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Auster dem Angriff von Süden her unternehmen die Österreicher auch einen Vorstoß vom Westen aus. Sie suchen von dem Nordabhang des Orjen und den steilen Bergen der Krivostje nach Montenegro einzu­dringen. Von dort wird es gelten, nach Niksic vorzu­gehen, dem am stärksten befestigten Orte des König­reichs. Auch südlich von Fotscha sichen Truppen, die vielleicht in das im letzten Balkankrieg von Monte­negro neu errungene Gebiet einrücken, den ehemaligen türkischen Sandschak NovibaMr, und die Vereinigung der montenegrinischen und serbischen Truppen zu ver­hindern haben. Hier wird überall in einem ungemein schwierigen Terrain gekämpft. Die Berge des westlichen Montenegro sind steil irnd unwegsam, nur an wenigen Hängen wächst spärliches Gras. Nichts gemahnt in der Eintönigkeit dieser Berge an den Wechsel von gewal­tiger Hochge-birgsnatur und üppigen Matten, wie wir es von unseren Alpen gewohnt sind. An die grandiose Erhabenheit der nordalbanischen Alpen reichen die montenegrinischen Berge freilich doch nicht heran. Dennoch bietet nicht nur der Aufmarsch, sondern auch die Verpflegung in diesem unwirtlichen Terrain die größten Schwierigkeiten. Sicherlich wird es trotzdem den österreichischen Truppen gelingen, das übermütige kleine Königreich zu demütigen. Ll. F.

a*ts der Rriegszeit.

Ein deutscher Gruß in großer Zeit!

Gottlob! die wenigen Stunden und Tage, d-a unser Kaiser ries, und alle, alle, kamen, haben unser gesamtes deutsches Volk von neuem deutsch handeln gelehrt. Nun lerne eS auch wieder deutsch grüßen! . . .

Auf einem Berliner Bahnhof war's. Eines jungen Offi- giers rosiges Weib nimmt Abschied von ihrem Gatten; viel­leicht für -immerdar. Als letzten Grutz ruft sie ihm leuchten­den AwgeS zu:Gott mit uns!" Und wahrlich, in diesem

Augenblick wirkte «allesAdieu Adieu!" umher wie schal und abgestanden!

Was soll'S denn auch mit diesem gallischen Laut, da nun endlich wieder eine große Zeit e-mPorflammt, überallhin, so weit die deutsche Zunge klingt! Was soll ein Grutz, in dem das deutsche Herz nicht flammt? Nicht sein Gemüt? And wo war deutsches Gemüt je ohne Gott? So leuchte cs auch durch unseren Grutz! Weg -mit -dem fadenA-dieu!"

Grüß Gott!" das ist -der deutsche Gruß!

Gott mit uns!" sei der Gegengruh!

Aus dem Briefe cincL Mitkämpfers bei Mülhausen. Liebe Schwester! Heute möchte ich Dir meine persönlichen Kriegserlebniffe schildern. In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatten wir bei Müllheim biwakiert und sind morgens nur 2 Uhr in der Richtung nach Mülhausen marschiert. Um 1 Uhr mittags (Sonntag) bekamen wir ungefähr am Hardt- Waldrand, gegenüber Mülhausen, aus der Feldküche zuerst Kaffee und dann Mittagessen. Nach dem Mittagessen hieß es: Freiwillige Patrouillen vor!", und ich habe mich mit vier Leuten meiner Korporalschaft gemeldet. Nach einstündigem Gang stießen wir auf eine.Zuavenpatrouille von sechs Mann, die wir nach viertelstündigem Kampfe niedergeschossen halten, ohne daß ich oder einer meiner Leute irgend Schaden nahm. Als wir dann auf ungefähr dOkOMeter an Mülhausen ran kamen, konnte ich durchs Fernglas erkennen, daß es dort von Franzosen wimmelte. Wie viel es waren, konnte ich nicht sest-

