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Verlag Langgasse 21

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Donnerstag. 3. September 1914. 1llOr0£tt * &U$0Cib« Nr. 409. S2. Jahrgang.

Cm neuer großer Sieg über die Zranzosen!

Dar französische Zentrum |0 Armeekorps zurückgewsrfen.

Die Verfolgung wird fortgesetzt!

Die »iie Ar« n der tzsüMM gefdilooen.

W.T.-B. G rohes Hauptquartier, 2. Sept. Die mittlere Heeresgruppe der Franzosen, etwa zehu Armeekorps, wurde gestern zwischen Reims und Verdun von nuferen Truppen zurückgeworfen. DieVcrfolgnng wird heute fertgeseyt. Ein französischer Vorstost ans Verdi», ist avgewiesen. Seine Majestät der .Kaiser befand sich während des (Gefechts bei der Armee des Kronprinzen und verblieb die stacht über inmitten der Truppen.

Der Generalquartiermeister v. Stein.

Wieder deutsche Flieger über Paris.

,? Sept. (Eig. Drnhtber.) DerCor-

ciere d ^talm berichtet aus Paris: Auch gestern er­schien cm deutscher Flieger über Paris. Er warf mehrere Bomben. Die erste explodierte beim Credit Lyonnais nnd zerstörte den Balkon des Gebäudes. Die zweite fiel unweit der National- b i b l i o t h c k nieder, die dritte Bombe verlebte zwei Personen, die vierte blieb unschädlich. Darauf flog der deutsche Flieger gegen den Eiffel­turm, wo er vom Feuer zweier Mitrailleu- ' ui begrüßt wurde, die ihn aber nicht erreichten. Eine große Volksmenge wohnte dem dramatischen Schauspiel unter wildem Geschrei bei. Schließ­lich flog der deutsche Flieger, von einem französischen Acroplan verfolgt, davon. Gleichzeitig tauchte ein zweiter deutscher Flieger am Horizont auf. Dieser flog jn großer Höhe über Paris dahin. DasEcho de Baris" fncht die nervös gewordene Pariser Bevölke­rung zu beruhigen, indem cs versichert, daß die fran­zösischen Flieger viel bessere Dienste leisteten nnd Neulich sogar am M a a s u f e r durch bloßen Bomben­hagel eine deutsche Batterie eroberten, so daß die deutschen Kanoniere sofort ansgerissen (?) seien, als die Bomben fielen. (Das sicht unseren deutschen Kanonieren auch aeradr ähnlich! Schriftl.)

W. T.-B. London, 2. Sept. (Nichtamtlich) Das Neuter-Bureau meldet aus Paris von gestern abend l-30 Uhr: Wiederum ist ein deutsches Flugzeug über Baris geflogen nnd hat zwei Bomben abgsworfen. Das Flugzeug wurde beschossen, entkam jedoch un- bvschädigt.

Die erzürnten französischen Flieger.

Genf, 1. Sepi. DasEcho de Paris" meldet, daß zahl- -eiche Automobile mit Fliegern Paris verlassen haben, um sich ?uf den Kriegsschauplatz zu begeben. Alle Flieger seien ent­flossen, den Deu'schen die Beleidigung teuer heimzuzahlen, Kelchs die deutschen Flieger der französischen Hauptstadt an­getan hätten. (Franks. Ztg.)

^n^lische Bewunderung der deutschen Schlagkraft.

W. T--B. London, 2. Sept. Der Spezialkorrcspondcnt \ i ' xTimes" fand c aus Amiens einen ausführlichen Bericht >bcr dir Kämpfe der letzten Woche, in dem cs heisst: Das ^orrücken der Deutschen vollzog sich mit einer u n g l a >, b - > ch e n Schnelligkeit. Nachdem General Joffre das '»rückgchen auf der ganzen Linie anbefohien hatte, ließen "st Deutschen, ihren besten Kriegsräten folgend, dem zuriick- ^el,enden Heere keinen Augenblick Ruhe und setzten ' e Verfolgung unaufhörlich fort. Flugzeuge, Zeppelinlnft- Itzstffe und die gepanzerten Au «mobile wurden gegen den 8r,nd wie Bogcnpfeilc abgcsandt. über die Tapferkeit

Deutschen zu sprechen, erübrigt sich. Sie marschieren " tiefen Abteilungen beinahe geschlossen vor; fallen Reihen Ntcr dem Artillericfcner, so stürzen neue Mannschaften her- ** Die Übermacht der Deutschen ist so groß, daß man sic enfniticntg w i c die Wogen des Meeres anf- b® l tcn könnte. Die Überlegenheit der Deutschen in der

der Geschütze, besonders in Maschinengewehren, die sie

außerordentlicher Wirkung gebrauchen, der ausgezeichnet

organisierte Erkundnngsdienst mit Flugzeugen und Zeppelin­luftschiffen sowie ihre außerordentliche Beweglichkeit sind die Gründe für das Glück der deutschen Waffen.

