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Seite 4« _ ALenb-AuSgabe, 1. Matt.

den einen besonderen Dank für die ihm zur Erleichterung seiner Hin- und Rüsreise erwiesenen Aufmerksamkeiten aus­gedrückt.

Der Güterverkehr auf einige Tage eingestellt.

Berlin, 31. Aug. (Eig. Drahtbericht) Nach einer der Handelskammer in Berlin übermittelten Bekanntmachung der Eisenbahndirektion Berlin ist infolge militärischer Maß­nahmen der gesanite Privatgüterverkehr auf einige Tage ein- gestellt worden. Freigegeben für den Güterverkehr bleibt noch folgendes Gebiet: a) die Strecke vom Görlitzer Bahnhof;

k>) die Strecke Anhalter Bahnhof über Zossen und o) die Strecke Potsdamer Bahnhof über Werder.

Oie militärische Vorbereitung der Jugend.

Die „Nordd. Mg. Ztg." veröffentlicht folgenden Er­laß: Vom Kriegsminister, dem.Minister der geistlichen und

Unterrichtsangelegenheiten und dem Minister -des Innern ist folgender Erlaß, betr. die militärische Vorbereitung der Jugend während des mobilen Zustandes, veröffentlicht wor­ben: Eine eiserne Zeit ist angebrochen, welche die höchsten

Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Opfevwilligkeit jedes einzelnen stellt. Auch die Heranwachsende Jugend vom 16. Lebensjahr ab soll nötigenfalls zu militärischem Hilfs- und Arbeitsdienst nach Maßgabe ihrer körperlichen Kräfte herangezogen werden. Hierzu und für ihren späteren Dienst im Heer und der Marine bedarf sie einer besonderen mili­tärischen Vorbereitung. Zu diesem Zwecke werden am besten in den größeren Orten oder für mehrere kleine gemeinsam die jungen Leute aller Jugendpflegeverei-ne vom 16. Lebens­jahre «b gesammelt, um nach den vom Kriegsminister ge­gebenen Richtlinien unverzüglich herangebildet zu werden. Es darf erwartet werden, daß' auch diejenigen jungen Männer, die bis jetzt den Veranstaltungen für die sittliche und körperliche Kräftigung ferngeblieben sind, es nunmehr -als eine Ehrenpflicht gegenüber dem Vatevlande arischen, sich freiwillig zu den angesetzten Übungen nfw. einzusindcn. In den Provinzen veranlassen das Weitere bezüglich der mili­tärischen Vorbereitungen die stellvertretenden Generalkom­mandos, denen empfohlen wird, sich dabei in Preußen dev staatlichen Bezirks-, Kreis- und Ortsausschüsse für Jugend­pflege zu bedienen. Alle Behörden werden aus-gesordert, die militärische Vorbereitung der Heranwachsenden Jugend nach Kräften zu fördern und zu unterstützen. An diejenigen aber, welche bisher schon im Dienst der Sache gestanden haben, er­geht die Bitte, nicht bloß selbst in der bisherigen treuen Weise weiter zu helfen, sondern auch neue Mitarbeiter zu ge­winnen. Der Minister der geistlichen und Unterrichtsange, legenheiten v. Trott zu Solz. Der Kriegsminister v. Falken­hahn. Der Minister des Innern v. Loeibell.

Die Engländer über ihre Landungskorps.

Amsterdam, 30. Aug. Ein schon vor einigen Tagen im „Truth" erschienener Artikel seht auseinander, daß das nach Frankreich gesandte Landungskorps, 160000 Mann In­fanterie und 8000 Mann Kavallerie, die aus­gesuchtesten Truppen seien, die .England besitze, alle weniger erfahrenen Soldaten seien durch erprobte Leute er­seht worden. Wie groß der Eindruck von der Niederlage die­ses Musterheeres in offiziellen englischen Kreisen war, das geht daraus hervor, daß Ministerpräsident Asquith an die Bürgermeister von London, Dublin und Cardiff die Aufforde­rung richtete, im ganzen Lande Versammlungen abzuhalten, um die Gerechtigkeit der englischen Sache in diesem größten Krieg, den England jemals zu bestehen hatte, darznlegen.

