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Verlag Langgasse 21

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Vonnerslag, 3. September 1914. HJ)ßttö s flU$QClbC. Nr. 410. 62. Jahrgang.

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Große Siege der Oesterreicher!

Lin vollständiger Sieg der Armee 5luffenberg. Lublin bedroht.

V. T.-B. Wien, 3. Sept. Die einwöchige erbitterte Schlacht im Raume von Zamosc- Tyszowcke führte gestern zum vollständigen Tieg der Armee Auffenberg. Schare» don Gefangenen und bisher 100 Geschütze wurden erbeutet. Auch bei der Armee Dankl, ^ienun Lublinbedroht, sind ununterbrochene Erfolge zu verzeichnen. In Ostgalizien ist Ten» berg noch in u n seren» Best tz, obwohl ^ort die Lage gegenüber einem starken übcr- iegenen russische» Vorstoß sehr schwierig ist. Stellvertretender Chef des Gencralstabes:

Höfcr, Generalmajor.

^0000 Gefangene, 200 Geschütze in Händen der Gesterreicher?

. Herold-Depeschen-Bureau meldet: Berlin, 3. Sept. Amtlich wird uns mitgetcilt, das; nach vorliegenden Meldungen dir- Österreicher in der letzten großen Schlacht in Galizien 5 0 0 0 0 Gefangene und 2 0 0 Geschütze erbeutet haben.

Die große Schlacht bei Lemberg.

O Lemberg, 3. Sept. (Eig. Drahtber.)S l o w o Polski" veröffentlicht eine von der Zensur ge­nehmigte Nachricht, der zufolge in einer der südöst- H von Lemberg stattgefundcnen Schlacht die russi- !chc Übermacht vollständig geschlagen wurde, ^ Generalstab dieser russischen Strcitkräfte gefangen Worden ist und mehr als 2000 Russen gefallen sind. ^>sher sind bei den verschiedenen Kämpfen 18 000 ^Usscn in die Hände der österreichisch-ungarischen ^kuppen gefallen.

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. Weitere wuchtige Schläge im Osten und N e st e n I Das sind die mit Jubel aufgenommenen ?°tschaften, die uns der Abend des Sedantages und heutige Morgen beschert haben. Die Zurück- Arfung. des 10 Armeekorps starken Zentrums der ^Nzäsiichen Armee zwischen Reims und Verdun durch Msere Truppen, bei denen wir nun auch unseren Kaiser vorn ini Felde wissen, bedeutet einen wei­tsten Schritt zum endgültigen Erfolge in «r. 1 Q ,n f reich, den uns wenn es auch noch viel ^stoeit und Opfer kosten wird keine Macht der Erde jsthr wird rauben können; und die nun ebenfalls dor­rende Nachricht von einem v o l l st ä n d i ge n

ege der österreichischen Armee Auffen- auf dem einen Schlachtfeld des e i n w ö ch e n t- iv.w e n erbitterten furchtbaren österreichisch-russischen h.Mens ift, wenn sich der Erfolg erst übersehen läßt, duentlich ein würdiges Gegenstück zu der vernichten- Niederlage der Russen in Ostpreußen. Welt- l>Us ^^te wirb setzt mit dem Schwerte in der Faust tzst den Schlachtfeldern geschrieben. Die ungeheure $ pUtürtg der großen Siege ans dem westlichen ^stgsschauplatze, die weitere Zurückdrängung der ^st^ävsen, der glänzende Sieg über.die unvorsichtigen >^:munder, die es gewagt hatten, sich als Soldknechte den Volkssoldaten des deutschen Heeres zu messen, »ff. o>ese gewaltigen Ereignisse können in ihrer welt- kc>^staltenden Bedeutung und Tragweite jetzt noch .ermessen werden. Nur das eine erfüllt uns letzt mit leuchtendem Stolz: Deutschland in H n J Welt voran! Das einige Deutschland ist tz'^acht, die auch von einem Bündnis der stärksten ^ "er nicht unterjocht, werden kann, und aus den Äfg stlnrern dieses Krieges, aus der furchtbaren .stfle Englands und seiner Verbündeten wird sich

Macht Deutschlands her-

strahlender die

der russischen Seite hin hat nun - W-Ungarn in Gemeinschaft mit seinem treuen tztfo esgenossen Deutschland seinen ersten großen Ui.,?- Zwar hat es eine gewaltige Kraftanstrengung aber die überlegene Kriegskunst, die kluge ^3ie der Führer und nicht zuletzt die helden-

inütige Tapferkeit aller Volksstämme unseres Ver­bündeten mußten auf die Dauer der brutalen Zahl überlegen sein; wenn das Zarentum erst endgültig zurückgeschlagen und überwunden sein wird, so stehen auch im Osten umgestalten de Fragen von größter staatlicher und kultureller Be­deutung auf.

