St, 4€8.
Sonntag, 30. Vugust 1S!4
, F-rt mit dem Französischen. Ein Leser sendet uns solide Anregung: „Wenn man das Vereinsregister durchsieht, lin £ an au f aIIe mögliche fremde Namen. So liest man auch ? "Pompierkorps". Wir entsinnen uns noch dunkel, daß es Mnal unter diesem Namen eine freiwillige Feuerwehr gab, ° aber längst nicht mehr besteht. Zu was also noch ein ^arnpierkorps" ? Fort damit, und das nicht unbeträchtliche ,,^ÖAen dem deutschen Vaterland geopfert für den einen Wanderen Zweck; V ergnü g u ng s vereine gibt es ja '"«5m mehr als genug. Leider!"
> — Ansichts-Postkarten im Fcldpostverkehr. Die Versen- , tlon Ansichts-Postkarten im Feldpostverkehr ist ebenso , a;sig wie die von gewöhnlichen ungestempelten Postkarten- ^alaren. Zur Erleichterung der Sortierung ist es drin- . erwünscht, daß bei diesen Karten die Aufschrift, was Voll- ^aigkeit und Anordnung anlangt, dem Vordruck auf den
^ pichen Feldpostkarten entspricht. Zur Zurückweisung von ."Ilchts-Postkarten, die diesen Anforderungen bezüglich der stchrift nicht entsprechen, sind die Postanstalten nicht be-
. - Pt. Der Absender hat in solchen Fällen die durch die un- »^>chen-de oder unübersichtliche Adressierung entstehenden "Zögerungen in der Beförderung der Postsachen sich selbst
"^schreiben.
k. — Eine Kricgsnachrichtentafcl hat Herr Kurdirektor von ^ayer jetzt im Kurgarten anbringen lassen. An der ^fel werden
nur die amtlichen Depeschen ausgehängt.
^berichte über Hunst, Vorträge und verwandtes.
iP? Königliche Schauspiele. In der am Dienstag zu Vollsten stattfindenden Neueinstudierung von Kleists „Prinz ^t>nch von Homburg" sind die Hauptrollen mit den Herren Ehrens, Everth. Lehrmann, NodiuS, Schwab, Zollin ;^,t>en Damen Eichelsheim und Gaubtz besetzt. Die Regie Herr Legal.
^' Konzert. Gussy Aloff veranstaltet km September i»‘ Besten einiger. durch den Krieg in Not geratener Kolle- igPn ein volkstümliches patriotisches Konzert im großen der „Wartburg". Max Baprhammer vom Frankls.. Schauspielhaus. als Schauspieler, Rezitator und Autor irv "npst bebrnnt, bat in liebenswürdigster Weise seine Mit- zugesagt. Für unsere Soldaten sinv 100 Ehrenkarten freien Eintritt bestimmt.
6ns dem Landkreis Wiesbaden«
j. =7 Biebrich, 29. Aug. Der Gewerbeverein in ?°rich hgt für die Kriegsfürsorge 1500 M. bewilligt. 500 •5* wurden davon dem Bicbricher Ortsausschuß für Kriegs- ^^°rge überwiesen mit dem Wunsch, daß auch Angehörige : t J. Ur Fahne einberufenen Handwerker nach Möglichkeit unecht werden möchten. 1000 M. wurden dem Vorstand zur ^^rstützung von Bereinsmitgliedcrn, die durch den Krieg in geraten, zur freien Verfügung gestellt.
Bierstadt, 27. Aug. Der erste Bierstadter, dessen Tod l j dem Schlachtfeld gemeldet wird, ist ein Sohn der bve Meng es, der Inhaberin des Wirtslokals „Zum
___ MresbaSever TagblaN.
Gambrinus". Der junge Mann diente in einem bayerischen Regiment. ...
