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„T-gbl-N-H-us". WockeNtliÄr 12 L-Lusgaven« „Tagblatt-Haus" Nr. «650-53.
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„Tagblatt-Haus" Nr. 6650-53.
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®i” e (i - en^fii 89 .’ !l il;r 3 ulre^adiminafl^ Berliner Redaktion des WicsbadcncrTagblatts: Berlin-Wilmersdorf, Güntzelstr. 66, Fernspr.: Amt Uhland 43V u. 451. Tagen und Plätzen wird keine Ge?oSdrÄrnömmen!
Donnerstag. 27. Kugust 7974.
Abend -Kusgabe.
Nr. 398. ♦ 62. 3ahrgan§.
Set etfte Mete Betlolt mietet Metes Me.
Ehremsller Untergang von 5. M. 5. „Magdeburg".
13 Deck- ns-
Ä MWeu MklWi! Ml AM «Min.
Berlin, 27. 2Sn<?. (Slmtl. Meldung "vch Wolss-Burean). S. M. kleiner Kreuzer l'"iagdebnrg" ist gestern bei einem Borstotz "'den Finnischen Meerbusen in der Nä!;c der ä'.'lel Odensholm im Rebe! anfGrnnd geraten.
Hilfeleistung durch andere Schiffe war dem dicke» Lvetter unmöglich; da es nicht U«ng, das Schiff abznbringen, wurde es beim -UtTreifen stark überlegener russischer Strcit- r^fte in die Lust gesprengt und hat einen Wertvoller» Untergang gefunden. Unter dem südlichen Feuer' wurde vom Torpedoboot 28" der gröstte Teil der Besatzung des ^e«zers gerettet. Die Verluste der „Magdc- ^r-l" und „Y 28" stehen noch "icsit ganz fest. ^M,cr gemeldet: tot 17 , verwundet 21, ver- "'ftt 85, darunter der Kommaudant der Magdeburg". Die Geretteten werden hcnte -k einem deutschen Hafen eintreffen. Die ^rinftliste wird sobald wie möglich herans- ^gcdeu werden.
S. M. S. Magdeburg ist ein ganz moderner kleiner geatzter Kreuzer, der am 13. Mai. 1911 erst vom Stapel geilen ist. Er hatte 4550 Tons Rauminhalt, eine Geschwindest von 27,6 Seemeilen, eine Artillerie von 12 10,5. cm» Mützen, 2 Torpedorohre, eine Länge von 136 m, und eine Mtzuns, von 10 Seeoffizieren, 4 Marine-Ingenieuren, Sanitätsoffizier, 1 Zahlmeister, 2 Fähnrichen z. S., 13 D .Rieten und 349 Unteroffizieren und Mannschaften, >. "lomt 373 Mann.
j*tne Ansprache öe§ Koifers cm Pte Truppen im Hcrupt^ucrrlier.
l ^ Dortmund, 27. Aug. (Eig. Drahtbericht) Nach 6rosten Siege unserer Truppen in Lothringen ^amineltc nach einem Bericht der „Trcmoma der Ict im Hauptquartier die Truppen zu cmer Parade ' fitclt hierbei folgende Ansprache: ,
Kameraden! Ist) habe euch hier versammelt, um & mit euch des h e r r l i ch e n S i e g e s zu erfreuen, unsere'Kameraden in mehreren Tagen in herstem erfochten haben. Truppen ans a l l cn Gauen reu in unwiderstehlicher Tapferkeit und .crschürterlicher Treue mit uns zu dem Illn Erfolge. Sie standen irnter Führung des Zischen Königssohncs nebeneinander und es fochten .gleichem Schneid, Truppen aller Jahrgänge, ^de, Reserve und Landwehr. Den >Llcg verdauten vor allen Dingen unserem alten Gotte; er wird 1 nicht verlassen,' da wir einstehen für eine h e t Li .fl c rechte Sache. Viele unserer Kameraden sind üts im Kampfe gefasten. Sic starben als Helden ° Vaterland. Wir wollen derselben hier nr Ehren rnkcn und bringen zu Ehren der dranstcnstchcnden ldc» ein dreifaches Hurra. Wir haben noch manche t'gc Schlacht vor uns. Hoffen wir auf weitere che Erfolge. Wir lassen nicht nach und werden, Feinde ans Leder gehen. Wir verlieren it die Zuversicht im Vertrauen auf unseren guten, ?< Gott dort oben. Wir wollen siegen und wir 'Heu siegen.