Zur angeblichen Landung neuer englischer Truppen in Ostende.

W. T -B. Berlin, 31. Aug. Zu der Meldung, Laß Churchill im. Unterhaus mitgeteilt habe, cs seien neue Truppen in-Ostende gelandet worden- sagen die „N. N.", wir glauben'nicht- daß Las britische - Volk nach der Nachricht über die Niederlage der englischen Armee diese Rüde Churchills mit großer Begeisterung ausgenommen hat. Auch dieses neue Heer werden unsere braven' Truppen nicht fürchten.

Auch der englische Premierminister hält mit der Wahrheit zurück.

Hd. Amsterdam, 30., Aug. Im Unterhause teilte Asquith lediglich mit, daß britische Truppen von einer deutschen Truppcnmacht, deren Stärke er angab, angegriffen worden sei und daß. ein Teil des englischen Heeres schwer unter einem K a v a ll e r i e a n g r i ff gelitten habe. Ein anderer Teil des Heeres sei an der rechten Flanke angegriffen wor­den, habe aber dem Feinde schwere Verluste beigebracht. Die Haltung der englischen Truppen sei in jeder Hinsicht bewun­dernswürdig.

Die Herrschaft der «englischen Kricgspartci.

Die sehr verläßliche israeltische Zeitschrift „Egyen Loeseg" in Budapest meldet aus London, daß der englische Schriftsteller und Politiker Israel Zangwill, der Gründer der „Jewish Territorial Organisation", auf Befehl der englischen Regie­rung vor einigen Tagen von der Polizei verhaftet wurde. Zangwill hat der liberalen öffentlichen Meinung seines Vater­landes- Ausdruck verliehen und eine Agitation gegen den Krieg und dagegen-begonnen, daß das freie England dem ver­fallenden Zarismus zu Hilfe eile. . Zangwill stand nicht allein mit dieser Ansicht; das englische Judentum folgte in einem Lager seinem Führer, der auch die Unterstützung liberaler Kreise für sich gewann. Zangwill veranstaltete in der ver­gangenen Woche in London dreiMeetingsgegcnden Krieg; an allen drei nahmen viele Tausende teil. Ein solches Meeting fand auch in Leeds statt; auch hier griff Zangwill mit außerordentlich scharfen Worten die englische Regierung an und forderte im Namen der Kultur, daß Eng­land unverzüglich den Krieg zur Unterstützung Rußlands ein­stelle. Als Zangwill von. diesem Meeting nach London zurück- kehrtc, wurde er ans Befehl des Ministeriums durch die Polizei verhaftet. (Franks, Ztg.)

Amerika und das Vorgehen Japans.

# Berlin, 31. Aug. (Eig. Drahtbericht) Dem hiesigen Ver­treter eines großen Amsterdamer Hauses ist aus London fol­gende Meldung zugegangen: Japans Auftreten hat Amerika auf höchste erregt, da Japans Absicht, sich territorial in Cbina auszubreiten, klar ist. Der Alarm der New Yorker Presse macht in. London großen Eindruck. Die Mängel der kriege­rischen Vorbereitungen Frankreichs wirken hier gleichfalls ver­stimmend, so daß die skeptischen Betrachtungen über die Zweck- nräßigkcit der Teilnahme Englands sich mehren.

