Eene 4. _ Abend-AuSgaL-, 1. Blatt. Wiesbadener Tagblatt. Mittwoch, s. September 1914 _ Nr. 408.
o r t angegeben werden darf, sondern neben dem Dienstgrad und der Dienststellung des Empfängers nur der Truppenteil, dem • er angehört, nach Armeekorps, Division, Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron, Batterie, Kolonne, genau zu bezeichnen ist. Nur Feldpostsendungen an Truppen in festen Standquartieren (Festungsbesatzungen ufw.), an Kranke und Verwundete in stehenden Lazaretten sollen in der Aufschrift eine Bestimmungsangabe enthalten.
— Briefe nach dem Ausland nicht verschließen! Es wird erneut daraus^ hingewiesen, daß Briefe nach dem neutralen Ausland nur insoweit befördert werden können, als sie unverschlossen sind und der Inhalt in deutscher Sprache abgefaßt ist. Wie uns das Kaiscrl. Postamt mitteilt, werden immer noch verschlossene Briefe nach dem Aus-, land in großer Zahl eingeliefert, die von der Beförderung ausgeschlossen werden müssen. Die Rückgabe dieser Sendungen an den Absender ist, wenn dieser sich nicht genannt hat, unmöglich. Nach dem feindlichen Ausland ist der Postverkehr gänzlich eingestellt.
— Gute Ferngläser benötigt ein hiesiger Ersatz-Truppenteil zur Ausrüstung seiner ins Feld rückenden Unterführer. Den Besitzern von Ferngläsern ist Gelegenheit gegeben, dem Vaterland durch kostenlose Überlassung einen Dienst zu erweisen. Der „Tägblatt"-Verlag (Schalterhalle) nimmt die Gläser zur Weitergabe an den Truppenteil gerne an.
_ — Kricgsspende. Die von dem Inhaber des „Bobbe- schänkelche" in der Röderstraße, Herrn Fritz Rauch, dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellte Bruttoeinnahme des Bierausschanks am Montag beläuft sich auf 161 M. 12 Pf. Dieser Betrag wurde bereits an das Rote Kreuz abgeliefert.
— Seinen Verwundungen erlegen ist gestern der zweite der hier untergebrachten verwundeten Soldaten. Es ist der Musketier Klemens Z a j o n c vom 63. Infanterie-Regiment in Oppeln.
— Ein peinlicher Auftritt ereignete sich gestern nachmittag im hinteren Nerotal. Der dort wohnende Rentner R. C. verweigerte seinem verwundet aus dem Feldzug zurückkehrenden Schwiegersohn, dem Hauptmann P., die Aufnahme in sein Haus! Ein Sanitätsautomobil brachte den schwer verletzten Offizier, der von seiner Gattin am Hauptbahnhof abgeholt worden war und in dessen Begleitung sich zwei Sanitäter befanden, vor die Villa des Schwiegervaters, der den Begleitern des Hauptmanns von einem Fenster aus zurief, der Verwundete dürfe unter keinen Umständen in sein Haus gebracht werden, und sich auch den Bitten seiner Tochter gegenüber als völlig unzugänglich erwies. Eine rührende Szene spielte sich zwischen dem Verwundeten und dessen kleinen Mädchen ab, das sich ihm, aus dem Hause des Großvaters kommend, weinend an den Hals warf und nicht von ihm lassen wollte. Aber auch das übte auf die Haltung des Schwiegervaters keinen Einfluß aus. Hauptmann P., den die offenbar unerwartete grausame Zurückweisung in die größte Erregung versetzte, wurde schließlich in eine Pension in der Nachbarschaft gebracht. Was auch zwischen den: Schwiegervater und Schwiegersohn vorgegangen sein mag —, das Verhalten des alten Herrn gegenüber dem schwer verletzt von dem Feld der Ehre heimkehrenden Gatten seiner Tochter ist unbegreiflich; die Zuschauer waren erschüttert und empört.
— Lebensmüde. Der 66 Jahre alte Agent Degen- hardt von hier hat sich in seinem Logis mittels Erhängens den Tod gegeben. Die Veranlassung zu der Tat wird in Nahrungssorgen gesehen.