88 Erbenheim» 28. Aug. Die evangelische .Kirchengemeinde hat beschlossen, zum Westen der Kriegs f ü r s o r g e den Betrag von. 2000 M. zur Verfügung zu stellen. — Das Proviantamt Mainz kauft fortgesetzt Weizen, Roggen, Hafer, Heu — auch Kleeheu —■' und Weizen- und Roggenstroh, Flegel- und Maschinendrusch. Einlieferungen können zu den jeweiligen Tagespreisen täglich stattfinden, und zwar Weizen und Roggen im Magazin Holzhof, Hafer im Magazin Rheinallee, Heu und Stroh in den Scheunen beim Schlachthaus und in den Magazinen Finthen, Hechtsheim, Kostheim und Wiesbaden. — In der letzten Gemeindevertretersitzung wurden die von dem Gemeinderat in Aussicht gestellten 10 000 Mark zugunsten der hilfsbedürftigen Zurückgebliebenen hiesiger Kriegsteilnehmer einstimmig genehmigt. — Bis jetzt sind etwa 250 Mann unter die Fahnen gerufen worden. — Der Gemeindevertreter Schäfer wurde als Mitglied in den Arbeitsausschuß für K r i e g s f ü r s o r g e gewählt. — Vor einigen Tagen wurden die ersten Quartiergelder ausgezahlt; für die Mannschaften wurden 1 M. 20 Pf. und für die Offiziere 1 M. 60 Pf. gezahlt.
Provinz Hessen-Nassau.
Regierungsbezirk Wiesbaden.
— Bad Homburg v. d. H.» 28. Aug. Der bisher hier wohnhafte französische Vizekonsul Pierre d e France de T e r s a n t ist unter Hinterlassung einer erklecklichen Schuldenlast bei dem Ausbruch des Kriegs still und heimlich von hier abgereist. Seinem Hauswirt schuldete er.für Miete, Licht und Wäsche u. a. mehr als 800 M.
Letzte Orahtberichte.
Österreichische Genugtuung über die deutschen Siege.
ZV. T-B. Wien, 29. Aug. (Erg. Drahtbericht) Die Blätter geben immer mehr ihrer .gesteigerten Bewunderung und ihrem Staunen Ausdruck für das kaum faßbare überwältigende Borwärtsdrängen der deutschen Armee, He mit zermalmender Wucht alle entgegenistehenden'französischen Heere und die mit ihnen verbündeten englischen und belgischen Streitkräfte niederschmettern, zersprengen und über die Festungen dahin fegen. Die Blätter sind überzeugt, daß, nachdem die gigantische unwiderstehliche Phalanx mit ihrer Spitze bei. St. Quentin nur noch wenige Tagemärsche von Paris entfernt ist, «der endgültige Sieg über Frankreich schon jetzt entschieden ist, und haß Deutschland und Qsterveich- Ungarn anigesichts eines solchen in der Weltgeschichte bisher uwevhörten Gelingens der Weiterentwicklung der Ereignisse auch auf den übrigen Kriegsschauplätzen Mit voller
Morgen-Ausgabe, 1. Blatt. Seite 3.
Zuversicht ins Auge sehen könne. Ganz besondere Freude und Genugtuung herrscht aber über die Katastrophe der englischen S ö l d n e r s ch a r e n, der lbesten Truppen des Jnselreiches.
Das Abschiedstclegramm Kaiser Wilhelms an den Grafe» Szögysny-Marich.
ZV. IVB. Wien, 29. Aug. Kaiser Wilhelm richtete au den Grafen SzögyAny-Marich anläßlich seines Scheidens vom Berliner Bosschafterposten folgendes Telegramm: „Im Augenblick Ihrer Abreise von Berlin möchte ich Ihnen, mein lieber Graf, noch einmal wiederholen, daß ich Ihrer treuen, der Pflege der immer engeren Freundschaft Deutschlands und Österreichs gewidmeten Tätigkeit ein stets dankbares Andenken bewahren werde. Gott sei mit Ihnen und den Ihrigen. W'ilhelm, I. B."
Die ostpreußischcn Flüchtlinge werden zur Rückkehr auf- gefordcrt.
ZV. T.-B- Berlin» 29. Aug. Der Magistrat vou Osterode in Ostpreußen telegraphiert, daß sämtliche Flüchtlinge zurückkehren können, da der Feind geschlagen ist.
Zur Abreise des Fürsten Wilhelm aus Albanien.
