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8reit<Lg. 28. 5lugust 1914.

Kbenö-KusgabZ.

Ur. 400, 62. Jahrgang.

Siege auf der ganzen Westfront

vie glänzende!! Ergebnisse der ersten 9 zeldzngrtage.

!

V

Erfolge auf der ganzen Linie!

~ W.T.-B. Großes Hauptquartier,28.Ang. deutsche Westhecr ist neu» Tage «ach

seines Aufmarsches unter fort- i^setzt siegreichen Kämpfen auf französischem <rodeu von Cambrey bis zu den Südvogesen "ovgedrunqen. Der Feind ist überall geschlagen ?ud befindet sich vollständig im Rückzüge. Die Mößc seiner Verluste an Gefallenen, Ge­äugenen und Trophäen läßt sich bei der ge­waltigen Ansdehnung der Schlachtfelder in bin, Teil nnübersichtlichem Felde nnd Gebirgs- «elästde noch nicht annähernd übersehen, j. Die Armee des Generalobersten v. Klnck die englische Armee bei Manbenge ge­worfen und sie heute südwestlich von Man- "kNge unter Umfassung angegriffen.

Die Armeen des Generalvderstc» v. Bülow ^>d Generalobersten Freiherrn v.Hausenhaben Lwg 8 Armeekorps französischer nnd belgischer Gruppen zwischen Sambre, Namnr nnd der ,.^»as in mehrtägigem Kampfe vollständig ge- uhiqgen und verfolgen sie jetzt östlich Manbenge ^rbei.

Namnr ist nach dreitägiger Beschießung ^fallen. Der Angriff ans Manbenge ist ent­bleitet. Die Armee des Herzogs Albrecht Württemberg hat den geschlafenen Feind 'ber de» Semois verfolgt und die Maas über- 'chritten.

> Die Armee des deutschen Kronprinzen hat fffesiiate Stellung vorwärts Longwy genom- "c» sind einen starken Angriff ans Verdun ^gewiesen; sie befindet sich im Vorgehen gegen Maas. Longwy ist gefallen.

'!. Die Armee des Kronprinzen von Bayern llbei der Verfolgung in Lothringen von neuen Endlichen Kräften in der Position von Nancy M ans südlicher Richtung angegriffen worden. ?ie ht den Angriff zurückgewiesen. Die Armee ^ Generalobersten von Heeringen setzt die ^krsolgnng in den Vogesen nach Süden fort.

Das Elsaß ist vom Feinde geräumt. ,

... Ans Antwerpen habe» 4 belgische Dwt- ""Nen gestern und vorgestern einen Angriff unsere Verbindungen ist der Richtssng

Büffel geinacht. Die zur Abschließnng von en zurück s Trnpp«

gefangene gesrsacht nnd Geschütze e f»e belgische Bevölkerung hat sich fast überall

gern««,*. suic ft"* z .

?">twerpen znrückgelasseness Kräfte haben dsere ^gischest Truppen geschlagen nnd dabei viele

ft dem' Kampfe'beteiligt. Daher strengste ,,'aßnal'lnen zsirUuterdrückung desFranktirenr- Bandeissvesens angewandt svnrden. p. Die Sicherung der Etappenlinien mutzte 'bher den Arisseen überlaffesr bleiben, da dsefe .kv für ihrers rueitereir Vormarsch die zu 'efetn Zsvcffe ztsrückgelassenen Kräfte uot- ^"dkg in der Front braucht, so hat Sesne

?l(

ajestät der Kaiser die Mobilsnachnng des Mdsinrmes besohlest. Der Landsturm wsrd '>r Sicherung der Etappenlinien nsrd znr Be» ^»nq von Beigiess snit herangezogen werdest, dieses ssnter deutsche Verwaltung tretende

a«d syst für die Hecresbedürsniffe aller Art ^'sgenützt iverders, ttttt das Heimatgebiet z» ^tiassten. .

Der Gencralgssariiersneister: v. Stetst.