— Kleine Notizen. Ein im „Hotel Metropol" liegender verwundeter Soldat hat seine Börse mit 64 M. Inhalt bertoten. Man darf erwarten, daß der Finder den Fund nicht zurückbcbält und sich nicht dem Vorwurf aussetzt, einen verwundeten Verteidiger des Vaterlandes indirekt bestohlen zu haben
Nachbarstaaten u. -Provinzen.
Ein Brief des Grösst,crzogs von Hessen, rmk. Darmstadt» 31..Slug. Ein Bries des Groß- he r z o g s, vom Kriegsschauplatz vom 22. August an die Großherzogin, der von hiesigen Blättern veröffentlicht wird, lautet im Auszug: „Die Hauptsache ist, daß wir den Sieg haben. Bei uns sing die Schlacht im dichtesten Waldgestrüpp an. Es war ein furchtbarer Kampf. Ich erinnere mich, daß mein Vater sagte: das schlimmste sei ein Wald gef echt, wobei keiner den anderen sieht. Die folgende Nacht schliefen wir alle in einem Haus auf Stroh, hoffend aus den nächsten Tag. Dieser brachte uns eine siegreiche Verfolgung. Gestern stand der Feind uns mit neuen Kräften gegenüber. Unsere Leute mußten nach der am vorherigen Tag geschlagenen Schlacht Tag und Nacht lausen, um zur Stelle zu kommen. Unsere Regimenter haben sich so großartig geschlagen, daß alles davon sprach. Friedrich (Prinz Friedrich Karl von Hessen), ist, seine Leute begeisternd, immer voran. Man erlebt zu viel. Der Tod wird Nebensache. Man sitzt ztvischen Toten, Verwundeten, Pferden usw. Es ist, als ob es so sein müßte. Aber dann überkommt einem doch das Gefühl, wie das alles so unnatürlich ist."
Gerichtssaal.
Ein Landwehr-Pionier als niederträchtiger Totschläger.
— Mainz» 1. Sept. Eine bestialische Tat hat der 26jährige Landwehr-Pionier Philipp S t e f f a n aus Geinsheim (Kreis Groß-Gerau) verübt. Der Angeklagte, von Berus Schiffer und Flößer, hatte beim Pionier-Bataillmr Nr. 16 in Metz gedient. seine Führung bei der Truppe ivar ziemlich gut. Im ZivilverhÄltnis wurde er wogen Roheitsdelikten von den Gerichten in Opvenheim, Mainz und Wiesbaden des öfteren bestraft, von der Wiesbadener Strafkammer mit 1 Jahr Gefängnis und vom Mainzer Schwurgericht mst 6 Monaten Gefängnis. Während der Mobilmachung kam er in die 1. Kompagnie des Pionier-Bataillons Nr. 21 in Mainz-Kastel. Am 10. August frug er den Feldwebel, ob er in die Stadt dürfe, was ihm erlaubt wurde. Er fuhr aber mit der Straßenbahn nach Biobrich, von dort nach Schierstein. Von hier aus begab er sich zu Fuß nach N i e d er - Wa llu f, wo seine Mutter, eine Witwe, wohnt. Nachdem er bei dieser zu Mittag gegessen, begab er sich auf die Landstraße nach Eltville. Er gab sich als P o st e n aus. der die Straße zu überwachen habe. Er hielt die Radfahrer. Fuhrwerke. Fußgänger und Automobile an, sprang bei den letzteren sogar während der Fahrt auf und frug nach dem Ausweis, ©it kam der 50jährige tau.b st umme Handwerksburs che Adolf Peters aus Krefeld. Auch diesen hielt er an und forderte seine Papiere. Als ihm dieser durch Zeichen verständlich, machte, daß er taubstumm sei, nahm er ihm seinen Wanderschein. Jnvalidenkarte »sw. ab. schlug ihm ins Gesicht und beranlaßte ihn, sich in den Chausseegraben zu setzen. Als er das Nähgarn des Taubstummen sah. meinte er zu den Umstehenden, der hat zum letztenmal genäht, in fünf Minuten ist er tot. Er schlug dem Weinenden noch mehrmals ins Gesicht . und als ein Zeuge darauf hinwies, er müsse den Mann, den er. als „Belgier" ausgab, auf der Bürgermeisterei abliefern, schleppte er den Unglücklichen in das nahe Feld und stach ihn dort mit seinem