N Telegramm Raiser Zranz Josephs an unseren Raiser.
W. T.-B. Berlin, 26. Aug. Im Grossen Hauptquartier ist ' c ubc§ Telegramm des Kaisers Franz Joseph an Kaiser chrluk vom 24. August cingctroffcn:
'Sieg auf Sieg! Gott ist mit Guck, er wird auch nnt uns A l l c r i n n i g st beglückwünsche ich Dich, teurer '" „ d, de» jugendlichen Helden, Deinen lieben m den Kronprinzen, sowie den Kronprinzen N u p p r c ch t Bagern und das u n v c r g l c i ch l i ch tapfere beut» c Heer. Worte fehlen, um auszndrücken, wnS mich und Mir meine Wehrmacht in diesen weltgeschichtlichen Tagen ' c 8t. Hcrzlichst drückt Deine starke Hand Franz Joseph.
,u »n Glückwunschtelegramm des Kaisers Franz Joseph an Kaiser Wilhelm.
. )V. T.-B. Wien, 27. Aug. Die Blätter besprechen das r^vunischtelegramm des Kaisers Franz Joseph an den
üentschen Kaiser und bezeichnen es als ein historisches Dokument ersten Ranges. Sie heben hervor, daß die Habsburgische Monarchie, und das Hohenzüllernsche Kaiserhaus in untrennbarer Freundschaft zu einander, stehen. Die Worte des Kaisers drängten zu aller H er - z e n, wie die Nachrichten von den Siegen der österreichischungarischen und der deutschen Armee. Ein so erhebendes Schauspiel, wie das Zusammenhalten der beiden großen Reiche inmitten des Ansturmes gehässiger Feinde von allen Seiten, habe die Weltgeschichte noch nicht gesehen.
W. T.-B. Berlin, 27. Aug. Die „Kreuzzeitung" schreibt: Jeder, der den innigen Wunsch des österreichischen Monarchen liest, mutz die Gefühle nachenipsinden, die den Kaiser von Österreich bei der Niederschrift dieser Zeilen an unseren Kaiser bewegt , haben. Es liegt in ihnen eine Herzlichkeit und eine Freundschaft, die sich unwillkürlich auf den Leser überträgt. Es war für den greisen Monarchen kein leich- t e r E.n t sch l u ß, . das Risiko eines so gewaltigen Kampfes aus sich zu nehmen. Jetzt erntet er schon, noch ehe der Krieg sein Ende erreicht hat.
Die „Nordd. Mg. 3tg.^ zum großen österreichischen Siege bei Nrasnik.
W. T.-B. Berlin, 26. Aug. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Mit dem Siege bei Kras- nik ist die erste große Schlacht gegen die Russen geschlagen worden. Die Entscheidung brachte einen vollen Erfolg. Der Gegner wurde nicht nur zum Rückzug gezwungen, sondern mußte fluchtartig nach Lublin zurückweichen. Mit dem Gefühl h o ch g e- spannten S t o l z e s v e r n c h m e n w i r Reichsdeutsche die K u n d c von dem siegreichen V o d r i n g e n unseres Bundesgenossen. Was in langen Friedensjahren vorbereitet wurde, besteht jetzt glänzend die ernste Prüfung und bekräftigt so im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn immer gehegte Überzeugungen, daß Deutschland und Österreich- Ungarn, wenn sie Schulter an Schulter kärnpfen, iedcr N b e r m a ch t gewachsen sind, die sich gegen sic erheben könnte.
freudige Gsnugtunng über den Sieg bei Rrasnitz in Gesterreich-Ungarn.