□ München» 29. Aug. (Eig. Drahtbericht) Die Kinder des Fürsten Wilhelm von Albanien sind bereits in München angekommen und halten sich zur Weiterfcchrt bereit._
5lu§ unserem Leserkreise.
stricht verwendete Einsendungen rönnen weder zurückgelandt, noch ausbnvabrt werden.!
* Sie haben im Abendblatt vom 20. August die Äußerungen einer hiesigen Dame gebracht, in welcher Diese schrieb, daß sie trotz aller Bemühungen das verschiedenste Personal suchte ohne Erfolg. Dazu möchte ich Ihnen dre traurigen Erlebnisse einer jungen Kriegevsfrau. deren Mann draußen für das Vaterland kämpft, schildern: Dieses arme Frauchen ist jetzt ein Jahr verheiratet, sie sucht nun wieder eine Stelle, bisher trotz sehr guter Zeugnisse umsonst und. sie ist aufs Verdienen angewiesen, da sie ja doch ihrem Manne das kleine bescheidene Heim erhalten will, wenn er ivtederkommt. Die vierteljährliche Miete ist am 1. September fällig und es ssM noch einige 60 M. aus das bescheidene Mabiliair abzutragen, sie will so gerne schassen, um alles frei zu haben, wenn ihr Mann wiederkomnrt. Sie wurde derschieventlich abgewiesen mit der Motivierung: Ja, wenn Ihr Manu dann wreder-
kommt, gehen Sie uns ja wieder fort und wir können uns dann wieder eine Neue suchen. Vielleicht teilen Sie Interessenten Näheres mit. (Gewiß, gerne. Die Red.)
Briefkasten.
sibi« SdjrfftWtEiM beS Wiesbadener TagblattS beantwortet nur schriftliche Bnfragen im Briefkasten, und zwar °bnc Rechirverbindlichkeit. Besprechungen können nicht aewäbri werde-' »
E. I. Die Flugzeugwerke I. Goedecker in Mainz-Gonsenheim und die Euler-Werke in Frankfurt a. M.
F. R. Wenden Sie sich an das Arbeitsamt. Ecke Schwal- bacher- und Dotzheimer Straße.
UandeteteH.
Unsere Geldverhältnisse.
,, lsstz vielerlei von der Regierung in der letzten Zeit gelben Maßnahmen, die einem allgemeinen Mora- l'iuin Vorbeugen sollen, verfehlen ihre günstige Wirkung V> wie sich schon jetzt“ in den Städten, wo sie zur prak- “>en Durchführung gelangt sind, erkennen läßt. Zahlreiche y Deutsche, die sich unter Mübsalen und Schwierigkeiten j duroh.zusch.lagen haben, und beim Mangel an B e - [i®bs kapital vor dom Zusammenbruch stehen, würden dankbar für ein Moratorium sein, und sie spähen ge- auch jetzt noch ängstlich nach der Möglichkeit dieser aus. Insbesondere für sie ist die Gründung v o n J'eskr'editbanken, wie solche in vielen GroB- so auch in Wiesbaden (vergl. Artikel in der Frel- ^orgenausgabe) angestrebt wird, in diesen harten Zeiten “großem Nutzen. Sollte es gelingen, durch diese Kriegs- ^tbanken, deren Grundlagen später womöglich erweitert könnten., die Vorteile eines allgemeinen Moratoriums . kroßen Teil zu ersetzen, so wäre das überaus erfreulich,. )a mit dieser Einrichtung keineswegs die Nachteile mit in benommen werden müssen, die ein allgemeines Morato- d 1 freilich notwendigerweise im Gefolge haben muß. Übertreten neben den Kriegskreditbanken ja auch die anderen 5 6r wogenen Maßnahmen der Regierung in Kraft, Ermächtigung für die Gerichte, einen Aufschub von ' s , ' u n g e n zu verfügen, so die Milderung der strengen J etl im W e c h s e 1 r e c h t, so weiterhin die neugeschaüene "'chkeit einer deutlich zu bestimmenden Geschäftsaufsicht Verhütung von Konkursen. Der Weiterbetrieb
K betreffenden Unternehmungen soll damit gesichert, der "iner und der Gläubiger sollen vor den ärgsten Folgen pm-t werden.