&

4 Siege auf der ganzen Westfront! Der ? c i n b überall geschlagen! Das ist die Erliche, frohe Botschaft, welche die neue amtliche Mndgebnnq des Generalquartiermeisters heute mor- ins deutsche Land hinausgegeben hat. Der Wucht "Rser knappen Tatsachenberichte gegenüber wird Lügengewebe unserer Feinde zerstieb e n wre ^ Nebel vor der Sonne Klarheit; in Parrs, London, «ktersbura und anderwärts wird es, muß es "rchtbar tagen. Ja, es ist jetzt schon so ge-

kommen, wie der Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg gesagt hat; die Tatsachen werden die Lügen ver­nichten. Und was wir heute hören, das ist eine ganze Kette von Tatsachen, von denen die eine noch beredter ist als die andere und die als Ganzes ge­nommen, ein w e l t g e s ch ich t l i ch e s Ergebnis hinausstellen: Frankreichs Kraft ist schon jetzt nach nur dreieinhalb Wochen seit der Mobilmachung, nach n e u it Tagen seit Beginn des Aufmarsches in der Fähigkeit zur Offensive gebrochen; es ist, wie wir heute morgen schon bemerkten, schon der Anfang vom Ende da. Das ist ein Erfolg voll f r o h e r Ge­ro i ß h e i t für den weiteren Verlauf des ger­manischen Entscheidungskrieges.

Zum erstenmal fällt nun mit der neuen herrlichen Botschaft des Generalguartiermeisters auch ein wenig mehr der Schleier, der über die Aufstellung unserer Armeen gegen Frankreich gebreitet war. Wußten wir bisher nur in den amtlichen Meldungen etwas von den drei Armeen des Thronfolger- t r i a 8, des deutschen, des bayerischen Kronprinzen und des württembergischen Thronfolgers, so erfahren wir aus der neuen Siegesbotschaft, daß mindestens sieben deutsche Armeen in Tätigkeit auf der West­front sind. Die Namen der Feldherren sind in dem amtlichen Bericht angegeben. Sie bürgen uns dafür, daß wir froher Zuversicht sein dürfen über das, was uns ble nächsten Tage bringen werden. Vorwärts, vorwärts, es gibt nun kein Halten mehr; von C a m brat im Norden Frankreichs hin bis unten zum Elsaß, wo der letzte Franzose aus deutschem Boden wieder heraus ist. Longwy ist genommen, Mau- beuge wird von mehreren Seiten zugleich ange­griffen, Antwerpen, das letzte Bollwerk Belgiens, kann sich, nachdem der Angriff der vier belgischen Divi­sionen unter schweren Verlusten zurückgeschlagen ist, kaum längere Zeit halten. Unsere 42-Zentimeter-Gc- schütze werden der letzten belgischen Festung schon den Todesstoß geben. Das ist nur noch eine Frage von kürzerer Zeit. Antwerpen ist von deutschen Truppen abgeschlossen", wie es in der Meldung des General- stabs heißt. Jetzt wird es. ein Deutsch- Belgien geben! Feldmarschall v. d. Goltz ist Generalgouverneur von Belgien. Man wird sich erinnern, daß Elsaß- Lothringen 1870 vor seiner Annexion a u ch durch ein Generalgouvernement verwaltet wurde. Das deut­sche N a t i o n a l g c f ü h l verlangt gebieterisch, daß Belgien deutsch wird. Dabei können Grenz- b eri ch t ig u n g e n als Dank für die vornehme Neu­tralität Hollands diesem zugute kommen nnd eine er­hebliche Vergrößerung an das wohl demnächst als sou­veräner deutscher Bundesstaat anzusehende L u x e m b u r g. Das ist keine Bierbankpolitik, son- dern^ sind die ernsten Erwägungen führender Männer, wenso wie die Errichtung eines Pufferstaates Polen. Die der Stadt und Provinz Lüttich anferlegte Kon­tribution von 60 Millionen Franken erscheint sehr ge­ring. Belgien hat von Frankreich und England r 0,..^ lllionen erhalten. Die hat es an uns abzufuhren und die gleiche Summe überdies aus e l g e ,i e n Mitteln zu leisten. 1 M i l I i a r d e ist für das reiche Belgien gar nichts. Die vier sehr reichen Städte Brüssel, Lüttich, Gent und Brügge können das allein aufbrlngen. Und der genußsüchtige Belgier ist nur im Portemonnaie zu treffen.

Der Krieg^ im W e st e n schreitet somit glänzend vorwärts, ine Arbeit der eisernen Walze geht mrt surchwarer Wucht über die FlnrenFrankrcichs, das sein Schicksal za so gewollt hat. Aber unsere Augen und Herzen sehen nnd horchen zur gleichen Zeit nach nQt ^ dem bedrohten Ostpreußen. Der militärische Kenner wußte von vornherein, daß wir uns zunächst hier defensiv verhalten würden, wäh­rend es galt. Frankreich n i e d e r z u s ch l a g e tt. Das ist planmäßig geglückt. Jetzt ist Rußland an der Reihe. Obwohl es bereits durch unsere Grenzschutz- truppen in wiederholten größeren Zusammenstößen zurückgeschlagen wurde bei StalluPönen verlor es 3000, bei Gumbinnen 8000 Gefangene und 8 Geschütze Plant es setzt mit den herangezogenen Festnngs- truppen eine größere Offensive, vor der sich unsere Truppen auf ihre eigentlichen Stellungen zurück­ziehen. Aber Ostpreußen ist eine spröde Jungfrau.