W. T.-B. Wien, 27. Aug. (Wiener Korr.-Buveau.) Die Nachricht von dem siegreiche» Ausgang der dreitägigen Schlacht bei Krasnik hat in der ganzen Monarchie freudigste Genugtuung hcrvorgerufen. In Wien haben zäljlrcichc Häuser geflaggt. Die Pr esse, gibt ihrer Genugtuung über den Sieg auf dem nördlichen Kriegsschauplätze Ausdruck und hebt hervor, das? die Schlacht von grös?ercr Bedcutung sei, als die ersten Meldungen voraussctzcn lassen. Nach den Berichten der Kricgskorrcspondenten der Blätter scheint die Niederlage der russischen Armee eine Folge einer weit- ausgreifenden Umgeh u n g zu sein. Der Kampf war überall hartnäckig. Der Erfolg der österreichisch-ungarischen Armee ist vollständig.
Die Begeisterung in Berlin. — Eine Huldigung für die ; Kronprinzessin.
W. T.-B. Berlin, 27. Aug. Infolge der Siegesnachricht von gestern waren die Linden und die angrenzenden Straßen bis in die Nachtstunden sehr, stark belebt. Unter begeistertem Jubel, 5poch- und Hurrarufen zogen am späten Abend unabsehbare Mengen zu dem K r o n p r i n z e n - P a l a i s. An der Sprtze befand sich eine Gruppe Österreicher, die eine große österreichische Fahne entfalteten. Vor dem Palais angekom- men, staute sich die Menge. Plötzlich sah man bei denen in den ersten Reihen Stehenden Wachslichter aufflammcn. Ein Österreicher Kat hervor und hielt eine begeisterte Ansprache auf die Waffenbrüderschaft Deutschlands und Österreichs, die in einem Hoch auf die beiden Monarchen und den deutschen Kronprinzen ausklang. In diesem Moment öffneten sich die Balkontüren und die K r o n p r i n z e s s i n, begleitet von mehreren Damen, trat an die Brüstung des Balkons. Begeisterter Jubel erhob sich bei dem Erscheinen der hohen Frau. Alles rief und winkte ihr begeistert zu. Die Kronprinzessin dankte für die ihr dargebrachw Huldigung.
Prcffcstimmen zu dem großen österreichischen Sieg.
W. ,T.-B._ Berlin, 27. Aug. Der „Lokalanzcigcr" führt aus: Die Tapferkeit unserer Verbündeten hat in Serbien und Polen höchsten Ruhm für das österreichisch-ungarische Heer erworben. Ohne selbst das numerische Übergewicht des Feindes in Betracht zu ziehen, haben sich auf dem Kriegsschauplatz bie' eleganten Söhne Wiens, die heißblütigen Söhne Böhmens, Kroatiens und Bosniens sowie die schneidigen
Reiter der ungarischen Steppe mit der blanken Waffe auf den Feind gestürmt, so oft sich dazu Gelegenheit Lot. Möge die Welt cs wißen, daß von nun an bis in alle Ewigkeit nichts mehr das Bruderbündnis zu trennen vermag, das bekräftigt ist durch Stammesverwandtschaft, festgekittet durch gemeinschaftlich vergosie- nes Blut, besiegelt durch die unvergleichliche Tapferkeit der beiden Kampfgenossen.
Die „Voss. Ztz." sagt: Der große Sieg unserer Waffenbrüder hat allenthalben aus deutschem Boden helle Begeisterung entfesselt, als ob wir selbst ihn errungen hätten.
Die Österreicher stürmischer als die Japaner!
W. T.-B. Wien, 26. Aug. Aus dem Kriegspressequartier wird amtlich gemeldet: Die in den Kämpfen um Krasnik gefangen genommenen russischen Offiziere, die den Feldzug gegen Japan mitgemacht haben, sagten übereinstimmend aus, daß die Angriffe unserer Strci.tkräfte viel stürmischer als diejenigen der Japaner gewesen sind.
Ein österreichischer Lnftkreuzrr im feindlichen Feuer.