\ Ul e Hauptsache aber ist und bleibt, daß wir g e - ‘ * e n d e Zahlungsmittel haben, ln dieser Hinsicht scheint, so glänzend gewiß unsere finanzielle Kriegs- ist, doch noch mancherlei getan werden zu können.
( Wenig anmutende vaterländische Gesinnung hält leider •T r noch das Gold unter Verschluß, das wir so ,-^dig wie beinahe das liebe Brot brauchen. Auf diese
l “‘tnisse geht ein bemerkenswerter Aufsatz des bekannten 11 Fachmanns Lerdou in der „Zukunft" näher ein, und Rauben, nicht bloß zur Aufklärung, sondern auch zur Ab-
^'gen hier wiedergeben. Ist es denn so schwer, fragt
!ll 8 eines Mißstandes beizutragen, wenn wir seine Aus-
Die metallische Die Bank kann ums sie Metall hat, in Umlauf
, einzusehen, daß 20 Mark in Gold, die im Lederbeutel ij 6r Brust getragen werden, nur 20 Mark, während sie, im ^ der Reichsbank, 60 Mark bedeuten? n '“ moir,Hic.- Vtiockung ist nicht aufgehoben. ac he mehr Notengeld, als
u® 11 * Jeder müßte also der Reichsbank so viel Metallgeld , ren > wie er zusammenkratzen kann. Noch aber fehlen ® s ten§ 1500, vielleicht sogar 2000 Millionen Gold auf den U^dplätzen. Die Reichsbank hatte nach ihrem Ausweis I* ‘2. August 1529 Millionen Mark Gold. Davon sind 205 aus dem Jiiliusturm und der neuen Kriegsreserve en. Auch aus dem Verkehr ist bereits recht viel Gold in die Kassen der Reichsbank zurftckgeflossen, wie regelmäßig in unserem Blatte veröffentlichten Aus- är Reichsbank erkennen lassen. Insgesamt sind seit usweis vom 31. Juli, in dem die Kriegsfurcht Verminderung des Goldbestandes der Reichsbank um tonen zum Ausdruck kam, wieder über 2 2 4 M i 111 o - k 5 a r k in die Kassen der Reichsbank zurückgeüossen. i humer noch liegen sicher große Geldsummen im Ver- Ej Wie groß der Goldschatz der .gesamten Bankwelt ist, CJhan nicht. Dis Taxen liegen zwischen 1000 und 1500 ■ n en. Nimmt man die kleinere Zahl, so würden in allen Vöhältern, staatlichen und privaten, 2500 Millionen Gold j ^ Nach der neuesten Münzstatistik waren bis Ende Juli
1914 5130 Millionen Mark.in Gold ausgeprägt. Möglich, daß weniger in Deutschland ist; der Gesamtbesitz an Gold nebst Barren und ausländischen Münzen kann aber auch größer sein, als die genannte Ziffer angibt. Die Schätzung auf 400 0 Millionen in deutschen Kronen und Doppelkronen ist gewiß nicht übertrieben. Da der deutsche Goldimport die Ausfuhr übersteigt (noch im ersten Halbjahr 1914 um 80 Millionen), spricht alles für einen beträchtlichen Geldvorrat. Zieht man die 25Ö0 Millionen der Banken von den 4000 ab, so bleiben 1500 versteckte Millionen. Die könnten von der Reiehsbank in 4500 Millionen Papiergeld umgewandelt werden. Solcher Riesenhetrag wird dem deutschen Wirtschaftskörper entzogen. Und die Überschätzer des Metallgeldes beschränken sich nicht auf das Gold. Sie halten sich auch ans Silber. Die Reichsbank hat in der-ersten Kriegswoehe 1.52 Millionen Mark SitbergeLd verloren. In der Woche zuvor waren ihr schon 60 Milhonen entzogen worden. Dabei fehlt's aber noch nicht an Silber; die Gesamtsumme deutscher Silbermünzen von 1175 Millionen hat im normalen Verkehr genügt. Nach dem Münzgesetz ist ein Höchstbetrag von 20 Mark auf den Kopf der Bevölkerung zulässig. Bei 65 Millionen Menschen 1300 Millionen. Das Reich dürfte also noch 125 Millionen ausprägen. Die Kriegsreserve in Silber (120 ZM.) hat damit nichts zu tun; sie wird nach dem Friedensschluß von der Reichsbank wieder eingezogen und als gesonderter Fonds aufbewaihrt, bis wieder einmal außergewöhnlicher Bedarf ist. Sieh eine Silbersammlung anzulegen, ist töricht. Das Silbergeld ist bekanntlich eine „untel'wertigc Größe“.
