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No. 1. Samstag den 2. Januar 1858.

Einladung zum Abonnement.

Mit dem 1. Januar 1858 beginnt für das Wiesbadener Tagblatt ein neues Quartal, worauf mit 30 fr. oder nach Belieben auch für mebrere Quartale addonnirt wcrdeii kann; für auSwärtS mit Zuschlag der Post­gebühr. Das Wiesbadener Tagdlatt erscheint mit Ausnahme des Sonntags täglich in der bisherigen Weise und wird nach Wunsch den verehrlichen Abonnenten für 9 fr. pro Quartal inS HauS gebracht. Durch feine große Verbreitung sowohl in hiesiger Stadt als allen Theilen deö HerzogthumS versprechen Bekanntmachungen aller Art den besten Ersolg, die mit 2 fr. die Zeile in gewöhnlicher Schuft berechnet werden. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der unterzeichneten Verlagshandlung, auswärts bei den zunächst gelegenen Postämtern zu machen.

L. Schellenberg'iche Hof-Buchhandlung.

Beim Jahreswechsel 1858.

Verhüllt an unsrer Pforte steht Ein Fremdling, der um Einlaß fleht; Willkommen! rufen wir ihm zu, Sag', neues Jahr, was bringest Du?

Wir klicken Dir voll Zuverstcht Entgegen! Täusch' die Hoffnung nicht, Mit der wir Dich «tj»einen sah'n: Nimm unfern Gruß bei Deinem Nah'n!

Sey ähnlich dem entschwund'nen Jahr, Da« reich für uns an Segen war, Da« unfetm Korn und unferm Wein Verliehen herrliche« Gedeih'n!

Verschont blieb unser Vaterland Vor Seuchen und vor Kriegesbrand; Es war in Naffau'S schönen Gau'n Rur friedlicher Verkehr zu schau'»

Belohnet ward de« Bürgers Fleiß, Der Arbeit winkt' verdienter Preis; Man sah de« Landes Wohl erblüh'n Durch eines edlen Fürsten Müh'».

Herr, über unser Herrscherhau« Gieß' Deinen besten Segen aus Und füll', bei schmerzlickem Verlust, Mit Trost der hohen Eltern Brust!

Die Fügung des Geschicke« hat Beschirmt die theure Vaterstadt Vor einer ähnlichen Gefahr, Wie sie un« ach! so nahe war.

ES goß sich der Zerstörung Graus Jüngst über Deutschlands Bollwerk au», Die edle Rheinstadt war bedroht Und manches Opfer siel dem Tod.

Der Vater, der da oben wohnt, Hat uns vor Aehnlichem verschont: Es werde uns auch fernerhin Ein gleicher Schutz durch ihn verlieh'»!

Wir bringen misern Scheidegruß Dem alten Jahr! Mög' unser Fuß Stets wandeln hier aus eb'ner Bahn Und uns kein Ungewilter uah'n!

Willkommen, junges Jahr, herein;

Dein Walten soll gesegnet (ein;

Dem jüngsten Bruder werde gleich

An Wein und edlen Früchten reich!