Seitengewehr ab. Er kniete sich auf den am Boden Liegenden und stieß ihm sein Seitengewehr nicht weniger als 43 Mal in den Körper. Er. reinigte dann sein Seitengewehr mit dem. Taschentuch. Er erzählte dann in Nieder-Walluf seine Holdentät, er meinte, er habe den ersten Spion auf deutschem Boden getötet. Als der Angeklagte, der sich heute vor dem Ga u vevn em ents g e - richt wegen Mordes zu verantworten hatte» von dem Verhandlungsleiter Herrn Kriegsgerichtsrat Reif gefragt wurde, warum er den Mann in so niederträchtiger Werse ermordet habe, erklärte er, er habe ihn „kalt" gemacht, weil er ihn für einen Belgier gehalten'hätte. Ec habe ihm sofort angekündigt, daß er in. fünf Minuten sterben müsse. Der Verteidiger des Angeklagten beantragte, den Angeklagten Liner öffentlichen Irrenanstalt zu überweisen,
um ihn auf seinen Geisteszustand zu untersuchen. In seinem vierten Lebensjahr habe er Hirnhautentzündung gehabt und seit dieser Zeit sei er nicht mehr normal. Der Anklagevertreter ersuchte, den Antrag abznlehnen. es läge nicht das geringste vor, was den Antrag begründe. Der Angeklagte sei. wie dies die Vorstrasliste ausweise, ein rauflustiger Mensch, dem es in seinem Jähzorn auf einen Mord nicht ankommc. Er habe den Mord des Unglücklichen wohl überlegt, er erweitere deshalb die Anklage auf Mord mit Überlegung. Das Gericht trat zunächst in dieVerhandlung ein und will später auf denAn- trag der Verteidigung zurückkommen. Es wurde zuerst der Bruder des Angeklagten, ein Kaufmann in Nieder-Walluf, vernommen. Die Familie hatte früher in Oppenheim gewohnt, dort ist auch der Angeklagte in die Schule gegangen. , Der Zeuge, der 3 Jahre jünger ist als der Angeklagte, deponierte, daß sein Bruder im vierten Lebensjahre eine Gehirnhautentzündung gehabt habe und von dieser Zeit an nicht mehr normal gewesen sei. In der Schule sei er immer zurückgeblieben, in Oppenheim habe man ihn den „Tollen" genannt. Ein dritter Bruder in Oppenheim leide an Epilepsie. Der vernommene Stabsarzt erklärte als Sachverständiger, daß der Angeklagte geistig minderwertig, aber nicht un- zurechnungsfähig sei. Der Gutachter hatte auch die Sektion des Erstochenen vorgenommen, die Leiche sei furchtbar zugerichtet gewesen. Es wurden eine Reihe von Zeugen vernommen, die den gräßlichen Vorgang in nächster Nähe mitangesehen hatten. Der Anklagevertreter beantragte wegen Mords, der mit Überlegung ausgaführl worden sei. die Todesstrafe Der Verteidiger beantragte nt erster Sttttc, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand in einer Irrenanstalt untersuchen zu lassen, in zweiter Linie plaidierte er auf Totschlag unter Annahme mildernder Umstände. Das Gericht lehnte den Antrag ans Beobachtung des Angeklagten m einer Irrenanstalt als unbegründet ab. Es verurteilte den Angeklagten wegen Totschlages unter Annahme mildernder Umstände zu 4 Jahren Gefängnis. 5 Jahren Ehrverlust und Entfernung aus dem Heere._
Wetterberichte.
Deutsche Seewarte Hamburg.
2. September, 8 l'lir vormittag:»* t*lr leicH. 2— leicht. Z — schwach, 4 — mäss ff, 5 — frisch, 5 — stark* 7= »trji,8= stürmisch, 9 — Sturm, 10 — starker Sturm.
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Wien.
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+13
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765,2
81
wolkenl.
+19
Beobachtungen in Wiesbaden
Ton der Wetterstation des Nass. Vereins für Naturkunde.
1. Sept.
7 Uhr
morcreno.
2 Uhr
naehm.
9 Uhr
abends.
Mittel.
