde Äghvten die Freiheit wieder verschaffen. In Ägypten sind 20 080 englische Soldaten augekommeu; mau erwartet noch weitere 70 009 Mann. England bereitet sich mrf einen großen ägyptischen Aufstand vor.

Franzosenfeindliche Unruhen in Marokko.

HZ. Madrid, 3. Sept. Me hiesige Zeittmg „Eor- refpo-ndenzlia Es-paNa" meldet aus Eadix, daß dort Nachrichten aus Marokko emg-ötroffen seien, denen zufolge unter den Be­wohnern sich -eine lebhafte Bewegung ^ gegen die französische Herrschaft bemerkbar mache und ldOß es stellen« meise bereits zu Unruhen gegen -die französischen Beamten gefiiMmen sei. Da Dfirrokko zum größten Teile von euro­päischen Truppen entblößt ist, betrachten viele Sinslnßrmche Schei'ks die Zeit für geko>mmeu, das französische Joch nbzu-- schütteln.

Preußische Bahuverwaltuug in Russisch-Polen.

sich Kattowitz, 3. Sept. Die konigli-che Eisenbahndttek- tion Kattowitz veröffentlicht im „Amtsblatt" folgende Ein- richtnng: Errichtung einles Betviebscrmts und Maschinen­

amts in Cz-enstochau für die von den deutschen Truppen besetzten rnssischen Gebiete, und zwar auf den Bahn­linien Sosnowice - Petrikau, RuWsch-Herb^ Ezenstochau und auch Czenstochau-Kielce.

Ein jüdisches Freischützenkorps in Lemberg.

Lemberg, 31. Aug. Unter der Leitung des Dr. Fischel Waschttitz hat sich mit Genehmigung der hiesigen hohen Militärbehörden ein jüdisches Schützeukorps, das bereits gegen 860 waffenfähige Jünglinge in seinen Reihen zählt, gebildet. Es wurde vom Militär­depot bereits mit entsprechendem Waffenmaterial ausge­rüstet und wird nach wenigen Wochen ins Feld ziehen. Der erwähnte militärische Verband, dessen Kommandosprache zwar hebräisch bleiben wird, vorerst jedoch — lediglich aus prakti­schen Rücksichten — polnisch ist und der als jüdisches Abzeichen weiß-blaue Aufschläge tragt, erregt in allen gntgestnnten jüdischen Kreisen große Sympathie.

Der Verleger deS „Mülhaufener Tagblattes" verhaftet.

W- T--B. Mülhausen, 3. Sept. (Nichtamtlich.) Die „N. Mülh. Ztg." meldet, daß vorgestern der Verleger und Be­sitzer des „Mülhansener Tagblatts", HanS Brinkmann, von der Zivilbehörde verhaftet und das Weitererscheinen des Blattes verboten wurde. Der Grund ist unbekannt.

Keine französischen Predigten im deutschen Sprachgebiet.

Ein Erlaß des stellvertretenden Generalkommandos des 15. Armeekorps besagt, wie wir in der „Sttaßbnrger^ Post" lesen, folgendes: Die weitere Abhaltung von Gottesdiensten mit französischer Predigt erscheint für die im deutschen Sprachgebiet liegenden Gemeinden ebenso überflüssig