Kus der neutralen Schweiz.

o. Luzern, 24. Aug. Mit mustergültiger Genauig­keit wird bei uns im gegenwärtigen europäischen Kriege die A u f r e ch t e r h a I t u n g der Neutra­lität von unseren an der Grenze sichenden 410 0 0 0

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Mann starken aktiven Armee inkl. L-andtvchr gswahrt. Die Versuchung, besonders . französischer Truppen, den Weg von Belfort durch den Col de Roches aus Schwer- zergebiet und dann von links ins Elsaß zu gelangen, ist auch gar zu groß. Fast täglich kommen besonders Patrouillenreiter so nahe der Grenze, daß unsere Triip- pen genötigt sind, mit gefälltem Bajonett Übergriffe ins Schweizergebict zii verhüten. Auf diese Weise muß­ten bereits ni e h r -e r e Hundert französische Soldaten interniert werden, welche die Schwei­zergrenze überschritten Hütten. Das gleiche Schicksal passi crte auch einer deutschen Kavallerie- Patrouille. Der die Jäger befehlende Leutnant heißt Renz, ist im Zivilverhältnis Referendar in Karls­ruhe; er -war begreiflicherweise sehr niedergeschlagen, mußte sich aber ins Unvermeidliche fügen. — Am 22. August, gegen 8 Uhr abends, kam ein f r a n z ö- s i s ch e s Militärflugzeug von B e I f o r t her bis weit in die Schweiz hinein und mußte bei Delle- m o nt wegen Motondcfekts landen. Naben dem Piloten hatte noch ein französischer Offizier in dem Flugzeug, -das 5 Bomben enthielt, Platz genommen. Nach er­folgter Ausbesseriing wollten sie wieder aufsteigen, wurden aber durch die herbeigeeilte Landwehr von Dellemont daran verhindert und entwaffnet. Das Militärflugzeug wurde auseinandergenommen und nach Bern gebracht, während die beiden Flieger ent­waffnet und nach dem Nächsten Hauptquartier nach Münster im Jura als Gefangene gebracht wurden.

Gin französiscker Spion in der Schweiz verurteilt.

W'. T.-B. Straßburg, 31. Aug. (Nicht amtlich.) Wie die „-Straßburger Post" aus. Basel berichtet, hat das Baseler Strafgericht am 26. August den Agenten Adolf Reisser aus Sennheim im Ob-Lrelsaß, der als Mitglied eines französischen Spionagebureaus fgstgestellt wurde und einräumte, daß er seit Fahren zugunsten Frank- r-eichs Spionagegeschäiie betrieben und dafür reichliche Geld- nn-terstützungen aus Belfort erhalten -habe, auf Grund des schweizerischen Spren-gstoffgesetze's zu drei Jahren Zuchthaus uwd lebenslänglicher Ausweisung aus der Schweiz verurteilt. Reisser bewährte in seinem Keller seit vier Jahren eine mit Benzinsäure ^ gefüllte Bombe auf, welche zur Sprengung der. Ei s en b ahn L r ü ck e bei Waldshut während der Führt eines deutschen Militär­zuges bestimmt war.

vom fünftenTageöerNiesenschlachtinGalizien

Kriegsprcssequartier, 80. Aug. Die Ricsenschlacht dauert am heutigen fünften Tage fort. Die Stimmung im Hauptquartier ist g « t.

Bon der zweiten Schlacht bei Krasnik.

G Berlin, 31. Aug. (Erg. Drahübericht) Aus dem österreichisch - ungarischen Krieg s p r e s s ä q u a r -ti e r Wird mit amtlicher Genehmigung von dem Kriügsb-errcht- -erstatt-er des „B. T." -gemeldet:

