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Morgen-Ausgabe, 2. Blatt.

Wresdadsirer TrrgkLalt.

Freitag, 28. August 1914.

Kleiner Anzeiger der Wiesbadener Tagbiatts.

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Privatier Jean Burkardt. bv.

Aufruf!

Die glänzende Entwicklung unseres nationalen Flugwesens darf durch de,l Krieg nicht zum Stillstand kommen; sie muß im Gegenteil mit allen Mitteln weiter gefördert werden, da­mit die jüngste Waffe mit vollem Erfolg für die Verteidigung des Vaterlandes mit eingesetzt werden kann!

Der Nachschub von Flugzeugen an die Armee und die Marine ist durch besondere Maßnahmen gesichert worden. Die Verwendung derZivil- pilot im Heeres- und Marincdienst ist eingeleitet. Die Fliegerschnlen setzen ihren Ausbiidungsbetrieb fort. Aber die Aiöglichkeit großer Abgänge, mit denen im Kriege naturgemäß noch mehr als im Frieden zu rechnen ist, zwingt zu rechtzeitiger Vorsorge für die Ausbildung weiterer Flug­zeug-Führer für den Krieg. Die Meldungen von Kriegsfreiwilligen überschveiten zwar wie bei allen Waffen, so auch bei der Fliegertruppe den augenblicklichen Bedarf weit­aus. Indessen muß hier eine be­sonders sorgfältige Auswahl ge­troffen werden, und auch von den Ausgeivählten werden im Laufe der Ausbildung noch viele zurücktreten müssen.

Es kommt deshalb darauf cm, von vaenherein die Geeignetsten als Kriegsfreiwillige einzustellen, d. h. solche, die neben der erforderlichen Jntelli'genz und tüchtigen Charakter­eigenschaften im besonderen auch schon Vorkenntnisse in der Bedienung und Pflege von Flugmotoren besitzen. Solche Persönlichkeiten, werden sich namentlich unter denjenigen Stu­dierenden der Technischen Hochschulen und Miderer technischer Lehranftaltew'

finden, die sich diesem Sonderfach zu­gewendet haben.

Außerdem werden geübte Mecha­niker und Monteure gebraucht.

Kriegsfreiwillige

melden sich zur Ausbildung als Flug­zeugführer oder zur Einstellung als Hilssmonteure bei der Königlichen Inspektion der Fliegertruppen in Berlin - Schöneberg, Alte Kaserne (Fiskalische Straße) Auswärtige schriftlich. *

Berlin, den 13. August 1914.

_ Kriegsministerium.

Aufruf.

Durch die deuische Presse gehen zahlreiche Nachrichten über Gewalt­tätigkeiten, denen unsere Landsleute an Leben, Leib und Gut in den ersten Tagen des August dieses Jahres in

Belgien ausgesetzt gewesen sind. Das öffentliche Interesse erfordert, daß amtlich festgestellt werde, inwieweit diese Nachrichten auf Wahrheit be­ruhen.

Es ergeht daher hiermit an alle diejenigen, welche aus eigener Wahr­nehmung Mißhandlungen oder Grau­samkeiten der belgischen Bevölkerung und Behörden gegen deutsche Reichs­angehörige oder Angriffe auf ihr Eigentum bezeugen können, die Auf­forderung, ihre Wahrnehmung bei der Polizeibehörde ihres Aufenthalts­orts zu Protokoll zu geben. Die Landesregierungen sind ersucht worden, die Ortsbehörden mit der Entgegennahme der Bekundungen zu beauftragen und die Protokolle an das Reichsamt des Innern gelangen zu lassen.

Von der patriotischen Gesinnung und der Wiahrheitsliebe des deutschen Volkes wird erwartet, daß alle die­jenigen, aber auch nur dieienigen, die wesentliche Mitteilungen aus eigener Wahrnehmung zu machen haben oder zuverlässige briefliche Nachrichten er­halten haben, dieser Aufforderung bereitwillige Folge leisten.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers

gez.: Delbrück.

Bekanntmachung.