Barometer auf 0°und Nonnalsehwere Barometer auf dem Meereeapiegel . .
Dnnstßpannnng (mra) ... .*••••••
RelatiVe Fenchtigkeit . •••••*«
Wind-Richtung und -Stark»
NiederechUg.hOhe . .•
759,3
761,5
16,5
10.9
78
NO 1
7591
769.1
22.3
10,1
51
NOS
760.1
770.3
18.4
92
67
SO 3
7593
769.6
17,9
10,1
65,3
Höchste Temperatur (ueiHiuej «rs.o. xueangBio xemperaiur 15 ,/.
Wettervoraussage für Donnerstag, 3. Sept. 1914.
Ton der MeteTologieo len Abteilung des Physik»!. Vereins zu r’rantfnrt e. M.
Heiter, trocken, warm, nachts Abkühlung, nordöstliche Winde.
Biebrich.
Omni).
Mainz.
Wasserstand des Rheins
am 2. September
Pegel: 2,72 m gegen 2,87 ra am gestrigen Vormittag » 3,28 ra > 3,40 m * » »
» 2,12 m > 2,12 m » > »
Handelsteil.
Vom Getreidemarkt.
Nach dem kurzen Getreide-Wochenbericht der Preisbe- richtsstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 25. bis 31. August 1914 hat seit der Einführung ermäßigter Frachtsätze für Getreide sich zwischen dem Osten und dem Westen des Reiches ein recht lebhaftes Geschäft herausgebildet, indes macht sich der Mangel an Säcken nach wie vor empfindlich bemerkbar, auch ist die Beschaffung von • Eisenbahnwaggons neuerdings wieder schwieriger geworden. Wie im Geschäftsverkehr, so macht sich der Einfluß der Staffeltarife auch bereits bei der Preisbildung geltend. Während nämlich infolge des lebhafteren Absatzes an den ’ östlichen Märkten die Preisbewegung nach aufwärts gerichtet war und die Ablenkung des Angebots nach Weslen auch in Berlin feste Tendenz und eine weitere Preisanspannung bewirkte, zeigen die Preise an den west- und süddeutschen Märkten gegenüber der Vorwoche teilweise eine Abschwächung, die in der Hauptsache auf den erleichterten Bezug ostdeutschen Getreides zurückzuführen ist. Da die Behörden mit Anschaffungen etwas mehr zurückhielten, so scheint es sicih bei den zeitweise sehr lebhaften Umsätzen um Käufe für Rechnung der Händler und der Mühlen zu handeln. Rege Nachfrage zeigte sich besonders für Roggen, für den am Berliner Markt im Laufe der Woche 8 bis 9 M. höhere Preise bewilligt werden mußten, während Weizen zu 3 bis 5 M. höheren Preisen Aufnahme fand. Hafer stellte sich anfangs infolge schwächerer Nachfrage der Proviantämter niedriger, um sich in den letzten lagen wieder zu befestigen, als das Angebot — wohl infolge der Vorarbeiten für die Herbstbestellung — vielfach eine Einschränkung erfuhr. Sehr lebhaftes Interesse gab sich auch in der Berichtswoche für Gerste kund. Außer für Futterzwecke wird auch viel Gerste zur Graupenfabrikation gekauft, wobei in Berlin Preise von 198 bis 215 M. bewilligt werden müssen. Die Brauereien, die angeblich noch über größere Malzbestände verfügen, beteiligen sich vorläufig noch wenig am Geschäft, dagegen sind die Händler bestrebt, Vorräte anzusammeln. Es stellten sioh die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark per 100 kg wie folgt:
Berlin ........
Weizen
Roggen 197 198
Gerste
198-215
Hafer 211 -225
Königsberg i. Pr. . . .
173
Launig.
182
202
192
207
Posen.
180
160 -175
187 197
Breslau.
183-188
160-190
192 107
Rostock.
187 -WO
1 0-200
198-203
Hamburg.
204--205
218 220
216-219
Leipzg.
195 ‘
189 -200
, 2 JO-220
Dresden.
. 225 -223
196^199
206 225
Braunschweig.
. 218 220
193 106
Kassel.
. 230 2 i5
200 -210
200 - 220
215 225
Köln.