Wer sich zu dringend naht, wird wie von der bekann­ten eisernen I u n g s r a u des Mittelalters plötz­lich mit todbringenden Armen umfaßt und, zerdrückt.

Inzwischen rücken unsere Bundesgenossen Schulter an Schulter mit uns in Russisch-Polen aus Warschau vor. Der österreichische linke Flügel, der aus Radom vorgeht, hat Fühlung mit unserem von Petrikau vorgehenden rechten Flügel. Und der rechte österreichi­sche Flügel, östlich der Weichsel, ist bei Lublin ange- langt und hat zwei russische Korps bei Krasnik ent­scheidend geschlagen. Dies, nachdrückliche Vorgehen in Russisch-Polen entlastet naturgemäß Ostpreußen^ Von dort dürfen wir wohl bereits in nächster Zeit ent­scheidende Schläge erwarten. Zu irgend welcher B e- sorgnis Wer die Situation im Osten liegt nicht die geringste Veranlassung v o r. ^ Wie hieß es doch auf dem Vivat-Bande Königsberg im Jubel­jahr?

Heut rufen wir Vivat, frei aller Not,

Ein Vivat dem Kaiser allein!

Er wird uns, wenn der Krieg uns droHt.

Nork, Dohna und Heidemann seinl

Das wird er auch!

n

Um 3 Uhr nachmittags erhalten wir noch die fol­gende Meldung, die den Jubel ichcr unsere Siegö ve r d opp e I it wird. Di e Engländer sind ge­schlagen! schon tief in Frankreich drinnen! Und die Franzosen gestehen nach der zweiten Depesche ihre vollständige Niederlage nunmchr amtlich ein:

All!! W W. »SM MlWllW UW««! Beitete MWlle Im leite«!

W.T.-B. Hauptquartier, 28. Aug. Die englische Arrnee, der sich & französische Terri- korialdivisiossen angeschlossen hattest, ist ssvrd- lich St. Quesstin vollständig geschlagen nnd befindet sich in volles» Rnckznge über St. Ottess- ti». Mehrere tausend Gefangene, 7 Feldbat- terien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallest.

Südöstlich Mezivres haben unsere Truppen »tuter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front die Maas überschritten.

Unser linker Flügel hat nach Ntägigen Gebirgskäntpfen die frattzösischett Gebirgs- trnppcn bis östlich Epinal zsirückgetricben sind besindetsichin weiterem siegreichen Fortschreiten.

As «Me vgeWMis Set Mi. «erlöge.

W. T.-B. Brüssel, 28. Ang. Der Bürger- tneistcr von Brüssel teilte dem dentfchen Komrnando snit, daß die französische Regierung der belgischen Reqiertrng die Unmöglichkeit eröffnete, sie irgendwie offensiv zu unter­stützen, da sie selbst völlig in die Defensive gedrängt sei.

Die Enttäuschung in Frankreich»

XX Genf, 28. Aug. (Eig. Drahtbericht) Der T c m p s" erkennt an, das; es den Franzosen nicht gelungen ist, die deutsche Linie, zu durchbrechen, und das? sie sich infolgedessen in eine Deckungs- st c l l ii n g zurückziehen nnchtcn. Die Hoffnung, durch einen entscheidenden Erfolg diesen Krieg zu eröffnen, sei also enttäuscht.

DasJournal des D 6 b a t s" sagt: Nach

mutigen Kämpfen hatte unsere Offensive in Belgien darauf verzichten müsien, die deutsche Lillie zu durch­brechen. Auch das ist ein Mis; erfolg. General Joffrä handelte richtig, den Kampf anfzuhalten, che er in eine Niederlage ausartete. So sind wir geordnet in eine Defensivstellung ein gerückt.

Nach demEcho de Paris" wurde der belgische Feldzug dadurch verzögert, das; man erst die voll­ständige Landung der Engländer habe ab- warten müssen; dabei wurde schon vor 10 Tagen von der französischen Presse verkündigt, daß diese Landung vollzogen sei.