Rußland wirb im Falle eines endgültig siegreichen Ausgangs des Krieges, nur den wir Gott bitten und auf ben wir nach menschlichem Ermessen hoffen dürfen, so z u s a m m e n g e s ch n i t t e n werden müssen, daß es der westlichen Kultur nie wieder gefährlich werden kann. Dazu gehört die Errichtung eines polnischen Pufferstaates und die Rückgabe des Kaukasus an die Türkei, zumal die .dortigen mohammedanischen Völker sich schon erhüben. Mit Spannung werden wir in den nächsten Tagen ben Nachrichten aus der mohammedanischen Welt entgegen­zusehen haben. In Ägypten regt es sich gegen Eng­land und auch in Indien droht den Engländern, wenn der heilige Krieg erklärt wird, furchtbare Ge- s a h r.

*

DieNorddeutsche Allg. Ztg." über de» österreichischen Sieg.

W. T.-B. Berlin, 3. Sept. (Nichtamtlich) DieNvrdd. Allg. Ztg." schreibt: Mitten in den Jubel über den Sieg, der zwischen Reims und Verdun errungen wurde, fällt die Mel­dung von dem großen Erfolg un s e rer Verbünde­ten gegen die Russen. Nach hartnäckigem Ringen ist es den standhaften und tapferen Truppen Österreich-Ungarns ge­lungen, den Feind zum Weichen zu bringen und ihm schwere Verluste zuzufügen. In großen Mengen mußten sich die Ru' sen als Gefangene ergeben. Einen deutlichen Maßstab für die Größe des Sieges bietet die Anzahl der er­beuteten Geschütze. Unter außerordentlichen Schwie­rigkeiten haben glänzende Führer eigen sch asten mit staunenswerten Leistungen der Truppen zusam­mengewirkt, um eine gewaltige Schlacht gegen den Feind zu fuhren. In Deutschland wird diese ruhmreiche Waffentat mit Begeisterung begrüßt werden. Wir beglückwün- s ch e n ans tiefstem Herzen den Kaiser und König Franz Joseph zu diesem Tag, der ein weiteres Ruhmesblatt in die glorreiche Geschichte des österreichisch-ungarischen Heeres einfügt. Mit wärmsten Empfindungen ge­denken wir auch der heldenhaften Streiter und Führer, die die­sen denkwürdigen Sieg erfochten haben.

Zu der schweren russischen Niederlage in Polen schreibt diePost": Wenn die.Schlacht oder vielmehr das Schlachten­konglomerat, in welches Österreich-Ungarn mit Rußland ver­wickelt ist, eine volle Woche gedauert hat, so läßt schon btcfe' Tatsache einen Schluß auf die ungeheure Bitter­keit des Ringens zu. Die Kampffront scheint sich im Lauf der Tage verschoben zu haben. Besser als in Lemberg scheint es in Lodz zu stehen. Nach einer freilich unbestätigten Mel­dung soll die Einnahme dieser großen Industriestadt Deutschen und Österreichern gemeinsam gelun­gen sein.

Rnffische Spionage in Galizien.

Aus dem österreichischen Kriegspressequartier meldet Herrings demB. L.-A." über russenfreundliche Spionage folgendes: Die außerordentliche Tapferkeit der österreichisch- ungarischen Truppen hat sich in dem gemeldeten Siege ge- offenbart. Sie läßt alle Besorgnisse für die gegenwärtig noch bedrängten Truppen nördlich Lembsrgs schwinden. Die österreichische Heeresleitung muß indessen viel unter der Spionage einheimischer Russenfreunde leiden.

wichtige Entschließungen in ttonstantinopel.

A Köln, 3. Sept. (Eig. Drahtber.) Nach einer Depesche derKöln. Ztg." aus Sofia wurde der tür­kische Minister des Innern, Talaat-Bci, nach Konstan­tinopel Zurückberufen, um dort an wichtigen Ent­scheidungen teilzunehmen

3um großen Sieg in der Champagne.

Berliner Prcsscstimmen.

W. T.-B. Berlin, 3. Sept. (Nichtamtlich) Die neue sieg­reiche Kunde von Reims und Verdun wird von der Mehr­zahl der Blätter als eine Krönung des Festtags ange­sehen, zu dem der Erinnerungstag an Sedan geworden ist.

DieVoss. Zeitung" schreibt: Als Berlin gestern im Flaggenschmuck prangte, besonders auch in den Arbeiter­vierteln, wo bei den Wahlen fast ausschließlich sozial­demokratische Stimmen abgegeben werden, lebte im Innern aller die Hoffnung, daß dieser 2. September nicht zu Ende gehen möchte, ohne daß ein neuer Sieg dem deutschen Volke kund und zu wissen getan werde. Und die Hoffnung ist nicht zu Schanden geworden. Der Tag von Sedan

hat durch die gestrige frohe Botschaft eine neue Bedeu­tung gewonnen.

DieKreuzzeitung" hebt hervor, daß auch unsere Bun­desgenossen eine gleich würdige Überraschung bieten konnten.

DiePost" führt aus: Unser Vormarsch ist u nw i d er­st e hlich. Die neuesten Kundgebungen des Generalquartier- meisters melden uns den Mißerfolg von 10 französischen Armeekorps, nahezu eine halbe Million Fran­zosen sind geschlagen. Mit stolzer Befriedi­gung hört das deutsche Volk, daß auch sein Kaiser mitten im Feld unter seinen Truppen war.