Paris schon vom verkehr mit dem übrigen Frankreich abgeschlossen.

Berlin, 2. Sept. Nach einer römischen Meldung desDageblatts" stellt derCorriere d'Jtalia" fest, daß Paris von dem übrigen Frankreich vollständig isoliert sei. Seit gestern sei auch der Telegraph Paris-Mai­land unterbrochen. Alles Leben in Frankreich stocke, überall herrsche grenzenloser Schrecken, Ver­zweiflung, N o t und allgemeine Arbeits­losigkeit. Nur die Hoffnung auf die Ankunft der englischen Verstärkungen halte den fran­zösischen Mut einigermaßen aufrecht.

Paris-London unterbrochen.

lid. Amsterdam, 2. Sept.Telegraff" meldet aus London: Die Deutschen haben vermutlich die Ver­bindung Paris-London unterbrochen. Seit vorgestern abend 7 Uhr ist Fe in Telegramm mehr in London aus Paris angekommen.

Schlaglichter auf die Verfassung des französischen

W. T.-B. Paris, 2. Sept. (Nichtamtlich) Der Matin" veröffentlicht einen Brief eines französischen Soldaten, wahrscheinlich eines Angehörigen des b e - festigten Lagers von Paris, welcher interessante Schlaglichter auf die ganze Verfassung des französischen Volkes wirft. Der Schreiber sagt: Den Soldaten

wird die Zuversicht auf die Zukunft eingeflößt, aber es gibt zwei Umstände, welche uns mißfallen. Als unsere Bataillone auf Eilmärschen unter Strapa­zen durch die Dörfer kamen, zeigten die Leute immer ernste @ ef icf) ter und traurige Blicke, finstere Stirnen und führten die Taschen­tücher an die Augen. Es geht doch kein Leichen­zug vorüber, sagten dazu die Soldaten. Wir hätten mit Stolz und Freude in den Krieg ziehen können, mit Lächeln selbst m den Tod, aber dieses Lächeln wollen wir auch bei anderen sehen. Wer weint, soll drin bleiben. Die Truppen brauchen eine freudige zuversichtliche Begrüßung bei dem Durch­zug. Peinlich berührt die Soldaten der Anblick der schmächtigen und blassen Kinder, welche wie hung­rige Hunde nach den Rosten der Mahlzeiten haschen. In den Quartieren fallen Reihen von unglücklichen Frauen auf, welche die Überreste der Suppen und der weggeworfenen Brotrationen zusammensuchen, in einer Weise, welche das Herz zerreißt. Der Briesschreiber fragt: Gibt es denn keine öffentlichen Armenunter­stützung mehr in Frankreich, keine Liebesgaben, kein Geld? Wir marschieren froh gernut, verlangen aber, daß es nicht mehr vor uns Frauen gibt, welche weinen, hinter uns Kinder, welche hungern.

Französische Grcucltaten.

Ein Homburger, der vorm Feinde steht, ein absolut ver­läßlicher, keineSprüch" machender Herr, schrieb u. a. fol­gendes heim:Heute vormittag haben die Franzosen (Fran- zösisch-Lothringer) einen Offizier vom 12. b. Jnf.-Regt. an einen Baum gebunden und mit 20 Kugeln zerfetzt, einen Infanteristen haben sie zerschnitten! Die Sstmmung bei uns ist furchtbar erregt und von uns wird Rache genommen werden. Unsere Leute sind kaum mehr zu halten!" Auch im Inland sollte es so sein! Rache an jedem Franzosen für so vergossenes deutsches Blut und keine liebevolle Behandlung von Gefangenen mehr! Auge um Auge, Zahn um Zahn!

Ein Beitrag zur französischen Lügcnchronik.

DieKöln. Ztg." berichtet: Jn einer amtlichen Verlaut­barung des französischen Kriegsministeriums vom 26. d. M 1 Uhr 30 Min. morgens, wird frisch drauflos erzählt, daß in der Gegend von Lille-Roubaix, wo sich algcrisch-senegalische Schützenmit unerhörter Wut auf die Preußen warfen", in einem Ringen Mann gegen Mann, der Enkel des Kaisers, Prinz Adalbert, getötet worden sei. Die Leiche wurde nach Charleroi gebracht. Kaiser Wilhelms dritter Sohn heißt be­kanntlich Prinz Adalbert. Er ist Kapitänleutnant auf der Flotte, was aber die Franzosen nicht abhält, ihn als seinen Enkel an der französischen Grenze fallen zu lassen.

Auch dieHumanits" lügt!

