No. L Mittwoch dm 2. Januar 1861«
Zum neuen Jahre 1861»
Das neue Jahr, es ging zur Neige, Es fundets uns der Glocke Ton! Willkommen, junges Jahr, besteige Dem Vorfahr gleich den Zeitenthron! Schling' um die Menschen nah und ferne Der Bruderliebe heilig Band, Und laß des Friede«« holde Sterne Erglänzen jedem Volk und Land!
Wenn ivir die Blicke rückwärts lenken Auf das n.in hingefchwutidne Jahr, Um seiner Gaben zu gedenken, Dann stellt sich Licht und Schallen dar: Verschont sind glücklich, wir geblieben Vor Seuchen, Krieg unb. theurer Zeit, ■Äudj waren wir und unsere Lieden Von Schlägen des Geschicks befreit.
In uns'rem engern Vaterlande Ward vieles Nützliche vollbracht; Es lösten sich die stairen Bande, Die unfrei das Gewerb gemacht Der Fürst ging immer engrerbündet Mit seinem Volk des Fortschritt« Bahn; Wohin der Blick sich wendet, kündet Sich ein erhöhter Wohlstand an.
Nicht überall hat sich entfaltet So wie bet uns da« Volksgedeth'n; Ein eigner Unstern hat gewaltet Noch über Ländern groß und klein. Es führt das bied're Volk der Hessen Noch hoffnungslos den alten Sireu Um da« Gesetz, das es besesien Und werth gehalten lange Zeit.
In Schleswig-Holstein haust der Däne, So keck, gleich wie seit Jahrm schon, Verfolgend seine alten Pläne, Die deutschem Rechte sprechen Hohn. Und Oesterreich liegt engbestrickcr Noch von de« CoocordateS Bann; Es findet nicht, wohin es blicket, ÄlS Helfer einen rechten Mann.
In Gährung ist noch stets befangen Das Volk im Land Italia; ES will die Einheit ganz erlangen, Der es schon längst entgegen sah. Noch droht gar manche Wetterwolke Sich zu entladen, eh' zum Heil Dem edlen unterdrückten Volke Die ganze Einheit wird zu Theil.
Wird sich im Lenz da«.KriegSgetümmel Erstrecken auch auf deutsche Gau'n? Wird hell, wird finster-sein der'Himmel? Wer kann wohl in die Zukunft schau'«? D'runi laßt un« frisch und frohen MutheS Eintreten tn das neue Jahr!
Vielleicht wird es ein heit'res, gutes, Wie vor ihm schon so manches war.
Willkommen denn in uns'rer Mitte, Des Zeilengottes jüngstes Kind, Da«, laut begrüßt nach alter Sitte, Heul' seinen Reihentanz beginnt! Beschirm' uns vor der Stürme Toben, Und wenn fich Glück weithin ergießt, Dann wollen wir dich herzlich loben, __Wenn einst fich Deine Laufbahn schließt.
Sieben Flaschen Wein,, welche wahrscheinlich gestohlen wurden, sind an- gkha'.ten worden. Der Eigenthümer wird ersucht, sich vahier zu melven.
Wiesbaden, den 29. Deceuibcr 1860. Herzog!. Polizei-Direktion. —---------, ,________________________v. Röß l e r.
Das polizeiliche Verbot, wonach daö unnöthige Peitschenknallen bei Strafe »erboten ist, wird in Erinnerung gebracht und bemerkt, daß auch bei Schlittenfahrten eine Ausnahme nicht gestattet ist.
Wiesbaden, den 30. December 1880. Herzog!. Polizei-Direction.
——--------». Rößler.
©efuHben zwei Muffe, ein Gesangbuch, drei kleine Schlusses
Wiesbaden, den 31. December 1860. Herzogi. Polizei-Direction.