DerBerliner Lokalanzeiger" schreibt: Mit der Nachricht von dem neuesten Erfolg der deutschen Waffen gegen die Fran­zosen wurde zugleich die Kunde, daß der Kaiser während des Gefechts sich bei der Armee des Kronprinzen befun­den habe. Für jeden, der sich der Wahrheit nicht absichtlich verschließen will, tvird dadurch mit größerer Klarheit, als es die schönsten Worte vermögen, die Entwicklung der Dinge auf dem westlichen Kriegsschauplatz beleuchtet. Der oberste Kriegsherr der Deutschen, der bis vor kurzem, wie nachträglich gemeldet wird, sein Hauptquartier in Koblenz aüfgeschlagen hatte, ist in F r a n k r e i ch. Diese Tatsache spricht eine deutliche Sprache; sie lehrt uns, daß wir sicher sein dürfen, daß wir das, was wir bisher errungen haben, nicht wieder verlieren wollen. Mögen auch Rückschläge kommen, die in einem solchen Krieg kaum vermeidlich sind. Nie und nimmer mehr hätte der Kaiser sich nach Frankreich begeben, wenn an irgend einer der ver­antwortlichen Stellen noch mit der Mög ^ e i t g e rechnet worden wäre, daß wir über die Grenze zurückgeworfen werden könnten. Daß der Kaiser zu seinem Heer in Feindesland gegangen, wird seinen Eindruck im Ausland so wenig verfehlen, wie im Inland selbst. Un­sere tapferen Truppen aber, die von Anfang an mit so siegreichen Waffen für daS Vaterland gefachten haben, müssen einen weiteren Ansporn zur Einsetzung aller Kräfte darin er­blicken, daß der Kaiser in ihrer Mitte weilt. Ein neues Zeichen ist aufgerichtet, daß heute ein Band Kaiser, Fürsten und Volk u m sch l i e ß t, und so wird es bleiben.

Zur Schlacht bei St. chuentin.

W. T.-B. Berlin, 8. Sept. (Nichtamtlich.) Nachträglich wird von verschiedenen Berichterstattern der Berliner Blätter gemeldet: Die Armee des Generalobersten v. Bülow hat in der siegreichen Schlacht von St. Quentin gegen vier französische Armeekorps und drei Kavallerie- divisioncn gekämpft. Die Schlacht war heiß und hat fast zwei Tage gedauert.

Cin Zeppelinkreuzer wieder über Antwerpen.

W. T.-B. Berlin, 3. Sept. (Nichtamtlich.) Ans Ant­werpen wird über Kopenhagen, bczw. Rotterdam demBerl. L.-A." über cin neues Erscheinen eines Zcppelin-Lnftschiffcs über der belgischen Hauptfestung berichtet: Ein Zeppelin-Luft­schiff erschien gestern mittag gegen 3 Uhr über der Stadt und eröffnetc cin großes Bombardement, das schweren Schaden anrichtete. Es gab viele Tote. Das Luftschiff wurde mit Gewehren und Kanonen beschossen.

Ein dritter deutscher Flieger über Paris.

hd. Nom, 3. Sep't. Soeben trifft 'die Nachricht ein, datz bereits ein dritten: Flieger über Paris erschienen sei, dessen Bomben großen Schrecken in der Stadt erregten Nach­dem schon vorgestern früh ein deutscher Flieger oas Elektri­zitätswerk bombardiert hatte, kveuz'de gestern abermals ein Flieger über -d^?r Si'adt. (§r livars in jbi£ Sluc de Hannover, Me de Amsterdam und den Bahnhof von St. Lazare, im Boulevard Montmartre und anderswo Bomben. Fünf Personen sind gerötet worden. Der Flieger warf einen beschwerten Brief mit der Aussonderung zur ü b e r - g alb c aus, da die Deutschen vor Paris stünden. Der französische Krieg s minister befahl, daß ein Ge­schwader gep<xtigertet Flieger mit Maschinenge­wehren ausgerüstet gebildet werde, um die deutschen Flieger unschädlich zu machen.

Er» englischer Flieger abgcschossen.

Ein englischer Flieger wurde in der Nähe von Ostende von Deutschen heruntergeschossen.

Nun ist auch ein Sündebock für Namur gefunden

# Haag, 3. Sept. (Eig. Drahtbericht) Die hiesigen Blätter erhalten von den belgischen Behörden die Mitteilung, daß der französische General T e r f i n von seinen eigenen Truppen wegen versuchten Verrats erschossen worden ist. Er soll drei Tage zu spät mit 300 000 Mann Hilfstruppen vor Ramur erschienen sein.

Oie Stimmung in Lille.

Ä Rom, 3. Sept. (Eig. Drahtber.) Der Korre­spondent desGiornale d'Jtalia" berichtet aus Lille: Für die Einberufenen sind keine Uniformen da,