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%<S) batte ßemvj gesehen u\ ßVivj twxXwtx Stcm'oaa.iat«. juxiut. Ws wir boxt außetovtxmcn waren, waren auch jansd noch Meldungen eingelansen; also Mülhausen war stark be­setzt. Dies stand fest, und deshalb war unsere Ausgabe, dir Stadt anzugreisen. Wir marschierten ans Mülhausen los mit der nötigen Sicherung, und als wir 1 Kilometer ungefähr dort waren, erhielten wir starkes Jnfanteriefeuer. Es war 6 Uhr mittags. Wir gingen sprungweise vor, teilweise irrt heftigsten Kugelregen, teilweise ohne einen Schutz zu be­kommen. Als wir ungefähr auf 200 Meter dort waren, war der Gegner durch g e g an g e n, d. h. er zog sich zurück anS Mülhausen und sammelte sich in einer Gegend, die man! Napoleoninsel heißt. Nun war es aber doch noch unsere Auf­gabe, Mülhausen gründlich vom Feinde zu räumen, und bei dieser Gelegenheit kam es zu den ß l i ch e n Stratzen- kämpfen, an denen sich die Zivilbevölkerung in! der meuchelmörderischsten Art beteiligte. Die Kugeln spritzten aus allen Richtungen. Wenn man glaubte, man hätte sie jetzt zusammengetrieben und vor sich, plötzlich krachten ein paar Salven im Rücken. Aus den Kellern der Häuser knatterten Maschinengewehre, einige Häuser brannten, Weiber rasten schreiend mit Gewehren in der Hand durch die Straßen. D^r kannst Dir denken, liebe Schwester, daß dies ein echtes Stück Krieg war Dann, als wir so im großen und ganzen ge­säubert hatten, ging es zur Napoleonsinsel. Dort führt ein Bahndamm auf eine Strecke von etwa 2 Kilometer quer über die Ebene und 600 Meter dahinter ist der Rhein-Rhöne-Kanal. Wir bekamen starkes Feuer vom Bahndamm auS. Es war mittlerweile nachts 12 Uhr geworden. Wir griffen den Bahn­damm an und warfen die Franzosen zurück. Sie konnten jedoch nicht über den Kanal, weil er zu tief und zu breit ist, wird wir griffen mit dem Bajonett an. Mann gegen Mann. Ich hatte das Glück, zwei Mann gegen mich zu haben. Der eine sprang etwas vor dem andern auf mich loS und ich schlug ihm mit der linken Hand sein Bajonett aus die Seite, so daß er neben mir vorbeisprang. Im selben Moment durch­bohrte ich den Dahinterkommcnden vollständig. Als ich mein Bajonett herauszog und mich gegen den ersten wieder wenden wollte, der nun vom Rücken auf mich losging, war mein Seitengewehr zerbrochen. Nun hieß es mit dem Gewehr­kolben arbeiten. Er machte einen Ausfall gegen mich, ich deckte geschickt den Stoß ab und schlug sofort in die Blöße, die er gab, rein und traf ihn so, daß er tot ins Wasser taumelte. Als ich dann meinen Nebenleuten beispringen wollte, kam ich mit dem rechten Fuß in ein Loch rein und verknaxte mir auf diese Weise den Fuß. Vorne konnte ich nicht mehr mithin mit einem Beine, und ich arbeitete mich daher auf dem Bauch und Ellbogen eine Stunde weit zurück, während die Kugeln aber immer noch über mich hinwegpfiffen. Ich blieb jedoch so weit heil. Endlich fand ich zwei Rote-Kreuz-Lente, die mich aufnahmen. Sie sagten, mir laufe ja das Blut aus dem Stiefel heraus. Sie schnitten mir den Stiefel auf, und in der Tat hatte ich einen Streifschuß. Ich hatte eS im Kampfe gar nicht gemerkt. Es ist auch ganz unbedeutend.

AuS dem Briese eines Offiziers. Beifolgenden Auszug auS einem Briese eines Offiziers, der die Gefechte bei Mülhausen mitgemacht hat, wird uns hier zur Verfügung gestellt. Derselbe bittet um Verbreitung wie schamlos die Bewohner des Oberelsatz sich gegen unsere deutschen Soldaten benehmen, daß das Mitleid ganz falsch ist, das jetzt schon wieder aufkommt an den Stationen, wo Gefangene dnrchkommen. Ebenso unan­gebracht ist es, mit ansgewiesenen franzö­sischen Familien aus Metz Mitleid zu haben, da sich in Lothringen dieselben Vorkommnisse wiederholen! Viel­leicht tragen folgende Zeilen dazu bei, dem Unfug zu steuern:

Ms wir eben in einem Dorf des Oberelsaß einrückten, fielen Schüsse vom Kirchturm und aus dem Hinterhalt versteckter Soldaten, die dann aus Dächern, Fernstern, Kellern auf uns schossen, hauptsächlich auf Offiziere. Das übelste war der S t r a tz e n k a m p f in Mülhausen. Wir hatten uns bis an den Hals eingegraben auf einem Bauplatz, konnten uns aber nicht rühren, da von allen Seiten die Kugeln pfiffen, sobald man sich zeigte. Die Rächt erhöhte die Unan­nehmlichkeit der Situation, zumal wir nicht wiederschießen konnten, ohne eigene Truppen, deren Stellung man nicht erkennen konnte, zu gefährden. Bei Tagesanbruch holten wir aber alles nach. Elf Maschinengewehre und Arkil-