Alle Anerbietungen von Vereinen wie einzelnen Privaten, betreffend die Bereitstellung von Vereinslazaretten, Brivatpflegestätten, Genesungsheimen ufw., bitte ich unter Angabe der etwa beanspruchten Vergütungen für Einrichtung, Unterhaltung, Betrieb ufw. an den zuständigen Territorial- Delegierten der freiwilligen Kranken­pflege in Preußen die Oberpräsi- denten, für Berlin der Polizei- präsidenit zu richten. Nur diese Stellen, in unmittelbarer Ver­bindung mir den stellvertretenden Generalkommandos stehen, sind in der Lage, zuverlässige Auskunft über den jetveiligen Bedarf an Lazaretten, Bergütungen ufw. zu geben.

Es ist nicht ratsam, die Errichtung von Privatlazaretten usw. in An­griff zu nehmen, bevor diese unum­gänglich notwendigen Feststellungen und Vereinbarungen getroffen sind.

Berlin, den 16. August 1914. *

Stellvertretender Kommissar und Militär-Jnsvekteur der freiwilligen Krankenpflege.

gez.: Fürst von Hatzfcldt, Herzog zu Trachenberg.

Bekanntmachung.

In letzter Zeit sind an verschiede­nen Punkten der Stadt cm offensicht­licher Stelle von privater Seite Kartendarstellungen vom französi­schen Kriegsschauplatz zum Aushang gebracht worden, welche angeblich dos Publikum über die jeweiligen Stell­ungerl der deutichen und feindlichen Armee unterrichten sollten. Ich mache darauf aufmerk, am, daß eine der­artige nickt aiiltliche, völlig unzu­verlässige Beianntgabe militärischer Operationen , behördlicherseits nicht geduldet wird. Zuwiderhandelnde haben die Anwendung von Zwangs- maßregeln zu gewärtigen.

Wiesbaden, den 19. August 1914.

Der Polizeipräsident, v. Schenck.

AuSnahme-Tarif für Brotgetreide und Kartoffeln.

Aus Anlaß des Kriegsausbruchs ist zur gleichmäßigen Versorgung Deutschlands mit Brot-Getreide (Roggen und Weizen) und für frische, gedörrte und getrocknete Kartoffeln (auch zu Speisezwecken) am 22. August der Sondertarif 61 für Wagenladungssendungen von min­destens 10 t oder Frachtzahlung für dieses Gewicht in Kraft getreten.

Er ermäßigt die Fracht für das Brotgetreide auf Entfernungen über 400 km und für Kartoffeln auf Ent­fernungen über 150 km, indem an den normalen Satz dieser Ent­fernungen für jedes weitere Kilo­meter 1 Pf. für die Tonne ange­stoßen ist. *

Mainz, den 24. August 1914. König!. Preuß. u. Grofth. Hessische

__Ei s enb ahn-D i rettion. _

Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur Kenntnis ge­bracht, daß die Vergütungen für die nusgehobenen Mobilmachungspferde, Wagen und Geschirre gegen Rück­gabe der über die abgelieferten Pferde, Wagen und Geschirre aus- gehändlgten Anerkenntnisse bei der Königlichen Regierungs - Hauptkasse hier zu erheben sind.

Ich mache darauf aufmerksam, daß die eigenhändige' Unterschrift des Empfangsberechtigten vorerst durch den zuständigen Revier-Polizei-Kom- mistar beglaubigt werden muß. *

Wiesbaden, den 25. August 1914.

Der Polizeipräsident: v. Schenck.

Berzeidinrs

der in der Zeit vom 16. bis einschl. 24. Ang. 1914 bei der Kgl. Polizei- Direktion angemeldeten Fundsachen.

Gefunden: 1 vergold, rlemes Kreu-zchen. 3 Portemonnaies mit In­halt, 1 künstliches Auge, 1 Partie Damenstrümvfe, 2 Photographien, 1 silberne Uhrkette, 1 Handbeutel mit Taschentuch, 2 Broschen, bares Geld.

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