Wien, 26. Aug. Der Berichterstatter der „N. Fr. Pr." meldet aus dem Hauptquartier, daß das Luftschiff „Schütte- L a n z" nach 13 Fahrtstunden 1000 Kilometer zurückgelegt hat. Obwohl es dreimal in feindlichem Feuer war und 26 Schüsse in den hinteren Gaszellen erhielt, konnten wichtige Beobachtungen ausgeführt werden. Die Ballonhülle wurde während der Fahrt repariert. Die Besatzung ist unverletzt. Gewehrschüsse durchschlugen in 2000 Meter Höhe den Blechboden der Gondel nicht. Im Hauptquartier wurden die Luftschiffer begeistert empfangen. „Schütte-Lanz" trat seine Rückfahrt über österreichisches Gebiet an.
Eine Neubildung des französischen Nabinets.
Dclcaffs Minister des Äußern.
. W. T.-B. Paris, 27. Aug. In der Absicht, dem Ministerium eine breitere Basis zu geben, hat Ministerpräsident Viviani dem Präsidenten der Republik bas Entlassungs- gesirch des ganzen Kabinetts überreicht. Der Präsident hat cS angenommen und Viviani mit der Neubildung des Ministeriums beauftragt. Am Abend nnterbrciie.e Viviani dem Präsidenten folgende neue Mitgliederliste: Präsidium Viviani (ohne Portcfcnillc), Justiz B r i a n d, Äußeres DelcassS, Inneres M a l v v. Krieg Mille- r a n b, Marine A n g a g n e » r, Finanz R i b o t, öffentliche» Unterricht S a r r u t, öffentliche Arbeiten S e m b a r t, Handel T o m s o n, Kolonien D n t a r h, Landwirtschaft Fernand, Minister (ohne Portefeuille) Jules GueSdc. Zum Gouverneur von Paris ist an Stelle des Divisions- generals Michel General Gallieni ernannt worden. Michel hatte um ein Kommando unter Gallieni gebeten. Morgen soll ein Erlaß im Amtsblatt erscheinen, der provisorisch für die Kriegsdaieer gestattet, bei der Beförderung von Offizieren vom D i c n st a l t c r abzusehen.
Die große Enttäuschung in §rank?reich.
Die Linie Toul-Epinal-Belfort „die wirkliche Grenzlinie"?
Hd. Kopenhagen, 27. Aug. (Eig. Drahtbcricht) Nach hier eingclaufenen Meldungen wird in Frankreich die Enttäuschung über den Verlust von Lunevillc und die Besetzung der Umgebung von Saales durch die Deutschen sehr groß. Von maßgebender französischer Seite wird erklärt, daß die Rückwirkung der Umgehung von Saales durch den Feind hauptsächlich auf die Stockung des Vormarsches zurückzuführen sei, der am 21. August bei Delm5/ nordöstlich von Nancy, stattgefunden hat. Die Linie Toul-Epinal-Belfort sei jetzt die wirkliche Grenzlinie. Auf diesem Teile des Kriegsschauplatzes befänden sich viele Städte, die wirklich uneinnehmbar (?) seien, deshalb dür)e man dem Verlust von Luneville keine ernste Bedeutung beimesscn, namentlich nicht, nachdem der deutsche Vormarsch zum Stillstand gebracht (?) worden sei.
Clcmenceau gegen das französische Kricgsamt.
Berlin, 25. Aug. Clcmenceau verlangt in seiner Zeitung, daß das Kriegsamt die französischen Mißerfolge ebenso wie die französischen Siege bekanntmachen möge. In einem Kampf auf einer Front von 52 Meilen, sagt er, m u ß noch anderes Vorgehen, als die Eroberung einiger deutscher Kanonen und Stellungen und die Gefangennahme von feindlichen Soldaten; der französische Charakter ist ein solcher, daß er vor der vollen W a h r l, e i t, wie sie auch sei, nicht zu- rückschreckt. (Voss. Ztg.)
Die Besorgnisse der französischen Ehampagner-Fabrikanten.
o Wien, 27. Aug. (Eig. Drahtbcricht) Ein ungarischer Politiker erhielt von einem französischen Geschäftsfreunde einen Brief, in dem dieser mittcilt, daß nach der Mernnng maßgebender französischer Kreise der Krieg nicht allzu-
