Die SobscriptionSlisten zu dem Ball, welcher am 12. t M., und zu dem Konzert und Bankett, welche am 10. T. M. stattfinden, liegen vvm 27. d. M. an zur Unterzeichnung offen in sämmtlichen hiesigen Buchhandlungen, nämlich bei den Herren Heinrich Ritter, A. Schellenberg, C. W. Kreidet, W- Roth, und Chr. Limbakth, ferner bei Herrn F. W. Käsebier, Herrn Kaufmann Fehr, Herrn Kaufmann August Roth, bei Madame Sanzio und in dem Lesekablnet des Kursaals.
Die Subskriptionspreise sind:
1) für das Bankett 1 fl. für das trockene Couvert,
2) für den Ball 1 fl. für jeden Herrn (Damen haben freien Eintritt),
3) für das Konzert:
a. Sperrsitz . . . . 1 fl. — kr.
b. gewöhnlicher Platz . 30 „
An der Kasse gelöste Billets für das Konzert kosten:
a. Sperrsitz . . . . 1 fl. 30 kr.
b. gewöhnlicher Platz . 48 „
Da für das Bankett etwa mrr 600 Plätze disponibel sind und eine zeitige Feststellung der Zahl der Dheilnehmer im Interesse der zu, treffenden Anord« nungen sehr erwünscht ist, so wird um möglichst baldige Unterzeichnung gebeten.
Auswärtige, welche zu snbscribiren wünschen, wollen sich an unfern Lassen« Vorstand, Herrn Gemeinderath Nathan, wenden.
Außer den obigen Einnahmen ist bereits eine weitere (nicht unbeträchtliche) erzielt worden, durch freiwillige Beiträge, welche von den Counts - Mitgliedern gezeichnet worden sind.
Der nach Bestreitung der Ausgaben wahrscheinlich bleibende Einnahme- Ueberschuß wird zum Besten der „Schillerstistung" verwendet werden. Zweck dieser Stiftung ist, verdiente vaterländische Schriftsteller, welche im Geiste Schillers für die deutsche Nationalkiteratnr wirken, sowie deren Hinterlassenen, zu unterstützen. Die Nation soll und will, was sie bei Schiller versäumt hat, wenigstens durch Dankbarkeit gegen seine Epigonen wieder gut machen. Die Schillerstiftung hat ihren Vorort in Weimar, während in den größeren deutschen Städten besondere Vereine bestehen. Der nächste für uns ist in Frankfurt. Wir beabsichtigen, uns au diesen anzuschließen, in der Voraussetzung einer solchen Einrichtung, daß in dessen geschäftSfnhrenden Ausschuß demnächst auch Nassau vertreten sein wird.
Endlich beabsichtigen wir, und zwar nöthigen Falls mit eigenen Geldmitteln, dafür zu sorgen, baß in die Bibliothek einer jeden Volksschule des Landes die neuerdings vemnstaltete Auswahl von Schillers Gedichten gestiftet werde.
Auch durch diese Verwendungen gedenken wir, eben so, wie durch die Feier selbst, das Andenken Schillers zu ehren. Unsere Mitbürger »verden uns — davon sind wir überzeugt — in unseren Bestrebungen unterstützen. Wiesbaden hat in dem vorige» Jahre bxi dem Musikfeste gezeigt, welchen rogen Sinn für die schönen Künste rS hat; daß es kann, was es will; und daß wenigstens der -Teldpuukt für unsere Stadt keim Hinderniß ist. Mr glauben daher keine FeA« dittc iu tt)uu, wryn wir auch diesmal au den Wemeinsteist, den Kunst« imn und den Patriotismus unserer Mitbürger appelliren.
Wiesbaden, de» 26. October 1859.
Vas Lrst-ConM, Abheilung der Finanzen,
vr. Lur. Braun, Vorsitzender.
«ostlin. «.Habe,. F. <?. Natsian. M. Betete. A^Stern. Ä. «. flfced-eL SchildLuecht. Saßmann. C. W. Krerdel.
834 K. W. Käsebier.