Nach Beendigung der ersten Schlacht bei Krasnik am 26. August ging der linke Flügel der österre-ichisch-ungarischc-n Armee in einem Tage 25 Kilometer bis Nedrzwica -vor, wo die zurückgehenden Russen in.stark verschanzten Stel­lungen ihre Resevven erwarteten. Hier fand eine neue Schlacht statt, die mit dem völligen Siege der öster­reichisch-ungarischen Armee endete. Auf russischer Seite waren (wie gemeldet) 10 Divisionen vo-n 6 Armeekorps betei­ligt, was zusammen mit den in Ostpreußen geschlagenen 'KovpS fast ein Drittel der Fried enszahl der russischen Truppen.-ausmacht. Die Entfernung bis Lublin beträgt weniger als ein Tagesmarsch, so.daß die Österreicher be­reits -vor Lublin stehen. Obwohl die siegreiche Offensive des linken Flügels ohne unmittelbaren Zusammenhang mit der L -e m Berger Schlacht steht, ist ein wesentlicher Ein­fluß auf die Entschließungen der russischen Heeresleitung für die noch fortdauernde Hauptschlacht voraus- zu sehen. »

Die Haltung der Polen ln Rußland.

W. T.-B. Wien, 29, Aug. (Nichtamtlich) Die „Reichs­post" veröffentlicht den Bericht ihres Sonderberichterstatters bei den polnischen Freiwilligen aus Iedrzejow vom 22. August. Der Bericht stellt fest, daß die polnischen Schützen überall von der Bevölkerung, in welcher der Haß gegen die Russen sehr groß sei, begeistert ausgenommen wur­den. In allen besetzten. Orten Russisch-Polens würden die waffenfähigen Männ-er in Abteilungen organisiert, die infolge ihrer guten Ortskenntnis ausgezeichnete Kundschafter­dienste leisteten. Die Beschießung von Kielce durch die Russen hätte keinen großen Schaden angerichtet, da die Russen sehr schlecht schossen. Die polnischen Schützen hätten sich überaus tapfer gehalten und die Stadt bis zum Anrücken militärischer Kräfte verteidigt. Nach sechs- tägigem Kampf gelang es. die russischen Stellungen bei Kielce zu umgehen und .den Feind zum schleunigen Rückzug zu zwingen. Ein jüdischer Spion wurde verhaftet und stand­rechtlich erschossen. — In Kielce fand der Berichterstatter im „Kurper Warszäwski" vom 14. August ein Manifest der russischen Regierung an die Polen, in welchem es heißt, daß die R u s s e n einsähen, daß den Polen gegenüber viele Fehler begangen worden seien. Diese sollten jetzt gutge­macht werden. Rußland wolle Polen als einer slawischen Nation zur Erkämpfung ihrer Freiheit Hilfe leisten. Der Bericht fährt fort: Das Manifest wurde natürlich sehr kühl ausgenommen. Die Kosaken plünderten und raubten, was sie .konnten, -entflohen aber zumeist, sobald sie unserer Truppen ansichtig wurden. Sie wagen sich nur in großen Massen vor . und verschwinden, wenn sie Gefahr wittern.

Ein großpolnischer Aufruf in Kielce.

W. T.-B. Krakau, 29. Aug. (Nichtamtlich.) Die Zeitung „Czes" brachte gestern die Nachricht, daß in Kielce folgende Bekanntmachung an die Einwohner von Kielce ange­schlagen worden ist: „Am heutigen Tage habe ich die Führung der politischen Geschäfte und die Stadtverwaltung übernom­men. Im Namen des Oberkommandos der polnischen Frei- Willigen-Legionen fordere ich die Bevölkerung zum Eintritt in die Reihen'der polnischen Legionen und zur Teilnahme an dem Wirken für die-n a t i o n a l - p o l n i s ch e Sache auf. Folgende Anordnungen sind genau zu befolgen: Alle russi­schen Aufschriften, Schilder usw. sind binnen 24 Stun­den zu entfernen; Zuwiderhandelnde werden zu strenger Ver­antwortung gezogen. Auf öffentlichen Gebäuden sind pol­nische Na t i o na lfah-n'en zu hissen. Mit der Exekutiv­gewalt hinsichtlich politischer Übertretungen und Vergehen ist die Feldgendarmerie der polnischen Freiwilligen-Legionen be-

Montag. 31. August 1914.