. 245—250
210 -215
220--230
Düsseldorf.
. 248 253
210 2iG
230—235
Frankfurt.
2X0—215
210-220
220 230
212 220
225-230
218-220
175—135
228-238
Würzburg .... >
' . 231—240
215
—
215-220
Börsen.
W. T.-B. Berlin, 1. Sept. Die großen entscheidenden Erfolge im Westen und Osten, die sich bei Bekannl- werden der näheren Einzelheiten, besonders was Ostpreußen anlangt, als glänzende Waffentaten von weittragender Bedeutung erweisen, halben die an der Börse herrschende hoffnungsfrohe, gehobene und vertrauensvolle Stimmung noch er- , höht- Man hofft, daß es auch der tapfr- streitenden österreichisch-ungarischen Armee in Polen gelingen wird, die Russen nied'erzuringen, damit sich auch im Osten die ■ Erfolge zu einer geschlossenen Kette gestalten. Noch mehr wie gestern wagte sioh die Unternehmungslust hervor und lür 3proz. Reichsanleihe, führende Werte des Bant-, Sehiffahrls- und Montanmarktes, sowie einzelne Kassa- Industrieaktien, die Kriegsmaterial erzeugen, wurden höhere Kurse, und zwar ausnahmslos Geldkurse genannt. Der Besuch war stärker als an den Vortagen, auch einzelne Börsendirektoren von Großbanken waren anwesend.
— Mainzer Börse. Der Vorstand der Mainzer Börse hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, bei den Mitgliedern zu beantragen, diaß aus dem Vermögen der Börse 1Ö00 M. für die Hessische Kriegsversicherung und weitere 5000 M. zur Erwerbung von Anteilen der auf Veranlassung der Handelskammer Mainz zu gründenden Kriegskred'itkasse gestiftet werden. Ferner sollen noch zur Erwerbung weiterer Anteile die Mitglieder zur Zahlung freiwilliger Beiträge ersucht werden,
Industrie und Kandel.
* Erhöhung der Preise für Hausbrandkohlen. Wie das
Rheinisch-Westfälische Kohlensyndikat den Händlern mitteilt, verlangt es für alle bei dfen Abschlüssen für den Winter von den Händlern über den äufgegebenen Bedarf hinaus angeforderten Mengen von Hausbrandkohlen einen Aufschlag von 30 M. für den Doppelwaggon oder von 3 M. für die Tonne. Bisher hat sich der Aufpreis, auf 1 M. für däe Tonne gestellt. Die Verteuerung erstreckt sich aber, was ausdrücklich betont werden mulh lediglich auf Hausbrandkohle, wogegen Erhöhung des Preises von Koks für Zentralheizungen nicht ein treten wird.
Marktberichte.
W. T.-B. Berliner Produktenbörse. Berlin, 1. Sept. Die erneute Einstellung des Güterverkehrs lähmt jede Unter- * nehmungslust. Da Anregungen fehlten, war «Jas Geschält Lokogetreiide minimal, die Preise wenig verändert.
W. T.-B. Berlin, 1. Sept. (Frühmarkt.) Weizen, löko
224 bis 228 M„ Roggen loko 197 bis 198 M., Hafer (feiner alter;
225 bis 240 M.. Hafer (mittel alter) 215 bis 224 M., Hafer (neuer feiner) 214 bis 226 M-, Hafer (neuer mittel) 211 bis 213 M., Mais (runder) 195 bis 205 M., Gerste (mittel und gute) 200 bis 215 M-, russische (leichte und schwere) 195 bis 200 M., Erbsen (mittel) 270 bis 290 M.» Weizenmehl 30.75 bis 38 M., Roggenmehl 27.50 bis 29 M.» Weizenkleie (grobe und feine; 13.50 bis 14 M.
W. T.-B. Berlin, 1. Sept. Weizen 224 bis 228 M„ ruhig, Roggen 197 bis 197-50 M„ ruhig, Hafer (fein) 214 bis 222 M.» (mittel) 213 M., etwas matter, Mais 195 bis 205 M., ruhig. Weizenmehl 30.75 bis 38 M., unverändert, Roggemmehl 27AO bis 29.30 M., ruhig.