A Berlin, 2. Sept. (Eig. Drahtbericht) Die Pariser Humanits", die durch ihre langjährigen Beziehungen zur deutschen Sozialdemokratie einigermaßen über deutsche Dinge unterrichtet sein sollte, lügt heutzutage genau wie die anderen Pariser Zeitungen. Sie weiß angeblich auf Grund von Kopenhagener Zeitungsmeldungen mitzuteilen, die Redaktion desB o r w ä r t s" in Berlin sei durch Militär verwüstet worden infolge eines Artikels des deutschen sozialdemokratischen Blattes gegen den Kaiser.

Deutsche Flüchtlinge aus Frankreich in Genf.

DieTägl. Rundsch." meldet aus Genf, daß dort fast täg­lich deutsche Flüchtlinge aus Frankreich eintrcsfen. So trafen erst jetzt wieder zehn junge Mädchen ein, die in Frank­reich in Stellung gewesen waren. Die Flüchtlinge beklagen sich alle über die ungenügende Verpflegung. Wer die Reise­mittel besitzt, der werde nach und nach freigegeben, natürlich nur Frauen, Kinder und alte Männer. An zahlreiche junge Leute trete man mit Werbungen für die Fremden­legion heran, was aber immer entrüstet zurückgewiesen werde. Von den deutschen Siegen wußten die Flüchtlinge nichts.

Ueberführung der Freischützen von Löwen.

+ Köln, 2. Sept. (Eig. Dvahtbericht) Die Freischützen von Löwen sind nach dem Truppenübungsplatz Munster tvansportiert worden. Es befindet sich unter ihnen ein 8- jähriger Knabe, Jungens von 13 lbis 16 Jahren, und zwei ehemalige Leipziger Studenten. Auf der Fahrt wollte ein Freischütze durch einen Sprung aus dem Zuge sich befreien; er wurde durch einen I>-Zug ans dem Nebengleise zermalmt. Ein hünenhafter Bauer warf Goldstücke und seine goldene Uhr durchs Fenster, dann wollte er einen Wachposten ermorden. Er mutzte durch mehrere Bajonettstiche und eine Kugel getötet werden.

Englische Gefangene auf dem Döberitzer Truppen­übungsplatz.

dck. Berlin, 2. Sept. Der erste Transport eng­lischer Gefangener ist in der letzten Nacht auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz eingetroffen. Es sind fast ausschließlich Infanteristen und eine kleinere An­zahl der bekannten schottischen Hochländer, die besten Truppen des Jnselreiches. Die englischen Gefangenen machen teilweise einen vollkommen nieder­geschlagenen Eindruck. Sie wurden in das Barackenlager, aber streng getrennt von den russischen Staatsangehörigen, nntergebracht, die be­kanntlich seit Beginn des Krieges dort ebenfalls un­freiwilligen Aufenthalt haben nehmen müssen.

Die Dumdumgeschosse unzweifelhaft festgestellt.

W. T--B. Berlin, 2. Sept. -(Amtlich.) Unsere Soldaten haben, wie schon gemeldet, den gefangenen Franzosen uni Engländern tausende Jnfantericpatronen mit tiefaus- gehöhlten G e s ch o ß s p i tz e n abgenommen. Dre Patronen befanden sich zuin Teil noch in der mit dem Fabrik Kempel versehenen Packung. Die maschinen­mäßige Anfertigung der Geschosse ist durch Zahl und Art unzweifelhaft f e st g c st e l lt. In Longwh wurde eine derartige Maschine vorgefundcn. Die Patronen wurden also von ber Heeresverwaltung den Truppen in dieser Form geliefert. Gefangene englische Offiziere versichern auf Ehren­wort, baß ihnen Munition für Pistolen ebenfalls mit derartigen Geschossen geliefert worden sei. Die Verwun­dungen unserer Krieger zeigen die verheerende Wir­ker n g dieser D n in d u m g e s ch o s s e. Während Frankreich und England unter grober Verletzung der Genfer Konvention Geschosse zulassem deren Ver» Wendung ei» Merkmal barbarischer Kriegs­führung ist, beobachtet Deutschland die völkerrecht­lichen Bestiinmnngerr genau. Im gesamten deutschen Heere werden keine Dumdumgeschosse verwendet.

Die russischen Verwüstungen in Ostpreußen.

M T.-B. Berlin, 2. Sept. (A m t l i ch.) Es sei noch­mals darauf -hingswies-en, daß alle zuverlässigen Nachrichten, die dazu dienen können, Grausamkeiten und Verwüstungen der russischen Truppen in Ostpreußen nachzuweisen, zu richten sind an das preußische M i n i st e r i -u m d e S Innern zu Berlin NW. 7, Unter den Stuften- 72/73 mit der Bezeichnungin Sachen de-r ost-preußischen Kommission", Diese Kommi-sfion ist damit beauftragt«