Nr. -104.

traut. Es ist jedermanns Pflicht. V e r r ä t e r und Spione

den Behörden anzuzeigen. Druckschriften unterliegen der militärischen Zensur. Die Bevölkerung wird ausgefordert, allen Anordnungen der österreichischen Behörden Folge zu leisten." Die Bekanntmachung ist unterschrieben von dem Kommissar der polnischen-Freiwilligen-Legionen Michael S o k o n i ck i.

Eine Ergcbenheitserklürung der ungarischen Serben.

W.T.-B. Budapest, 30. Aug. (Nichtamtlich) Abordnungen dev serbischen Bewohnerschaft von Obecse und Szenttamas erschie­nen unter Führung der Lehrer, Pfarrer und sonstiger In­tellektueller bei dem Oberstuhlrichter und gaben die feierliche Erklärung unverbrüchlicher Treue zum ungarischen Vaterland und König ab. Sie erklärten, daß sie bereit seien, Leben und Vermögen für das ungarische Vaterland zu opfern gegen jeden Feind, wer immer es sei. Sie verwiesen darauf, daß auch ihre Kinder auf den Schlachtfeldern bluteten, wie die Angehörigen der anderen Nationalitäten, und daß sie sich mit dem tiefsten Abscheu von den Verrätern abwendeten.

Der kaltgestellte Kronprinz von Montenegro.

1 Kronprinz Danilo -von Montenegro ist bei den ^Unter­tanen seines -Vaters nicht besonders beliebt, weil man ihn für einen unsicheren Kantonisten hält; -denn er hat -bekanntlich -eine deutsche Fürsten-tochter zur Frau. Man patte früher schon einmal versucht, ihn zu bewegen, zugunsten seines jüngeren Bruders, des Prinzen Mirko, auf die Thronfolge zu verzichten. Auf dem Umwege ülb-er Italien erfährt man jetzt, daß der Kronprinz -an dem Kriege seiner Landsleute nicht teilnimmt. Er ist beim Ausbruch des Krieges ganz plötzlich, abernoch rechtzeitig krank geworden und, um sich kurieren zu lassen, nach „dem neutralen Italien -abge­resst, wo er sich in dem Badeorte Monteoatini auf-hält, Envcr-Pascha erkrankt und wieder genesen.

W. T.-B. Konstantinüpel, 30. Aug. Kriegsminister Envcr-Pascha, der -seit einigen Tagen infolge einer Jn-dis- position das Zimmer hüten mußte, wird .morgen - seine Tätig­keit wieder aufnehmen.

Die türkische Genugtuung über die deutschen Siege.

W. T.-B. Konstantinopel, 30. Aug. (Nichtamtlich.) Der Abgeordnete U b e i d u l l a h, der vor drei Jahren in einem Peraer Theater bei einer dort abgehaltenen Protestversamm­lung gegen die englisch-russische Politik in Persien eine be­geisterte Rede für Kaiser Wilhelm und Deutschland gehalten hatte, stattete gestern in Begleitung von drei arabischen Nota- beln aus Mekka dem deutschen Botschafter einen Be­such ab, um ihm seine Glückwünsche anläßlich der deutschen Siege auszüsprechen.

Oie Wirkung der Lügenberichte.

Wie die englisch-französischen Lügenberichte im Ausland gewirkt haben, ergibt sich aus dem folgenden Brief den eine Wiesbadener Schwester des-Roten Kreuzes von einer, in Detroit in Amerika wohnenden deutschen Angehörigen am letzten Donnerstag erhalten hat: „Walter will, daß ich Dir schreiben soll, sofort a-rs Deutschland zu gehen; -es wird eine fürchterliche Revolution werden. Er sagt, Du kannst das nicht aushalten, er will, daß Du hierher kommen- sollst. Seit gestern sind alle Schiffe gestoppt; ich weiß nicht, ob Du diesen Brief bekommst. Du mußt über Holland nach England qxhen und dannchierher. Dein Leben ist nicht sicher. Du kannst nur Dein Geld mitnehm-en und mußt heimlich fort- gehen. Es wird schrecklich werden wegen der Russen! Interessant ist es, daß der Brief am 1. August geschrieben worden ist. .