W. T.-B. Berliner Getreödsbestände. Berlin, 1. Sept* Getreidebestände am 31. August: Weizen 11306 t (gegen den Vormonat plus 4136 t), Roggen 7914 t (plus 4269 t), Haler 5054 t (minus 5590 t), Gerste 1290 t (minus JU348 t), Mais 7748 t (plus 2288 t).
W, T.-B. Vom Metallmarkt. Berlin, 1. Sept. Raff- Zink 50 bis öl M., Blei 44 bis 46 M.» 99.8proz. Zinn 355 bis 365 M., Feinkupfer 165 bis 175 M., je nach Marke, Antimon 85 bis 90 M., Aluminium 215 bis 230 M. Die Preise betreffen beste, für Kriegszwecke geeignete Marken.
— Karloffelmarktbericht. (Vom 31. August 1914 von der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschaltsrats, Berlin.) Großhandelspreise für Frühkartoffeln in Mark für 50 kg: Berlin: Rosen (frühe) 2.20, frühe weiße, Kaiserkrone 2.20 bis 2.50, Stettin: Rosen (frühe) 2.20, frühe weiße, Kaiserkrone 2.20, oval blaue 2.30, runde blaue 2.50, Nieren, Paulsens Juli 2-25, Liegnitz: Rosen (frühe) 2.10, frühe weiße, Kaiserkrone 2 bis 2.35, Hamburg: Rosen (frühe) 2.60 bis 2.70, frühe weiße, Kaiserkrone 2.60 bis 2.70, Hamburg: Nieren, Paulsens Juli 2.85 bis 3.60, Grasten 2.85, neue lange 3.40 bis 3.70, runde Eierkartoffeln 3 bis 4, Altona: Rosen (frühe) 3.50, neue lange 3.80 bis 4, runde Einerkartoffeln 4, Cöln: frühe weiße, Kaiserkrone 2.50, oval blaue 3-20, runde blaue 3, Nieren, Paulsens Juli 2.65 bis 3.20, Crefeld: Nieren, Paulsens Juli 3.50, Osterath bei Crefeld: Nieren, Paulsens Juli 3.80, frühgelbe 4, Frankfurt a. M.: frühe weiße, Kaiserkrone 4.60 bis 4.80, früh gelbe 4.70 bis 5, Frührosa 4.60 bis 4.75.
0. Frnchtmaikt zu Frankfurt a. M. vom 2. Sept. Weizen» hiesiger und kuihessischer 24.75, Roggen 21.50, Franken, Pfälzer Ried 20.50 bis 21.50, Gerste, Wetterauer, 20.50 bis 22 M., Hafer 22 bis 23 M., Mais 19.50 bis 20 M., Kartoffeln, en gros 6 bis 7 M., en detail 8.50 bis 9 M.
— Au» dem Bericht der Preisnotierungsstelle der Land* wirtrchallskammcr für den Regierungsbezirk Wiesbaden* Mannheim, 31. Aug. Preise für 100 kg. Weizen, in*- September 25 bis 25.50 M., ausländischer 28 bis 29 M., Rogg eB > inländischer September 21.50 bis 22 M., Brugerste 20-50 bis 21.50 M„ Hafer, inländischer September 22.50 bis 23 M.» Mais mit Sadk 20.50 M.
Pie Abendausgabe umfaßt 6 Setten.
Eljtftcbatttur: A. He ger Horst.
Verantwortlich lür die innere Volitit! A. Hege »borst,' für die auswärtige Bolilit und „Letzte Drahtberichte-I Dr. phil. G. Schellenberg: für baä Feuilleton: «.».Nauendorf) für „Aus Stadt und Land" und das gesamte Promnzlellei C. Nütherdt; sür „Gerichtsiaal": H. Diesenbach) für „Sposi und Luftfahrt': I. V.: C. Losacker; für „Verwichtes'' und den „Briefkasten . C. Lo Sacker. für den HandelSteil; W. Etz; für die Anzeigen und Reklame« H. Dorn aus; iämtlich in Wiesbaden.
Druck und Verlag der L. E ch e l l e n b - r g ichen HoPBuchdruckerei in Wiesbaden-
Sprechstunde der Redaktion: 12 bi» 1 Uhr; in der politischen Abteiluup von 10 bis 11 Uhr.