Also heraus mit dem Metall, Private und namentlich Großbanken 1 Die Reichsbank braucht Hartgeld, um die Adern des Wirtschaftskörpers mit frischem Blut zu füllen.
Industrie und Handel.
Vereinigte Hüttenwerke Buibach-Eich-Düdelingen. Das
Hüttenwerk Düddingen hat von seinen sechs Hochöfen bloß noch einen im Betrieb. Die anderen Hochöfen, <ras Staihl- und das Walzwerk, haben den Betrieb eingestellt. Die einheimische Bevölkerung wird teils im Werke, teils zu KanaJl- sationsarbaiten verwandt.
* . ® eflen . Arbeitslosigkeit in der westdeutschen Montamndnstrie Düsseldorf, §7, Aug. In einer im Gebäude des Kahlensvndikats abgehaltenen Versammlung, an der die Leder aller großen industriellen Werke sowie mehrere Regierungspräsidenten teil genommen haben, einigte man sich rni Grundsatz dahin, mit aller Kraft zu erstreben, daß Arbeitslosigkeit m größerem Umfange vermieden werde. Wo Ärbeits- mangel eamtritt, soll man Arbeiterentlassungen nach Möglich-
v^^no'.den und statt dessen Feierschichten. und sonstige Verkürzungen der Arbeitszeit ein treten. lassen, damit alle, wenn auch bei geringeren Löhnen, im Dienst bleiben und die Farnrhen vor ISot geschützt werden. Die großen und kapitalkräftigen Werke werden diesen löblichen Grundsatz für' die erste Zeit sicher durchführen können', zumal bei einer Anzahl noch genügend lohnende Beschäftigung, vorhanden i^t. Bei Krupp z. B. werden in Essen wohl noch mehr als 30 000 Mann arbeiten. Ob die mittleren und kleineren Werke ohne Arbeiterentlassungen durchkommen werden, hängt von der Entwicklung der nächsten Wochen ab. Wenn sich infolge der großen deutschen Erfolgen im Felde das wirtschaftliche Vertrauen kräftigt, wird zweifellos die Beschäftigung wieder in größerem Umfange allgemein auf genommen werden können. Sehr viel hängt davon ab, ob die Eisenbahnen wieder einen regelmäßigen Güterverkehr,, vor allen Dingen den Transport von Kohlen und sonstigen Rohstoffen, aufnehmen können. Der Verkehr auf der Wasserstraße nimmt von Tag zu Tag an Stärke zu. Besonders gehen wieder viele Kohlenschleppzüge nach dem Oberrhein.
* Dia Einlnki ans Holland.. Nach wie vor kommen auf der Rhein Wasserstraße ansehnliche Sendungen aus Holland. Das Ausfuhrverbot für Roggen und Roggenmehl sowie für Reis, Kafcao, Kaffee, Tee, Blei und einige andere Artikel ist zeitlich aufgehoben worden, so dah' auch in Holland selbstgewachsener Roggen wieder nach Deutschland gelangen kann. '
Indessen liegt hierfür bei uns wenig Bedarf vor, da Roggen reichlich vorhanden ist und gerade in Westdeutschland die neue Roggenernte sehr befriedigend ausgefallen ist. Die Aufsuhr von in Holland gewachsenem Weizen sowie von Weizenmehl, Gerade und Buchweizen ist nach wie vor verboten, jedoch passieren holländische Schiffe mit diesen Getreidearten, soweit sie aus dem Transitverkehr stammen, ungehindert die holländische Grenze, da dieser Verkehr auf Grund des § 7 der Rheinschiffahrtsakte von Holland nicht gehindert werden darf und Holland dlie internationalen Verträge streng beachtet. — Die holländische Regierung erwägt, falls die Weizenankäufe in Amerika fehlschlagen, ein Ausfuhrverbot von Reis, wovon noch 150 Millionen Kilo hierzulande vorrätig sind.