Man schreibt uns-: Bezugnehmend auf den Artikel m der Samstag-Morgen-Ausgabe „Die Wirkung der Lügen «n Amerika" möchte ich bemerken, daß jeder Amerikaner, der Deutschland und die Deutschen kennt, eigentlich nicht oarauf hineinfallen konnte. In einem Brief, den wir gestern aus San Francisco erhielten, steht: „Wenn nur ein Hun­dertstel von dem wahr wäre, was die Zeitungen hier berichten, könnt's einem ja ungemütlich werden! Dar­nach benimmt sich Deutschland wie ein gemeiner Schuft, w überall schon vor Tagen im Feindesland drin, vor Paris liegen ganze Armeekorps der Deutschen, ehe der Krieg erklärt ist, Frankreich und England tun das Unglaubliche um Frieden zu erhalten. Wir glauben nichts von dem!"

Einem anderen amerikanischen Brief aus Pittsburgw Pa., entnehmen wir: '„Mir ist wehe ums Herz, ich fühle miw nur ganz Deutscher' wieder, und die 35 Jahre amerikanischen Lebens sind wie ausgewischt, und mein deutsches Gefühl ist seiner ganzen Ursprünglichkeit zurückgekehrt. Der deutsw Löwe, von einer Meute elender Wölfe und Hunde umklaN' hat schweren Stand. Seitdem das deutsche Kabel von den Britenhunden abgeschnitten ist, sind wir hier in Amerika 9« ” abgeschnitten von den -wirklichen Ereignissen drüben, denn an Nachrichten kommen über England und Frankreich, unc> a lauten natürlich so, als ob Deutschland die alleinige WT trüge und Niederlage über Niederlage erleide. Die +T_L bringt eine Hiobsnachricht um die andere. Wir Deut) glauben nicht daran, denn wir wissen, daß, wenn DeutM im Feld steht, es seinen Mann stellt. Ach, wenn wir nur ew Gewisses wüßten. Ich bitte Dich, liebe Luise, schreibe doch»! gleich und sende mir deutsche Zeitungen. In trauern Herzen trage ich mein liebes, altes Deutschland."

Aus B u e n o s - A i r e s, 4. August: „Hier ist alles « und Flamme für Frankreich und man srn-gk die Marstiu , und hißt französische Fahnen, so -ein armes Volk, alles E Telegramme von Havas hin, lauter Lugen. Das veu i Volk hier verhält sich ruhig und ist der Meinung,.daß M land genau wüßte, was zu seinen Gunsten. Stehe Gott in diesen schweren Tagen dem so tüchtigen den; t Heer und Heerführern bei und lenke alles."

F-ürtz Rote Kreuz. .,

W-. T.-B. Wien, 29. Aug. Das HerrenhausnE

Dreher spendete 200 000 Kronen für das Rote K-veuz nbe.tc kriegshumanitäre Zwecke sowie 2000 Kronen fu Diener Hilfskomitee zur Unterstützung zuruckgebmv^. fcanili-en reichsdeut,cher Krieger. Zu-m gleichen Zweae net-en die Bcreinigien Brauereien 1000 Kronen.

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Deutsches Reich.

* Hof- und Pcrsonal-Nachrickitcn. Der Königlich ,

err Gencrallandschasisdirettor F. D. August ü J *1 ^

ijttfllieb des Herrenhauses, auf Rundhos in Holstem,

ovben. Rädern-

* Zum Tode des Erbprinzen Lurtpold von -»"W wnnerstagabend erfolgte die Überführung tec » „ n cä ovbenen Erbprinzen Lurtpold- von BerchteSgaoe München. Vom Hauptbahnhot bewegte sich der Keime.