* Aus der luxemburgischen Hüttenindustrie. Die luxemburgischen Hiüttengesellschaften haben den Betrieb wegen mangelhafter Kokszufuhr teilweise oder ganz eingestellt. Indes ist es nach den letzten Nachrichten, denen zufolge die Einfuhr lothringischer Kahlen gestattet werden dürfte, möglich, daß die Kokszufu'hr zum Teil wieder aufgenommen wird, und die Lage der Werke sich dementsprechend bessert.
* Die Elektrizitätsindustrie und der Krieg. Die deutsche Elekirizitätsindüstrie gehört zu denjenigen Geschäftszweigen, die durch den Krieg am empfindlichsten betroffen worden sind. Es ist den Gesellschaften aber noch nicht möglich, die Lage derartig zu übersehen, daß sie detaillierte Angaben machen können. Fest steht bisher nur, daß die Beschäftigung infolge des Krieges naturgemäß empfindlich gestört und in einzelnen Fabriken geradezu lahmgelegt ist. Stärker beschäftigt sind die Abteiinnigen für Kriegsmaterial, die gegenwärtig auch solche Fabrikate herstallen, die außerhalb der bisherigen Tätigkeit lägen. Die Zahl der Arbeiter, die die Gesellschaften behalten, geht über die dluxch das Arbei'tsquantum erforderte Zahl weit hinaus.
Versicherungswesen.
* Stuttgarter Lebensverackerungsbarik a- G. (Alte Stuttgarter). Bekanntlich hat auf 2. Oktober d. J. der Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherungsbank a. G. (Alte Stuttgarter) eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Der Versammlung wird!, wie ebenfalls schon angekündigt, eine Änderung der Vorschriften . über Versicherung gegen Kriegsgefahr vorgeschlagen werden, wonach in jede bisher bei der Bank abgeschlossene oder künftighin von ihr zu übernehmende Lebensversicherung bis zu 100 000 M. ohne alles weitere auch die Kriegsgefahr eingeschlossen sei. Inzwischen hat, und zwar am 25. August, der Aufsichtsrat der Bank über den Vorschlag beraten und dem Vorstand seine unbedingte Zustimmung erteil!,ti Noch mehr: im Hinblick auf die über alles Erwarten rasche Entwicklung der Dinge, insbesondere auf dem deutsch-französischen Kriegsschauplatz, konnte der Vorstand sich nicht dazu verstehen, die Versicherten bis zum 2. Oktober, dem Tage der Generalversammlung, hinzuhalten und hat sich deshalb vom Aufsichtsrat ermächtigen lassen, schon jetzt für jede bisher abgeschlossene Versicherung bis zu 100 000 M. den Einschluß der Kriegsgefahr ohne alles weitere, also ohne Antrag, Vormerkung, Vormerkungsgebübr und Monatsfrist, zu bejahen- Entsprechend dieser Ermächtigung wird der Vorstand die Kriegssterbefälle regulieren. Seine Beschlüsse hat der Aufsichtsrat einstimmig gefaßt.
Die Morgen-Ausgabe uinfufjt 10 Seiten sowie die Berlagsbeilagen „Der Roman" und „Illustrierte Kinder-Zeitung" Nr, 18.
Cbesrebattcur. A. Heger Horst.
Verantwortlich slir die innere Politik: A. H ce - rli o rst; für die auswärttqe Politil und „Letzte Drahibcrichle": I)r. phil. G. Schelle »berg; für böä
t euifleton: B u. Na»endor s; snr „Aus Ltadt und Land" und das gesamte ro»i»,teile: C. Rötherdt; sür „Gerichts-aal": H. Diesenbach: für „Short und Luftfahrt": 0i. B.: C Losackcr; für ..Bermi chtcs" und den „Brieslasten"'
C. Losaiker, sür den Handetsuil: W Etz: sür die Anzeige» und Reklamen:
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Druck und Verlag der L. S ch e I l e n b e r g >chen Hos Buchdruckern in Wiesbaden.
Ehrcchstunde der Ncbaltion: 12 bts 1 tlhr; in der politilche» Abteilua» von 10 dir 11 Uhr.
